Wie findet man zurück in eine Freundschaft, die erwachsen geworden ist?
Während ihres Studiums verbrachten Merle, Katharina und Henri die Nachmittage im Park und versackten nach durchfeierten Nächten auf Henris Schlafcouch. Sie waren frei und die Zukunft verschwommen und verheißungsvoll. Es war eine dieser Freundschaften, die sich selbstverständlich, leicht und unbeschwert anfühlen. Für die man sich nicht anstrengen muss.
Doch jetzt sind sie erwachsen, die Treffen seltener, die Anforderungen größer. Merle hat ein Baby und versucht, sich in ihrer neuen Rolle zurechtzufinden, Henri ringt mit dem Tod ihrer Großmutter, und Katharina weiß nicht, ob sie nach zehn Jahren Beziehung noch mit ihrem Partner zusammen sein will.
Plötzlich scheinen die Themen, die sie voneinander trennen, ungleich größer zu sein als die Gemeinsamkeiten, die sie früher verbanden. Während jede für sich mit den Herausforderungen der Realität kämpft, wächst die Sehnsucht nach der alten Nähe und Vertrautheit. Doch wie hält man eine Freundschaft, deren Teile wie Eisschollen auseinanderdriften?
ein wunderschönes Debüt, über selbstlose und mutige Frauen, die stets auf der Suche nach ihrem wahren Glück, Liebe, Hoffnung und Leichtigkeit im Leben sind. riesige Empfehlung 🧡
"Plötzlich spürte sie das Glück, auf das sie die ganze Zeit gewartet hatte. Nur ganz leicht, aber es war da. Es saß auf dem Fensterbrett und schaute zu ihr hinein. Sie durfte es noch nicht anfassen, aber immerhin betrachten, und das war mehr, als sie in den letzten Monaten erwartet hatte."
"Früher, früher, früher. Merle fragte sich, ob sie irgendwann auf die Gegenwart auch als früher zurückblicken würde, und was sie daran dann schöner finden würde als in der zukünftigen Gegenwart. Ihr fiel nicht so richtig ein, was das sein könnte."
"Vielleicht sollten wir uns weniger vorstellen. Und vielleicht war es so. Vielleicht stellte sie sich zu viel vor. So viele ihrer Gedanken fanden im Konjunktiv statt, aber wen brachte das weiter?"
"Sie hatte plötzlich das Bedürfnis nach einem bodenständigen Leben, nach Drei-Komponenten-Essen und Bügelwäsche, nach dem Geräusch einer laufenden Spülmaschine und dem Jingle der Tagesschau."
"Frieda hatte neue reißfeste Tüten mitgebracht und ein paar Klappkisten aus Plastik, die alle Erwachsenen zu besitzen schienen und von denen sich Henri schon immer gefragt hatte, wann der Moment im Leben kam, in dem man eine solche Klappkiste erwarb. Bei ihr war es jedenfalls noch nicht so weit."
"Sie hielten sich und weinten eine ganze Weile lang, und während Henri weinte, merkte sie, dass es doch eigentlich ganz egal war, wer wie alt war und wie lang man sich kannte. Das hier fühlte sich wie eine Freundschaft an, und Henri fand, dann sollte es auch eine sein."
"Vielleicht musste Henri nicht alles mit jeder Freundin teilen, damit es eine gute Freundschaft war. Vielleicht gab es bestimmte Menschen für bestimmte Momente, und alle zusammen führten dazu, dass niemand sich allein fühlen musste."
Ich fand das Hörbuch vor allem deshalb so schön, weil es von ganz normalen Dingen erzählt, die wahrscheinlich viele kennen. Es geht um Freundschaften, die sich mit der Zeit verändern, und Partnerschaften, uns Mutter werden und darum, wie das Leben manchmal einfach seinen eigenen Weg nimmt. Irgendwann merkt man, dass man plötzlich in einem Alltag steckt, den man sich früher vielleicht ganz anders vorgestellt hat. Nicht unbedingt immer schlechter, einfach anders. Die inneren Konflikte fand ich total gut beschrieben. Ebenso die Spannungen in den Partnerschaften oder die Probleme, die plötzlich auftauchen und mit denen niemand gerechnet hat. Diese Vorstellung davon, wie das eigene Leben einmal sein wird und dann die Realität, die ganz anders aussieht. Das alles wurde unaufgeregt erzählt, ohne großes Drama. Deshalb hat es mich so sehr berührt. Man hat richtig gemerkt, wie belastend manche Situationen für die einzelnen Charaktere waren, auch wenn nach außen gar nicht so viel passiert ist. Ein riesiges Kompliment geht auch an Rebecca Veil. Sie hat das Hörbuch unglaublich angenehm und einfühlsam eingesprochen. Durch ihre Stimme konnte ich mich richtig in die Stimmung hineinversetzen und hatte das Gefühl, das Innenleben und die Beweggründe der Charaktere noch besser zu verstehen. Ich glaube, dass jeder aus dieser Geschichte etwas anderes mitnimmt. Ich habe mich in vielen Gedanken und Gefühlen wieder gefunden und kann es wärmstens empfehlen.
