Was ist, wenn man doch glücklich sein sollte, es aber nicht fühlt?
Mutter, Ehefrau, MTA. Erfüllt alle Rollen, doch daneben gibt es eine, von der niemand etwas weiß.
Oberarzt, Ehemann, Vater. Tut alles für seine Familie, opfert sich auf als Arzt – und wer dankt es ihm?
Gymnasiastin. Zum ersten Mal richtig verliebt. Sucht ihren eigenen Weg, geht aber den des Freundes.
Student. Es geht ihm gut. Es geht ihm wirklich gut. Verdammt noch mal, es geht ihm gut!
Nina, Alexander, Emilia und Ben. Eine liebevolle Mutter, ein beruflich erfolgreicher Vater, zwei wohlgeratende Kinder. Doch wenn der Druck steigt, reißt die Fassade auf.
Bestsellerautorin Kira Mohns Roman besticht mit dem scharfen und dennoch liebevollen Blick auf die Psychologie einer Familie.
Kira Mohn schreibt sehr authentisch und lebensnah. Ich bin unglaublich schnell durch die Seiten geflogen und konnte das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen.
Alle glücklich hat mich auf eine ganz besondere Art berührt, weil es so nah an der Realität ist. Die Geschichte einer scheinbar perfekten Familie, hinter deren Fassade es ordentlich bröckelt. Das klingt erst mal nicht spektakulär, aber genau darin liegt die Stärke dieses Romans.
Erzählt wird abwechselnd aus den vier Perspektiven der Familienmitglieder: Nina, Alexander, Emilia und Ben. Jeder hat seine eigenen Probleme, Ängste und Sehnsüchte, aber niemand redet wirklich miteinander. Dieses Nebeneinander-her-Leben hat mich stellenweise richtig beklommen gemacht, weil ich mich in manchen Situationen selbst wiedererkannt habe. Die Autorin hält einem hier ganz schön den Spiegel vor!
Ans Herz gewachsen sind mir vor allem Nina und Ben. Nina, die sich komplett aufopfert und dabei ihre eigenen Träume vergessen hat. In ihr habe ich mich so oft wiedererkannt, dass es weh tat. Und Ben, der von außen wie ein fauler Zocker wirkt, aber in Wahrheit einfach nur wahnsinnig einsam ist. Die beiden Charaktere sind so feinfühlig gezeichnet, dass ich mehrfach schlucken musste. Bei Alexander hatte ich hingegen mehr Schwierigkeiten. Sein Verhalten hat mich häufig ziemlich aufgeregt, auch wenn ich seine Beweggründe durch die Perspektivwechsel nachvollziehen konnte.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Autorin behandelt wichtige, aktuelle Themen wie die mangelnde Wertschätzung von Care-Arbeit, beruflichen Ehrgeiz auf Kosten der Familie und die Einsamkeit junger Menschen. Das alles wird nie plakativ, sondern fügt sich organisch in die Geschichte ein. Auch dass Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Familiendynamik im Mittelpunkt bleibt, fand ich erfrischend.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mir gewünscht hätte, dass noch ein bisschen mehr auserzählt wird. So wirkt der Schluss ziemlich abrupt. Ich bin mit gemischten Gefühlen zurückgeblieben, auch wenn ich verstehe, dass genau diese Offenheit gewollt ist.
Ein wichtiger Hinweis: Das Buch behandelt schwere Themen, die triggern können. Es ist definitiv keine leichte Lektüre, sondern geht richtig unter die Haut.
Oha, ich weiß nicht ganz, was ich erwartet habe, aber das irgendwie nicht. Im absolut positiven Sinne! Die Familie Holtstein, bestehend aus Mama Nina (Anfang 40 und Arzthelferin), Papa Alex (ebenfalls Anfang 40, Oberarzt), Sohn Ben (18, Student) und Tochter Emilia (16, Schülerin), führt ein ganz normales Leben. Alle sind glücklich. Oder so... Psychologisch dicht erzählt Kira Mohn in ihrem neuen Roman abwechselnd aus vier Perspektiven und wie jede der Personen mit ihren eigenen Gedanken und Situationen zu kämpfen hat. Der Autorin gelingt es super, eine unterschwellige Spannung aufzubauen, sodass man immer das Gefühl hat, dass etwas eskaliert. Bei wem der vier, lässt sich lange nicht sagen, denn jeder hat seine eigenen Probleme und Sorgen. Mehr kann und mag ich gar nicht erzählen, ohne zu spoilern. Super spannend und total alltagsnah erzählt. Hat mir richtig gut gefallen!
In Alle glücklich geht es um die Familie von Nina und Alexander. Nina hat zwei Jobs und kümmert sich um die Familie. Alexander ist Oberarzt und Hauptverdiener. Dazu gibt es die jugendlichen Kinder Ben und Emilia.
Vier Perspektiven sind eine ganze Menge, aber jede einzelne ist der absolute Hammer. Jede Stimme ist einzigartig und fügt sich im Familienkonstrukt wie ein Puzzle zusammen.
Diese feinsinnige Auseinandersetzung mit dieser, auf den ersten Blick, normalen Familie, zeigt, wie Erwartungen, Unausgesprochenes und Rollenbilder eine Welt vollkommen eskalieren lassen.
Das Buch geht richtig tief und ist sehr authentisch. Ich hab vieles wiedergefunden aus verschiedenen Stadien meines Lebens. Als Jugendliche, als gerade Erwachsene und jetzt als Frau mit Verantwortung.
Das Buch ist flüssig geschrieben und sehr zugänglich für jeden Lesenden. Dadurch wird eine Einfachheit geschaffen, die die inneren Konflikte oder Personen greifbar macht. Wir sehen bei anderen Menschen, dass es nach außen alles super funktioniert, aber könnte das vielleicht eine Illusion sein?
