Die bewegenden Erinnerungen von Bestsellerautorin Tupoka »Selten liest man Texte, die mit so offenem, ehrlichem Herzen geschrieben sind ...« Alice Hasters
»So beginnt meine Geschichte. Als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes. Zwischen Sange, Südtansania, und Gera, Thüringen. Zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur.« Tupoka Ogette schreibt von der Suche nach Zugehörigkeit, vom Leben im Widerspruch, im Dazwischen. Sie erzählt vom Aufwachsen als Schwarzes Kind in der DDR, von Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt – aber auch von Liebe, Mutterschaft, Resilienz und Selbstermächtigung. Von Freundschaften, die sie schließt, und solchen, die sie verliert. Vom Neuanfang in der BRD. Und davon, die Ruhe im Sturm zu finden.»Selten liest man Texte, die mit so offenem, ehrlichem Herzen geschrieben sind. Tupoka Ogette erzählt von Leben und Überleben in Deutschland. Von Kampf und Triumph. Von Verzweiflung und Hoffnung. Eine Masterclass darin, was Gleichzeitigkeit bedeutet.« Alice Hasters»Dieses Buch ist die Erzählung, ohne die die Geschichte der deutschen Vereinigung nicht vollständig ist.« Daniel Schulz
Tupoka Ogette ist Trainerin und Beraterin für Rassismuskritik und Antirassismus im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie Unternehmen, Organisationen und Verbände mit individuellen Workshops, Vorträgen und Beratungen auf ihrem rassismuskritischen Weg. Tupoka Ogette und ihr Team konnten in den letzten Jahren mit rund 1000 Veranstaltungen in über 300 Institutionen schon mehr als 10.000 Menschen erreichen.
Tupoka Ogette berührt mit ihrem Memoir ganz viel in mir. Es ist ein so verletzliches und ehrliches Werk, das ich kaum aus der Hand legen konnte, aber manchmal musste, um durchzuatmen oder nach einem Taschentuch zu greifen. Ich bin dankbar, etwas so Persönliches lesen zu dürfen. Ich fand die Autorin schon immer sehr inspirierend, dieses Buch hat das nur verstärkt und allem so viel mehr Ebenen dazugegeben.
Zwischen zwei Welten aufzuwachsen klingt nach Abenteuer. In „Trotzdem zuhause“ von Tupoka Ogette aus dem Penguin Verlag fühlt es sich allerdings erst mal nach Dauerregen an – mit kurzen Sonnenstrahlen, die umso heller brennen.
Hier steht kein glattgebügelter Lebenslauf, sondern ein echtes Leben. Tochter einer weißen Mutter und eines Schwarzen Vaters. Südtansania und Thüringen. Koloniale Geschichte und DDR. Schon beim Lesen saß ich da, Kaffee in der Hand, und dachte: Wie viel kann ein Mensch eigentlich gleichzeitig tragen? Und warum reden wir so wenig darüber?
Ogette schreibt offen, klar, ohne Pathos und genau das trifft. Rassismus, Gewalt, Sexismus, Flucht, Verlust. Keine Schock-Show, sondern ehrliches Erinnern. Und trotzdem, oder gerade deshalb, steckt so viel Kraft zwischen den Zeilen. Mutterschaft, Freundschaften, Neuanfang, diese leise, trotzige Resilienz. Dieses „Ich bin noch hier“. Und zwar ganz.
Besonders hängen geblieben ist dieses Dazwischen. Nie ganz hier, nie ganz dort und trotzdem zuhause. Dieser Widerspruch fühlt sich beim Lesen plötzlich erschreckend logisch an. Mehr als einmal habe ich das Buch kurz sinken lassen, tief durchgeatmet und gemerkt, wie viel eigene Bequemlichkeit da gerade wackelt.
Kein leichtes Buch. Aber ein verdammt wichtiges. Für alle, die verstehen wollen, wie sich deutsche Geschichte nicht nur im Schulbuch, sondern im Körper anfühlt. Fünf Sterne, weil es weh tut, weil es wärmt und weil es bleibt.
