Das 1929 erstmals erschienene Buch ist eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit dieses Jahrhunderts und erzählt von den Dämonen, denen der Mensch unterworfen ist, von Verstrickungen und Untergang, aber auch von Erlösung.
Hans Henny Jahnn (17 December 1894, Stellingen – 29 November 1959, Hamburg) was a German playwright, novelist, and organ-builder. As a playwright, he wrote: Pastor Ephraim Magnus (1917), which The Cambridge Guide to Theatre describes as a nihilistic, Expressionist play "stuffed with perversities and sado-masochistic motifs"; Coronation of Richard III (1922; "equally lurid"); and a version of Medea (1926). Later works include the novel Perrudja, an unfinished trilogy of novels River without Banks (Fluss ohne Ufer), the drama Thomas Chatterton (1955; staged by Gustaf Gründgens in 1956),[1] and the novella The Night of Lead. Erwin Piscator staged Jahnn's The Dusty Rainbow (Der staubige Regenbogen) in 1961. Jahnn was also a music publisher, focusing on 17th-century organ music. He was a contemporary of organ-builder Rudolf von Beckerath.
So. Contra Mundum Press lists this as forthcoming in Engls=trans. Anyone have any news? And we all already have our eyes peeled no? btw, who knows what's going on with volume the second of Prae? I've been out of the loop for a while.
Es gibt viele bedeutungsvolle Momente im Leben. Zu den etwas unterschätzteren zählen diejenigen, in denen man den Titel des persönlichen Lieblingsbuches neu vergibt. Man merkt es plötzlich beim Lesen, dass dieses Buch alles bisherige sprengt, dass es anders, neu und besser zu einem spricht, dass einem die Sprache plötzlich besonders auffällt (ist man dahingehend vielleicht sensibler und achtsamer geworden?), kurz: dass einem die Idee, die dieser neue Roman entwirft, mehr zusagt, dass er der eigenen Konstitution und Verhaftung im Sein einen klareren sprachlichen Ausdruck schenkt als das bis dato Höchstgeschätzte. Dieser Moment gibt einem die Möglichkeit, zu reflektieren, inwiefern sich eigene Bedürfnisse, Gedanken und Empfindungen geändert haben und warum das so sein könnte, denn die Erklärung, warum man plötzlich ein neues Lieblingsbuch hat, folgt der Erkenntnis erst nach. Die Essens der Existenz gilt es selbst zu erörtern. Noch lese ich selbst, aber dass nach vielen Jahren dies mein neues Lieblingsbuch werden wird, merke ich schon jetzt. Ich bin gespannt für wie lange ...
Rätselhaft wie eine Sphinx steht dieses monumentale Werk vor mir. Nur einen winzigen Teil davon zu verstehen meinen, lässt die Genialität und Tiefe dieses singulären Werks erahnen. Gegenentwurf einer Liebesgeschichte? Eines der vielen Motive. Dass der Mensch, der an seinen Prinzipien zugrunde geht, genauso schlimm ist wie der, der keine hat, ein anderes. Das ganze Buch fühlt sich wahr und falsch zugleich an, teilweise erhebend, teilweise unheimlich, lässt mich nicht los, ganz große Literatur.
This is an absolutely remarkable book. In telling the story of the eponymous Perrudja, Jahnn created a language that is baroque in its excesses and devastating in its brilliant musicality.
The plot loses steam a bit as Perrudja becomes involved with Grigg, Pujol and his utopian yearnings, but one does not read such a book for its plot. The language never flags.
Criminally, it is unavailable in English. Perhaps one day I can be just ambitious enough to translate it...
Habe bisher wirklich nichts vergleichbares gelesen. Sprachlich wirklich beeindruckend expressionistisch und das eigentlich über die ganze Dauer des Buches. Thematisch geht es um ein making sense der Moderne nach dem Ersten Weltkrieg und es wird echt viel verhandelt von Homosexualität, Rassismus, Kolonialismus bis zum Nationalsozialismus und das alles mit archaischen und antiken Referenzen. Das Ganze endet wie Kassandra mit einem Abgesang auf das männliche Heldentum.
Werde es auf jeden Fall irgendwann nochmal lesen und kann es obwohl es schon sperrig ist echt nur empfehlen
Perrudja ist ein Buch, das mich einerseits beeindruckt, andererseits aber auch ganz schön überwältigt zurücklässt. Der Roman gilt als ein expressionistisches Meisterwerk der deutschen Literatur und wird oft mit Werken wie Ulysses oder Berlin Alexanderplatz verglichen und das merkt man auch beim Lesen.
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Perrudja, einem Mann, der einsam in den norwegischen Bergen aufgewachsen ist und später von einem geheimnisvollen Fremden unterstützt wird. Was darauf folgt, ist weniger eine klassische Handlung als eine intensive Reise durch Erinnerungen, Visionen, Sehnsüchte und philosophische Fragen über Identität, Macht und Sinn des Lebens.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist die dichte, bildhafte Sprache und die Ausdrucksstärke, mit der Jahnn innere Zustände und existentielle Konflikte beschreibt. Viele Szenen bleiben einem im Kopf, weil sie so stark visualisiert und atmosphärisch sind. Es ist nicht einfach nur eine Geschichte, sondern eher ein Erlebnis. Gerade die Passagen über Perrudjas Suche nach Bedeutung und seine Reflexionen über das Leben fand ich spannend und tiefgründig umgesetzt.
Allerdings hatte ich auch schwierige Lesepassagen. Das Buch ist extrem anspruchsvoll: Es arbeitet mit vielen Symbolen, inneren Monologen und ungewöhnlichen Strukturen, die nicht immer logisch verbunden sind. Manche Kapitel wirken fast fragmentarisch oder wie Assoziationsketten, und genau das macht das Lesen manchmal schwerer, weil man sich wirklich konzentrieren muss.
Ein weiterer Punkt ist, dass Perrudja nicht wie ein typischer Roman aufgebaut ist. Manchmal wünscht man sich klarere Handlungsstränge oder einfachere Zugänge zur Geschichte – hier ist eher ein poetisches, fast meditativen Erzählen gefragt. Wer eine klassische, leicht verständliche Story sucht, könnte hier frustriert werden.
Perrudja ist ein außergewöhnliches Buch, atmosphärisch stark, sprachlich kraftvoll und voller dichter Bilder und Ideen. Gleichzeitig ist es anspruchsvoll und nicht immer einfach zu lesen, was aber auch Teil seines Reizes sein kann. Für mich war es interessant und beeindruckend, aber definitiv nicht „leichte Kost“. Es ist ein Buch, das man eher erleben als einfach konsumieren sollte.