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Anti Müller

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Es ist aus mit Kar Kauz. Mit 36 Jahren steht die Protagonistin vor den Trümmern ihrer Beziehung zu dem gefeierten Autor, der ihren Kinderwunsch jahrelang ignorierte. Auf Tinder versucht sie, sich Ablenkung zu verschaffen. Doch mit dem hedonistischen Schauspieler Andi schlittert sie direkt in die nächste Katastrophe. Der hat nicht nur schon Zwillinge, sondern auch eine Ex, die eines Morgens überraschend im Schlafzimmer steht.

Die Sehnsucht nach einem Kind steigert sich in eine alles verzehrende Obsession. Als die Beziehung zu Andi scheitert, ihr Roman nicht so einschlägt wie erhofft, und auch weitere Dates nicht zielführend sind, fasst sie einen drastischen Jetzt erfüllt sie sich ihren größten Wunsch einfach selbst. Auch, wenn das bedeutet, zur Täterin zu werden. 

Anti Müller ist ein Gesellschaftsroman über schöne Künste mit schaurigem Beigeschmack, identitätspolitische Grabenkämpfe und über den moralischen Bankrott pseudosanfter Gegenwartsmänner, unter deren Fingernägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats klebt.


227 pages, Kindle Edition

Published February 26, 2026

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About the author

Yade Yasemin Önder

6 books8 followers

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Community Reviews

5 stars
73 (19%)
4 stars
141 (37%)
3 stars
122 (32%)
2 stars
33 (8%)
1 star
4 (1%)
Displaying 1 - 30 of 57 reviews
Profile Image for Sandra.
214 reviews63 followers
March 9, 2026
Das Buch beginnt mit einem Tinder-Date, aus dem zunächst nicht viel weiteres folgt, dann aber doch. Die neue Liebschaft hilft der Protagonistin, den Verflossenen hinter sich zu lassen (bzw. für Tod zu erklären) und stellt eine neue Chance für den bisher unerfüllten Kinderwunsch dar. 

Die Protagonistin in dem Buch ist wirklich unbequem. Für die Männer in dem Buch, aber auch für uns Lesende. Sie verhält sich, wie sich Frauen nicht verhalten sollten, laut stillen gesellschaftlichen Vorgaben unserer Zeit. Sie ist needy, fordernd , ungeduldig und erwartet vom Mann Verbindlichkeit (wie kann sie nur, nicht wahr?). 

Die Autorin legt den Finger in die Wunde der Frau deren Körper zur tickenden Uhr werden kann. Sie zeigt, wie sehr im Nachteil sich Frauen in der Frage "Kind: Ja oder Nein und wann" befinden. Die Ich-Erzählerin ist dabei alles andere als eine Sympathieträgerin, sie ist eine Frau, die in ihrer Verzweiflung fast wahnsinnig wird und daran ist nichts schön oder entspricht dem Idealbild einer Frau. Das macht den Text mutig und trägt maßgeblich zum gelingen bei.

Sprachlich ist der Roman interessant gestaltet, durch teilweise sehr kurze Sätze, aneinander gereiht, manchmal fast wie Aufzählungen. Das erzeugt einen Ton, der sehr gut zum Plot des Romans und zur Persönlichkeit der Hauptfigur passt.

Insgesamt wirklich lesenswert, wenn man sich auf das Ganze einlassen kann.
Profile Image for Linus Giese.
Author 10 books142 followers
March 8, 2026
"Ich sage ihm, dass ich ein ruhiger Hafen sein könnte, für ihn und die Kinder. er sagt "ich weiß'. Ich sage "ich will eine Familie gründen". Er sagt "ich weiß". Ich sage "bald". Er sagt, dass ihm das klar wäre, wir ja aber gerade über etwas anderes gesprochen hätten. Ich sage "ich weiß"."

Was für ein Buch! 🔥 Es muss - glaube ich - noch ein bisschen nachwirken, aber mich hat die Protagonistin mit all ihrer Verzweiflung und all ihren (unerfüllten) Wünschen richtig krass bewegt. Es geht um Dating in Berlin, gescheiterte Beziehungen und um linke feministische Männer, die sich davor drücken, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Der Titel des Romans ist eine Anspielung auf das Anti Müller Hormon, das Aufschluss darüber geben kann, wie viele Eizellen ein gebärfähiger Körper noch produzieren kann - für die Protagonistin ist der AMH-Wert wichtig, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind.