Die Gesellschaft zeigt nach außen immer diese Idealbilder und Konflikte sind kein Versagen und auch die Schuldfrage für Unzufriedenheit ist im Buch spannend gelöst.
Das Ende werden so viele Lesende gar nicht mögen, ich weiß es jetzt schon. Aber es beantwortet letztlich auch ganz einfach die allerletzte Frage im Raum, die Frage ob Alle glücklich sind. Manchmal bedeutet Glück schlicht, nicht länger so zu tun, als wäre alles gut.
Traurig, wild, nicht auserzählt - die verwirrende Geschichte eines Familiendramas.
Relativ spontan habe ich das Hörbuch angeklickt und fand den nüchternen und doch sehr emotionalen Schreibstil fesselnd. Man wird anfangs gut in die Welt der Familie reingeworfen, sieht jedoch zu keinem Zeitpunkt eine glückliche Familie. Bereits ab der ersten Minute, in der Familienmitglieder aufeinander treffen, ist die Distanz und Entfremdung förmlich greifbar.
Im Laufe der Geschichte eskaliert das alles ganz schön. Dabei wechselt die Erzählperspektive mit jedem Kapitel. Jedes der vier Familienmitglieder wird dadurch greifbar, aber es werden so viele große Themen angeführt, die die Charaktere jeweils nur mit sich ausmachen. Dadurch wird die Geschichte überladen mit schweren Themen, die dann nicht tiefgreifend genug erzählt werden. Dadurch bleibt die Geschichte am Schluss unglücklich stehen und ich frage mich, was mir das Hören dieser Geschichte jetzt genau gebracht hat. Irgendwie fühlt sich das am Ende wie Zeitverschwendung an.
Nina: Die Mutter kämpft am stärksten mit dem Alleinsein und der Entfremdung zu ihrem Mann. Ein bisschen klischeehaft hat sie alles aufgegeben für einen Mann und für Kinder und ist jetzt an einem Punkt, wo sie sich selbst und ihre Wünsche wiederfindet. So weit, so gut. Allerdings wird dann auf den letzten Metern eine Liebesgeschichte mit einer Freundin, die irgendwie dann auch die einzige ist, eingebaut. Woher kommt diese sexuelle Orientierung auf einmal? Für mich war das irgendwie unangenehm, dass die einzige Freundschaft direkt zur Affäre wurde und sendet irgendwie das falsche Signal: sobald dir jemand zuhört, verliebst du dich in ihn/sie.
Alexander: Der Vater war einfach nur ein lüsterner alter Sack, der super offensichtlich allen hinterherschaut, unangenehme Kommentare und Witze macht, letzten Endes auch noch grapscht und bei dem Ganzen noch denkt, er wäre der König der Welt und mache alles richtig. Von seinem patriarchalen Denken hinsichtlich Karriere und Geld verdienen mal ganz zu schweigen. Er ist nie da, zeigt Desinteresse an der Kindererziehung und wenn er merkt, dass etwas nicht „normal“ ist, wacht er auf und spielt sich als Entscheider auf. Richtig ekelhaft. Woher dann zum Schluss diese Liebesbeteuerungen für Nina kamen, weiß ich nicht, es wirkte aber sehr narzisstisch und dass er nicht mit Zurückweisung und dem zerbrochenen Familienbild in der Öffentlichkeit wahrscheinlich zurecht kommt.
Emilia: Ihre Sichtweise war noch mit die normalste. Ja, sie wirkte naiv, aber das ist sie auch mit ihrem ersten Freund. Ihre Gefühle waren sehr realistisch und nachvollziehbar. Aber auch hier: wie das zum Schluss eskaliert ist, hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht. Wenn man so will, ist das eine Vergew*ltigung mit anschließendem Mobbing, was ihr wiederfahren ist und ich finde es ganz schlimm, dass sie mehr oder weniger alleine damit geblieben ist und erst, als eine fremde Person zu ihr durchrief, dass dann etwas ins Rollen kommt, was wir als Leser nicht mitbekommen. Schade!
Ben: Der maskuline Mann-Arc. Als sympathischer, normaler Junge gestartet gerät er an ziemlich fragwürdige Webinare, die sich sehr nach einem toxischen Alpha-Männchen-Kult anhören. Auch hier fehlt mir die klare Einordnung, dass es sich hierbei um Gehirnwäsche und Manipulation Jugendlicher handelt! Das Ende seiner Geschichte ist dann etwas sehr dramatisch und unverständlich, wie es dazu kommen konnte… auch hier: Schade!
Alle (un)glücklich - bewegender Roman, der nachhallt
Bei "Alle glücklich" von Kira Mohn werfen wir einen Blick hinter die Fassade einer Familie. Während der ganzen Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Mutter Nina, Vater Alexander sowie den Kindern Emilia und Ben geschrieben und schnell wird klar, dass die Familienmitglieder Situationen ganz unterschiedlich wahrnehmen und sie gar nicht wissen, was in den anderen wirklich vor sich geht.
Jeder der vier hat seine ganz eigenen Probleme und während man als außenstehender Betrachter den Eindruck bekommen könnte, dass alle wirklich glücklich sind, so ist letztendlich das Gegenteil der Fall.