Vielen Dank an den Argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Ich habe heute spontan zum Buch gegriffen und konnte es kaum aus der Hand legen.
Es geht um Freundschaften in den Dreißigern. Darum, dass jede plötzlich in ihrer eigenen Lebensrealität steckt, man sich seltener sieht und sich Beziehungen verändern. Das konnte ich total nachempfinden. Gerade deshalb hat sich das Buch für mich unglaublich ehrlich und realistisch angefühlt. Nichts wirkte künstlich oder überzogen, sondern einfach sehr nah am echten Leben.
Nebenbei geht es u.a. auch um Themen wie Mutterschaft, Kinderwunsch, Mental Load, Partnerschaft und die Frage, wie man sich selbst dabei nicht verliert.
Ich habe so so so so mitgefühlt! Die Lebensrealität von Frauen, Freundinnen, am Anfang ihrer 30er wird so unaufgeregt und echt beschrieben. Ich musste sofort meine Freundinnen anrufen und sie alle drücken, weil ich jede einzelne von ihnen auf gewisse Art & Weise im Buch wiedergefunden und sie dank Jette Kötschau tiefer verstehen konnte.
2,5 Sterne. Es ist nicht schlecht, aber es fesselt mich auch nicht. Die Geschichte ist sehr vorhersehbar..Ich habe andere Bücher auf dem Nachttisch liegen, die ich lieber lesen möchte.
Jette Kötschaus Roman zeichnet ein wunderbar empathisches und feinfühliges Porträt von verschiedenen Lebensrealitäten von Frauen in ihren Dreißigern. Während ähnliche Bücher eher mal ins klischeehafte abdriften, bleiben ihre Protagonistinnen glaubwürdig, vielschichtig und unperfekt. Als Großstadtbewohnerin Mitte dreißig habe ich vieles wiedererkannt, was ich aus meinem eigenen Umfeld kenne und bin tief beeindruckt von der Art und Weise wie die Autorin es schafft, die vielen Facetten dieses Lebensabschnitts einzufangen. Ich hab das Buch innerhalb eines Tages verschlungen und bin fast ein bisschen wehmütig, dass ich mich jetzt schon von Henri, Katharina und Merle verabschieden muss.
Was passiert mit Freundschaften, wenn das Leben plötzlich nicht mehr nach denselben Regeln funktioniert? Wenn aus spontanen Treffen Terminabsprachen werden, aus gemeinsamen Zukunftsvorstellungen unterschiedliche Lebensentwürfe und aus der vertrauten Nähe der Jugend eine vorsichtige Distanz? Genau diesen Fragen widmet sich Jette Kötschau in ihrem Debütroman "Dabei waren wir uns immer so nah" (erschienen im Juli 2026 bei Rowohlt).
Worum gehts?
Henri, Merle und Katharina waren überzeugt, dass ihre Freundschaft selbstverständlich und dauerhaft sein würde. Doch mit Anfang dreißig stehen sie an sehr unterschiedlichen Punkten: Während Henri ihren Traum vom eigenen Kino verfolgt und ihr Leben frei und ungebunden gestaltet, ist Merle durch Mutterschaft und Care-Arbeit in einem völlig neuen Alltag angekommen. Katharina wiederum hinterfragt nach zehn Jahren Beziehung ihre Partnerschaft und ihren bisherigen Lebensweg. Der Roman erzählt nicht nur von einer Freundschaft, sondern auch davon, wie gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Entscheidungen beeinflussen, wer wir werden.
Meine Meinung
Ein Highlight für mich war definitiv die Perspektive oder besser gesagt die Perspektiven: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Freundinnen erzählt. Dadurch entsteht kein einseitiges Bild, sondern ein vielschichtiges Porträt dreier Frauen, die jeweils mit ihren eigenen Herausforderungen kämpfen. Kötschau zeigt, dass Distanz in Freundschaften nicht unbedingt bedeutet, dass die Verbindung verschwunden ist; manchmal entstehen Brüche gerade dort, wo Menschen sich eigentlich am nächsten sind, aber sich aus versch. Gründen in Stilschweigen hüllen.
Am meisten anfangen konnte ich mit Merles Perspektive. Auch ohne eigene Kinder wurden die Konflikt rund um Mutterschaft, Identität und Mental Load von der Autorin sehr gut nachvollziehbar herausgearbeitet. Grad auch das Thema unsichtbare Arbeit, die häufig und vor allem wenn erst einmal Kinder da sind, weiterhin bei Frauen landet, hat viel Platz bekommen. "Dass sie etwas sagen musste, dass sie sich freinehmen musste, während er die ganze Zeit freihatte und das Babysitten eine Ausnahme war.“ (S. 40) Diese (Merles) Beobachtung trifft einen zentralen Konflikt des Romans: Nicht fehlende Liebe ist oftmals das Problem, sondern unterschiedliche Vorstellungen davon, was selbstverständlich ist.
