Bereits lange vor der Erstarkung des weiblichen Geschlechts im vergangenen und im gegenwärtigen Jahrhundert haben sich Frauen ihren Platz unter den Großen der Welt erkämpft und den Weg in männerdominierte Lebensbereiche freigemacht. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen wird die Geschichte der Menschheit mitgetragen von Frauen, die bis in die heutige Zeit als generationsübergreifende Vorbilder dienen. Der vorliegende Band stellt eine Auswahl dieser unzähligen Heldinnen vor, wobei einige - meist verschuldet von den sozialen Umständen ihrer jeweiligen Zeit - weitgehend im Verborgenen wirkten, andere wiederum in aller Öffentlichkeit ihre Kräfte mit dem männlichen Geschlecht erfolgreich maßen.
Ich bin der Meinung der Titel passt nicht zum Inhalt des Buches, der der Inhalt des Buches nicht zum Titel.
In dem Buch werden 46 Frauen porträtiert. Der Titel weckt erwartungen an mutige Frauen, ich würde allerdings behaupten das die meisten Frauen nichts in dem Buch zu suchen haben.
Die Meisten Frauen in diesem Buch sind Frauen aus der westlichen Oberschicht, haben studiert und sich "nur" gegen die Vorurteile der Männlichen Kollegen durchsetzen müssen. Der Titel Mutige Frauen, weckt in mir aber Erwartungen das mir hauptsächlich Frauen vorgestellt werden die für ihre Überzeugungen ihr Leben risikieren. Diese Frauen sind zwar vertreten, aber in der unterzahl.
Ich hätte mir gewünscht weniger über Akademikerinnen und mehr über Pionierinnen zu lesen. Hedy Lamarr, Emilia Earhardt, Ada Love Lovelace.
Die Porträts sind ok geschrieben, es wird auch auf eher kritische Punkte eingegangen. Es ist aber auch etwas trocken.
Zwar handelt dieses Buch von großartigen Charakteren, die wirklich inspirierend und spannend sind, aber die Beschreibungen lesen sich eher wie Lexikonartikel.
Wie bereits erwähnt geht es in diesem Buch um sehr inspirierende Frauen, die in ihren Gebieten mit viel Engagement sehr viel erreicht haben und teilweise nicht genug Würdigung erfahren. Dabei fand ich es gut, dass das Buch auch die kritischen Seiten beleuchtet hat. Nicht so gut gefallen haben mir die Stakatohaften Einblicke, die eher wie eine emotionslose Auflistung wirkten. M.E. hätte man sich auf weniger Frauen beschränken und dafür etwas ausführlicher berichten können, um so auch eine emotionale Nähe aufbauen zu können. Das Buch eignet sich vllt. besser, um sich das, was man ausführlich zu einer der Frauen gelesen hat sich kurz und bündig ins Gedächtnis zu rufen. Deutlich wird auf der einen Seite in was für einer privilegierten Stellung wir sind und wie weit der Weg zur Gleichberechtigung auch heutzutage noch ist. Interessant, aber eher ein Überblicksbuch.