Selten ein so unsinnige Buch gelesen. Vielleicht nur was für Autor*innen, da es anscheinend um eine Schreibblockade geht. Aber auch darüber habe ich schon bessere Geschichten gelesen. Ich habe mich durchgequält und mich die ganze Zeit gefragt, was mir dieses Buch sagen will.
Ein richtig schwachsinniges Buch. Unbeantwortete Briefe an Bruce Willis, der sich Alltägliches aus dem Leben des Autors per E-Mail anhören muss und dazwischen ein paar Erkenntnisse eines mäßig begabten Bankberaters.
Da ist dieser Mensch, der mit seinem Leben offensichtlich nicht zurecht kommt, Tilman Rammstedt, der zig Arztbesuche absolviert, dessen Ehe zerbricht, der eine Knirscherschiene benötigt und ständig unerwiderte Mails an Bruce Willis verfasst, aus denen dann letztlich der ganze Roman besteht. "Sehr geehrter Herr Willis, ich bin es noch einmal kurz. Nur falls Sie meine Mail eben gelöscht haben sollten und es mittlerweile bedauern." Von der ersten Zeile an ist in diesem Buch eine Art unbezwingbarer Zärtlichkeit für die Charaktere ein wichtiges Element. Zärtlichkeit für den Mailschreiber, dessen Leben offensichtlich in allen entscheidenden Bereichen (Liebe, Arbeit, Gesundheit) gerade aus den Fugen gerät, für den ehemaligen Bankberater, der seine eigene Bank überfällt und ebenfalls in einer Krise steckt, " Mein ehemaliger Bankberater geriet manchmal ins Grübeln. "Vielleicht ist auch alles ganz anders", sagte er dann und schaute dabei knapp an mir vorbei. "Wahrscheinlich aber nicht", sagte er dann, und ich ärgerte mich darüber, dass mich das enttäuschte." Man versteht plötzlich sogar Bruce Willis, der laut Tilman Rammstedt, der es wissen muss, auch in einer Krise steckt und deshalb von ihm eine Chance angeboten bekommt."Sehr geehrter Herr Willis, jetzt, da wir alles geklärt haben, will ich gar nicht mehr viel von Ihrer Zeit stehlen und gleich zum Punkt kommen: Ich würde Ihnen gern eine Rolle in meinem neuen Buch anbieten." Das Buch enthält tiefe philosophische Einsichten. Manchmal lasse ich es auf die Bettdecke sinken (ich lese es meistens im Bett), starre ins Nichts oder an meine blaue Wand, und denke nach über Sätze wie diesen: "Als er selbst ist mein Bankberater verloren. Als wir selbst sind wir alle verloren. Wenn alle nur sie selbst bleiben, kommt es zu keinem glücklichen Ende, und ich bestehe auf einem glücklichen Ende." Zum Nachdenken hat mich auch dieser Satz angeregt: "Wahrscheinlich sind noch nicht einmal Zebras gut darin Zebras zu sein." Den kann man doch sofort auf die gesamte Menschheit übertragen, fand ich, oder nicht? Tilman Rammstedt will gerettet werden, deshalb Bruce Willis. Ich habe den Verdacht, als er es schrieb, war Tilman Rammstedt vielleicht auch in einer Krise. Er wirkt ziemlich empfindlich, vor allem, wenn Bruce Willis nicht macht, was er will. "Sehr geehrter Herr Willis, falls Sie sich fragen sollten, ob ich Ihnen heute schreibe, lautet die Antwort: Nein. Es ist vorbei. Und Sie sind schuld daran. Nur damit Sie es wissen. Gruß Tilman Rammstedt." Ich muss sagen, ich hätte von Anfang an an Robert de Niro geschrieben. Aber ich mag das Buch trotzdem. Nach dem Buch mag ich sogar Bruce Willis. Ich sehe ihn mit anderen Augen. Man liest es relativ schnell runter. Man lacht. Man denkt nach. Man möchte Tilman Rammstedt mal begegnen, weil er offensichtlich ein netter Kerl ist. Aber ich muss jetzt noch etwas unangenehmes sagen und hoffe, er liest das hier niemals: Ich lege das Buch beiseite und es wird das zweite Buch von Tilman Rammstedt sein, dass ich mit Vergnügen gelesen habe, das aber keine Chance hat, auf meine Liste von Büchern, die man unbedingt gelesen haben sollte, zu kommen. (Diese Review ist aus ein Ausschnitt aus einem noch längeren Text, den ich in meinem Blog über das Buch geschrieben habe http://lobedentag.blogspot.de/search/... Kommt gerne vorbei und lest weiter! Dort findet Ihr unter anderem auch die Liste der Bücher, die ich richtig toll finde und vieles mehr!
