Geschiedene Eltern sind ja schon schlimm genug. Aber wie soll Joschka seinen Freunden bitte erklären, dass seine Mutter jetzt ein Mann ist - dem plötzlich ein Bart wächst und der Frederik heißt? Während seine Schwester Liska sich bemüht, offen mit der Veränderung umzugehen, empfindet Joschka nichts als Widerstand und große Wut. Er zieht zu seinem Vater und will nur noch Abstand von allem. Erst durch den neuen Mitschüler Sebastian, der an einer seltenen Krankheit leidet, und Joschkas Liebe zu der engagierten Emma öffnet er sich schließlich für seine neue Familiensituation. Denn wenn er ehrlich ist, hat sich eigentlich gar nichts Entscheidendes geändert ...
Očekivala sam dobronamernu i toplu priču o tome kako dečko nauči da prevaziđe svoje predrasude i prihvati majku posle njene promene pola. NISAM očekivala da će knjiga da se pretvori u vodopad najgorih stereotipa o ženama: - mama se i ranije uvek izdvajala od drugih žena, nosila je kratku kosu, samo pantalone i nije se šminkala, a protagonista (usred Berlina 2017) ne zna nijednu drugu takvu ženu - na prvoj zajedničkoj žurci posle operacije klincu se otvaraju oči - žene zajedno u kuhinji gledaju kako radi mašina za sudove i gaču (sic) ili se bave sitnom decom a muškarci u dnevnoj sobi vode ozbiljne razgovore, i Frederik/mama je među njima i "to su oduvek bili njeni razgovori" - kad vide neke našminkane i vaspitno zapuštene devojčice od oko trinaest godina dečko i njegov najbolji drug prezrivo komentarišu "iduće godine će imati decu i živeti od socijalne pomoći" (najbolji drug nije transfobičan, listala sam do kraja da proverim hoće li ispasti nekul) - i na pola romana klinac se vozi kroz Berlin autobusom, sluša dve zle babe kako tračare trans osobe, gleda kroz prozor i spazi dve devojčice koje dele cigaretu i, citiram, "praznim pogledom prate ženu koja gura dečja kolica" i tu sam nekako digla ruke i od knjige i od autora. I pre nego što neko pita: Da! Ima u ovoj knjizi i pozitivnih ženskih likova! Šminkaju se, šopinguju, imaju sisice kao jabuke (sic)! I možda je u drugoj polovini došlo do nekog volšebnog preokreta, ali nikad nećemo saznati jer me je onaj prazni pogled ubio u pojam.
Story: Für Joschka bricht eine Welt zusammen, als sich seine Mutter für eine geschlechtsanpassende Operation entscheidet und fortan als Frederik leben will. Während seine Schwester Liska die Entscheidung ihres neuen Vaters akzeptiert, fühlt sich Joschka im Stich gelassen. Kurzerhand zieht er zu seinem Vater und dessen neuer Frau, doch auch dort ist das Leben nicht nur rosig. Erst als Joschka dem stillen Sebastian näherkommt und herausfindet, dass dieser an einer seltenen Krankheit leidet, wird Joschka offener und beginnt sich Stück um Stück zu ändern …
Eigene Meinung: Der Jugendroman „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ stammt aus der Feder T. A. Wegbergs, der sowohl für seine Jugendbücher, als auch für seine Gay Romane bekannt geworden ist. Mit dem vorliegenden Roman wendet er sich erstmals der Thematik Transgender zu, die im Jugendbuchberich bisher nur selten vertreten ist.