Es war mein erstes Buch von Kira Mohn und ich bin dementsprechend ganz unvoreingenommen in die Geschichte eingestiegen. Schnell war mir jedoch klar: Die Autorin kann schreiben! Ich bin super schnell in die Geschichte eingestiegen, der Schreibstil war lebendig und sehr angenehm zu lesen und letztendlich hatte mich das Buch so in seinen Bann gezogen, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Besonders gut haben mir die Perspektivwechsel gefallen, da man so immer wieder neue Sichtweisen auf die Situationen erhalten hat. Außerdem möchte ich an dieser Stelle ganz besonders lobend hervorheben, dass die Autorin wirklich ernste und schwere Themen mit viel Tiefe in dieser Geschichte eingearbeitet und dabei unfassbar viel Fingerspitzengefühl bewiesen hat. Es sind zum Teil wirklich keine leichten Themen, doch ihr Umgang damit war grandios!
Ich bin ehrlich, den Verlauf dieser Geschichte habe ich nicht erwartet und ich habe mehrfach schlucken müssen. Es ist ein Buch, dass mich zum einen sehr bewegt hat und zum anderen ist es ein Buch, das nachhallt. Ich für meinen Teil nehme einiges aus diesem Roman mit und werde mehr auf das Miteinander in der Familie aber auch bei Freunden achten. Denn ein "Mir geht es gut" kann auch das komplette Gegenteil bedeuten.
Das Buch hat mich wirklich überrascht und sich als Meisterwerk entpuppt. Absolute Empfehlung! Allerdings möchte ich anmerken, dass es eventuell nicht für jeden geeignet sein könnte, da es wie gesagt zum Teil wirklich schwere Themen enthält.
Kira Mohn erzählt in ihrem Roman "Alle glücklich" von Familie, Liebe und den Herausforderungen des Lebens.
Im Fokus des Romans steht die Familie Holtstein: Mutter Nina, Vater Alexander, Sohn Ben (19) und Tochter Emilia (16). Die Geschichte wird aus allen vier Perspektiven erzählt, wodurch ich als Leser tief in die Gedanken, Gefühle und Konflikte jeder Figur eintauche und die familiären Dynamiken aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln erlebe. Die Holtsteins sind nach außen hin eine scheinbar perfekte Familie. Hinter der Fassade verbergen sich aber innere Konflikte, persönliche Sorgen und zerbrechliche Beziehungen, die jede Figur auf ihre eigene Weise prägen. Unausgesprochene Erwartungen und alte Wunden kommen zum Vorschein, Zerreißproben, die Beziehungen mit sich bringen.
"Alle glücklich" ist aber mehr als nur eine Familiengeschichte. Es geht um persönliche Entwicklung, Selbstreflexion und den Mut, eigene Wünsche und Bedürfnisse nicht hintenanzustellen.
Meiner Meinung nach ist es Kira Mohn gelungen, die Dynamiken innerhalb einer Familie realistisch darzustellen. Der Roman überzeugt durch seine emotionale Tiefe und die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Familie" und dem oft trügerischen Ideal nach außen, dass doch alle glücklich sein müssten. Kira Mohn zeigt in dem Roman, wie komplex familiäre Beziehungen sein können, die geprägt sind von Verantwortung, Erwartungen und dem Wunsch, gesehen zu werden.
Besonders spannend und realistisch ist die Beziehung zwischen Emilia und ihrer Freundin Alina, die den Kontakt abbricht. Dieser Moment zeigt, wie verletzlich Beziehungen sein können.
Berührend finde ich vor allem Bens Schicksal. Seine große Einsamkeit und sein Kampf, seinen Platz im Leben zu finden, machen ihn zu einer besonders nahbaren und mitfühlenswerten Figur.
Ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite ist, dass an einigen Stellen die Handlung etwas vorhersehbar ist. Das Ende jedoch hat mich wiederum überrascht.
"Alle glücklich" ist ein Roman, der zum Nachdenken über Familie und eigenes Glück anregt.
"Alle glücklich" von Kira Mohn hat mich sehr bewegt und ich denke, es wird mich auch noch eine Weile beschäftigen. Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und flüssig zu lesen, weshalb ich das Buch trotz der komplexen Themen sehr schnell lesen konnte. Der Schreibstil ist auch eher oberflächlich und lässt vor allem viel Spielraum für eigene Gedanken, die sich der Leser machen kann, was mir total gut gefallen kann. Auch die Erzählperspektive, die zwischen den vier Familienmitgliedern wechselt hat mir gut gefallen. Normalerweise bin ich kein Fan von mehr als zwei verschiedenen Erzählperspektiven weil ich immer dazu tendiere, mich besonders für einzelne Personen zu interessieren und mich die Kapitel dazwischen dann eher nerven, aber hier ist das Konzept gut aufgegangen, obwohl alle vier meist mit ihren eigenen Kämpfen zu tun haben und gar nicht so sehr gemeinsam als Familie auftreten. Anfangs fand ich vor allem interessant, wie die vier ihren Alltag leben, welche Unzufriedenheiten es gibt, aber trotzdem kam mir alles noch relativ normal vor. Welche Abgründe die Handlung noch nehmen würde, das hätte ich mir anfangs nicht vorstellen können. Trotzdem fand ich nichts davon unrealistisch, sondern im Gegenteil sehr realistisch und dadurch war die Atmosphäre im Buch teilweise schon etwas beklemmend und hat mich nachdenklich werden lassen. Die einzelnen Familienmitglieder und ihre inneren Kämpfe waren sehr nachvollziehbar beschrieben, sodass man selbst mit Ninas Mann Alexander mitfühlen konnte, obwohl er mir im Laufe des Buches immer unsympathischer wurde. Aber eigentlich ging es hier gar nicht um Sympathien, sondern um das echte, eherliche Leben, deshalb war das gar nicht so wichtig.bDas Ende fand ich richtig gut, auch wenn ich gerne noch weiter gelesen habe. Aber ich denke das war ein guter Zeitpunkt, um die Geschichte zu beenden und der ebenfalls noch Raum für eigene Gedanken bietet. Für mich war das Buch wirklich ein überraschendes und emotionales Highlight, das ich anfangs gar nicht so erwartet hätte.
