Siegfried Elhardts Einfuhrung in die Tiefenpsychologie ist ein Standardwerk, das weit uber die Grenzen der Wissenschaft hinaus Beachtung findet. Es ist der gelungene Versuch, anschaulich in die Grundbegriffe und die spezifische Denkweise der Tiefenpsychologie sowie in ihre wichtigsten theoretischen und praktischen Ergebnisse einzufuhren. In seinem aktualisierten Nachwort wurdigt Wolfgang Mertens von Neuem die ungebrochene Aktualitat dieses Klassikers.
Siegfried Elhardts Einführung ist 1971 das erste Mal erschienen. Ich habe die 4. Auflage von 1975, mit der mein Vater gelernt hat, gelesen und war total überrascht herauszufinden, dass es eine 18. Auflage von 2015 gibt. Das Buch erfüllt seine Aufgabe eine Einführung in die Tiefenpsychologie der freudschen Schule zu geben gut. Die Ausrichtung ist akademisch und richtet sich an ein Publikum, dass von hier aus weiter lernen möchte. Ich empfand die Darstellung schon für die 70er Jahre als etwas aus der Zeit gefallen und vermisste eine Einordnung in die Diskurse der Entstehungszeit. Dass es auch vor zehn Jahren noch als Standardwerk galt, wirft ein düsteres Bild auf den Stand der Diskussion. Schon zum Erscheinungszeitpunkt scheinen die Diskussionen über Gender und die Betrachtung von Krankheit und Normdefinitionen der Gesellschaft durch, die eine tiefere Betrachtung des psychoanalytischen Ansatzes ausgelöst haben, der in dieser Einführung zu kurz kommt. Die abschließenden Kapitel über die tiefenpsychologischen Schulen Adlers und Jungs sind so opinionated, dass sie keinen Gewinn für den Leser bringen. Aus historischer Kuriosität ein Leckerbissen, aber für alle, die in das Thema einsteigen wollen, sollte es eine bessere Einführung geben.
Das Buch behandelt nahezu ausschließlich die Psychoanalyse und ist in den Kapiteln und Sätzen so chaotisch verschachtelt, dass es maximal als Abschreckung dienen kann.