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Die Zukunft des Lesens

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Das Lesen ist in der Krise, das Schreiben wird durch generative KI Die Alphabetisierung ist im Wandel begriffen. Verlage, Bildungseinreichtungen, die Presse und andere Institutionen der Schriftkultur finden sich in der Defensive wieder. Deren Fixierung auf Literalität übersieht, dass KI es den Plattformen ermöglich hat, das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit neu zur Verhandlung zu stellen. Auf Plattformen werden das gesprochene und das geschriebene Wort mit weitreichenden kulturellen, politischen und sozialen Folgen Wo KI verbale Äußerungen und Texte gleichermaßen verarbeiten kann, beginnen orale über literale Formate zu dominieren. Damit läuft das Lesen Gefahr, eine Kulturtechnik der Wenigen zu werden.

In Die Zukunft des Lesens zeigt Christoph Engemann, wie die neuartige Plattform-Oralität von Podcasts, Onlinevideo und TikTok nicht nur das Lesen verändert, sondern deren KI-gestützte Monopolisierung auch die Offenheit der Sprache infrage stellt.

158 pages, ebook

Published December 18, 2025

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Max.
279 reviews527 followers
December 8, 2025
"... ist das Buch nicht nur Aufmerksamkeitsmonopolist, sondern auch Flexibilitätsinhibitor bei der Diskurskonsumption."

"Die Diskrepanz zwischen den Formaten der politischen Kommunikation, die auf Flüchtigkeit und situative Reinterpretationsoptionen bei affektiv wirkender Komplexitätsreduktionen von Aussagen vertraut..."

Zum Glück kann man die Tore der Universität schließen und sich nach diesem unsäglichen Scheiß-Stil auf eine Bank am Wasser setzen, um Entenquaken zu lauschen.

Inhaltlich stößt es manch stockenden Gedanken zum neuen Lesen in digitalen Zeiten an, verbaut mit allzu vielen Fremdwörtern aber auch oft den Zugang zu seinen Erkenntnissen.
Profile Image for Florian Lorenzen.
153 reviews167 followers
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November 21, 2025
Es ist seit längerem ein offenes Geheimnis, dass die Anzahl der Buchkäufer in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist. Hinzu kommen sinkende Erstauflagen der Verlage, der Einbruch von Zeitungs- und Zeitschriftenverkäufen sowie Studien, die belegen, dass selbst Studierende immer seltener täglich lesen. Der Medienwissenschaftler Christoph Engemann nimmt diese Entwicklung in seinem 140-Seitigen Essay „Die Zukunft des Lesens“ genauer unter die Lupe – und kommt dabei zu einer überaus pessimistischen Prognose.

Denn für Engemann handelt es sich bei diesem Lese-Rückgang keinesfalls um einen temporären Trend, welcher mit einer neuen, lesebegeisterten Generation wieder umgekehrt werden könnte. Er ist für Engemann vielmehr Ausdruck eines technischen Wandels, welcher die Praxis des Lesens zunehmend durch den Konsum von Podcasts und reichweitenstarken Influencern und Wissensvermittlern auf Social Media sowie durch Zusammenfassungen auf Knopfdruck durch LLMs wie ChatGPT & Co ersetzt. Statt selbst zu lesen, wird also immer öfter lesen gelassen, wodurch einerseits ein neues „Machtgefälle zwischen Selbstlesern und aus zweiter Hand Lesenden“ entsteht, anderseits den LLM-Betreibern und Social Media-Plattformen eine gehörige Macht zufällt.

Engemann entwirft damit eine meines Erachtens ziemlich realistische Prognose, die bei ihrem Eintreten mannigfaltige Folgen nicht nur für den Buchmarkt, sondern für die Gesellschaft insgesamt hätte. Gefragt habe mich in diesem Zusammenhang auch, welche langfristigen gesellschaftlichen Effekte zu erwarten sind, wenn nicht nur die Praxis des Lesens, sondern auch die des Schreibens (insb. von Sachbüchern) – also die gesamte Wissensproduktion und -aneignung – überwiegend an LLMs ausgelagert sind, worauf „Die Zukunft des Lesens“ jedoch keine Antworten liefert.

Insgesamt aber ein wirklich lesenswerter Essay, der nicht nur in der Verlagswelt aufmerksam gelesen werden sollte – und für mich ein spätes Jahreshighlight

Review auf Instagram: https://www.instagram.com/p/DRUDwkygmAq
Profile Image for Hendrik.
440 reviews110 followers
November 22, 2025
Der Medienwissenschaftler Christoph Engemann weist in seinem Essay auf eine paradoxe Entwicklung hin. Während die Leserzahl gedruckter Bücher und Zeitschriften abnimmt, steigen Produktion und Konsum von Texten stetig an. Ein medientechnischer Wandel ist zu beobachten, der vor allem auf Fortschritten im Bereich der digitalen Datenverarbeitung beruht. Systeme zur automatischen Spracherkennung (ASR) oder Large Language Models (LLM) erzeugen permanent neue maschinell auswertbare Texte, deren Adressaten nicht primär Menschen, sondern wiederum andere maschinelle Systeme sind.