Wenn sie nicht gerade versucht schwanger zu werden, schreibt sie an ihrem Debütroman: Es geht in "Anti Müller" also auch viel um das Schreiben, das Veröffentlichen, den Kulturbetrieb. Und all die damit verbundenen Gefühle: Druck, Erwartungen, Neid.

Ich habe den Roman von Yade Yasemin Önder unglaublich gerne gelesen, auch wenn mir beim Lesen manchmal ganz schwer geworden ist. Vielleicht hätte ich mir am Ende ein kleines bisschen mehr Hoffnung gewünscht. Stattdessen versuche ich mir jetzt vorzustellen, wie das Leben der Protagonistin nach dem Zuklappen der letzten Seite, wohl weitergehen mag. Sie wird mich auf jeden Fall noch eine ganze Weile begleiten.
Profile Image for altbauleserinberlin.
90 reviews3 followers
March 8, 2026
Der Anfang war eine solide 5/5 Sternen. Ich war sehr angetan von der „Sezierung patriarchaler Machtstrukturen“ von angeblich linken Feministen. Mit der Atmosphäre, der Sprache und den doch unterschiedlichen Erzählperspektiven hat es mich ziemlich überzeugt. Gewappnet mit meinem liebsten schwarzen Kuli zum markieren, war ich bereit den Roman zu zerlegen und bis ins letzte Detail zu verstehen. Ich dachte, ich hätte meine neue feministische Pflichtlektüre für meine Freund*innen gefunden.
Ja, falsch gedacht.
Was der Klappentext vergessen hat zu erwähnen, ist der nicht zu übersehende, zu zwei Dritteln ausmachende und irgendwann überhandnehmende Teil, in dem es um den starken Kinderwunsch der Protagonistin geht. Hat mich leider überhaupt nicht angesprochen und wurde mir auch irgendwann zu viel. Vielleicht weil es für mich kein Thema ist oder ich lieber von weiblich sozialisiersten, gebärfähigen Menschen lesen möchte, die eben entgegen der gesellschaftlichen Erwartung explizit keine Kinder wollen. Für „weird girl fiction“, bei denen es ab einem bestimmten Zeitpunkt richtig absurd und eklig wird, hat es mir leider nicht ganz gereicht.

Fazit: Inhalt anfangs stark, dann zunehmend schwächer werdend. Sprache durchgehend überzeugend.
Ich hätte mir gewünscht, dass so ein einnehmendes Thema auch auf dem Klappentext oder an anderer Stelle angemerkt würde.
Profile Image for Hanna.
674 reviews91 followers
May 7, 2026
2,5*

Ein bisschen ging es mir mit diesem Roman so wie der Erzählerin mit ihren Männern: heftig ins Potential verliebt um dann umso heftiger enttäuscht zu werden. Schon Cover und Titelwahl fand ich außerordentlich gelungen. Das erste Drittel des Buches hat mich in wahre Begeisterungsstürme versetzt, so lustig, gewitzt und sprachlich auf höchstem Niveau begann dieser Roman.
Leider hat sich die Erzählerin als eine so problematische Figur herausgestellt, dass ich am Ende nahezu Mitleid mit all den toxischen Typen in dieser Geschichte hatte. Kein gutes Zeichen für ein Buch, das feministisch sein will.
So gut es auch geschrieben ist (ich konnte es kaum aus der Hand legen), ich hatte ein riesiges Problem mit der Unreife der Erzählerin, deren Gedanken mich eher an eine Teenagerin denn eine Mitt/Enddreißigerin erinnert hat. Ihr manipulatives Verhalten war schwer erträglich. Und alles, alles, alles in diesem Buch dreht sich um Männer und deren Schuld dass die Erzählerin noch nicht Mutter ist - ihr sehnlichster Wunsch - alles andere, ihre künstlerischen Erfolge, ihre Freund:innenschaften (sofern sie welche pflegt, denn im Buch kommen sie nicht vor) treten in den Hintergrund. Frauen sind in Anti Müller, wenn sie überhaupt auftauchen, Konkurrenz und Gefahr. Sie werden beneidet ob ihrer Schönheit und für ihr Verhalten kritisch unter die Lupe genommen. Selbst auf die Schwester des Love Interests ist die Erzählerin eifersüchtig. Den Bechdel Test besteht das Buch jedenfalls nicht.
Irgendwie gerettet wurde das ganze durch die paar Kapitel in der wir vom familiären Hintergrund der Erzählerin erfahren, von ihrer dysfunktionalen Herkunftsfamilile, in der sie nie Sicherheit erfahren hat - der mutmaßliche Grund warum sie sich nun nach der Fantasie ihrer eigenen Safe Haven Kernfamilie verzehrt. Das hat in mir zumindest so etwas wie Mitgefühl für die Hauptprotagonistin erzeugt. Aber wenn man mich fragt wem ich dieses Buch empfehlen soll, so bin ich überfragt.
Profile Image for Sofi.
137 reviews3 followers
June 1, 2026
"It may well be easier to die if you have already given birth to others or yourself, at least once before." - Ursula K. Le Guin in "The Space Crone"