Die Geschichte handelt von Joschkas langsamer Wandlung vom leicht homophoben, intoleranten und engstirnigen Jugendlichen zu jemanden, der offener und toleranter durchs Leben geht und im Laufe der Zeit erwachsen wird. Dass gelingt T. A. Wegberg mit ruhigen Tönen und verschiedenen Figuren, die sehr realistisch und authentisch wirken – allen voran Joschka selbst. Er entspricht dem heutigen Jugendlichen in seiner leicht stumpfen Art sehr gut, ganz besonders was seine vorgefasste Meinung anbelangt und seine Angst vor Ablehnung. Joschka richtet sein ganzes Leben nach seinen Freunden, Schulkameraden und fremden Menschen. Ihm ist es enorm wichtig, nicht aus der Reihe zu tanzen und von allen akzeptiert zu werden. Da nimmt er auch in Kauf seinen neuen Vater zu verletzen und diesem die Schuld an seinem verkorksten Leben zu geben, anstatt sich einen Spiegel vorzuhalten. Erst als er Sebastian näher kennenlernt und in der engagierten, toleranten Emma seine große Liebe findet, ändert er sich Stück um Stück. Dies ist sehr glaubhaft beschrieben, denn natürlich sind es nur kleine Dinge, die er bewegt, die sich für ihn aber wie große Schritte anfühlen. Dass Joschka noch einen weiten Weg zu gehen hat, steht außer Frage, doch die ersten Schritte sind am Ende des Buches gemacht. Nichtsdestotrotz hätte der Autor einige Dinge vertiefen können. Allein die Tatsache, dass zwischen den Kapiteln zeitlich gesprungen wird und mitunter mehrere Wochen ausgeblendet werden, sorgt dafür, dass man immer wieder neu in die Geschichte eintauchen muss und viele Punkte nicht geklärt werden. Zu Beginn sind es eher kleine, unbedeutende Sachen, zum Beispiel die Kommentare und Aktionen von Joschkas Stiefmutter. Im Fortlauf der Handlung häufen sich einige Dinge und man wartet gezielt auf die Auflösung einiger offener Fäden, die jedoch fallen gelassen wurden, weil Joschka sie scheinbar selbst nicht mehr für wichtig erachtet. Ganz besonders die Tatsache, dass die Schlüsselszene zwischen Frederic und Joschka am Ende des Buches relativ kurz abgehandelt wird und die Probleme zwischen den beiden nur oberflächlich behandelt werden, ist extrem schade. Hier hätte man sich einfach eine detailliertere Darstellung und eine bessere Aufarbeitung gewünscht, gerade bei einer solch wichtigen Thematik wie Transsexualität.
Stilistisch hat T. A. Wegberg einen sehr stimmigen, jugendnahen Schreibstil, der der Zielgruppe die Gefühle und Gedanken gut näherbringt und dafür sorgt, dass man sich mit Joschkas Problemen auseinandersetzt. Auch die Beschreibungen von Berlin, inklusive der Buslinien und des Nahverkehrs sein gut eingebaut, so dass man die Stadt auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernt. Der Autor weiß, wie man Dinge in Szene setzt und wie man einen Jugendlichen authentisch und realistisch darstellt, denn Joschka ist zu Beginn kein Sympathieträger und wirkt auch später noch stoffelig und wenig tolerant. Doch so sind viele der Jugendlichen heutzutage, so dass sich gerade diese mit T. A. Wegbergs Charakteren identifizieren dürften und mit Bedacht an die Thematik Transsexualität herangeführt werden, ohne mit Fachbegriffen und moralisch erhobenen Zeigefinger erschlagen zu werden.
Fazit: „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ ist ein gelungenes Jugendbuch von T. A. Wegberg, das die Thematik Transsexualität aufgreift und gut in Szene setzt ohne sich nur auf diese Thematik zu konzentrieren. An einigen Stellen wünscht man sich zwar mehr Tiefgang und eine detailliertere Ausarbeitung der Geschichte, doch die kurzen, sprunghaften Episoden passen gut zum Helden. Gerade Jugendliche, die im selben Alter wie Joschka sind, dürften sich gut mit ihm identifizieren können, da er (und seine Freunde) sehr authentisch wirken und die heutige Jugend widerspiegeln. Wer Jugendbücher aus dem Transgender-Bereich sucht, sollte sich „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ auf jeden Fall näher ansehen.