Alle glücklich erzählt die Geschichte einer scheinbar normalen Familie: Nina, die Mutter, jongliert zwischen ihrem Job als Arzthelferin, einem heimlichen Nebenjob im Supermarkt und der Familie; Alexander, ihr Ehemann, arbeitet als erfolgreicher Arzt; der 19-jährige Ben studiert, verbringt viel Zeit in seinem Zimmer beim Zocken, während die 16-jährige Emilia gerade ihre erste Liebe erlebt. Auf den ersten Blick wirkt alles geordnet und harmonisch, doch die Autorin blickt hinter diese Fassade. Jedes Familienmitglied trägt seine eigenen Sorgen und Einsamkeiten mit sich, ohne sie zu teilen. Die Handlung wird dabei abwechselnd aus den Perspektiven von Nina, Alexander, Ben und Emilia erzählt und zeigt, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Realität in einer Familie sein können.
Die Stärke des Buches liegt ganz klar in seiner Authentizität. Kira Mohn beschreibt sehr realistisch, wie Nähe und Distanz in Familien nebeneinander existieren. Die vier Perspektiven ermöglichen einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt jedes Einzelnen, wodurch auch die scheinbar unsympathischen Charaktere wie Alexander verständlich werden. Auchh die Darstellung von Ben ist beeindruckend, er gilt von außen als faul und eigenbrötlerisch, ist innerlich jedoch einsam und wünscht sich Nähe. Die Geschichte entwickelt sich dabei spannend und psychologisch feinfühlig, ohne in übertriebene Dramatik abzudriften. Der Schreibstil ist klar und flüssig, lässt Raum für eigene Gedanken und hält die Spannung trotz der alltäglichen Handlung konstant hoch.
Ein sensibles, nachdenklich stimmendes Buch über das Leben hinter der scheinbaren Normalität. Es zeigt, wie wenig man oft über die inneren Kämpfe der Menschen um einen herum weiß und wie wichtig es ist, wirklich zuzuhören und hinzusehen. Ein emotional packendes, psychologisch klug aufgebautes Werk, das sicherlich auch gut für Diskussionen im Buchclub oder im schulischen Kontext geeignet ist. Die offenen Fragen am Ende regen zum Nachdenken an und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.
Meinung: Manchmal greife ich ganz bewusst zu Büchern, die eigentlich nicht meinem üblichen Beuteschema entsprechen. Familienromane gehören normalerweise nicht dazu, doch diesmal hatte ich Lust auf etwas anderes. Der Roman erzählt von einer Familie, die nach außen hin scheinbar alles hat: Erfolg, Harmonie und ein funktionierendes Leben. Je tiefer man jedoch in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird, dass dieses Glück vor allem eine Fassade ist. Wirklich neu ist diese Erkenntnis nicht schließlich wissen wir alle, dass jede Familie ihre Geheimnisse, Risse und unausgesprochenen Konflikte hat. Dennoch fand ich es spannend, hinter diese vermeintlich heile Welt blicken zu dürfen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, wodurch sich das Buch sehr schnell lesen lässt. Besonders gefallen hat mir die wechselnde Erzählperspektive aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder. Dadurch wird spürbar, wie unterschiedlich dieselben Situationen wahrgenommen werden und wie sehr jeder für sich allein kämpft. Das Thema Kommunikation oder vielmehr das Fehlen davon wird dabei sehr gut herausgearbeitet. Jede Figur trägt ihre eigenen Sorgen, Ängste und Wünsche mit sich, doch niemand spricht offen darüber. Es ist traurig zu beobachten, wie sehr diese Familie nebeneinander statt miteinander lebt und wie Nähe, Offenheit und gegenseitige Unterstützung im Alltag verloren gegangen sind. Trotzdem blieb bei mir eine gewisse emotionale Distanz. Die Figuren sind zwar liebevoll gezeichnet, doch ich konnte mich nicht vollständig in sie hineinversetzen. Viele Entwicklungen waren für mich vorhersehbar und konnten mich kaum überraschen. Gegen Ende wurde mir die Geschichte zudem zu viel: Die Ereignisse wirkten zunehmend überzogen und verloren für mich an Glaubwürdigkeit. Das Finale empfand ich daher eher als absurd denn als berührend. Insgesamt ist es ein gut lesbarer Familienroman mit einer interessanten Grundidee, der mich thematisch angesprochen, emotional jedoch nicht ganz abgeholt hat
Die Geschichte beginnt sanft und recht ereignislos. Abwechselnd begleiten wir die vier Familienmitglieder durch ihren Alltag und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Nichts Außergewöhnliches. Eine auf den ersten Blick glückliche, eher durchschnittliche Familie. Und doch stimmt etwas unter der Oberfläche nicht richtig. Der Alltag ist eingekehrt und eine immer stärker spürbare Unzufriedenheit schleicht sich ein. Bis man nur noch darauf wartet, dass irgendwas passiert. Dass irgendwer ausbricht und die bröckelnde Fassade gänzlich zerspringt. Und schlussendlich in einem lauten Knall verhallt.
Nina ist Mutter und Ehefrau, übernimmt den Großteil der Care-Arbeit und hält die Familie zusammen. Alexander ist vor allem Oberarzt, der zu viele Überstunden macht und so die Familie finanziert. Emilia ist mit ihren 16 Jahren Hals über Kopf verliebt und Ben, ihr großer Bruder, ist Student und ein eher zurückgezogener Gamer. Mohn gelingt es, mit unaufgeregter, beinahe schon nüchterner, aber stechend präziser Sprache, vier ganz unterschiedlichen Perspektiven eine Stimme, ihre vielschichtigen Charaktere und tiefe Emotionen zu verleihen. Auch einer der Stimmen, der ich nicht allzu viel Sympathie entgegenbringen kann, begegnet die Autorin auf empathischer Ebene, lässt aber trotzdem die notwendige Kritik ganz ungezwungen spürbar werden.