"We recognize the body as the source of our suffering. We dream of a death that will mean freedom from it because here on earth, in our bodies, we are [...] bound by the very fact of a particularizes body to a role which [...] forbids us any real self-becoming or self-realization." - Andrea Dworkin in "Woman Hating"


Ich habe viele Gedanken zu diesem Buch und versuche sie hier, so gut es geht, zu strukturieren.

Sprache
Von Anfang an war ich überrascht und begeistert von der Sprache dieses Buches. Die Protagonistin gleitet in ihren Gedankenströmen zwischen Umgangssprache und dramatisch-intellektuellem Ausdruck hin und her. Das sagt sowohl sehr viel über sie als auch über die beschriebene Herkunft der Protagonistin aus, die sich trotz ihres Erfolges immer wieder fehl am Platz fühlt in den sehr weißen, pseudo-intellektuellen Theaterräumen Berlins. Die Autorin spielt mit vielen Stilmitteln, was wirklich großen Spaß beim Lesen macht und genau in den richtigen Momenten das Pacing beim Lesen an die erzählte Situation anpasst, z.B. als die Protagonistin in einen obsessiven Wahn verfällt und man fast schon mit ihr spiraled. Zwischendrin ist die Sprache poetisch und wechselt im Anspruch von Erzähltem (oft einfache Umgangssprache in der wörtlichen Rede und in sozialen Situationen) zu Gedachtem (ausufernde Analysen und Gedankenkonstrukte, eingewoben in soziokulturelle Kritik).Die perfekte Mischung aus Anspruch und guter Lesbarkeit.

Struktur
Das Buch ist in eine klassische 3-Akt-Struktur geteilt, was sehr zum Theaterbezug der Protagonistin aber auch der Autorin passt. Auch wenn mir die Einteilung am Anfang nicht bewusst war, macht sie doch jetzt am Ende sehr viel Sinn. Vor allem der letzte Teil der Katastrophe (Lösung? Eskalation?) zeigt das noch mal sehr gut. Die Kapitel sind angenehm kurz und lassen einen durch die Seiten fliegen.

Die Protagonistin
Die Protagonistin ist eine Frau Mitte-Ende 30 und sie steht unter Stress. Stress, durch eine Pi-mal-Daumen Hochrechnungen eines x-beliebigen Doktors, der ihr die verfrühte Unfruchtbarkeit mit 37 prophezeit hat. Stress, durch ein tief in der Kindheit verwurzeltes Verlangen nach einer eigenen Familie. Stress, durch die vermeintliche Unvereinbarkeit der beiden Situationen. Stress, in ihrem Job die Anerkennung und den (monetären) Erfolg zu bekommen, der ihr zusteht. Stress mit Männern.
Und dieser Stress dominiert ihr Leben, ihren Alltag. Alles was sie tut, dient dazu, einen dieser Stressoren zu befriedigen. Und die Menschen um sie herum machen ihr das nicht wirklich leicht. Der Verflossene, der Aktuelle und der Zukünftige (?) sind alles unzuverlässige, performative Fake-Feministen, die so lange für Frauenrechte einstehen, bis der Aktivismus über das eigene Nägel-Lackieren herausgeht. Die Protagonistin kommuniziert ihren Kinderwunsch, ihre Sorgen und ihren Zeitdruck transparent und wird trotzdem von ihren Beziehungspartnern, die wohl nur offen Reden können, wenn es um ihr eigenes Dasein als tragischer Künstler geht, hingehalten, vertröstet und betrogen.



