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Kleine Geschichte Lateinamerikas

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Nirgendwo sonst auf der Welt scheint die unmittelbare Zeitgeschichte eine solche Dynamik zu entwickeln wie in Lateinamerika. Wer diese neue Entwicklung verstehen will, darf Erklärungen nicht nur im 20. Jahrhundert suchen, sondern muss die spanischen und portugiesischen Kolonialreiche ebenso in den Blick nehmen wie die Unabhängigkeitsbewegungen unter der Vorherrschaft europäischstämmiger Militaristen und Oligarchen im 19. Jahrhundert. Hans-Joachim Königs umfassender Gesamtüberblick von der Konquista bis zu Michelle Bachelet gibt dazu alle nötigen Informationen an die Hand.

814 pages, Hardcover

First published January 1, 2006

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Hans-Joachim König

13 books4 followers

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Profile Image for Huhn.
290 reviews7 followers
January 1, 2022
Die überhaupt nicht kleine Geschichte Lateinamerikas von der Kolonialisierung ab 1492 bis in die damalige Gegenwart 2008 wurde hier auf handlichen 800 Seiten Reclam-Backstein untergebracht. Die (Unter-)Kapitel beginnen jeweils mit einem chronologischen Überblick über die Epoche und behandeln dann verschiedene politische, wirtschaftliche und soziale Schwerpunkte. Einige interessante Landesentwicklungen werden einzeln vorgestellt. Hinten im Buch gibt es ein Personenregister, in dem wichtige Persönlichkeiten mit Lebensdaten und kurzem Vermerk zur Einordnung nachgeschlagen werden können.

Spannende Lektüre, mit der Geschichte Lateinamerikas bin ich im Studium nur marginal in Berührung gekommen (das Heft stammt noch aus einem Seminar zur mexikanischen Revolution 1917, das ich mal irgendwann belegt hatte). Der Aufbau des Buches leidet meiner Meinung nach ein wenig darunter, dass er mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen muss: Einerseits will er eine übergreifende und themenbezogene Geschichte eines Kontinents vorstellen, andererseits "zerpflückt" dieses Vorgehen gerade in den vorderen Kapiteln die Geschichte der einzelnen Länder, die ja auch immer wieder exemplarisch herausgestellt werden soll. Der Aufbau der Kapitel führt zudem zu Zeitsprüngen, die dann wiederum die Gleichzeitigkeit und Interdependenz bestimmter Entwicklungen schwerer nachvollziehbar macht.

Das Buch ist sehr dicht und informativ geschrieben, es hagelt Namen und Daten, was für mich nicht immer gut lesbar war, weil ich mir genau solche Dinge wahnsinnig schlecht merken kann. Gerade im letzten Kapitel kommen dann Berge an Parteien (aus verschiedenen Ländern eines ganzen Kontinents!) und deren jeweilige Kürzel hinzu. Da habe ich mich irgendwann schon gefragt, wieso der Autor ausgerechnet diesen Namen so viel Platz einräumt, denn sowas merkt sich ja nun wirklich kein Schwein. Statt der Parteinamen wäre mir die ein oder andere Erläuterung dazu lieb gewesen, was genau in Lateinamerika unter einer linken, rechten oder mittig verordneten Partei zu verstehen ist, das kam manchmal etwas kurz. Ein Sachregister, vergleichbar zum Personenregister, zum Nachschlagen von bestimmten Begriffen, Parteien, Organisationen etc. wäre wirklich toll gewesen.

Die genannten Punkte einem solchen Handbuch zum Vorwurf zu machen, wäre aber einigermaßen absurd - ein anderes Vorgehen hätte andere Nachteile mit sich gebracht und irgendwo muss man halt bei der Beschränkung der Seiten auch Abstriche machen. Insgesamt fühle ich mich nach der Lektüre, trotz meiner suboptimalen Leseweise von etwa 1-2 Seiten am Tag, besser informiert als vorher. Interessant waren für mich vor allem zwei Punkte: Erstens die Einflüsser der USA und Europas auf die Geschichte Lateinamerikas bis in die Gegenwart, die mir in der Form nicht bewusst waren. Zweitens die Entwicklung der politischen Strömungen innerhalb Lateinamerikas in größerer, vergleichender Betrachtung.

Alles in allem eine Empfehlung, allerdings nur, wenn man mit dem sehr konzisen Reclam-Stil gut kann und damit leben kann, dass das Buch mittlerweile nicht mehr brandaktuell ist. Eine angenehmere Lektüre bieten vermutlich "hübscher" aufbereitete Bücher. Dafür ist das Reclam-Heft die vermutlich kostengünstigste Variante, sich einen groben Überblick über die Geschichte Lateinamerikas zu verschaffen.
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