Auch die Veränderung der Freundschaft selbst wird feinfühlig dargestellt. Besonders schön ist die Beschreibung der früheren körperlichen Nähe zwischen den Freundinnen und wie diese durch neue Lebensphasen verloren geht: „Nun hatte sich plötzlich das Erwachsensein zwischen sie geschoben, die langjährigen Beziehungen, das Kind, Henris viele Dates.“ (S. 50) Der Roman findet darin einen sehr nachvollziehbaren Gedanken: Freundschaften verändern sich nicht nur durch Konflikte, sondern auch durch Umstände. Oft fehlt es nicht an der Zuneigung, sondern an Raum, in dem sie stattfinden kann.
Trotz dieser spannenden Themen konnte mich der Roman mich emotional iwie nicht vollständig erreichen. Ich habe ihn grundsätzlich gerne gelesen, denn die Geschichte liest sich leicht und die Figurenkonstellation bietet viele interessante Ansatzpunkte. Gleichzeitig habe ich mich mit keiner der drei Protagonistinnen wirklich identifizieren können. Gerade der zentrale Konflikt (warum die Freundinnen so lange brauchen, um endlich miteinander ins Gespräch zu kommen) bleibt für mich etwas schwer nachvollziehbar.
Sprachlich ist das Buch angenehm geschrieben. Kötschau erzählt ruhig und zugänglich und schafft viele treffende Beobachtungen. Dennoch hat mir auch hier iwie das besondere Etwas gefehlt, damit der Roman über die bloße Geschichte hinaus nachhaltig im Gedächtnis bleiben würde.
Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen weiblichen Lebensentwürfen macht das Buch aber dennoch lesenswert. Henri steht für einen selbstbestimmten Weg ohne klassische Familienplanung, Merle für die Herausforderungen von Mutterschaft und Care-Arbeit, Katharina für die Unsicherheit, wenn ein bisher festgelegtes Leben plötzlich nicht mehr passend erscheint. Der Roman zeigt dabei keine „richtige“ Lebensentscheidung, sondern wie schwierig es sein kann, die eigene Identität innerhalb gesellschaftlicher Erwartungen zu bewahren.
Fazit
"Dabei waren wir uns immer so nah" ist ein zugänglicher Roman über Freundschaft, Veränderung und die Frage, wie viel Nähe verschiedene Lebenswege aushalten können. Besonders gelungen finde ich sind die Beobachtungen rund um Mutterschaft, Mental Load und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen. Gleichzeitig fehlte mir sowohl das Identifikationspotenzial mit den Figuren als auch die sprachliche Besonderheit. Ein schönes Buch für Leser:innen, die Geschichten über Freundschaften im Erwachsenenalter und aktuelle feministische Themen mögen. Für mich war es eine angenehme Lektüre mit einigen starken Gedanken und markierten Stellen. Danke an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
Es gibt Bücher, die einen mit großen Wendungen oder viel Spannung fesseln. Und dann gibt es Bücher wie dieses, die mit ihrer Ehrlichkeit, ihren Figuren und ihren Emotionen berühren. Genau das ist in diesem Debütroman von Jette Kötschau gelungen.
Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an begeistert. Er ist angenehm leicht, flüssig und gleichzeitig unglaublich einfühlsam. Die Autorin findet genau die richtigen Worte für all die Gefühle, die zwischen den Zeilen mitschwingen. Sie braucht keine übertriebenen Dramen oder spektakulären Ereignisse, um zu berühren. Vielmehr sind es die leisen Momente, die ehrlichen Gespräche und die kleinen Gesten, die diese Geschichte so besonders machen.
Die Freundschaft der drei Frauen fühlt sich dabei erschreckend echt an. Ihre Gespräche, Missverständnisse, unausgesprochenen Erwartungen und die unterschiedlichen Lebenswege könnten genauso im eigenen Freundeskreis stattfinden. Immer wieder gab es Situationen oder Konversationen, in denen ich mich selbst oder Menschen aus meinem Umfeld wiedergefunden habe. Gerade diese Authentizität hat dafür gesorgt, dass mich das Buch emotional so mitgenommen hat. Ich selber bin Anfang 30 und kenne solche Situationen sehr gut. Man hat unterschiedliche Erwartungen an das Leben und manchmal passen diese einfach nicht mit denen der Freunde zusammen. Mit manchen findet man einen Mittelweg, bei anderen trennen sich die Wege leider.
Man liest diese Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits schenkt sie viele schöne, warme Momente und erinnert daran, wie wertvoll tiefe Freundschaften sind. Andererseits zeigt sie aber auch, wie schmerzhaft es sein kann, wenn sich Menschen trotz großer Verbundenheit auseinanderleben. Nicht, weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil das Leben unterschiedliche Wege bereithält und jeder eigene Ziele, Wünsche und Prioritäten entwickelt. Diese Erkenntnis tut beim Lesen manchmal richtig weh, weil sie so nah an der Realität ist.
Auch die Figuren haben mich vollkommen überzeugt. Keine von ihnen ist perfekt, jede bringt ihre eigenen Stärken, Schwächen und Zweifel mit. Gerade deshalb wirken sie so lebendig und nahbar. Man versteht ihre Entscheidungen, leidet mit ihnen und wünscht sich immer wieder, dass sie einen Weg zueinander finden.