Alle glücklich ist ein Blick in eine Familie, die es genau so geben könnte. Lässt Strukturen, Gedanken oder Gefühle in sich selber wiedererkennen. Verleitet zum Nachdenken. Mit erzählerischer Leichtigkeit und gleichzeitig emotionaler Schwere. Wie das bitter-süße Schwelgen in einer Erinnerung oder einem Tagtraum.
Ich habe die Geschichte sehr gerne verfolgt und konnte mich nicht von den Worten lösen. Immer noch berührt und nachdenklich kann ich Alle glücklich sehr empfehlen.
Buchcover und Klappentext verraten zunächst nicht allzu viel über den Inhalt von Alle glücklich. Umso größer war meine Neugier. Nicht zuletzt, weil es mein erster Roman von Kira Mohn war, nachdem ich zuvor ihre Leuchtturm-Trilogie gelesen hatte.
Der Titel allein weckt bereits Erwartungen, die sich im Laufe der Geschichte auf eindrucksvolle Weise bestätigen. Besonders überzeugt hat mich der Aufbau des Romans. Die Kapitel beginnen jeweils mit passenden Leitsätzen der Protagonisten und werden abwechselnd aus den Perspektiven von Nina (Mutter), Alexander (Vater), Ben (Sohn) und Emilia (Tochter) erzählt. Obwohl es eine zentrale Grundgeschichte gibt, eröffnen die Perspektivwechsel unterschiedliche Blickwinkel auf dieselben Ereignisse. Schnell wird deutlich, dass der äußere Schein trügt: Nicht alle sind so glücklich, wie es zunächst scheint. Und unaufhaltsam nimmt die Katastrophe ihren Lauf.
Kira Mohn gelingt es, mit diesem Roman gleich zwei Generationen anzusprechen. Sprachlich wie psychologisch geht sie direkt vor und thematisiert Probleme unserer Zeit sowie deren Auswirkungen auf den (familiären) Alltag. Im Zentrum stehen Familie, Zusammenhalt und unerfüllte Wünsche.
Mich haben sowohl die Sprache als auch der Schreibstil und die Thematik sehr überzeugt. Alle glücklich ist ein Roman, der bewegt und nachhallt, auch wenn (oder gerade weil) er ein leicht flaues Gefühl im Magen hinterlässt. Ein intensives, nachdenklich stimmendes Buch und ein großartiger Roman einer exzellenten Autorin.
Wenn die scheinbare Ordnung zu bröckeln beginnt Alles wirkt erst einmal ruhig und geordnet. Eine Familie, die nach außen funktioniert, im Alltag ihren Platz hat und deren Abläufe vertraut scheinen. Doch hinter der Normalität verstecken sich Spannungen, die stetig an Gewicht gewinnen. Kleine Gedanken, unausgesprochene Wünsche und ein leises Ziehen begleiten die Figuren, ohne dass sie es selbst bemerken. Genau dort beginnt die Geschichte und entfaltet sich nahbar und glaubwürdig. Nicht alles wird ausgesprochen. Viele Gedanken bleiben für sich, Entscheidungen werden verschoben und Gefühle verborgen. Jede der vier Personen geht anders mit dem Druck um. Nach außen läuft vieles wie gewohnt weiter, doch innerlich ändert sich etwas. Dinge, die lange leicht erschienen, lasten plötzlich schwer. Kleine Entscheidungen zeigen, dass nicht alles so sicher ist, wie es wirkt. Die Figuren wirken vertraut, weil ihre Gedanken und Unsicherheiten spürbar sind. Situationen und Momente erscheinen wiedererkennbar. Schweigen, Zögern und Festhalten an Gewohntem wirken dabei ganz natürlich. Die Geschichte zeigt, wie schnell Routinen ins Wanken geraten und wie wichtig es ist, auf sich selbst zu achten. Man begleitet die Figuren durch Momente von Zweifel, Sorge und Hoffnung. Fazit: Ein warmherziges Buch über Familie, Nähe und das, was hinter den Fassaden bleibt. Die Figuren wirken lebendig und ehrlich, die Geschichte nachvollziehbar. Wer ruhige, gefühlvolle Geschichten schätzt, ist hier gut aufgehoben. Meine Bewertung: 4 Sterne
„Alle glücklich“ wirkt lange wie die x-te Geschichte einer bürgerlichen Vorzeige-Familie: Studium, Liebe, frühe Schwangerschaft, er macht Karriere, sie bleibt zu Hause. Nina rutscht nahezu geräuschlos in unbezahlte Care-Arbeit, während Alexander sich beruflich entfaltet und sich dabei für einen großartigen Familienvater hält. Nach außen funktioniert alles aber nach innen funktioniert absolut gar nichts.
Alle Hauptfiguren sind durchzogen von patriarchalen Mustern: ein emotional abwesender, selbstmitleidiger Vater, eine Mutter, die heimlich arbeitet, um sich ein Minimum an Unabhängigkeit zu bewahren, Kinder mit massiven Selbstwertproblemen. Besonders deutlich wird, wie tief diese Strukturen greifen, als selbst scheinbar „reflektierte“ Figuren reproduzieren, was sie eigentlich ablehnen. Kommunikation findet kaum statt – stattdessen das stille Erwartungsdenken: Die anderen müssten doch wissen, was man braucht.
