"On Air" - das rote Licht im Aufnahmestudio des Radiosenders von Rocky Beach leuchtet. Die drei ??? sind live auf Sendung. Und kein anderer als der berühmte Starmoderator Kevin Anderson führt mit witzigen Sprüchen durchs Programm. Justus, Peter und Bob berichten begeistert von ihrer Detektivarbeit - bis sich plötzlich ein anonymer Anrufer in die Sendung schaltet und mit verstelter Stimme eine tödliche Drohung ausspricht. Ein Fall für die drei Detektive?
Das Buch enttäuscht nicht! Ich bin auf den Spuren von Clarissa Franklin und ich glaube Rufmord gefällt mir sogar eine Spur besser wie Die drei ??? Stimmen aus dem Nichts.
Ich habe eine totale Dr. Franklin Schwäche und ich liebe wenn Minniger ein bisschen "meta" wird. Seine Fälle sind außerdem oft an diesem wundersamen Zwischengang zwischen genuin gruselig & düster (so richtig düster schreibt ja wenn dann außer ihm nur ab und zu Marx und Erlhoff) und ein bisschen selbstironisch. Diesmal wurde es sogar ein bisschen mehr als nur ein bisschen.
-- »Willst du mir nicht sagen, was los ist? Was liest du da überhaupt? Und warum wirst du plötzlich so blass? Percy!«
»Mir... mir kommt da gerade ein Verdacht, Kevin. Eine Ahnung, die so abwegig und an den Haaren herbeigezogen erscheint, dass jeder Lektor eines Krimi-Autoren verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und zu einer plausibleren Erklärung raten würde.« (s. 87)
--
So viel Selbsterkenntnis würde ich mir mal von Ben Nevis oder Marco Sonnleitner wünschen. Zumal ich die Geschichte in diesem Fall gar nicht sooooo schlimm an den Haaren herbei gezogen fand. Zumindest nicht für ein ???-Buch...
Eine kurzweilige und spannende Folge, welche sehr atmosphärisch ist. Und es ist immer toll, wenn interessante Figuren aus älteren Folgen wieder auftauchen.
"Das heißt, dass wir uns um zukünftige Fälle keine Sorgen mehr zu mache brauchen!", rief Peter begeistert. "Ich bin gespannt, was uns die nächsten Fälle bescheren werden!"
In der Hörspiel-Reihenfolge ist "Rufmord" die #99, und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich anhand dieser letzten Sätze der Buchvorlage vermuten, dass Minninger den Auftrag & Zuschlag für die #100 bekommen hat, bevor kurz danach dann Marx damals bei Kosmos auf der Matte stand und allen Beteiligten verklickert hat, dass die Nummer 100 dieser langjährigen und erfolgreichen Jugendbruchreihe doch eine anständige Jubiläumsfolge verdient hat. Der Rest ist DDF-Geschichte. Aber sei's drum, auch im Fall unmittelbar vor der "Toteninsel" kommt dieser Schlussspruch gut.
Ja, ich habe mal wieder einen re-read getätigt, und zwar diesmal in der Ausgabe des Carlsen-Verlags mit dem so wunderschönen und cleveren Alternativ-Cover. Und ich bleibe dabei: schon in der Adaption schlägt "Rufmord" den Vorgänger "Stimmen aus dem Nichts" in Sachen dichte Atmosphäre um Längen, und die Buchversion setzt noch eins drauf, denn das dürfte mit Abstand (!) Minningers stilistisch beste Arbeit sein. Sein unerträgliches Lieblingswort "Frauenzimmer" fällt hier Sage und Schreibe nur ein einziges Mal, die Dialoge klingen nicht gestelzt, das Narrativ ist logisch und nachvollziehbar, mehr brauch ich schon nicht, um zufrieden zu sein.
Sicherlich ist Minninger zum Ende hin die Kreativität ausgegangen, das Finale fällt reichlich mager aus, auch der gesamte Fall an sich gibt eigentlich gar nicht so viel her und lebt mehr von den ~vibes~ als vom ergiebigen Inhalt. Aber Bobs erneute Begegnung mit Frau Doktor haut auch 'nur auf dem Papier' und ohne Mithilfe von Andreas Fröhlich und Judy Winter schon ordentlich rein (und hat mich auch 16 Jahre nach meinem ersten Hördurchgang weiterhin voll im Griff). Auch das Anfangsszenario in Andersons Radio-Show ist hier noch einmal deutlich unterhaltsamer als in der Hörspiel-Kurzversion.
Hätte ich nicht gewusst, dass Clarissa Franklin einen Gastauftritt in dem Fall haben wird, hätte ich ihn sicherlich übersprungen. Die Tatsache, dass sie ihre Hände im Spiel hatte, wertete für mich den Fall also deutlich auf. Auch die durchgehende Spannung gefiel mir gut.
Allerdings muss doch Clarissa gewusst haben, dass die drei an dem Tag ins Studio eingeladen werden? Warum ruft sie genau dann an? Sie wollte doch den Moderator ungestört erpressen?
Die Auflösung, dass der psychisch kranke Bruder ausgenutzt wurde, wirkte auf mich zudem eher wie ein bewusst eingesetzter Schockmoment, als eine plausible Erklärung.
Ach und natürlich hätte ich auch darauf verzichten können, dass die beiden Mädchen den ERWACHSENEN Moderator zur Not mit ihren Brüsten schon noch „überzeugen“ könnten???
This entire review has been hidden because of spoilers.
• Ausgangspunkt ist eine Radioshow-Situation mit maximaler Öffentlichkeit: Während Kevin Anderson sendet, ruft „Mystery“ an – scheinbar ein Spiel, dann wird es persönlich/bedrohlich und entwickelt Sogwirkung (perfekt für Quote, perfekt für Erpressung). • Parallel wird Mrs. Brighton „sauber“ erledigt: Ein geklauter Zeitmesser landet so, dass sie als Diebin dasteht – ein klassischer Rufmord-Mechanismus (ein Gegenstand als Beweis, der in Wahrheit platziert wurde). • Bob erkennt die Stimme hinter dem Spuk – und die Spur führt in eine psychiatrische Klinik: Dort wird klar, dass das „Mystery“-Prinzip auf manipulierten Anrufern und gezielter Steuerung basiert. • Der Kern ist Ausbeutung: Kevins Bruder Steven („Nachtigall“) liefert als krankes Genie die Inhalte, Kevin kassiert Ruhm – und ein Arzt hält das System mit einer illegalen, körperlich zerstörerischen „Kreativitäts“-Medikation am Laufen. • Auflösung: Die Mystery-Anrufe sind gesteuert (u. a. über Hypnose/Patienten als wechselnde Stimmen) und dienen als Druckmittel gegen Kevin und Dr. Freeman. Kevin hat Mrs. Brighton zusätzlich gezielt hereingelegt, um Spuren zu kappen. Am Ende kippt das System durch einen erzwungenen/aufgezeichneten „Moment der Wahrheit“.
This entire review has been hidden because of spoilers.