Trotz der emotionalen Themen lässt sich das Buch unglaublich angenehm lesen. Die ruhige Erzählweise passt perfekt zur Geschichte und gibt den Figuren und ihren Entwicklungen den Raum, den sie brauchen. Wer allerdings viele dramatische Wendungen oder ein hohes Erzähltempo erwartet, sollte wissen, dass dieses Buch seine Stärke nicht in der Spannung, sondern in seinen Figuren, den zwischenmenschlichen Beziehungen und den leisen Zwischentönen hat. Für mich hat genau das den besonderen Reiz ausgemacht.
Dieses Buch hat mich zum Lächeln gebracht, mich nachdenklich gemacht und an manchen Stellen auch traurig gestimmt. Vor allem aber hat es mich daran erinnert, wie wertvoll Freundschaften sind und wie sehr sie sich mit uns verändern können. Eine wunderschöne, ehrliche und emotionale Geschichte, die noch lange nachhallt und die ich jedem ans Herz legen möchte, der Geschichten über echte Menschen und echte Gefühle liebt.
Die drei Frauen Merle, Katharina und Henri waren im Studium unzertrennlich. Doch nun übernimmt der Alltag: Merle hat ein Baby bekommen, Henri will ein eigenes Kino eröffnen und Katharina hadert mit ihrer Beziehung und was eine Trennung mit Anfang 30 für sie bedeutet. Sie alle haben nun unterschiedliche Themen und Lebensschwerpunkte und Jette Kötschau schreibt darüber, wie sich Freundschaften in den Dreißigern verändern.
Dieses Buch passt gerade hervorragend in meine Lebensrealität, denn auch ich bin Anfang 30 und merke natürlich, wie sich die Schwerpunkte im Freundeskreis verschieben. Am meisten hat mich Merles Perspektive angesprochen, denn diese Einsamkeit zu Beginn der Mutterschaft hatte mich damals auch umgehauen. Wie man die Rückkehr des Partners von der Arbeit herbeisehnt und nachts neidisch ist, weil man stillen muss und sich nicht einfach weg drehen kann. Wie man pausenlos mit dem Baby beschäftigt ist, alles mögliche googlet und sich so sehr auf dieses Wesen konzentriert, dass man sich selbst gar nicht mehr spürt und sofort Leere und das Gefühl des Wartens verspürt, wenn das Kind denn dann mal schläft. Aber auch der Stolz und die Freude, die man beim bloßen Anblick des Kindes empfindet. Diese komplementären Gefühle und die Zeit der Umstellung hat Jette Kötschau einfach wunderbar eingefangen und in Worte gepackt und das ist wahrlich keine leichte Aufgabe!
Auch mit Katharina konnte ich sehr mitfiebern. Ihre Kapitel stellen mehr in den Vordergrund, wie ihre schon sehr lange bestehende Beziehung ihr Leben beeinflusst und vielleicht auch bremst. Die Fragen danach, was sie wirklich will, wo sie sich in ein paar Jahren sieht und vor allem, wie sie dort hinkommt, beschäftigen sie tagtäglich.
Henri ist wieder ein Gegenentwurf. Sie ist sich vollkommen klar darüber, was sie gerne möchte, nämlich: Ein eigenes Kino eröffnen! Doch auch das ist gar nicht so einfach, von der Immobiliensuche in Köln bis zur Finanzierung steht sie vor einigen Aufgaben. Als dann auch noch ihre Großmutter stirbt und sie sich mit ihrer Familie bzw. vor allem ihrer Mutter auseinandersetzen muss, werden wieder einige neue Aspekte in die Story eingebracht, die noch einmal zeigen, wie unterschiedlich das Leben von ähnlich alten und sozialisierten Frauen sein kann.
Gerade das fand ich sehr gut umgesetzt. Natürlich kann man mit drei Perspektiven keinen Rundumblick schaffen, doch ich empfand alle als sehr authentisch. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, auch wenn man das nicht immer auf den ersten Blick vermutet.
Das Buch dreht sich aber nicht nur um die einzelnen Themen der drei Frauen, sondern vor allem um deren Freundschaft. Die drei verlieren sich ein wenig aus den Augen, denn gerade das Kinderthema ordnet die Beziehung der Frauen nochmal neu. Letztlich ist das Buch aber ein Plädoyer für Verständnis, Zuhören, Präsent sein. Und ein super Anstoß dazu, eigene Freunde oder Bekannte doch mal wieder anzurufen oder anzuschreiben.
Den Schreibstil empfand ich als flott und modern, aber mit detaillierten Beobachtungen, durch die man sich sehr gut die Atmosphäre und die Gefühle der Figuren vorstellen kann. Mit allen Figuren geht die Autorin sehr einfühlsam um. Teilweise brauchte ich ein paar Kapitel, um mit Katharina und Henri warm zu werden, vielleicht kam mir das aber auch nur so vor, weil Merles Perpsektive mir von Anfang an aus der Seele gesprochen hat. Insgesamt ein ganz tolles Buch, gerade für Millenial-Frauen!