Ehrlicherweise war ich kurz davor das Buch auf ca. der Hälfte abzubrechen. Bin aber jetzt heilfroh, es nicht getan zu haben, denn: Das eigentliche Aha-Erlebnis kommt spät, trifft dann umso härter! Dieses Buch schreit auf jeder einzelnen Seite Patriarchat! In jedem Gedanken, jeder Handlung, jedem unausgesprochenen Satz. Die Geschichte ist nicht banal, sie ist realistisch. Und genau deshalb so verstörend. Die Kritik ist leise, aber allgegenwärtig und wird mir definitiv noch sehr lange im Kopf bleiben.
Eine scheinbar perfekte Familie. Nach außen wirken sie vollkommen. Doch was steckt hinter der Fassade? Darum geht es in „Alle glücklich“. Nina und Alex sind seit über 20 Jahren verheiratet. Sohn Ben studiert, Tochter Emilia findet sich gerade selbst. Doch zwischen MTA Stelle und Klinikjob, Uni und Partys liegen viele Geheimnisse. Geheimnisse, an denen sie drohen, zu zerbrechen… Ich finde das Buch einfühlsam und spannend zu gleich. In authentischer, bildhafter Sprache bringt Kira Mohn uns die einzelnen Figuren näher. Interessant finde ich dabei die leisen Entwicklungen der Figuren. Emilia zum Beispiel ist anfangs verliebt und tut alles für ihren Freund, hinterher stellt sie ihr Verhalten in Frage. Nina auf der anderen Seite ist pflichtbewusst und legt zum Beispiel Wert auf gemeinsame Abendessen, bleibt aufgrund ihrer Fürsorge jedoch schnell auf der Strecke und kann sich nicht selbst verwirklichen. Erst nach und nach nimmt sie sich ihre durchaus verdienten Freiheiten. Ben ist in einer Drucksituation. Er ist unglücklich verliebt und wird nicht wahrgenommen. Zu Hause dagegen drängt sein Vater auf Mühe im Studium und entsprechende Leistungen. Nur beim zocken und einen mysteriösen Streamer fühlt er sich verstanden. Insgesamt ist das Buch gut umgesetzt und mit Plottwists, die ich so nicht habe kommen sehen, spannend bis zum Schluss. Nur wenige Situationen sind überspitzt und in die Länge gezogen. Dennoch gebe ich fünf Sterne.
Kira Mohn schaut gerne in die Abgründe des menschlichen Zusammenseins, so auch in ihrem neuen Roman „Alle glücklich“.
Auf den ersten Blick sind die Holtsteins die perfekte patriarchale Familie: Mama Nina hat ihr Medizinstudium vor langer Zeit zu Gunsten der Kindererziehung aufgegeben, Vater Alexander ist Oberarzt und selten zuhause, Ben studiert und zockt den halben Tag und Emilia ist zum ersten Mal verliebt. Doch die Berührungspunkte der Familie sind kaum noch mehr als wortkarge Abendessen und Streitereien und so sieht auch keiner die wirklichen Probleme des anderen und Stück für Stück droht die Familie auseinanderzubrechen.
Einmal mehr schafft es Kira Mohn, ihren Finger in die Wunden zu legen. Sie hört nicht da auf, wo es unangenehm oder schmerzhaft wird, sondern erzählt schonungslos und dennoch stets einfühlsam und authentisch von den Problemen, den Schwachstellen, den dunklen Seiten des Lebens und das ohne den erhobenen Zeigefinger. Mit jeder Seite schafft es die Autorin den Lesenden mehr und mehr in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen und ganz nebenbei das eigene Leben zu hinterfragen.
Ich bin trotz der Dramatik der Ereignisse und der schweren Themen nur so durch den Roman geflogen und habe auf jeder Seite mit den Figuren mitgefiebert. Ganz große Leseempfehlung!
Ohne laut und aufdringlich zu sein zeigt Kira Mohn in dem Roman auf wie weit sich eine Familie voneinander entfernt hat und nebeneinander her lebt.
Wir begleiten die Mutter Nina, ihren Mann Alex und die Kinder Emilia und Ben. Nach außen scheint alles perfekt, nur ist es das nicht.
Dadurch, dass alle Charaktere die Geschichte erzählen bekommen wir Einblicke in alle 4 Leben und Denkweisen. Für mich gibt es nicht viele Autor:innen die es schaffen so gut die Charaktere zu zeichnen. Beim Lesen fühlte es sich an, als ob man von einer Familie nebenan liest. Sehr echt, ehrlich und ohne Wertung.
Nicht nur, dass mir die einzelnen Leben sehr nah gingen, auch habe ich mich gefragt in wie vielen Familien das genau so ist. Jeder lebt sein Leben, nicht als Familie zusammen.
Mich hat das Buch sehr nachdenklich zurück gelassen und ich würde gerne noch wissen wie das Leben der 4 in 1,2 oder 5 Jahren aussieht. Jede Familie ist anders und jedes Familienleben sieht anders aus und auch jeder definiert sein persönliches Glück anders, nur frag ich mich ist manches glücklich wirklich ist, oder nur Gewohnheit?!
Kira Mohn hat mich wieder sehr berührt und mit dem Buch bleibend Eindruck hinterlassen. Ich weiß jetzt schon dass ich immer mal wieder an Familie Holtstein denken werde.
