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"Denk nicht, wir bleiben hier"

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Hugo Höllenreiner ist Mitglied einer großen bayerischen Sintifamilie. 1943 wurde er als Neunjähriger nach Auschwitz deportiert, wo Dr. Mengele ihn und seinen Bruder mit brutalen medizinischen Experimenten quälte. Über Ravensbrück und Mauthausen kam Hugo nach Bergen-Belsen. Wie durch ein Wunder überlebte er mit seinen Eltern und Geschwistern, doch viele nahe Verwandte wurden ermordet. In langen Gesprächen mit der Autorin kamen Stück für Stück verdrängte Erinnerungen zurück, von denen erst der über Sechzigjährige zu sprechen vermag. Ein erschütterndes Dokument deutscher Geschichte.

301 pages, Hardcover

Published August 1, 2005

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About the author

Anja Tuckermann

34 books2 followers

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Andre.
1,424 reviews105 followers
January 1, 2018
1) Deutsche Rezension
2) English Review

1) Deutsche Rezension
Ich hatte dieses Buch direkt nach dem von Jan Yoors gelesen und das hatte wohl mein Leseerlebnis beeinflusst. Die Unterschiede zu Yoors Buch waren sehr auffällig. Während Yoors anfangs Tiersymbolik und auch später recht stereotype Eigenschaften verwendete um die Rom zu beschreiben, lässt dieses hier eher Taten sprachen und zeigt die Familie als Individuen und verzichtet sowohl auf Stereotypen wie auch Symbolik. Yoors beschrieb Rom als ewige Außenseiter die nichts anderes wollen als ständig umherzuziehen während dieses Buch die Integration und verschiedenen Lebenssituationen der Familie Höllenreiner hervorhebt, genauso wie die Familien in geographischen und historischen Zusammenhang gesetzt werden und nicht fast völlig losgelöst von der Geschichte und Länder beschrieben wie bei Yoors. Yoors Zigeuner hätten sonst wo sein können, da fast nie ein Ortsname oder ein Geschichtszeitpunkt erwähnt wurde. Hugos Onkel Eduard dagegen war nicht nur bei Verdun im Ersten Weltkrieg sondern unter den einzigen 3 Überlebenden von fast 300. Er bekam das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, die bayerische Medaille für Tapferkeit und wurde zum Unteroffizier befördert. Unter den Nationalsozialisten bekam er sogar das Ehrenkreuz für den Weltkrieg 1914/1918, was seine Frau und Kinder gerettet hat (sie wurden nicht deportiert da der Beamte vor Ort mit ihm im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte und so hatte er die entsprechenden Akten verschwinden lassen).
Dieses Buch zu lesen war sehr interessant, so z.B. als seine Mutter einen von der SS genehmigten Brief schrieb mit dem Satz „Grüße an Onkel Bock“, man muss wissen, dass im Romanes der Sinti „Bok“ das Wort für Hunger ist. Ein weiteres interessantes Detail war nicht nur das „lubije“ Hure und „latscho kil“ gute Butter heißt, aber auch, dass es Sinti im Sonderkommando gab. Sonst wird immer nur gesagt, dass die Truppe komplett aus Juden bestand. Und anders als die gängige Meinung, war ich nicht der Ansicht, dass dies hier alles völlig neu war, denn z.B. erinnerte mich das Hetzen von Hunden auf nackte Häftlinge an jene Dinge welche auf Haiti unter den Franzosen geschehen sind.
Als der Autor Mengele begegnete, dachte ich mir, „keine Wunder, dass seine Mutter nicht glauben konnte, wozu der Typ fähig war mit solch einem langweiligen Gesicht und nettem Verhalten.“
Einmal hatte ich mich allerdings vertan, als ich dachte die Familie wäre schon in Bergen-Belsen, obwohl sie eigentlich erst in Ravensbrück waren.
Dieses Buch konnte wirklich herzerweichend sein mit all den Tragödien, aber es war auch erstaunlich, wie diese Familie es geschafft hat sich wieder aufzurappeln.

PS. Zu Schade, dass er das Foto seines Großvaters wo er als einer der stärksten Männer Bayerns drauf war nicht mehr kriegen konnte. Und es war witzig wie die Mädchen die US Soldaten links liegen ließen um mit den Sinti-Jungen zu flirten.


