Marc-Uwe Kling wurde geboren. Er studierte an der Großen Akademie von Lagado, wie man ein Haus vom Dach her nach unten baut. Er hat über seinen Mitbewohner, ein kommunistisches Känguru, drei kapitalismuskritische Bücher geschrieben, welche sich total gut verkaufen. Außerdem macht er mit seiner Band „Die Gesellschaft“ Reformhauspunk und am Ende muss wieder der Steuerzahler für alles aufkommen. Hey. Ho. Let’s go.
271 Seiten geballte Politiks- und Vermögenskritik, die ich zu einhundert Prozent unterschreibe. Jedes einzelne Wort ist so notwendig und gehört in roter Farbe an Hauswände gesprayed. Lasset die Rebellion beginnen!
Lieblingszitate: "Für alle die rebellieren. Gegen die Zustände."
"Not-To-Do-Liste: Aufgeben."
"'Und wie willst du das neue Buch nennen?', fragt das Känguru. 'Doppelt so alt – halb so cool?'"
"'It took all the strength I had not to fall apart.' – Ein Billy-Regal"
[als ein wackeliges Küchenregal kippt und Mark-Uwe dagegen stemmt, Känguru:] "'Wir müssen dagegenhalten und gleichzeitig die ganze alte Scheiße auseinandernehmen, säubern und dann besser wieder zusammenbauen.' 'Aber wie?' [...] 'Ich sage dir, wie.' Es kramt in seinem Beutel und holt einen kleinen Werkzeugkasten heraus. 'Gemeinsam.'"
"'Ich schärfe meine argumentativen Messer am Wetzstein der unterlegenen Intelligenz.' 'Freue mich immer, wenn ich behilflich sein kann.'"
"'Ist jemand, der Kinder hat, bekindert?'"
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Nationalismus keine Alternative, sondern eine Katastrophe ist."
Ich hatte erst ein bisschen Angst, dass der Autor einfach die ersten paar Känguru-Bücher in diesem Buch recycelt. Und ja, es gibt sehr viele Callbacks zu den anderen Känguru-Geschichten, aber dieser Band enthält auch sehr viel aktuelle Gesellschafts- und Politikkritik. Ich habe es sehr genossen.
Ich könnte sogar den Einkaufszettel dieses Autors lesen und wäre immer noch bestens unterhalten. Den ersten Band dieser Reihe las ich zum ersten Mal mit acht Jahren (viel zu jung für den Großteil der Themen, aber ich würde es nicht anders haben wollen) und habe seitdem jeden Band über 15-20 Mal gelesen. Das ist keine Übertreibung. Ich hörte mir jeden Abend die Hörbücher an, um besser einschlafen zu können, weil mir die Figuren so viel Geborgenheit gaben. Ich kann das Talent und die Kreativität dieses Autors kaum fassen und hoffe, dass er niemals mit dem Schreiben aufhört. Ich habe in meinen 23 Lebensjahren über 500 Bücher gelesen, aber diese werden immer meine absoluten Lieblingsbücher bleiben.