"Alle glücklich" erzählt von einer scheinbar perfekten Familie: Nina, Mutter und Ehefrau, arbeitet als MTA und hält die Familie zusammen, indem sie alles erledigt, was anfällt und für alle sorgt. Allerdings hat sie nachmittags noch einen Zweitjob, von dem keine*r etwas weiß und findet dort eine neue Freundin. Ihr Ehemann Alexander ist Oberarzt, strenger Fater und opfert sich aus seiner Sicht für alle auf, bekommt dafür jedoch zu wenig Dankbarkeit. Tochter Emilia ist zum ersten Mal verliebt und schwärmt sehr für ihren älteren Freund mit Auto und eigener Wohnung. Seit dieser Beziehung hat sich auch das Verhältnis zu ihrem älteren Bruder Ben distanziert. Er ist Student, hadert viel mit sich, aber überzeugt alle davon, dass es ihm doch gut gehe. Kira Mohn zeigt anschaulich, welch kleine Risse eine scheinbar perfekte Familie braucht, damit alles aus den Fugen gerät und das heilige Familienleben in einer einzigen Katastrophe endet. Von Kapitel zu Kapitel ist spürbarer, wie sehr sich der Druck aufbaut, wie die einzelnen Figuren aus ihren Rollen fallen, aufbegehren, sich selbst behaupten und Konflikte entstehen. Kira Mohn schreibt eindringlich, psychologisch klug und hat mich nach den ersten Seiten geradezu in ihren Bann gezogen, sodass ich "Alle glücklich" geradezu verschlungen habe.
Ein Highlight Alle glücklich hat mich auf den ersten Blick direkt angesprochen, aber so ein Highlight habe ich dann doch nicht erwartet - bin begeistert! Abwechselnd werden die Leben und Gedanken der vier Familienmitglieder Holtstein erzählt: Mutter Nina hinterfragt ihre Rolle als Haus- und Ehefrau, Vater Alexander stellt als Chefarzt seine Familie seit Jahren an zweite Stelle, Student Ben wünscht sich nichts sehnlicher als endlich auszuziehen und Freunde bzw. eine Freundin zu finden und Schülerin Emilia hat einen neuen älteren Freund, der ihr ganzes Denken bestimmt. Kira Mohn porträtiert hier eine "typische" Vorzeigefamilie, die nach außen hin das perfekte Bild abgibt, im inneren konflikt- und spannungsgeladener gar nicht sein könnte. Sie zeigt auf, wie jeder mit eigenen Sorgen beschäftigt ist und alle ständig nur nebeneinander her leben. Wie wichtig eine offene Kommunikation wäre, und die doch einfach ausbleibt. Durch die kurzen Kapitel, die jeweils ein anderes Familienmitglied beleuchten, war Alle glücklich so spannend erzählt und hat sich am Ende in einem großen Knall entladen. Von mir eine klare Empfehlung!
Ich muss gestehen, dass ich bisher weniger in diese Richtung gelesen habe und war sehr überrascht, dass es mir so gut gefallen hat. Ich fand die Sichtweisen der Charaktere aus ein uns der selben Familie und die dazugehörigen so unterschiedlichen Gedanken und Gefühle oder auch das Verständnis für Dinge sehr überraschend. Immer wieder mal musste ich den Kopf schütteln oder daran denken, dass ich wahrscheinlich anders gehandelt hätte. Aber hätte ich das wirklich oder kommt man irgendwann in diesen Trott des Alltags hinein uns vergisst die kleinen Dinge im Leben, die es Lebenswert machen. Das Buch hat mich überrascht, zum nicken und Kopf schütteln gebracht und einfach nur bewegt, da es so nah an einem normalen Alltag ist, das ich es kaum glauben konnte. Ich konnte jede Person in diesem Buch auf seine eigene Art und Weise verstehen, aber war dennoch über manches der Verhaltensmuster entsetzt.
Ich würde das Buch dennoch jedem Weiterempfehlen. Eine klare Empfehlung, aber keine leichte Kost. Das Buch wird mich noch etwas begleiten und über meinen Alltag und Entscheidungen nachdenken lassen.
„Alle Glücklich“ hat mich tief bewegt . Kira Mohn erzählt keine große Tragödie, sondern viel alltäglicheren Schmerz. Dadurch trifft es umso mehr. Das Langsame auseinanderdriften einer perfekten Familie, die auf den ersten Blick ein eingespieltes Team abgibt. Es brodelt ab beginn des Buches unter der Oberfläche und während alle Versuchen die Fassade aufrecht zu halten verlieren sie Stück für Stück ihren Verbindung. Der Erzählstil hat mich hier besonders gepackt. Durch die wechselndes Perspektiven werden einzelne Situationen so vielschichtig beleuchtet, dass man die Tragkraft kleiner Zeichen kennenlernt. Mohn’s Stil hat mich alle Emotionen fühlen lassen und hat mich mit dem erschreckend ehrlichen Ton nicht mehr losgelassen. Hut ab das Schweigen so stark wirken kann. Wie in vielen Anderen Büchern von Kira Mohn bleibt der Schreibstil ruhig, klar und emotional berührend. Die Nüchternen Beschreibungen ohne unnötiges Aufbauschen und ausschmücken stehen im beeindruckenden Kontrast zu ihrer immensen Wirkung auf mich. Ich konnte dieses Buch nicht weglegen.
„Alle glücklich“ ist der neue Roman von Kira Mohn. Er ist anders als „Die Nacht der Bärin“, reiht sich vom Genre jedoch ebenfalls dort ein (und nicht zu den Romancebüchern der Autorin). Es geht um die Familie Holtstein. Die Tochter Emilia ist verliebt, der Sohn Ben lost im Leben, der Vater Alexander arbeitet viel und die Mutter Nina kümmert sich und hält alles zusammen. Alles ist okay, alle wohl glücklich also… 4.25 ⭐️ Eine bewegende Geschichte einer Familie. Erzählt aus den unterschiedlichen vier Perspektiven, sodass die einzelnen Charaktere und ihre Dynamiken deutlich werden. Durch den Schreibstil liest es sich recht realistisch und authentisch, die Sprache ist (insbesondere zB verglichen mit „Die Bärin der Nacht“) eher leicht und einfach gehalten. Ich möchte nicht spoilern, nur so viel: die weiteren Ereignisse haben mich schlucken lassen (gäbe es Triggerwarnungen, würde ich dazu ermutigen diese zu beachten) und es ist eine bewegende Lektüre gewesen.