Feministische Linse
Hier musste ich direkt an die oben genannte Quote von Le Guin denken.
Die Protagonistin ist so verbissen fokussiert darauf, schwanger zu werden, weil sie sich unbedingt eine eigene Familie wünscht. Hier wird die heteronormative "nuclear" family als non-plus-ultra, die einzigen Art sich selbst zu verwirklichen, als einziges, wahres Ziel einer Frau stilisiert. Aber ist das wirklich ihr echter, durch intrinsische Beweggründe ausgelöster Wunsch? Oder schreit alles um sie herum sie an, dass das ihr Ziel sein MUSS? Und ist sie schon so sehr in ihrer Obsession gefangen, dass sie gar nicht mehr von außen auf ihre Situation schauen kann und andere Familienformen, andere Liebe und andere (Selbst-)Geburten für sich finden kann? Eine Lösung von ihrem verbissenen Vorhaben könnte ihr beispielsweise zeigen, dass sie in ihrer Kunst, ihrer Arbeit, ihren Freundinnen und vor allem in sich selbst schon so viel Liebe und Zufriedenheit und Akzeptanz finden kann und sie dafür auf jeden Fall keinen MANN braucht, geschweige denn ein Kind.
Die Schwangerschaft und das damit als Ziel gesetzte Kind werden zum Selbstzweck der Protagonistin, die eigentlich auf der Suche nach sich selbst ist. Dieses komplexe Thema wird von der Autorin sowohl künstlerisch wie auch inhaltlich wirklich hervorragend und differenziert ausgearbeitet.

Ich stimme Daniela Dröscher (wie so oft) komplett zu: Dieses Buch wird ein feministischer Klassiker.

"Kein Mann dieser Welt kann mir heute noch schreiben. Von den Männern dieser Welt habe ich genug! Die Frauen dieser Welt müssen den Männern endlich den Zugang verwehren! Erst dann können sich die Männer dieser Welt endlich selbst ficken, ins Knie und überhaupt!" - Yade Yasemin Önder
Profile Image for Sarah.
3 reviews2 followers
April 1, 2026
Ich mochte das bedeutungsvolle Wortspiel im Titel und das Cover mit dem Gespenst, das durch das gesamte Buch und wahrscheinlich auch durchs Leben spukt. Die Verzweiflung von Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit findet zu wenig Beachtung in der Literatur und es war spannend darüber zu lesen. Gleichzeitig nervt mich die Darstellung der verzweifelten Single-Frau mit Mitte 30, die sich ohne jeglichen Respekt vor dem eigenen Wert jedem Typen an den Hals wirft, mittlerweile so sehr. Dass ich damit einfach durch bin, ist natürlich kein Mangel der Geschichte. Sprachlich abwechslungsreich, klug, aber manchmal auch verwirrend und überladen, war es nicht immer nach meinem Geschmack. Es hinterlässt mich mit einem Gefühl von Traurigkeit, Unbehagen und Frustration, wenn das gewollt war, hat die Autorin ihr Ziel erreicht.
Profile Image for Bêrî.
47 reviews
July 14, 2026
anfangs fand ich das buch tatsächlich ziemlich gut. der klappentext hat mich angesprochen und ich mochte, dass es erst einmal nach einem feministischen und irgendwie catchy roman klang.
ich dachte aber irgendwie, das buch würde in eine ganz andere richtung gehen. je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich allerdings das gefühl, dass sich alles nur noch um den unerfüllten kinderwunsch dreht. natürlich ist das ein gesellschaftlich relevantes thema(!), aaaber die umsetzung hat mich leider überhaupt nicht abgeholt.
was mich besonders gestört hat, war die protagonistin. ich weiß, dass sie genau so angelegt ist und zeigen soll, wie verletzlich, verzweifelt und abhängig ein mensch werden kann. trotzdem war es für mich einfach sehr frustrierend zu lesen. sie zeigt in ihren beziehungen zu männern vieles von dem, was viele frauen auf gar keinen fall wollen: sich selbst kleinzumachen, emotional abhängig zu werden und sich in einer sehnsucht nach etwas zu verlieren. dadurch waren viele momente für mich eher unangenehm als berührend. (stellenweise war ich auch wütend lol)
ich habe außerdem oft darüber nachgedacht, wie dieses buch auf frauen wirken könnte, die selbst mit einem unerfüllten kinderwunsch (wegen krankheit oder „biologischer uhr“) zu kämpfen haben. ich kann mir vorstellen, dass sich manche darin wiederfinden und sich gesehen fühlen. gleichzeitig hätte ich mir gewünscht, dass das thema noch mehr facetten bekommt und nicht so stark auf diese eine perspektive reduziert bleibt.
trotz meiner kritik finde ich es irgendwie trotzdem gut, dass es dieses buch gibt. es zeigt eben eine protagonistin, die nicht perfekt, stark oder souverän ist, sondern sich in ihrer sehnsucht verliert. genau dadurch kann es wichtige gespräche anstoßen und eine sichtweise zeigen, die vielleicht unbequem ist.

