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Jan Lobel from Warsaw

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Der Zeitraum, in dem die äußere Handlung dieser Erzählung sich vollzieht, ist kurz: die letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges und die ersten danach. Eine Zeit des Übergangs, eine Zeit, in der der einzelne isoliert bleibt oder heimatlos. Einem jungen Juden, Jan Lobel, gelingt die Flucht aus einem süddeutschen Konzentrationslager. Eine junge Gärtnerin nimmt ihn auf und versteckt ihn. Er kann nicht bleiben. ›Jan Lobel aus Warschau‹ ist in einer Sprache geschrieben, die uns Heutigen die Spannung zwischen den Menschen in Deutschlandverdeutlicht, ja sie uns nachempfinden läßt, jene Spannung, die sich nicht lösen kann und die verhindert, daß einer auf den anderen wirklich zuzugehen vermag. Alles geschieht gleichsam wie im Traum.

96 pages, Paperback

First published January 1, 1948

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About the author

Luise Rinser

148 books12 followers
Luise Rinser (30 April 1911 in Pitzling, Landsberg am Lech, Upper Bavaria – 17 March 2002 in Unterhaching, Munich) was a German writer.

Luise Rinser was born on 30 April 1911 in Pitzling, a constituent community of Landsberg am Lech, in Upper Bavaria. Her birth house still exists. She was educated in a Volksschule in Munich, where she scored high marks on her exams. After the exams, she worked as an aide in various schools in Upper Bavaria, where she learned the reformed pedagogical style of Franz Seitz, who influenced her teaching and writing. During these years, she wrote her first short stories for the journal Herdfeuer. She refused to join the Nazi Party, but after 1936 belonged to the NS-Frauenschaft and until 1939 she also belonged to the Teacher's Association. In 1939, she resigned from teaching and was married. In 1944 she was denounced for undermining military morale, and imprisoned; the end of the war stopped the legal proceedings against her, which probably would have concluded with a death sentence. She described her experience in the Traunstein women's prison in her Prison Journals (Gefängnistagebuch) of 1946. She described herself in an ode to Adolf Hitler as opposed to the Nazis. Her first husband, and the father of both her sons, the composer and choir director Horst Günther Schnell, died on the Russian Front. Afterward, she married the communist writer Klaus Herrmann, but this marriage was annulled about 1952. From 1945 to 1953, she was a freelance writer for the New Daily News (Munich), and she established her residence in that city.

In 1954, she married the composer Carl Orff and they divorced in 1960. She formed a tight friendship with the Korean composer Isang Yun, with the abbot of a monastery, and with the theologian Karl Rahner. In 1959, she lived in Rome, and then in 1965 in Rocca di Papa, near Rome, where she was recognized as an honored resident in 1986. Afterward, she lived until her death at her apartment in Munich.

Rinser kept herself active in political and social discussions in Germany. She supported Willy Brandt in his 1971/72 campaign, and demonstrated with the writers Heinrich Böll, Günter Grass and many others against the retrofitting of Germany with Pershing rockets. She became a sharp critic of the Catholic Church, although she never left it and she was an accredited journalist at the Second Vatican Council. She also criticized, in open letters, the prosecution of Andreas Baader and Gudrun Ensslin, and others, and wrote to Ensslin's father: "Gudrun has a friend in me for life.". In 1972, she traveled to the Soviet Union, the USA Spain, India, Indonesia, South Korea, North Korea, and Iran – she saw the Revolutionary leader Ruhollah Khomeini as "a shining model for the states of the Third World." – Japan, Colombia and many other countries. She engaged herself for the abolition of the Abortion paragraph § 218 in its current form. She served as a leading voice for the Catholic Left in Germany.

In 1984, she was proposed by the Grünen as a candidate for the office of federal president.

