Diesen Bericht aus dem Genozid in Gaza im Jahr 2009 während des Genozids, den Israel in Gaza im Jahr 2023 führt, zu lesen ist schmerzhaft. Es ist schmerzhaft, weil man schwarz auf weiß sieht wie sich die Geschichte wiederholt. Exakt so wie es vor 14 Jahren im Gazastreifen zugegangen ist, geht es heute noch schlimmer in täglichen Massakern (nahezu 21.000 Märtyrer zum Zeitpunkt dieser Review) zu. Dr. Mads Gilbert gibt dem Leser einen emotionalen Blick in das Grauen, das vor allem den Kindern, die er ärtzlich behandelt hat, zukam. Mit Bildermaterial (schmerzhaft, aber auszuhalten) stützt er das ganze. Neben dem dokumentierten Leid, sind aber auch an vielen Stellen Hoffnungsschimmer, die Gilbert persönlich auf die Stärke seiner Patienten und des palästinensischen Ärzteteams zurückführt. Das Buch erinnert an ein Tagebuch und gewährt Einblicke sowohl in die humanitäre Notlage, als auch in die Natur der Gazzaner sowie in die Konsequenzen eines Lebens unter Besatzung. Gilbert ist kein Politiker- er ist Arzt. Er schreibt als Arzt und Mensch und das, was er schreibt zeugt von einem tiefen, ehrlichen Gefühl von Menschlich- und Gerechtigkeit. Es ist kein Standardwerk geschrieben von einem Weißen Mann, der basierend auf theoretischem (meist fehlerhaften) Wissen, meint zu wissen, was wirklich passiert und weshalb. Dr. Mads Gilbert hat gesehen, gehört, erlebt und geholfen. Er weiß, wovon er spricht und was er schreibt. Es ist kein geschichtliches Werk, das die Geschichte Palästinas umfasst, aber ein wichtiges Buch, um zu verstehen, was wirklich passiert, um zu sehen und zu realisieren wie viel Leid um uns herum geschieht. Und wie sehr dieses Leid aktueller denn je von offiziellen Institutionen und Staaten runtergespielt, begründet, totgeschwiegen und sogar verschönert wird. Danke, Dr. Gilbert für ihre Menschlichkeit! #freepalestine