für mich persönlich war es am ende leider kein buch, das ich weiterempfehlen würde.
Profile Image for Avini.
7 reviews2 followers
April 12, 2026
um es mit den worten der autorin zu sagen: „wir haben es mit einer autorin zu tun, die derart langsam und verwinkelt schreibt, die sich nicht traut, gerade sätze zu verfassen, weil das darin erwartbare spiegel-bestseller-publikum wie ein lebendiger blumenstrauß aufginge, weil darin die intentionen zu deutlich wucherten.“

bin immer noch im ersten drittel, ich kämpfe mich durch die seiten, unüblich für mich. beim schreibstil bin ich mir noch unsicher, wie ich ihn finden soll. die metaphern purzeln übereinander, in fast jedem satz folgt eine. ich bin da irgendwo zwischen beeindruckt von sprachlicher akrobatik und andererseits - weil das lesen ununterbrochen höchste konzentration von mir fordert - nervt mich dieser pseudo-intellektualismus irgendwie. ich will das buch noch nicht aufgeben, ich breche nie irgendwas ab, aber soll ich mich durchquälen, weil das thema doch spannend ist, die rezensionen so gut, ich mir selbst was beweisen will, ich die autorin näher kennenlernen möchte?

nachtrag: ich möchte mich bei der autorin entschuldigen; ich mag sie zu sehr, um sie mit einer missbilligenden kritik abzustrafen. für die schonungslose hummus und nazigroßeltern szene bin ich ihr besonders dankbar. bitte mehr davon in deutsche buchhandlungen.
Profile Image for lese Lämmlein.
49 reviews
June 27, 2026
War ein Rollercoaster. Finde den dynamischen Erzählstil - als die Männer nicht mehr Zentrum des Erzählten waren und das Buch Fahrt aufgenommen hat - herrlich!
Mich hat das abgearbeite an den Männern genervt - Toter Take. Männer sind Müll, wir haben es verstanden. jedoch ist meine Empathie für die Protagonistin immer mehr gewachsen je länger ich Teil ihrer Realität haben musste. Das ist - in Anbetracht dass ich null Bock auf eigene Kinder (geschweige denn gebären) habe - irgendwie beeindruckend.
In dem Buch geht es für mich um Einsamkeit, den Tod von Community und das verzweifelte Füllen einer Leere, die fehlende echte Freund:innenschaften hinterlassen und mit Verlaub - Männer (und Kinder) niemals nachhaltig füllen können. Die Protagonistin ist Sau hateable aber ich hab versucht den Drang sie zu verachten nicht nachzugehen, weil ich sie damit noch einsamer machen würde.

Checke zwar nicht wieso eins mit Lappen pennt, wenn eins eh schon weiß dass es Lappen sind, aber eins muss nicht alles checken, um die Person in ihrem Schmerz zu verstehen. Wurde einmal mehr damit konfrontiert, dass ein feministisches Buch (mir war vor dem lesen der Rezensionen nicht bewusst, dass das Buch explizit diesen Anspruch haben soll) nicht eine vorzeige Feministin zeigt wie sie vorzeige feministische Sachen macht. Niemanden zu haben in einem System in dem eins mit dem alter offiziell an wert verliert ist eines der gefährlichsten und schmerzhaftesten Dinge die passieren können, deswegen passe ich gut auf meine heiligen Orte von Community auf 🫂

Eins muss sich echt auf das Buch einlassen.
Den Titel hat mir mein Exfreund zufällig erklärt als er mir erzählt hat dass seine Freundin gegebenenfalls ihre Eizellen bofrosten lassen möchte, da es ihr an besagtem Anti Müller Hormon mangelt.
Alles Gute den beiden lol