I liked it. Kleiner Abstrich: Hier und da bin ich ein wenig über die vermeintliche Jugendsprache gestolpert & es gibt ein oder zwei Stellen, an denen Joschkas Gedanken & Formulierungen zwar realistisch aber ziemlich problematisch sind, das aber nicht aufgelöst wird. Joschkas Entwicklung fand ich glaubwürdig. Ich glaube es ist ganz gut für cis Jugendliche als Einstieg in das Thema, für trans Personen enthält es vllt zu viele Trigger? Transfeindlickeit wird nämlich ziemlich stark reproduziert aber eben auch als diskriminierend benannt.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch schon recht gut gefallen, jedoch musste ich einige Abstriche machen. Zum einen fand ich den Schreibstil zu kindlich. Ja, ich weiß, es war genau so gewollt, da wir ja aus der Sicht eines fünfzehnjährigen lesen. Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Aber mir hat es nunmal nicht so gefallen. Ich konnte mich durch einige sehr unreife Formulierungen und Sichtweisen nicht wirklich in die Charaktere hineinversetzen oder mich komplett auf die Story einlassen, was ich sehr schade fand. Zum anderen war es das Ende. Ich fand, es wurde einfach viel zu schnell abgehandelt. Und damit meinte ich nicht, dass ich noch eine mit dem erhobenen Zeigefinger gehaltene Rede lesen wollte, sondern eher dass mir der ganze Konflikt so... zu konfliktlos gelöst wurde. Ich hätte da definitiv noch mehr erwartet.
Aber ansonsten fand ich die Geschichte trotzdem sehr interessant und auch in einigen Fällen ziemlich überraschend, vor allem wenn es um Joschkas Klassenkameraden Sebastian ging, oder um Mathea. Die Charaktere haben mir überwiegend auch gefallen, obwohl sie definitiv noch etwas mehr hätten ausgebaut werden können, doch für ein Buch mit 250 Seiten ist das definitiv meckern auf hohem Niveau. Also, das Buch hatte für mich ein paar Schwächen, aber auch einige Stärken weshalb ich guten Gewissens 3 Sterne geben kann.
Vom Toleranz- und Aufklärungsaspekt her ist das Buch ziemlich empfehlenswert für junge Leser*innen, die mit dem Thema noch nicht so viel Berührung hatten. Leider fand ich den Protagonisten super nervig, auch wenn er im Verlauf des Buches eine positive Entwicklung durchmacht. Durch den exzessiven Gebrauch von "Jugendsprache" war leider auch der Schreibstil ein wenig merkwürdig und nicht mein Fall.
Irgendwie genau das was ich erwartet habe, leider..
Ich muss sagen, ein bisschen Hoffnung hatte ich ja schon. Ein deutsches Jugendbuch mit Fokus auf dem Thema Transgender sieht man nun wirklich nicht alle Tage! Wenn man es so sieht, dann war es sicherlich keine schlechte Repräsentation. Der Autor schien zu wissen wovon er redet und selbst persönliche Erfahrungen damit zu haben. Mir sind keine falschen oder anstößigen Fakten aufgefallen.
Sehr schade finde ich es jedoch, dass obwohl der Autor so offensichtlich persönlich ''betroffen'' zu scheint, auf seiner Website kein einziges Wort zu seiner eigenen Identität steht. Generell ist das natürlich kein Problem und jedermans gutes Recht. Ich sehe nur das Problem wenn man ein Buch über eine Minderheit schreibt und dann nicht ersichtlich ist, ob es own-voices ist oder wenigstens auf persönlichen Erfahrungen oder Kontakten beruht. Wenn man solche Themen in seinen Büchern behandelt, dann finde ich es schon sehr wichtig auch über seine eigene Person offen zu sein. Alles andere lässt einen seltsamen Nachgeschmack, zumindest in meinem Mund.
Aber noch einmal zum Buch zurück: Der Hauptcharakter Joschka war wirklich schrecklich nervig und anstrengend. Mal abgesehen davon, dass er ein ziemliches Arschloch ist und das nicht nur zu seinem Vater. Immer wieder beschimpft er andere in seinem Kopf. Besonders ''toll'' fand ich es, als er ein Mädchen, mit dem er sich als Kind um ein Spielzeug gestritten hat, als Bitch bezeichnet. Ja, BITCH. Geht mir ganz ehrlich einen Schritt zu weit. Und im Endefekt macht es Joschkas plötzliche Wandlung zum weltoffenen Teenie auch nicht glaubwürdiger.