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Wörker.
15 reviews
August 15, 2025
Jan Lobel aus Warschau und Hinkela sind keine Heldensagen in selbstgerechter Pose, sondern stille, bedrückende Momentaufnahmen aus den letzten Kriegswochen von Frauen, die unsichere Schritte in Richtung Menschlichkeit wagen. Luise Rinser zeichnet keine makellosen Retterfiguren, sondern Wesen aus Fleisch und Angst, gefangen zwischen dem Wissen um das Richtige und der lähmenden Präsenz einer Macht, die jede Geste der Empathie zur lebensgefährlichen Grenzüberschreitung machte.

Ja, der Blick ist deutschzentriert – und gerade darin liegt seine Funktion: Er zeigt, wie schon das kleinste Aufflackern von Mitgefühl für die vermeintlich „Privilegierten“ zu einer existenziellen Bedrohung werden konnte. Diese Perspektive relativiert nicht das unermessliche Leid der jüdischen Opfer, sondern wirft dessen Umriss an die Wand: Wenn die Berührung eines einzigen jüdischen Lebens den Untergang für eine deutsche Familie bedeuten konnte, wie unerträglich muss erst das Leben jener gewesen sein, deren bloßes Dasein vom Regime als Vernichtungsgrund deklariert wurde.

Rinsers Sprache verweigert sich der Sentimentalität. Statt verklärender Erlösungsfantasien entsteht eine Atmosphäre, in der der idyllische Sommermorgen von der Kälte des Todes durchzogen ist. Die Geschichten verlangsamen den Blick, damit wir die feinen Risse sehen, in denen Würde und Verzweiflung ineinanderfließen.

So bleibt das Werk, trotz berechtigter Einwände, ein literarisches Zeugnis, das den moralischen Graubereich nicht scheut. Der Nationalsozialismus hat nicht nur Millionen Leben vernichtet, sondern auch unzählige unsichtbare Welten ausgelöscht – jene leisen, menschlichen Universen, in denen Liebe, Mut und Würde ihren Platz hatten. Dieses Buch macht sie für einen Augenblick wieder spürbar – und erinnert uns daran, wie sehr jedes Schweigen eine Mittäterschaft bedeuten kann.
Profile Image for Iamthesword.
343 reviews25 followers
December 8, 2024
Somewhere in Germany during the last weeks of the Second World War. Jan Lobel, a Polish jew, escapes the German death quads and is taken in by a family that runs a nursery in the absence of the father. To the family members and the workers of the nursery, he is a mystery, someone they don't really understand, but each of them feels a more or less ambivalent attraction to him, everyone in his or her own special way. So they urge him to stay, even after the end of the war. But he doesn't seem to find his peace there...