Cover ist arsch süß mit dem kleinen Geist, da kann man echt nichts sagen!
Profile Image for Angelique.
23 reviews1 follower
July 24, 2026
Dating wird wohl auch mit Mitte 30 nicht leichter. Inhaltlich sowie sprachlich hat mich das total abgeholt, bin großer Fan von den ganzen Alliterationen.
Profile Image for Sonia D.
5 reviews
March 13, 2026
Hat mir sehr gut gefallen: die vielschichtige, poetische, oft spielerische Sprache. Der unerfüllte Kinderwunsch der Protagonistin und ihre nicht ganz stabile psychische Verfassung stehen im Vordergrund und werden mit starken Bildern und teils zerstörerischen Szenen illustriert.
Profile Image for tollpatschki.
150 reviews7 followers
March 1, 2026
hab nachm klappentext tbh was sehr anderes erwartet, aber trotzdem spannende perspektive (ungewollte kinderlosigkeit gefühlt selten thema in der literatur), sprache fand ich sehr gut, aber alle charaktere haben mich irgendwie genervt🤘
Profile Image for Lea Breyer.
5 reviews3 followers
July 21, 2026
3.8 sterne - ich konnte das buch gar nicht weglegen und sprachlich war es durchgehend spannend. wie einige hier bemerkt haben - ein sehr starker anfang, und dann ein sich-verlieren der erzählerin und der erzählung im kinderwunsch. eine interessante perspektive aber auch eine mit der ich so nicht so viel anfangen kann. würde es aber 100% für eine urlaubslektüre weiterempfehlen
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
458 reviews21 followers
May 25, 2026
"Ich werde über die Ungerechtigkeiten und Inkonsistenzen all jener Männer schreiben, die sich als beflissene Feministen bezeichnen. Ich werde ihre weichgespülten Körper aufs Tablett legen, sie bis auf die Unterhose entkleiden, nicht weiter, denn das Eigentliche brauche ich nicht zu sehen, dass sie Männer sind und immer bleiben, müssen sie mir nicht beweisen."

Personen mit (unerfülltem) Kinderwunsch kennen das Anti-Müller-Hormon: der Wert, der anzeigt, wie viele Eizellen-Reserven eine potenziell gebärende Person noch in sich trägt. Was Anti Müller auch bedeuten kann: eine Anti-Haltung gegenüber all den Müller-Dudes dieser Welt, die sich bewusst Partner:innen mit Kinderwunsch aussuchen und diese dann doch sitzen lassen, bevor es ein Kind gibt.

Yade Yasemin Önder hat einen wütenden, aber auch sehr unterhaltsamen Roman geschrieben mit einer Erzählerin, die die Schnauze voll davon hat, hingehalten zu werden. Aufgrund ihres Alters und schlechten biologischen Voraussetzungen läuft ihr die Zeit für die Umsetzung ihres Kinderwunsches davon. Doch die Männer, die mit ihr Beziehungen eingehen und eine Zukunft planen, stellen sich immer wieder als Enttäuschung heraus, Fassade Feminist, dahinter nichts als heiße Luft.

Als wäre das nicht schon genug, läuft auch die Autorinnen-Karriere nicht so wie gewünscht - vor allem nicht so erfolgreich wie bei den Expartnern, denen alles nur so zuzufliegen scheint.

Die Erzählerin wirkt zuweilen etwas obsessiv, sie überschreitet Grenzen und lässt ihre Wut raus, manchmal etwas manisch. Doch wer kann es ihr verdenken? Mir hat der Roman sehr gut gefallen, mit all seiner Wut, seinem Witz, und den vielen sensiblen, empfindlichen Stellen zwischendrin. Und allein das Cover ist ja mal eine 10 von 10.

CN: Alkoh0l, Dr0gen, selbstv3rletzendes Verhalten, Abtr3ibung, Suiz1dgedanken
10 reviews
April 1, 2026
Eine Frau wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind, sieht sich aber konfrontiert mit ihrer tickenden biologischen Uhr und - weitaus schlimmer - Männern, die keine Verantwortung übernehmen wollen. So lässt sich in etwa der neue Roman von Yade Yasemin Önder zusammenfassen.

Wo andere künstlerische Werke versuchen, den Ernst der Situation durch Komik konsumierbar zu machen, nimmt Önder den Wunsch ihrer Protagonistin komplett ernst und scheut auch nicht davor, sie am Ende als geradezu besessene Frau zu zeichnen.

Önder gelingt ein nuanciertes Bild. Ihre Protagonistin ist keinesfalls nur das Opfer einer Generation von Männern, die nicht in der Lage zum Commitment ist. Sie wird aktiv und nimmt sich, was sie will. Das zeigt der konsequente Schluss hervorragend.