Und wo wir grade bei glaubwürdig sind: Diese SMS... bitte nicht. Welcher 15 Jährige schreibt denn bitte so? Und wer zitiert die ganze Zeit Kollegah oder Farid Bang? Ugh. Wieder ein typischer Fall von Erwachsener hat keine Ahnung von Jugendlichen. Dabei könnte man jetzt auch erwähnen, dass es mir manchmal ein wenig so vor kam (angenommen der Autor ist wirklich selber Trans), als ob vorallem die Jungen seeehr klischeehaft waren und es da ein bisschen an eigener Erfahrung mangelt. Vorallem die random eingeworfenen Kommentare über diverse Brüste oder Hintern wären ECHT nicht notwendig gewesen!
Am meisten an der ganzen Geschichte stört mich aber, dass Joschka sich fünf Jahre lang wie der größte Arsch auf Erden verhalten hat. Sein Verhalten seinem Vater gegenüber schien offensichtlich keinerlei Knsequenzen zu haben. Für mich vollkommen unrealistisch, wie man mit 10 Jahren anfängt auf einmal seinen Vater zu hassen und dann fünf verdammte Jahre darauf beharrt ohne in geringster Weise von seinem Umfeld (zum Beispiel seiner Zwillingsschwester, die das komplette Gegenteil von ihm zu sein scheint) beeinflusst/zurechtgerückt worden zu sein.
Alles in allem ein wirklich wichtiges Thema über das es weitaus nicht genug Lektüre gibt! Vielleicht bin ich als Transmann selbst auch auf einer anderen Ebene kritisch mit diesem Buch. Letztendlich genügte es meinen Ansprüchen aber leider nicht, zu dem wohl auch der furchtbar unsymphatische Hauptcharakter seinen Teil beitrug.
Mit "Meine Mutter, sein Exmann und ich" hat T.A. Wegberg ein bewegendes Buch zu einem oft tabuisierten Thema geschrieben, das sowohl von Jugendlichen als auch Erwachsenen gelesen werden kann. Joschka ist 10 Jahre alt als seine Mutter ihm und seiner Zwillingsschwester eröffnet, dass sie sich im falschen Körper geboren fühlt und nicht länger als Frau leben kann. Fünf Jahre später ist die Geschlechtsanpassung vollzogen und Joschka Frederik - wie sich seine Mutter nun nennt - fremder denn je. Nur langsam und äußerst widerwillig setzt sich der Teenager mit der neuen Situation auseinander. Wird er Frederik je verzeihen können, was er ihm "angetan" hat?
Dieses Buch behandelt ein äußerst wichtiges Thema aus einer interessanten Perspektive. Nicht der Transmensch selbst, sondern sein adoleszenter Sohn fungiert als Erzähler und beschreibt, wie sich sein Leben durch diese Umstellung verändert. Ich denke, dass T.A. Wegberg ein wunderbares Buch geschrieben hat, das authentisch und einfühlsam ist und seine Leser zum Nachdenken anregt. Auch die Nebenhandlungen sind gut gewählt und die Charaktere sehr zugänglich.
Ich empfehle dieses Buch Jugendlichen ab 14 Jahren, aber auch Erwachsenen, die sich für das Thema Transsexualität interessieren. Dazu passt auch Lisa Williamsons "Zusammen werden wir leuchten".
Ich hab das Buch für meine Bachelorarbeit gelesen und es hat mich total berührt. Es ist wirklich eine gute Lektüre sowohl privat als auch in der Schule.