So viel Leid. So viel Dazwischen. Verschiedene Welten für dieses kleine schwarze Mädchen, das einfach nur Teil von etwas sein will.. es fühlt sich alles nie so ganz richtig an. Schlimme Erfahrungen, bei denen ich mich frage: wie kann das alles einer einzigen Person wiederfahren, noch dazu schon in Kindesalter? Und wie lässt sich das überstehen? Ich hatte oft Tränen in den Augen und frage mich immer und immer wieder, wie Menschen so grausam und gefühllos sein können. Dass sie es können, ist andererseits keine neue Erkenntnis, die Geschichte (und Gegenwart) lehrt uns diesbezüglich vielfältig. Und doch gibt Tupoka Ogettes Geschichte Hoffnung. Sie teilt tiefe Einblicke in ihre Gefühle, die Situationen, ihren Umgang damit. Sexismus und Rassismus begleiten jeden Schritt in ihrem Leben, von Tag 1 an. Und doch hat sie eine unglaubliche Energie, findet immer wieder Menschen, die ihr Kraft und halt geben, schafft es aus den schlimmsten Situationen raus. Auch wenn viel von ihr selbst dabei verlorenzugehen scheint oder zumindest lange unterdrückt wird, sie schützt sich selbst. Ich bin einerseits einfach nur traurig am Ende des Buches, kann es nicht fassen, wie viele von diesen Geschichten es in Deutschland (und letztendlich überall auf der Welt) geben muss. Ich wusste es vorher, und doch, wie dieses Buch geschrieben ist, es nimmt mich viel näher ran an diese schlimmen Erfahrungen. Manche, sexistische, Situationen kann ich extrem nachfühlen, andere, rassistisch geprägte, sind für mich als weiße Frau so fern und ich merke, wie wenig ich davon als Kind und Jugendliche überhaupt mitbekommen habe. Auf der anderen Seite finde ich es toll, wie sie sich ihren Weg gebahnt hat, was sich bis heute ergeben hat, wie sie laut geworden ist und diese totgeschwiegenen Themen raus in die Öffentlichkeit trägt. Wie sie diesen "Auftrag" ausführt, obwohl es ihn gar nicht geben sollte und erst recht nicht jemand, der so leiden musste, immer wieder erklären sollte. Und doch bin ich froh, dass sie es tut und dieser Einblick in ihr Leben, der viele persönliche Dinge ans Licht kommen lässt, macht dieses Thema (bzw Themen) hoffentlich auch für Menschen zugänglich, die sie bisher geleugnet haben.
Wie bewertet man schon ein Memoir? Den Schreibstil, den Inhalt? Ich weiß es nicht recht. Jedenfalls hat Tupoka Ogette ein unheimlich wichtiges Buch geschrieben. Sie wuchs als Tochter eines tansanischen Studenten und deutschen Studentin in der DDR auf. Ogette berichtet ehrlich, rau, emotional und extrem einleuchtend über ihre Erfahrungen als Schwarze Ostdeutsche und den Rassismus und Sexismus, den sie erfährt. Über den Verlauf des Buches beschreibt sie wie sie langsam das System des Rassismuses erkennt und beginnt zu verstehen. An vielen Stellen wurde ich wütend über das was ihr geschehen ist, ich musste innehalten und war letzendlich mit Dankbarkeit erfüllt. Dankbarkeit darüber, dass Ogette diese Erfahrungen teilt und so perönsliche Einblicke zulässt. Dankbarkeit für den Mut, den es gekostet haben muss, dieses Buch zu schreiben und auch zu veröffentlichen
Ein Großteil meiner (weißen) Familie stammt selbst aus der DDR. Mir wird oft erzählt, dass es keinen Rassismus in der DDR gibt - das ist natürlich reinste Propaganda, die meine Familie verinnerlicht hat. Ogette entlarvt diese Lügen, diese Propaganda und zeigt was es bedeutet als Schwarze Frau in Deutschland aufzuwachsen. Aber das Buch macht viel mehr als das. Es ist eine persönliche Geschichte über das Leben als "Außenseiterin", als marginalisierte Person, die versucht wird an den Rand der Gesellschaft gedrückt zu werden. Doch Ogette widersetzt sich all dem. Sie ist hier, sie schafft Raum, sie baut Brücken, vermittelt und man sollte ihr zuhören. Danke Tupoka Ogette!