Genau wie in ihrem Debütroman "Wir wissen, wir könnten und fallen synchron" verwendet Önder auch diesmal Elemente des magischen Realismus, wenn auch in deutlich reduzierter Form. Die Sprache bleibt jedoch auf dem konstant hohen Niveau des Vorgängers. Diese erfrischenden und überraschenden Ideen bereiteten mir beim Lesen eine große Freude.

Womit wir bei der Subjektivität sind. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch vielen vor den Kopf stößt. Es wird Konservative abschrecken und auch Feminist:innen geben, die es ablehnen. Mich hat es begeistert.

Önder widmet sich einem Thema, das eigentlich omnipräsent ist, künstlerisch allerdings bisher kaum thematisiert wurde. Und das Schöne? Önder schafft fantastische Kunst.
Profile Image for Nicola.
6 reviews1 follower
April 30, 2026
Puh belastend - schonungslose aber lesenswerte Darstellung eines unerfüllten Kinderwunschs mit Ende 30 und der dazugehörigen unbothered Männers. Sprachlich sehr versiert aber war mir manchmal einen Tick drüber.
Profile Image for Anne.
6 reviews
April 2, 2026
sprachlich super spannend. sehr faszinierende satzstruktur, die einen gut und schnell in die geschichte eintauchen lässt. hab das buch inhaliert. auch spannende doppeldeutigkeit im titel und viele wortspiele. der klappentext und der schreibstil gab mir die erwartung, von einer neuen möglichen feministischen pflichtlektüre. leider kam alles anders. statt sich wirklich mit linken pseudofeministischen mackern zu beschäftigen ging es um den wunsch nach schwangerschaft und mutter sein, einer mitte 30 jährigen. die sich aufgrund dieses wunsches so übergriffig und problematisch verhält, dass mir die red flag typen im buch direkt sympathisch vor kamen. mich hat das buch ehrlich gesagt ziemlich wütend gemacht. da auch nicht reflektiert wurde woher vielleicht dieser mutterwunsch entsprungen ist und was das möglicherweise mit dem patriarchat zu tun hat. finde der Klappentext des buches ist voll die mogelpackung.

jedoch mag ich das das buch provoziert und mich dazu bringt über das thema nachzudenken. zudem ist es einfach wunderschön geschrieben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Marleen Hellebrand.
74 reviews
July 14, 2026
Ich weiß iwi auch nicht. 5 sterne weil ich’s wirklich mochte! Sprache extrem gut war und auch die Thematik real und irgendwie wahnsinnig und komisch geschrieben, Was ich ja liebe! Aber -2 Sterne weil die Protagonistin wirklich PANISCH schwanger werden wollte und es irgendwie doch etwas absurd dann war, obwohl ich glaube, dass das so auch empfunden wird für viele.
Profile Image for Stella ConMucho.
9 reviews
March 26, 2026
Dieses Buch „vergesse“ ich beim nächsten Frauenarzttermin im Behandlungszimmer oder lese während der Untersuchung gleich selbst allen Gynäkolog*innen dieser Welt daraus vor. Ärzt*innen, die uns bis Mitte 20 die Angst der Teen Pregnancy umschnallen, nur um diese dann gleich gegen eine Fruchtbarkeitszeitbombe auszutauschen.
Der Roman zeigt schonungslos, wie der unerfüllte Kinderwunsch der Protagonistin zu Wahnsinn wird. Ich habe sehr mit ihr gelitten, als Männer sich nicht für sie, aber gleich für die neue Partnerin entscheiden konnten und wenn sie mal wieder von brutalen wissenschaftlichen Statistiken heimgesucht wurde. Lachen kann man bei der Lektüre trotzdem, wenn zum Beispiel nach unzähligen schlechten Online-Dates die Berliner Ringbahn zum Kennlernort des Vaters der Kinder werden soll.
Ich wünsche der Protagonistin und allen in dieser Situation sehr, dass der zweifelnde Kopf am Ende nicht über den eigentlich gesunden Körper siegt.
Profile Image for Nanny.
7 reviews
March 8, 2026
Ich glaube, ich habe vieles noch gar nicht zu 100% verstanden und habe trotzdem das Gefühl, genau zu verstehen, was in der Protagonistin vorgeht. Ein komplett emotionales, schmerzliches, aufwühlend wundervolles Buch
Profile Image for Carolin.
23 reviews
April 17, 2026
Das Buch hat mir insgesamt schon gefallen. Sprachlich ist es sehr interessant und sehr künstlerisch geschrieben. Da musste ich am Anfang auch erstmal reinkommen, aber dann mochte ich den Schreibstil schon. Er ist auf jeden Fall auch sehr besonders. Ich habe auch immer gerne weitergelesen und wollte wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Thematisch ist es mit dem unerfüllten Kinderwunsch der Hauptprotagonistin auch mal was anderes, das wird so selten in Büchern beschrieben. Finde ich auf jeden Fall gut, ein Buch darüber zu schreiben. Auch dass es für die Hauptfigur schwer ist, einen potenziellen Vater für ihr Kind zu finden, ist nachvollziehbar dargestellt und natürlich auch irgendwie frustrierend. Mir haben auch die Einblicke in die Literatur- und Theaterszene gefallen.