2) English Review
I had read this book right after the one by Jan Yoors and that had probably influenced my reading experience. The differences to Yoors’ book were very noticeable. While Yoors initially used animal symbolism and also later quite stereotypical features to describe the Rom, this one here speaks rather of acts and shows the family as individuals and renounces both stereotypes as well as symbolism. Yoors described Rom as eternal outsiders who would do nothing but move around while this book emphasizes the integration and different life situations of the Höllenrainer family just as the families are set in geographical and historical context and not nearly completely detached from history and countries as described by Yoors. Yoors' gypsies could have been anywhere else, as almost no place name or historical time was mentioned. Hugo's uncle Eduard, on the other hand, was not only in Verdun in the First World War but among the only three survivors of almost 300. He got the Iron Cross second class, the Bavarian medal for valor and was promoted to sergeant. Under the National Socialists, he even got the honorary cross for the 1914/1918 World War, which saved his wife and children (they were not deported because the local official had fought with him in the First World War and so he had the corresponding files disappear).
Reading this book was very interesting, such as when his mother wrote a letter approved by the SS with the sentence "Greetings to Uncle Bock", one must know that in the Sinti version of Romani "Bok" is the word for hunger. Another interesting detail was not only that "lubije" means whore and "latscho kil" means good butter, but also that there were Sinti in the Sonderkommando. Otherwise it is always said that the group consisted entirely of Jews. And unlike the common opinion, I did not think that this was all new, because the rushing of dogs at naked prisoners reminded me of those things that happened in Haiti under the French.
When the author met Mengele, I figured, "no wonder his mother could not believe what the guy was capable of with such a boring face and nice behavior."
But once I was lost, when I thought the family was already in Bergen-Belsen, although they were actually still in Ravensbrück.
This book could really be heart-wrenching with all the tragedies, but it was also amazing how this family managed to get back up.

PS. Too bad that he could no longer get the photo of his grandfather where he was one of the strongest men in Bavaria. And it was funny how the girls left the US soldiers to flirt with the Sinti boys.
Profile Image for Winniehex.
1,227 reviews8 followers
November 10, 2018
1943 wird der 9-jährige Hugo mit seinen Eltern, Großeltern und Geschwistern deportiert. Über zwei Jahre verbringt er in Konzentrationslagern. Dr. Mengele quält ihn und einen seiner Brüder mit brutalen medizinischen Experimenten. Im April 1945 wird Hugo befreit. Von all dem vermag er erst als über 60-jähriger zu sprechen. In langen Gesprächen mit der Autorin kamen Stück für Stück die lang verschütteten Erinnerungen zurück. Hugo Höllenreiner wollte junge Menschen aufklären, indem er berichtete, wie es wirklich gewesen ist. Er starb 2015 in Ingolstadt.

Ich habe schon einiges aus der Zeit des dritten Reiches gelesen, aber das Buch von dem Sinto Hugo Höllenreiter als kleiner Junge, ist mehr als nur beweglich.

Hugo Höllenreiter schildert in diesem Buch seine Kindheit, die er im Konzentrationslager Auschwitz verbracht hat. Dort wurde er zusammen mit seinen Brüdern von Dr. Mengele gequält, missbraucht und mit Hass überschüttet. Was dieser Mann erlebt hat, dass wünscht man seinem Erzfeind nicht. Das was wir im Fernsehen sehen, ist nur das was wir schemenhaft kennen. Das es noch viel grausamer war als wie man es sieht, kann sich glaube ich keiner wirklich vorstellen.
Aber Hugo H. war es wichtig, seine Geschichte den jungen Leuten vorzubringen. Trotzdem ihm das wirklich furchtbar schwergefallen ist, deswegen mein tiefster Respekt für diesen erschütternden Bericht.

Da dieses Buch ziemlich detailliert ist würde ich es nicht empfehlen Kindern vorzulesen. Da es, denke ich schlimme Träume hervorrufen kann und auch vielleicht die Kinderseelen schädigt.
Profile Image for Alexandra Konopleva.
47 reviews4 followers
July 30, 2017
It was interesting in general to find out some details about gipsies` life in Europe shorty before, during and after the War; but, as I am quite interested in the topic and read 100+ books about War since I was a child, this one was for me just "one more story" - I will not keep the book to re-read it after.
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