Seyran Ateş ist gläubige Muslimin. Die fundamentalistischen Tendenzen im Islam empören sie. Doch die letzten Jahre haben gezeigt: Gegen diese Entwicklungen anzuschreiben reicht nicht aus. Deshalb hat sich Ateş entschlossen, gemeinsam mit anderen Muslimen eine liberale Moschee in Berlin zu gründen. In Deutschland herrscht der türkische Staatsislam. Die meisten aktiven Imame haben ein gestörtes Verhältnis zur Religionsfreiheit, zur Gleichberechtigung und zum Recht auf Homosexualität. Sie predigen einen Islam von vorgestern ― mit der Folge, dass liberale Muslime bei uns heimatlos geworden sind. Daran möchte Seyran Ateş etwas ändern. Sie gewinnt Mitstreiter für die Gründung einer reformierten Moschee in Berlin und baut ein internationales Netzwerk von liberalen Muslimen auf. Sie lernt Arabisch und lässt sich in Istanbul zur Imamin ausbilden. Das engagierte Buch einer modernen Muslimin, die ihren Glauben leben will und sich nicht von patriarchalen Strukturen und den Dogmen der Strenggläubigen einschüchtern lässt.
Seyran Ateş is a German lawyer, Muslim feminist, and author.
Born in Istanbul of Kurdish descent, she and her family moved to Germany when she was six years old. She studied law at the Free University of Berlin and has practiced law since 1997, specializing in criminal law and family law. In 2017, she founded a "liberal mosque" in Berlin.
Ein wichtiges und interessantes Buch über die Vorgeschichte der Ibn Rushd-Goethe Moschee. Es vermittelt auch einen guten Überblick über die jüngste Geschichte der moslemischen Strömungen in Deutschland und den Vergängen um den Putschversuch in der Türkei. Seyran Ateş macht neugierig auf die liberale Moschee in Berlin und auch auf ihre eigene Persönlichkeit. Man mag gleich nach Berlin reisen, um mit dieser Imamin über Themen zu diskutieren wie: Feminismus und Islam, LGBT-Rechte und Islam, deutscher Islam und moslemische Deutsche sowie die abrahamitische Ökumene.