„Dabei waren wir uns immer so nah“ von Jette Kötschau, erschienen bei Rowohlt Polaris, hat mich sooo berührt! Endlich ein Roman, der eine der sensibelsten Phasen im Leben junger Frauen thematisiert: wenn die erste aus dem Freundinnenkreis schwanger wird. Wie sich das anfühlt für die Freundinnen, die keine Kinder bekommen wollen - oder für die, die sich verzweifelt ein Kind wünschen, aber alleine mit diesem Wunsch sind. Wie sich Partnerschaften verändern, mit dem ersten Kind - und wie alleine man sich fühlen kann, wenn man all das zum ersten Mal erlebt und das Gefühl hat, diese Erfahrungen mit niemandem teilen zu können. In „Dabei waren wir uns immer so nah“ geht es um die Freundinnen Henri, Merle und Katharina, die zu Studienzeiten ein unzertrennliches Trio waren. Doch dann bekommt Merle als erste ein Kind und alles ändert sich: nicht nur kann sie selbst nicht ihrer inneren Vorstellung einer „glücklichen Mutter“ entsprechen, auch ihre Freundinnen sind plötzlich nicht mehr für sie da. Katharina hat selbst einen starken Kinderwunsch, aber ihr langjähriger Partner möchte das Thema noch vor sich herschieben. Und Henri hat ganz andere Probleme: ihre Oma, der geliebteste Mensch ihrer eher kaputten Kindheit, liegt im Sterben und sie muss mit diesem Verlust klarkommen, während sie das Gefühl hat, nie wieder Anschluss an ihre besten Freundinnen zu bekommen, weil sie selbst absolut sicher ist, niemals Kinder bekommen zu wollen. Jede der drei Frauen ist also tief in ihre eigenen Probleme und Gefühle verstrickt, während ihnen unabhängig voneinander immer klarer wird, wie sehr sie sich gerade brauchen und vermissen. Aber wie soll man sich wieder aufeinander zubewegen, wenn man sich in so kurzer Zeit so weit voneinander wegbewegt hat? Jette Kötschau behandelt in diesem Roman so wichtige Themen, die viel zu selten besprochen werden: die Einsamkeit junger Mütter, die Gefahr, trotz aller guten Vorsätze doch in alte Rollenbilder gepresst zu werden, Kinderwunsch, langjährige Beziehungen und Trauer. Und das alles mit so viel Feingefühl und Liebe! Ganz große Empfehlung!!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert. Es ist so realistisch geschrieben, dass sich die Geschichte unglaublich authentisch angefühlt hat. Nichts wirkte überzogen oder kitschig, stattdessen hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, genau so könnte es im echten Leben passieren.
Besonders gut gefallen haben mir die drei verschiedenen Perspektiven. Ich bin damit richtig gut zurechtgekommen und fand jede einzelne Sichtweise spannend und nachvollziehbar. Vor allem die Kapitel aus der Sicht von Merle und Katharina haben mich besonders berührt. Ihre Gedanken, Gefühle und Reaktionen waren so glaubwürdig und nahbar beschrieben, dass sie für mich das absolute Highlight des Buches waren.
Gerade durch die unterschiedlichen Blickwinkel bekommt die Geschichte eine besondere Tiefe und zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Menschen dieselben Situationen erleben und verarbeiten.
Auch die Enden der drei Protagonist:innen haben mir richtig gut gefallen. Jede Figur bekommt auf ihre eigene Weise eine Art Happy End, keines davon ist perfekt, sondern einfach realistisch und so, wie es zu den Charakteren und zur Geschichte passt. Das hat das Buch für mich wunderbar abgerundet.
Für mich ist dieses Buch vor allem wegen seines starken Themas Freundschaft so besonders. Es zeigt auf eine ehrliche und feinfühlige Weise, wie komplex Beziehungen sein können und wie schnell Missverständnisse entstehen. Genau diese Nähe zur Realität hat mich so überzeugt.
Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen. Es ist unglaublich stark geschrieben, emotional, authentisch und einfach ganz nah am echten Leben. Für mich definitiv eine klare Leseempfehlung.
“Dann suchte sie eben weiter nach der Liebe. Aber was sie nicht mehr suchen musste, waren Freundinnen.”
Das Debüt von Jette Kötschau hat mir richtig gut gefallen. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. In “Dabei waren wir uns immer so nah” geht es um die drei Freundinnen Henri, Katharina und Merle, die in ihren Dreißigern sind. Die drei leben in sehr verschiedenen Lebensrealitäten: Während Merle ein Kind mit ihrem Partner hat und Katharina ihren Kinderwunsch verfolgt, hat Henri ein Date nach dem anderen und ist sich sehr sicher, dass sie niemals Kinder haben will.
Es ist ein Buch über Freundschaft, Feminismus, Neuanfänge und Realisationen. Dabei stehen die Frauenfiguren stark im Vordergrund. Wer eine Geschichte mit vielen Spannungen und Plotwist erwartet, wird von diesem Buch wahrscheinlich nicht begeistert sein. Die Autorin erzählt vielmehr unaufgeregt, wie die drei Protagonisten mit ihren Gefühlen, Gedanken und Problemen umgehen und wie sie sich dabei unterstützen. Es geht viel um das Thema Kinder, jedoch ohne das es (für mich persönlich) gezwungen wirkt, aber beispielsweise auch um den Verlust eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Neuanfänge und Herausforderungen.