Tilman Rammstedt kommt mit seinem neuen Roman nicht voran. Dabei liegt die Geschichte klar vor ihm. Ein Bankangestellter soll seine eigene Bank überfallen. Wer käme da besser in Frage als Bruce Willis? Aber so viele Mails Tilman dem Schauspieler auch schreibt, er antwortet nicht.
Warum sollte Bruce Willis eine Bank überfallen? Diese Frage hat mir Tilman Rammstedt nicht befriedigend beantworten können. Den Rest der Handlung konnte ich mir dagegen gut vorstellen, so anschaulich hat er ihn in seinen Mails und in Teilen des Romans beschrieben. Schade, dass Mr. Willis nicht geantwortet hat. Der Film wäre bestimmt ein Erfolg geworden, besonders nachdem sich noch einige weitere hochkarätige Schauspieler bereit erklärt haben, mitzuwirken ;)
Eine Geschichte, bei dem mich schon der Titel zum Schmunzeln gebracht hat. Man muss sich auf den Humor des Autors einlassen können, dann kann man die Lektüre uneingeschränkt genießen.
Die Weisheiten seines Bankberaters mochte ich sehr. Die Geschichte mit Bruce Willis erzählt Tilman Rammstedt als Briefroman. Irgendwann habe ich da aber die Übersicht verloren (vor allem zum Ende hin).
Die Geschichte ist sehr absurd und durch die Briefe nicht für jeden was. Auf das Buch wurde ich durch den Podcast "Seite an Seite" aufmerksam.
Leider kam keine Katze in der Geschichte vor, obwohl eine auf dem Cover zu sehen ist. Bis zum dem Augenblick, dass Tilman selbst in dem Buche meinte, dass noch eine Katze vorkommen muss und schon eine auf dem Cover ist, ist mir die Katze gar nicht aufgefallen. :D
Ich mag die Ideen, die in und zwischen den Zeilen rumspringen, aber dieses unzuverlässige Erzähler „der Autor ändert Situationen unlogisch während er sie erzählt“ hat mich schon immer genervt.
Wie man im Forum sieht, ein Buch, dass gespaltene Gefühle hervorruft. Sehr schön, das muss man ja gleich lesen um mitreden zu können. Jeder der leichte, seichte Sommerunterhaltung sucht, wird sie nicht finden. Er/sie soll woanders suchen. Derjenige, der sich rühmt, Freund von Ironie zu sein, wird hingegen nicht enttäuscht werden. Die Idee, einen Teil der Geschichte als (sehr einseitigen) E-Mailverkehr mit dem überhöhten Action-Helden Bruce Willis darzustellen, den Rammstedt anfleht, zu helfen, nachdem sich sein ehemliger Bankberater in eine ausweglose Situation gebracht hat bzw. eigentlich von R. dorthin geschrieben wurde, finde ich sehr gelungen. Dazwischen kleine ironische und naive - doch scharfsinnige - Betrachtungen des ehemaligen Bankberates zur Welt lockern die Geschichte auf. Sie sind auch äußerst notwendig, da sonst die Geschichte ein bissal schwer erträglich wird. Insgesamt stimme ich einer Forumstimme zu: ich mag den Bankberater auch.
Dieses ist (oder 'sollte') ein lustiges/amüsantes Buch sein. Ich bin kein Komödie Fan und hatte deswegen sowieso wenig Lust diesen 'Roman' zu lesen, habe Ich es aber trotzdem gelesen. Ehrlich gesagt, ich habe es nicht lustig gefunden :/ Die Idee ist so was 'neu' in dem Sinne aber logisch gesehen, bin Ich mit der Idee nicht einverstanden: warum braucht Rammstedt Bruce Willis für ein Buch? In einem Buch schreibt der Autor Charaktäre je nach seinem Wunsch! Man braucht keine Hilfe eines Schauspielers oder ein Stars. Meiner Meinung nach ist ein Autor ein Erfinder und braucht so was nicht. Hätte es für einen Film gewesen, würde ich es verstehen. Aber für ein Buch? Warum...? :(
Dass diese sehr ungewöhnliche Vermählung von Emails an Bruce Willis und Heldenanekdoten über einen Bankberater gelingt, mag man am Anfang gar nicht recht glauben, allen hübschen Einfällen und schönen Formulierungen zum Trotz. Aber wenn es dann aufs Ende zugeht, weiß man zwar nicht, was man da gerade gelesen hat, aber dass man dabei viel Spaß hatte, das weiß man schon.
>>Ob ich mal was Interessantes hören wolle, fragte mich mein ehemaliger Bankberater auf unserer Fahrradtour im Juni. “Ja”, sagte ich. “Ich auch”, sagte er.<<