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240 pages, Paperback
First published January 1, 1983
Bei Frauen, an denen ich kein erotisches Interesse habe, kann ich klarsehen, leidenschaftslos beobachten, einschätzen, einordnen. Aber bei Männern war ich völlig närrisch; wenn ein junger Mann, an dem ich erotisches Interesse hatte, dumm zu sein schien, sagte ich mir: „Er ist eben auf andere Weise intelligent. Vielleicht hat er keine Bücher gelesen, aber bestimmt hat er Menschenkenntnis.“ Hypnotisiert vom feinen, schwarzen Haar auf seinem wohlgestalteten Unterarm, von den hervortretenden Venen auf seiner Hand war ich so gefangen, daß ich nicht mehr den leisesten Versuch machte, objektiv zu sein.
Und so stand ich in manchen Nächten in New York, bei Regen wie bei schönem Wetter, auf der Straße östlich des Tompkin Parks und wartete darauf, daß ein Tanzlehrer sizilianischer Abstammung mir seine Schlüssel herunterwarf, als ob mir die Liebe den goldenen Apfel zuwerfe. Die Schlüssel blinkten in den Regentropfen und fielen vom Fenster eines fünften Stockes auf den Bürgersteig vor mir, und ich ging müde die Treppen hinauf, um die Person zu sehen, deren Schönheit mich aufs äußerste bezauberte - selbst wenn er sich nur außerhalb meiner Reichweite im Zimmer hin und her drehte und Tanzschritte mit einer Hingabe und Leidenschaft durchführte, die selbst mich verblüfften. Es gab keine Garantie, daß wir diese Nacht zusammen schlafen würden oder daß er sich nicht mitten im Sex aufsetzen und sagen würde: „Ich muß Star Trek anschauen.