Die Geschichte der drei Frauen eröffnet ganz verschiedene und ganz vielseitige Perspektiven und Blickwinkel auf das Leben. Deshalb kann ich auch nur empfehlen die Geschichte zu lesen. Ich denke jede Frau, die das Buch ließt, wird sich in gewissen Aspekten und in verschiedenen Figuren wiedererkennen - sei es in Henri, Katharina oder Merle.
Sanft und zärtlich! - Dieses Buch erzählt eine Geschichte, die wahrscheinlich fast jede und jeder kennt. Man wächst gemeinsam auf, wird zusammen erwachsen und teilt einen wichtigen Abschnitt seines Lebens. Und dann verliert man sich irgendwann. Nicht durch einen großen Streit oder einen einzigen Moment, sondern ganz langsam. Irgendwann merkt man, dass die Nähe fehlt, und fragt sich, wann das eigentlich passiert ist. Erst wenn man genauer hinsieht, erkennt man all die kleinen Veränderungen, die dazu geführt haben.
Genau das hat mich an diesem Buch so berührt. Es zeigt, wie wichtig Freundschaften für unser Leben sind und dass sie genauso viel Aufmerksamkeit und Pflege brauchen wie eine romantische Beziehung. Oft bemerkt man erst viel später, dass man sich längst voneinander entfernt hat.
Merle, Katharina und Henry sind so lebendig geschrieben, dass man sich ganz auf ihre Gedanken und Gefühle einlassen kann. Ich konnte ihre Entscheidungen nachvollziehen, mit ihnen mitfühlen und habe mich in manchen Momenten sogar selbst wiedererkannt.
Besonders schön ist die Sprache. Sie ist poetisch und bildhaft, ohne gekünstelt zu wirken, und macht es leicht, tief in die Welt der Figuren einzutauchen. Viele Szenen haben eine besondere Atmosphäre und bleiben noch lange im Gedächtnis.
Für mich ist dieses Buch die perfekte Sommerlektüre. Es liest sich leicht, regt aber gleichzeitig zum Nachdenken an. Ein einfühlsamer Roman über Freundschaft, das Erwachsenwerden und die Erkenntnis, dass die wichtigsten Beziehungen manchmal ganz leise auseinandergehen.
Drei Freundinnen. Drei Existenzen. Eine Verbundenheit. In „Dabei waren wir uns immer so nah“ geht es um mehr als Freundschaft.
Henri, Merle und Katharina wollten für immer befreundet bleiben. Doch zwischen Baby und Baustelle, Kino und Partys, Beziehung und Job wir es schwierig, gemeinsam Zeit zu verbringen…
Was habe ich mich amüsiert! Jana Kötschau versteht es, Alltagsszenen humorvoll zu erzählen. Ein Treffen mit Baby? Kein Thema- Pump Milch ab und nimm das Kleine mit. Ein eigenes Kino? Kein Problem- misch dich einfach bei der Party unter die Investoren. Du zweifelst an deiner Beziehung? Vermutlich bist du alleine besser dran. Entsprechend wählt Kötschau eine alltägliche, aber dennoch unterhaltsame Sprache. Dabei sticht heraus, wie die Protagonistinnen in Monologen ihre Bedenken äußern und üben, sich von Zwängen zu befreien.
Die Protagonistinnen gefallen mir sehr. Sie vertreten verschiedene Stereotype, die im Alltag regelmäßig auftreten: die vernetzte Unternehmerin, die Frau, die ein Kind möchte, aber nicht kriegt, sowie die überlastete Mutter ohne Rückendeckung vom Partner. Alle haben ihre Konflikte, die sie nach und nach kommunizieren. Ich finde gerade die Entwicklungen und die Reaktionen von den Freundinnen bzw. Partnern gelungen dargestellt.
Insgesamt ist es ein unterhaltsames Buch, das zeigt, wie vielseitig Freundschaft sein kann und wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. Fünf Sterne von mir.
“Dabei waren wir uns immer so nah” von Jette Kötschau handelt von den drei Freundinnen Katharina, Henri und Merle. Merle hat gerade ein Kind bekommen und kämpft mit ihrer Mutterrolle und Ehe, während Katharina einen heimlichen unerfüllten Kinderwunsch und einen Partner hat, der keine Kinder möchte. Henri hingegen möchte kinderfrei bleiben und träumt vom eigenen Kino, während ihre Großmutter, ihre Hauptbezugsperson, im Sterben liegt. Die unterschiedlichen Herausforderungen ihrer Leben haben die drei auseinander getrieben, während sie sich eigentlich nur wieder nach der früheren Nähe und Vertrautheit sehnen.
Der Autorin ist es gelungen, alle drei Lebensläufe gesondert, behutsam und nachvollziehbar zu entwerfen, sodass man sich in jede der drei hinein fühlen und ihre Ängste und Nöte nachempfinden kann. Auch das Thema “gesellschaftliche Erwartungen an und Rollen von Frauen” wird toll auseinander genommen. Besonders berührend fand ich den Schluss, der die Freundinnenschaft und weiblichen Zusammenhalt in den Fokus gerückt hat. Hier hat mir die Lesung durch Rebecca Veil extrem gut gefallen und mich sehr berührt. Dieses Buch ist eines meiner Monatshighlights und sticht durch die toleln Frauenfiguren aus der Masse heraus.
*Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Mit ihrem Debütroman „Dabei waren wir uns immer so nah“ wirft Jette Kötschau eine Frage auf, die uns wohl alle mehr oder weniger, nicht nur aber vermutlich besonders, in den Dreißigern beschäftigt: Wie können Freundschaften konserviert werden, wenn wir durch unterschiedliche Lebensrealitäten auseinander driften zu drohen?
Mit Merle, Katharina und Henri zeichnet Jette Kötschau drei authentische Protagonistinnen, aus deren jeweiliger Sicht in abwechselnden Kapiteln die Welt betrachtet wird. Jede trägt ihre eigenen inneren Konflikte aus, die vor allem Themen wie Mutterschaft und Identität, Verlust und Trauer sowie Entfremdung und Trennung betreffen. (Hinweis: Hinsichtlich des Themas Tod durch Krebserkrankung hätte ich mir eine Triggerwarnung zu Beginn des Buches gewünscht.) Der einfühlsame und nahbare Schreibstil ermöglicht ein müheloses Einlassen auf die unterschiedlichen Innenwelten der Frauen, sodass ein angenehmer Lesefluss entstehen kann.
Es handelt sich um einen leisen, unaufgeregten Roman, der ein wichtiges und viel zu wenig besprochenes Thema aufgreift, dabei ohne dramatische Wendungen auskommt und stattdessen durch seine feinen Beobachtungen besticht. Ich spreche eine solide Leseempfehlung aus.
Zum Inhalt: Die Freundinnen Henri, Merle und Katharina konnten sich nie vorstellen, dass sich an ihren Freundschaft etwas ändern würde, doch da ihr Alltag sie immer mehr in Anspruch nimmt, finden sie immer weniger Gelegenheiten sich zu sehen und auch die Gemeinsamkeiten wurden deutlich weniger. Doch die Sehnsucht nach der früheren Leichtigkeit und Nähe ist nach wie vor da. Meine Meinung: Nach und nach erfährt man im Buch, wie die Leben der einzelnen Frauen verlaufen sind, dabei ist jeweils einer im Wechsel ein Kapitel gewidmet. Manche der Themen kommen einem schon bekannt vor, wie das Leben einem die Zeit nimmt, sich um das ein oder andere zu kümmern. Aber auch wie schnell Missverständnisse einen auseinandertreiben, obwohl man einfach nur mal sprechen müssen. Die Geschichte fühlte sich sehr authentisch und nachvollziehbar an, denn vermutlich hat jeder diese Situationen schon mal erlebt. Und was das Buch auch sehr deutlich macht, ist wie wichtig Freundschaften sind und das man vielleicht einfach mal den Telefonhörer trotz allem einfach mal in die Hand nehmen sollte. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch recht gelesen fand. Fazit: Macht nachdenklich
Merle, Kathi und Henri waren zu Uni-Zeiten noch unzertrennlich und haben alles geteilt. Doch jetzt, Jahre später, angekommen im Erwachsenenleben ist von dieser innigen Freundschaft nicht mehr so viel übrig. Sie haben nur hin und wieder Kontakt und sehen sie noch seltener. Und doch vermissen sie einander und diese besondere Freundschaft, die da zwischen ihnen war.
Alle drei Frauen führen recht unterschiedliche Leben und haben sich auch dadurch voneinander entfernt. Sie müssen mit eigenen Problemen und Veränderungen klarkommen und merken, wie wichtig diese Freundschaft für sie war.
Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben und man erhält somit gleichermaßen Einblick in den Alltag von Merle, Kathi und Henri und in ihre Probleme.
Eine emotionale und nachdenkliche Geschichte über die Bedeutung von Freundschaft, die mich überrascht hat. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen und es hat mir besser gefallen, als ich anfangs noch erwartet hatte. Eine realistische, gefühlvolle und ehrliche Erzählung darüber, was es heißt, Platz zu machen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Henri, Merle und Katharina "Dabei waren wir uns immer so nah" ist ein ganz wunderbares Debüt, das von den drei Freundinnen Henri, Katharina und Merle handelt und das Ändern deren Freundschaft in den Zwanzigern beleuchtet. Gleichzeitig beschreibt es so wunderschön realistisch die jeweilige Suche der Freundinnen nach individuellem Glück, Liebe und Sinn in deren Leben. Die drei führen ganz unterschiedliche Leben - Katharina ist in einer eingeschlafenen Langzeitbeziehung mit Ole und wünscht sich nichts sehnlichster als ein Kind, Merle ist frisch Mutter geworden und fühlt sich von ihrem Mann Flo alleingelassen und nicht verstanden, Henri betrauert das Ableben ihrer Oma Herta und will endlich ihr eigenes Kino eröffnen. Durch den unterschiedlichen Alltag der drei hat sich auch die Freundschaft verändert und alle trauern den früheren Zeiten hinterher. Sie müssen sich der Frage stellen, was und welche Personen und Beziehungen im Leben wirklich die wichtigen sind und den Mut haben, aufeinander zuzugehen und für sich einzustehen. Große Empfehlung!