Einziger Kritikpunkt: Die ChatGPT generierte Definition von "Kaleidoskop" zu Beginn des Buches. Naja, wenigstens wird sie offen als solche gekennzeichnet.
Wunderschön, lehrreich, berührend, erschütternd, ehrlich und echt. Ein Leben und Teil unserer Geschichte, der bisher zu wenig Beachtung findet, mit Offenheit und trotzdem auch viel Herz erzählt. Bei allen schrecklichen Dingen, die sie erlebt hat, bleiben Versöhnlichkeit und Zuversicht. Das brauchen wir in dieser Zeit umso mehr.
Tupoka Ogettes Arbeit lernte ich durch ihr erstes Buch „Exit Racism“ kennen. Es war der Augenöffner schlechthin: Das Buch machte mir schmerzhaft bewusst, dass man selbst mit den besten Absichten nicht frei von Mikrorassismus sein kann, wenn man in Deutschland aufgewachsen ist – und das gilt selbst dann, wenn man, wie ich, Vorfahren hat, die BIPOC oder Native American waren.
Ihr Memoir „Trotzdem zuhause“ berührt mich auf eine andere, tiefere Weise. Die Art, wie Tupoka Ogette das Gefühl beschreibt, zwischen zwei Welten zu stehen, nirgends ganz dazuzugehören, traf mich mit einer Wucht, die ich so noch nicht erlebt habe. Ich fühle mich gesehen und verstanden. Auch wenn ich eher durch von Rassismus verursachten, weitergegebenen Traumata betroffen bin. Ihre Schilderungen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch bringen noch eine weitere Ebene ins Spiel. Man kann nur erahnen, wie viel Kraft es sie gekostet haben muss, nicht aufzugeben und all das später aufzuschreiben. Ich bin zutiefst dankbar, dass Tupoka Ogette ihre Geschichte mit uns teilt.
Während „Exit Racism“ für mich ein Lehrbuch ist – eines, das meiner Meinung nach in jeder Schule unterrichtet werden sollte –, verstehe ich „Trotzdem zuhause“ als eine viszerale Erfahrung. Es macht es einem unmöglich, sich dem Verständnis für die Folgen von Rassismus und Othering zu entziehen. Etwas banal ausgedrückt: Es geht unter die Haut.
Auch dieses Buch ist für mich ein Muss. Neben der Wucht der geschilderten Erfahrungen beeindruckt mich besonders die kraftvolle, präzise und klare Sprache. Alles wird auf den Punkt gebracht, und doch bleibt zwischen den Zeilen Raum zum Atmen. Ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll, aber genau dieser Aspekt hat mich zusätzlich berührt. Es ist als ob man durch ihre Sprache ihre Kraft, die sie durch all das getragen hat, erfährt. „Trotzdem zuhause“ gehört zu dem Besten, was ich seit langem gelesen habe.
Ein unglaublich berührendes und einfühlsames Buch. Tupoka Ogette erzählt und schafft es in einer Sprache, wo man sich im Nachhinein so fühlt, als hätte man das Erzählte miterlebt. Thematisiert werden viele Diskriminierungsformen - vor allem Rassismus in Deutschland - aber auch globale Zusammenhänge.
Jede Seite geliebt und mit gelitten. Am liebsten würde ich die kleine Tupoka einmal in den Arm nehmen und ihr sagen dass sie perfekt ist. Sollte man gelesen haben (dabei Taschentücher bereithalten)! Ganz viel Liebe an dieses Buch.