Um das vorneweg zu nehmen und dem Buch zugute zu halten: Der Autor kann schreiben und das Buch weist an keiner Stelle große Längen auf und ist somit keineswegs langweilig. Warum mich "Meine Mutter, sein Exmann und ich" dennoch nicht überzeugen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Rezension. Große Probleme hatte ich mit dem Protagonisten des Romanes, der sich von einem unsympathischen, äußerst homophoben Fünfzehnjährigen in ein "moralisches Vorbild" entwickelt und sich für jede gute Tat unerträglich rühmt, als wäre er, der Messias, den Menschen erschienen. Gleich zu Beginn fiel mir sehr negativ auf, wie unentwickelt und stumpf der Protagonist denkt und überhaupt nicht seiner Altersklasse entsprechend. Die Entwicklung, die der Protagonist durchschreitet, wird vom Autor nicht näher erläutert und völlig "verhuscht", sodass mir die Figur viel zu leicht manipulierbar vorkam. Hierzu später ein paar Worte mehr. Der Roman kann sich nicht entscheiden, in welche Richtung er gehen möchte. Der Klappentext ist meiner Meinung nach total unangemessen, da nichts eingehalten wird, was dort versprochen wurde. Es verbinden sich verschiedene Geschichtsstränge miteinander und werden so abgehackt wiedergegeben, dass ich mich auf keine Handlung einlassen kann. Das fiel v.a. am Ende sehr negativ ins Gewicht, da der Autor an den unsinnigsten, meiner Meinung nach gar wichtigsten Szenen einen Zeitsprung ausführt und diese Stelle in einer Rückblende ungenau erläutert. Die Handlung an sich ist von vorne bis hinten völlig vorhersehbar und Klischee behaftet. Es gibt keine Wendung in dem Buch, keine Überraschungen, sondern alle parallellaufenden Handlungsstränge bilden sich so fort, wie man es erwartet. Die Liebesgeschichte ist unglaubwürdig, da der Autor auch hier das Stilmittel des Überspringens verwendet und man keine innere Handlung des Protagonisten verfolgen kann. Auch gibt es viel zu viele Zufälle, durch die die Geschichtenstränge zusammenlaufen, was sehr an der Glaubwürdigkeit nagt. Durch diese abgehackte Erzählstruktur, die mich besonders am Ende ziemlich gestört hat, kommen wichtige Stellen, die die geistige Entwicklung der Figuren fördern, nicht vor, wodurch es für den Leser äußerst schwierig ist, zu verstehen, wie die Figuren denken. Dadurch wirken sie sehr eindimensional und haben keine eigene Identität, an denen man sie ausmachen kann. Der Protagonist, der im Laufe des Buches eine emotionale Phase durchmachen muss, kommt demnach auch viel zu kurz. Erst präsentiert uns der Autor ihn als überaus homophoben, stumpf denkenden Jugendlichen, der dem geistigen Fortschritt eines Grundschülers entspricht, der bei jedem zweideutigen Witz lachen muss. Dabei fällt mir auf, dass der Ich-Erzähler an einigen Stellen Abstand von der tatsächlichen Person nimmt, die er erzählt, was nicht sein darf. Man merkt, dass der Autor einen mit Klischee überladenen, völlig gegen Transsexualität sprechenden Charakter erschaffen wollte, der sich im Laufe des Buches in einen toleranten Gutmenschen verwandelt, der sich selbst in seiner Arroganz dafür lobt, dass er einer alten Dame die zerrissene Einkaufstüte trägt. Dieser Gegensatz soll dem Leser anscheinend klarwerden, aber hier hat der Autor den Bogen auf jeden Fall überspannt. Vielleicht hätte er lieber daran arbeiten sollen, die innere Handlung der Protagonisten auszuformulieren. Die eigentliche Grundhandlung, das Szenario, dass der Protagonist nicht damit klar kommt, dass seine Mutter sich in einen Mann umoperieren lassen möchte, weil sie sich in ihrem Körper und Geschlecht unwohl fühlt, wird dabei komplett außen vorgelassen, was ich sehr schade finde. Auch der endgültige Punkt, an dem der Protagonist seine Mutter so akzeptiert, wie sie ist, wird nicht ausreichend geschildert. Dieses Buch, was aus so vielen unterschiedlichen Facetten besteht, welche für mich aber einfach nicht zusammenpassen und für mich kein vollständiges, passendes Bild ergeben, kommt nicht auf den Punkt. Ich verstehe nicht, was mir mit diesem Buch gesagt werden soll.
Fazit: Sollte ich hier einen Grund finden, dieses Buch zu lesen - ich finde beim besten Willen keinen. Ich will aber das Buch nicht noch unnötig in den Dreck ziehen, denn ich denke, ich habe meine Meinung überdeutlich gesagt. Schade, denn man merkt, dass der Autor Potenzial hat. Aber hierbei konnte er mich leider gar nicht überzeugen.