Dabei waren wir uns immer so nah ist der Debütroman von Jette Kötschau, in der sie über die Freundschaft von drei Frauen schreibt. Katharina, Merle und Henri haben viel gemeinsam, sind aber auch unterschiedliche Charaktere. Für Merle, zum Beispiel, zählt ihr Dasein als junge Mutter im Moment am meisten, Katharina hat Probleme in der langjährigen Beziehung mit ihrem Freund Ole. Und Henri ist die extrovertierteste unter ihnen. Die Autorin setzt auf ein undramatisches Erzählen und thematisiert die alltäglichen Schwierigkeiten, die die Frauen haben, ohne Übertreibungen und ohne Pathos. Ihr Schreibstil ist dabei einfach und direkt gehalten. Es fehlt dabei aber leider auch an Raffinesse. Auch hatte ich erwartet, dass die Brüche in den Freundschaften mehr gezeigt werden. Streckenweise fehlt es an Spannung. Vielleicht gewinnt das Buch, wenn man sich mit den Figuren identifizieren kann.
Freundschaften, die die Studienzeit prägen und sich wie eine Familie anfühlen - aber wie steht es um diese Freundschaften, wenn das Studium vorbei ist und sich die Lebensentwürfe plötzlich stark voneinander unterscheiden? Genau diese Thematik greift "Dabei waren wir uns immer so nah" ehrlich und emotional auf. Wie sich das Leben im Berufs-, Beziehungs- und Familienalltag ändert und wie wichtig dennoch enge Freundschaften sind, steht dabei im Mittelpunkt der Erzählung; begleitet von ganz viel Schmerz, Selbstfindung und Liebe. Der Roman liest sich wie ein ehrliches Gespräch, ein Gedankenexperiment, die Schilderung alltäglicher Probleme. Auch wenn mich der Roman sicherlich auch deshalb berührt, weil ich mich selbst in einer Umbruchphase befinde und Treffen nur noch über Terminumfragen planen kann, überzeugt die Erzählung vor allem durch ihre realistischen Lebensentwürfe und Figuren, die schnell ins Herz geschlossen werden können.
Ich hab das Buch wirklich durchgesuchtet und jetzt bin ich ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist… Im Mittelpunkt stehen drei Freundinnen Anfang dreißig, die an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben stehen. Henri träumt von einem eigenen Kino, Merle kämpft mit den Herausforderungen des Familienlebens und Katharina fragt sich, ob ihre langjährige Beziehung noch die Zukunft hat, die sie sich immer vorgestellt hat. Die Geschichte wird aus allen drei Perspektiven erzählt, wodurch ich jede der Frauen verstehen und mich in ihren Gedanken und Sorgen wiederfinden konnte. Es geht um Freundschaft, Liebe, Familienplanung, Selbstverwirklichung und die Frage, wie sich Beziehungen verändern, wenn das Leben plötzlich in unterschiedliche Richtungen führt.
Ein warmherziger, ehrlicher Roman mit Figuren, die sich echt anfühlen und einem noch lange im Kopf bleiben.⭐️🫶🏼
Der Roman hat mich wirklich überrascht. Mich hatte das Cover schon immer wieder sehr angesprochen, aber der Plot eigentlich weniger, dann gab es das Hörbuch jedoch auf NetGalley und ich gab dem Buch eine Chance. Das war eine wirklich gute Idee, denn es hat mir sehr gefallen. Es war viel tiefsinniger, als ich es erwartet hatte. Die Charaktere hatten auch sehr viel Tiefe und nachvollziehbare Probleme und Gedanken. Es traf genau die Themen, die meine Generation beschäftigen und machte es für mich damit umso näher. Die Frage nach dem Kinderwunsch, wie sich Freundinnenschaften im Laufe der Zeit verändern und was diese Themen auch mit Beziehungen machen. Das Buch feiert Frauen. Frauen, die für einander da sind, egal was das Leben so bringt. Ich bin wirklich froh, dass ich mich in dem Fall vom Cover habe überzeugen lassen und kann das Buch nur jeder weiterempfehlen.
Zwar keine neue Geschichte (Frauen Anfang 30, Freundschaften verändern sich, Missverständnisse, unterschiedliche Lebenswege). Trotzdem hat mich das Buch überzeugt, weil es so nahbar, ehrlich und unaufgeregt erzählt ist. Die Figuren wirken echt, die Dynamik zwischen ihnen ist nachvollziehbar, und der Schreibstil ist warm und angenehm. Keine große Überraschung, aber ein Buch, das ich sehr gern gelesen habe.
Eine Geschichte über 3 Frauen, die dem Leben und Wünschen auf die Spur gehen. Tod und Trauer, Babywunsch und Beziehung zum Partner sind hier im Mittelpunkt. Absolut ansprechend für Menschen ab 30 Jahren. Das Leben und die Verstrickungen einer 3er Clique. Super!
tolles, nahbares buch über freundschaft im wandel. wie schwer es sein kann, den kontakt in unterschiedlichen lebenssituationen zu halten, aber wie wichtig es auch ist, menschen um einen herum zu haben, denen man vertraut und die einen in allen momenten begleiten.