Es war aber auch schwer mitzuerleben, wie die Hauptfigur sich von ihren Beziehungspartnern und Dates behandeln lässt. Natürlich ist sie da auch Opfer des Systems. So ganz konnte ich es aber irgendwann auch nicht mehr nachvollziehen und ihre zwei Expartner waren echt mega unsympathisch. Sollten sie vielleicht auch sein, aber über die beiden zu lesen war schon echt unangenehm. Die Hauptprotagonistin mochte ich eigentlich und ich hatte bis zum Ende gehofft, dass sie noch gute Lösungen für ihre Probleme findet und auch schwanger wird. Da das Ende recht offen gehalten ist, weiß man das leider nicht. Die Umkehr der Hauptprotagonistin vom Opfer zur Täterin ist aber auch eine interessante Wendung.

Das Cover ist auf jeden Fall auch toll!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Katja Härlein.
58 reviews3 followers
July 18, 2026
Ich glaube, ich bin schlichtweg nicht die richtige Zielgruppe für weird girl fiction/female revenge stories. Ich konnte zwar die Poetik des Buches schätzen, aber der Plot hat sich für mich schnell in Redundanzen verloren und die Ich-Erzählerin hat zunehmend Grenzen überschritten, was ich teils schwer zu lesen empfand (wie gesagt: nicht die Zielgruppe für Derartiges).

Besondere Kritik gilt dem Marketing (nicht in die Wertung eingeflossen, weil die Autorin ja nichts dafür kann), aber ein Buch, in dem es hauptsächlich um einen unerfüllten Kinderwunsch geht, sollte auch als solches beworben werden und nicht als strukturelle Kritik an der Kulturindustrie. Die war für mich nicht nur zweitrangig, sondern auch eher schlecht ausgearbeitet.
Profile Image for Thomas Lingstädt.
27 reviews
March 26, 2026
Wenn die Protagonistin eines Romans aus der Ich-Perspektive über den Schreibprozess eines Buches und das Leben einer Autorin erzählt, finde ich das genauso naheliegend wie schwierig. Yade Yasemin Önder gelingt das meiner Meinung nach auf anschaulichste Art wahnsinnig gut. Ich könnte als Mann ohne Kinderwunsch nicht weiter weg sein von der “Anti Müller”-Ich-Erzählerin und fühle mich trotzdem komplett abgeholt von der Geschichte und von der bissig-sarkastischen Erzählweise.
Profile Image for jona rausch.
16 reviews3 followers
April 12, 2026
funny, deep, sprachlich unfassbar interessant, ambivalente Hauptfigur, keine einzige Seite gelangweilt, nicht komplett ausgelutschtes Thema, großartige Nagellackszene! everything was ein gutes Buch sollte :)
Profile Image for Sarah_lrz.
56 reviews6 followers
May 2, 2026
3,5 ich muss noch etwas drüber nachdenken aber irgendwie hat das Buch mich extrem traurig gemacht ich muss mit wem darüber reden???
Profile Image for Tim.
5 reviews
April 28, 2026
"Ich schiebe die Scherben mit dem Schuh in irgendeine Ecke."
Profile Image for Doradea.
475 reviews5 followers
July 26, 2026
Ich kann nur nicht 5 Sterne geben, weil das Buch unglaublich viele und unendlich lange Aufzählungen enthält und ich kann Aufzählungen als Stilmittel nicht leiden.
Profile Image for Gina Carlotta.
160 reviews
May 24, 2026
2.5
Ich weiß nicht, vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen?! Irgendwie hats mich nicht vom Hocker gehauen
Displaying 1 - 30 of 57 reviews