»Ich sitze breitbeinig auf der Rückbank. Mein Vater steuert den Kombi, wie immer etwas zu schnell, die kurvige Straße hinauf zu unserem Haus. Es ist das letzte Gebäude im Ort, dann beginnt der Wald, in dem so viel passiert ist. Da habe ich zum ersten Mal geraucht, zum ersten Mal gefickt und einmal beinahe einen umgebracht.« Max ist seit kurzem Lehrer, aber das hat nichts daran geändert, dass er noch immer am liebsten lethargisch vor dem Fernseher herumhängt und Tierfilme schaut. Doch dann kommt der Anruf seiner Eltern: Er soll Haus und Hund hüten, während sie in Griechenland sind. Als er sich auf den Weg macht, ahnt er noch nicht, dass er von Süddeutschland weiter nach Kreta reisen wird, sich in New York den Geistern der Vergangenheit stellen muss und dass Jan und Maria wieder in sein Leben treten – zwischen den beiden konnte er sich schon vor 15 Jahren nicht entscheiden.
~"Die Route zum Flughafen führt an Orten vorbei, die mir nichts bedeutet haben und jetzt besonders schön, fast erhaben wirken."
~Und wenn man ein Schicksal teilt, dann teilt man auch den Schnaps.
Ich kann mich nicht recht entscheiden, wie sehr ich dieses Buch nun mochte, oder nicht. Es beinhaltet einige wunderbare Stellen, weswegen sich das Lesen bestimmt gelohnt hat, so viel ist klar. Dennoch ist mir nun selbst nach der letzten Seite nicht zur Völle klar, worauf der Autor denn nun hinaus wollte. Ich bin jedoch auch nicht der Typ, der wahnsinnig viel Gegenwartsliteratur liest, daher kann es auch an mir liegen.
Man fühlt sich wahnsinnig hip, wenn man dieses Buch liest. Es reiht sich mit vielen angepreisten Romanen der letzten Zeit in Reih und Glied, was ich persönlich schade finde. Wir haben hier kein Buch, das versucht gegen den Strom zu fliessen, oder auch nur halbwegs quer daherkommt (nein, das ist kein Wortspiel aufgrund der sexuellen Offenheit des Hauptcharakters ;) ). Es schwimmt vollkommen mit, leider. Dennoch muss dies ja nicht zwingend ein Problem sein; für mich war’s das jedenfalls nicht beim Lesen. Schliesslich bleibt dies dem Autor zur freien Wahl. Viel mehr ist mir diese Tatsache gerade beim Rückblick auf die Geschichte aufgefallen. Auf jeden Fall hätte der Inhalt in dieser Hinsicht viel Potential gehabt.
Was ich sehr mochte, war der Blick für sonst im Alltag unbeachtete Details, in denen sich der Leser oft wiederfinden kann. Auch die nicht urteilende Perspektive des Erzählers war für mich angenehm und interessant. Diese passte gut zum Schreibstil. Man sieht, dass freudvoll und gut mit den Worten umgegangen wurde. Ich persönlich hatte etwas Mühe mit den häufig aus aneinandergesetzten Hauptsätzen gebauten Sätzen. Solche Konstrukte habe ich noch nie sonderlich gemocht. Die kurzen englischen Dialoge, während des USA-Aufenthalts, erscheinen mir ausserdem sehr kernig. Ansonsten ist das Buch angenehm, gut und leicht geschrieben.
Mir waren die Charaktere sehr sympathisch. Allen voran Valentin, Maximilians bester Freund, und Jan. Bei beiden war mir die jeweilige Beziehung zum Hauptcharakter lange nicht ganz klar, allerdings ist „Am Ende schmeissen wir mit Gold“ nicht unbedingt ein Buch über Beziehungen, auch grosse Emotionen sollte man nicht erwarten. Die Frage „Wer ist denn jetzt dieser Valentin eigentlich genau?!“, unterhielt mich jedenfalls ein Weilchen. Weiterhin gefiel mir die Idee der autarkischen Kommune, meinen Weltansichten entsprechend, sehr gut. Dies ist natürlich Geschmackssache.
Das Buch kommt dank vielschichtigem Inhalt nicht flach daher. Es gibt einige unerwartete Momente und ein paar Mal hielt ich sogar kurz die Luft an. Die meisten Situationen und Atmosphären werden schlüssig und fein aufgelöst, wodurch der rote Faden durch die ganze Geschichte hindurch an Diameter gewinnt.