Vier Familienmitglieder – vier Problematiken klar umrissen Vorgestellt wird zunächst der Familienalltag der Holsteins, einer vierköpfigen Familie mit der 44-jährigen Mutter Nina, die auch in ihren weiteren Rollen als Arztehefrau und MTA wenig Wertschätzung erfährt, bis sie für sich neues Glück findet. Im Wechsel werden Gedanken und Probleme weiterer Familienmitglieder in und außerhalb des Familienalltags realistisch skizziert. Mit zunehmender Dramatik spitzen sich Zustände im Krankenhaus, in der Schule, an der Universität und in der Familie zu, obwohl doch alle eigentlich glücklich sein könnten. Der Schreibstil ist überzeugend authentisch in seinen verschiedenen, teils extremen Situationsbeschreibungen, die zum Nachdenken animieren können über behutsameren Umgang miteinander, mit mehr Einfühlungsvermögen und Respekt. Wie wichtig ist eine Ehe und Familie tatsächlich als kleinste Einheit in unserer Gesellschaft für eine sichere, auch emotionale Entwicklung all ihrer Mitglieder?
Kira Mohn beschreibt in ihrem Roman, Alle glücklich, eine vierköpfige Familie. Es sieht aus, als wären alle glücklich, aber wenn man die Hintergründe sieht, sind da viele Probleme. Mit viel Gefühl versteht es die Autorin diese Geschichte darzustellen. Alexander ist Oberarzt und ist in der Familie ziemlich dominierend. Obwohl Nina auch arbeitet, geht sie auf alle Wünsche der Familie ein. Sich selber stellt sie immer zurück. Erst eine neue Freundin öffnet ihr die Augen. Die sechzehnjährige Emilia erlebt eine unschöne erste richtige große Liebe, denkt sie. Ben ist neunzehn Jahre alt, er ist schüchtern und hadert mit seinem Leben. Die Autorin erzählt uns in diesem Roman, wie das normale Leben ist. Es sieht oft anders aus, als man denkt. Das ist das wahre Leben. Man muss immer kämpfen um glücklich zu werden. Es ist ein gut komponierter Roman, den ich gerne gelesen habe.
Alle glücklich von Kira Mohn ist eine intensive und emotional vielschichtige Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Die Handlung entwickelt sich zu einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle, in die man sich mühelos hineinziehen lassen kann. Die Figuren und ihre Erlebnisse wirken dabei durchgehend authentisch, nahbar und glaubwürdig.
Besonders gelungen ist die Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven, die der Geschichte eine starke Dynamik verleiht und kontinuierlich Spannung aufbaut. Dadurch fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, da jede neue Sichtweise das Gesamtbild vertieft und emotional bereichert.
Das Ende der Geschichte überrascht und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck – ein Abschluss, der bewegt und erschüttert und in dieser Konsequenz zu Beginn der Lektüre kaum vorhersehbar ist.
Insgesamt ist Alle glücklich ein eindrucksvoller Roman, der lange nachhallt und zeigt, wie kraftvoll emotionale und feinfühlige Erzählkunst sein kann.
In Alle glücklich erzählt Kira Mohn die Geschichte einer Familie, die nach außen perfekt wirkt, innerlich jedoch langsam auseinanderdriftet. Alexander, Nina und ihre Kinder Emilia und Ben tragen alle ihre ganz eigenen Sorgen mit sich – meist unausgesprochen. Durch die wechselnden Perspektiven erhält man einen tiefen Einblick in ihre Gedankenwelt und erkennt, wie sehr Schweigen und kleine Risse Beziehungen belasten können.
Der ruhige, klare Schreibstil wirkt äußerst authentisch und entfaltet gerade dadurch eine enorme emotionale Kraft. Ohne große Dramatik schildert Mohn alltäglichen Schmerz, der umso stärker berührt. Die Figuren sind lebensnah, ihre Gefühle nachvollziehbar, und man leidet unweigerlich mit ihnen mit.
Ein leiser, intensiver Familienroman, der lange nachhallt und zeigt, wie zerbrechlich vermeintliches Glück sein kann. Absolut lesenswert.
In "Alle Glücklich" geht es um Nina (Mutter), Alex (Vater) und deren Kinder Ben und Emilia. Nina ist eine liebevolle Mama, die sich für ihre Familie ein Stück weit aufgibt. Alex ist Chefarzt, denkt er ist nah an der Familie, auch wenn das nicht so ganz stimmt. Ben ist (seiner Meinung nach) Spätentwickler und schüchtern. Das würde er gern ändern. Im Gegensatz zu ihm ist Emilia mit allem sehr früh dran. Doch auf einmal gerät das "Familienglück" für jeden der vier in Schieflage.
Kira Mohn schreibt wundervoll aus 4 Sichten ein Buch, dass sich anfühlt als wäre man als Leser mittendrin. Man wird mitgerissen, verliebt sich mit den Protagonisten, leidet mit ihnen. Vor allem als Mama kann man vieles das Nina fühlt gut nachempfinden.
Und auch, wenn es 4 Handlungsstränge gibt werden diese am Ende wunderbar zusammengefügt und verknüpft. Mein Highlight in diesem Monat.