Das Berührendste ist eigentlich Lili Grüns Lebensgeschichte, an die auch ein Stolperstein in der Heinestraße erinnert. Und ich find grad richtig krass, dass der Platz vor dem Augarteneingang in der Heinestraße Lili Grün Platz heißt?! Ich bin da schon so oft vorbei- und drübergefahren und wusste es nicht! Ansonsten sind es lustige Gedichte und Geschichten, deren Protagonist:innen aber irgendwie auch nerven. Die Bilder von WIen und Berlin aus den 20er/30er-Jahren haben mir auch gefallen. :)
"Komm, bleib auf dem Sofa liegen, Glaube mir, wir haben Zeit. Du bist groß und ich bin klein. Wenn wir weggehn aus dem Zimmer, Müssen wir erwachsen sein."
"Manchmal kommt es vor, daß ich erschrecke Und ich eil' zu meinem Spiegel hin, Staunend blick' ich mir daraus entgegen, Ist es wahr, daß ich erwachsen bin?"
3.5 Sterne Die meisten Gedichte konnten mich mit ihren Herzschmerzreimen nicht überzeugen. Nur hier und da hat mich der ein oder andere Vers berührt. Die Kurzgeschichten hingegen haben mir ausnahmslos sehr gut gefallen. Außerdem waren die schwarzweiß Fotografien vom Wien und Berlin der zwanziger Jahre eine schöne Ergänzung. Allerdings war ich doch überrascht, dass Lili Grüns Texte nur etwa die Hälfte des Buches ausmachen. Den Rest bilden ein Nachwort und Kommentar.