Allgemein lässt dieses Buch den Leser, sofern sich dieser offen darauf einlässt, lachen, leicht erröten, rätseln, erschrecken, wundern. Ich mochte es, auch wenn es mich bis zum Schluss nicht gänzlich packen konnte. Die Lesezeit ist an diesem Buch bestimmt nicht verschwendet.
29 Jahre alt, 'fertiger' Lehrer - eigentlich sollte man glauben, dass 'Erwachsenwerden' für so jemanden kein Thema mehr ist. Doch es ist lange her, dass knapp 20jährige bereits Familien gründeten und mit dem Hausbau begannen. Max, der Protagonist dieses Buches, ist ein typischer Vertreter der heutigen Generation 'ewig Kind': Lethargisch hängt er auf seiner Couch durch, unfähig sich aufzuraffen etwas mit seinen Ferien anzufangen. Doch ein Anruf seines Vaters nimmt ihm die Entscheidung ab (wie schon immer?). Seine Eltern fliegen zwei Wochen nach Kreta und Max soll auf Haus und Hund aufpassen. So reist er in seine alte Heimat, nicht ahnend dass es eine Reise zurück in seine Vergangenheit wird, aus der er als Erwachsener zurückkehrt. Es ist kein Drama, keine Tragödie oder Komödie, sondern ein unterhaltsames, schön zu lesendes ruhiges Buch über das Erwachsenwerden im Hier und Heute, nicht mehr und nicht weniger. Der Ton ist ebenso leicht wie trübsinnig, ganz so wie Max sich immer wieder fühlt. Und da er trotz seiner eher düsteren Einstellung ebenso über Humor und Selbstironie verfügt, gibt es auch eine Menge amüsanter Stellen (wie beispielsweise ein kotzender Hund Max' Führerschein rettet). Unschön ist, dass der Verlag das Buch unnötig aufgebläht hat. Vermutlich um den nun verlangten Preis zu rechtfertigen. Denn wäre es 'normal' gesetzt (beispielsweise nicht nur ein Satz pro Seite), wären es kaum 200 Seiten geworden.
War immer wieder hin und hergerissen. Der Pop und manche seiner stilistischen Eigenheiten (teilweise auch Nachlässigkeiten) haben mich genervt. Die Geschichte und der unsymphatisch-symphatische infantile Hauptcharakter ergeben trotzdem immer wieder schöne Momente.
"Vergessen, was für die Zugfahrt einzupacken und jetzt wenigstens auf der Suche nach etwas für die Rückfahrt, das nicht so teuer ist und in die Tasche passt"-Buch. Und okay, ja, ich wollte es eigentlich schon wieder zurückstellen, weil es eigentlich auch nicht so meine Richtung ist, aber dann hab ich das zwischen [Jan und Maria] konnte er sich schon vor 15 Jahren nicht entscheiden im Klappentext gelesen und konnte nicht anders.
Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und vielleicht sollte ich mich in Zukunft doch mal häufiger in der Ecke umschauen.
Eine wunderschöne Erzählung, die mich von Anfang an gefesselt hat. Dabei war es nicht so sehr die Geschichte sondern eher die Figuren, die mich bewegt haben, die mich in (m)eine nostalgische 1990/2000 Erinnerung gezogen und weg schweben haben lassen. Der Schreibstil ist klar und durchdacht, und hat mir besonders gefallen.
Ein Buch, was ich auf jeden Fall nochmal lesen möchte. Hoffentlich schreibt Herr Hirschmann noch eins oder zwei oder ...
Ich wurde nicht schlau aus der Icherzählung. Es geht um eine kommunenähnliche Truppe, um den Verlust der Unschuld, der Kindheit, der Eltern. Es gibt Flashbacks, Traumsequenzen plötzlich, ein Mäandern zwischen erzählter Wirklichkeit und erzählter Fiktion.
nicht immer schön aber echt gut geschrieben. ich habe es in drei tagen gelesen, wusste aber nicht immer, was es mir sagen soll...trotzdem war es anders als alle bücher, die ich bisher gelesen habe und ich würde dem autor auf jeden fall noch eine chance geben.