JAN LOBEL AUS WARSCHAU is a story about ambivalence. A story about what seperates people and what unites them and how these things overlap. Luise Rinser mostly ignores the outside world and tells the story of a small group who not only have to find their way in the new post-war world, but also have to clarify their relationship with each other. Despite Rinser's own biography (especially the part she kept quiet about during her lifetime) this is an interesting little character study of the postwar moment in Germany and worth your time.
11 reviews
August 31, 2025
Erzählung einer Nachkriegsepisode, welche die Phänomene Versteckt halten, Sehnsucht, Heimkehrer beschreibt.
Profile Image for Maria.
264 reviews29 followers
November 11, 2023
na wenn es sowas wie white saviourism für Deutsche Juden gegenüber gibt, dann ist dieses Buch es. Luise Rinser malt hier die letzten Wochen nach dem Krieg in so einem deutsch-zentrischen Licht, dass es richtig zum kotzen ist.
Eine deutsche Familie bekommt ein Promille des Judenhasses Deutschlands ab, als sie einen Juden bei sich aufnehmen, wenn das mal nicht tragisch ist. Leider völlig unreflektiert und ähnlich wie der Der Junge im gestreiften Pyjama auch eine Geschichte, wo man dann statt um die Juden, um die es angeblich gehen soll, mit den Deutschen mitleidet.
Passt leider allzugut in Luise Rinsers Bibliographie, die sich etwas regimekritischer darstellen möchte, als sie es eigentlich war.
18 reviews3 followers
December 2, 2019
Wunderschön erzählt und wahnsinnig traurig, wie Jan Lobel, dieser feine Mensch von der Welt und der Hoffnung verlassen wurde, sechs Jahre in Konzentrationslagern überlebt, um zu entkommen (und doch nie wirklich zu entkommen) und in einem ländlichen Haushalt eine letzte Chance auf ein Leben mit Zukunft und Zuhause erhält, sich dort verliebt, den Menschen ihr Herz öffnet, ehe ihm durch die tragische Rückkehr des in den Krieg gezogenen Mannes und Vater des Hauses diese Chance genommen wird. Nicht durch ihn im Sinne von Schuld, sondern mehr durch seine Rolle in Geschichte und Gesellschaft und Zugehörigkeit zu diesem Ort, auch wenn dieser Mann antisemitisch ist. Er lässt Jan spüren, dass er nicht länger an diesen Ort gehört, stärker als es die juden-/polenhassende Bevölkerung des Dorfes konnte und das macht diese Geschichte tragisch. Dieser Text erzählt so fein von Geschichte, schlägt die grausame Geschichte des Holocaust als eine Kraft vor, die manche Personen (hier "Jude und Pole") entkleidet und in ausweglose Positionen treibt, in denen sie nicht mehr handeln können und denen praktisch der Lebensraum, die Vorstellung einer Zukunft und das Verweilen unter anderen Menschen genommen wurde. Man denkt an Hanna Arendts Sätze über die Schutzlosigkeit der Juden, die mit ihrer Staatenlosigkeit zusammenhing. Jan Lobel stirbt am Ende als 'Illegaler', ist damit selbst im Tod rechtlos geblieben und von der Menschheit der Menschenrechte ausgestoßen. Der Text ist nicht nur historisch feinsinnig, er geht auch unter die Haut. Mein Lieblingsstelle ist der subtile Austausch zwischen Jan und der Großmutter unter dem Laubbaum. Ein atemberaubendes Buch.
Profile Image for Joyce Buis.
11 reviews2 followers
February 24, 2016
The story wasn't bad, I just didn't enjoyed reading it that much..
130 reviews
February 10, 2026
Eine bewegende Geschichte.
KI







+3

Luise Rinsers Erzählung „Jan Lobel aus Warschau“ (1948) thematisiert die letzten Kriegswochen und den Nachkriegsbeginn in Deutschland. Ein geflüchteter junger Jude, Jan Lobel, wird von einer Gärtnerin in Süddeutschland versteckt
Profile Image for Johann Guenther.
824 reviews34 followers
October 31, 2015
RINSER, Luise: „Jan Lobel aus Warschau“, Frankfurt 2012
Carl Zuckmayer ist am Buchumschlag zitiert: „Die stärkste Prosadichtung, die ich überhaupt seit Kriegsende aus Deutschland in die Hand bekam“.
Es ist ein Nachkriegsroman. Eine Geschichte, die sicher tausende Male vorgekommen ist und ein Schicksal darstellt, wie es nach einem Krieg passieren kann: Der Mann ist im Krieg. Die Frau führt den Betrieb alleine weiter. In den letzten Wochen werden Strafgefangene und KZler verlegt, weil die Front näher rückt. Aus so einem Zug gelingt es einem polnischen Juden auszubrechen und die Frau nimmt ihn auf. Sie versteckt ihn und pflegt ihn gesund. Vielleicht noch mehr als das, aber noblerweise ist es im Roman nicht angesprochen. Aber alle wissen es (oder wollen es wissen). Im Dorf wird geredet und die Hausbewohner schweigen wissend. Und dann kommt der Mann heim. Zwei Männer im Haushalt. Einer zieht die Konsequenzen. Aber wer, das muss sich der Leser selbst erlesen.
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