Der echte Leser aus Fleisch und Blut wird zu einer raren Spezies. Auch wegen der wachsenden Popularität von Medien mit gesprochenen Inhalten, wie z.B. Podcasts, Online-Videos oder Reels. Das Buch verliert zunehmend seine Vormachtstellung als Wissensspeicher und -vermittler. Engemann prognostiziert eine Zukunft, in der das Lesen zu einer Beschäftigung elitärer Zirkel wird. Kulturpessimisten dürfte das in ihrer Haltung bestätigen. Deckt sich diese Einschätzung doch mit Meldungen in letzter Zeit, dass es um die allgemeine Lesefähigkeit und -willigkeit schlecht steht.

Auch der Autor stellt eine Diskrepanz zwischen dem Lesenkönnen und dem Nicht-mehr-lesen-Wollen fest. Das Phänomen kennt man bereits aus der Welt der Kochshows. Ob im TV oder Internet, das Kochen als mediale Inszenierung boomt, aber immer weniger Menschen kochen tatsächlich noch selbst. Im Bereich der Social-Media-Plattformen geschieht Ähnliches. Der Akt des Lesens wird an andere Instanzen delegiert (z.B. KI-Modelle oder menschliche Inhaltsproduzenten), welche als Vermittler des Gelesenen auftreten. Die Zukunft wird zeigen, ob dieser Trend von Dauer sein wird.

Was die Bewertung angeht, muss ich leider einige Abstriche machen. Zum einen fällt die hohe Zahl an Rechtschreib- und Grammatikfehlern auf, so dass der Eindruck entsteht, der Verlag glaube selbst nicht mehr an eine Zukunft des Lesens. Vielleicht rechnet man auch gar nicht mehr mit menschlichen Lesern (siehe oben), oder das Lektorat war gerade auf Betriebsausflug. Wer weiß. Zum anderen fand ich den Stil von Engemann anstrengend. Die Reihe in der sein Essay erscheint heißt Fröhliche Wissenschaft. Von fröhlich kann aber keine Rede sein, sondern eher von knochentrockener Wissenschaft. Der Jargon der Unverständlichkeit, in dem sich der Autor auszudrücken pflegt, erfreut die medien- bzw. literaturwissenschaftliche Peer-Group. Ist aber für Außenstehende eine regelrechte Zumutung. Dass er auch anders kann, beweisen ausgerechnet die Passagen, in denen es um Informatik geht. Fazit: Spannendes Thema, mangelhaft umgesetzt.
Profile Image for Lu Louche.
248 reviews5 followers
October 27, 2025
Judging from the title I hoped for a glimpse into the future of reading with a focus on AI/LLMs.
But this isn't really what you get.

The first half of the book is briefly about the reading crisis and then about the history of data, social media, data collection and speech to text. The reading crisis is portrayed as reading becomes less relevant and less people actually reading themselves. Some of the data might be outdated like that the interest of people aged 14 to 29 has gone back drastically. This is from an article from 2018 and looking it up online the trends seems to be that people aged 10-19 show a way bigger interest in books when comparing 2019 and 2023. Otherwise data for this sort of thing is sparse at best though and most of the times only revenue is talked about so there isn't much else one can look at here.

After the first half which spans chapter one and two we get chapter three which focuses on the new format of podcasts or video podcasts where the creator has read the texts and studies and presents the content to you. With this effectively transferring the act of reading from the recipient to this intermedium. One doesn't read anymore but watches people who read talk about the stuff. They always reference their sources but who does a deep dive there really? (me if I am actually interested...)
Here the author also says that people consume the stuff that they could have read themselves virtually in a different form like podcast,...
I mean sure this is true but practically speaking also not. I like happen to like this form of content so maybe I am biased but to actually read all of the stuff other people read and prepared for me would take more time than I will ever have...probably quiet literally. So this is like a filter for the every increasing amount of content or stuff to read.
And on the other hand I would argue that there are also a lot of people who would't have read the actual texts either way but now at least consume the podcast or whatever.

With a lot of stuff that we don't really agree on, there is one thing we agree on:
That if you present the texts you read in a video podcast or just a video, the game completely changes, because now there is a body talking, so you have multiple things that play a role here that couldn't have played a role with just the text. He however fails to point out that engagement farming,... is another big influencing factor here that might skew the content being read and eventually consumed audio-visually.

Alright, chapter 4 was the one I like the least.
I think 4.1 looses itself in suggested familiarity through familiar spaces - think filming in your living room or at your desk and in the meltdown economy where a big part of the appeal is that a meltdown of the content creator is right around the corner.
I feel non of that with the stuff that I consume.
4.2 Here again a focus on fewer non fiction and fiction being read but also on fewer movies and series being watched. But isn't this expected with different forms of content surfacing and establishing themselves? And with books it again seems like the book market is rather stable and not declining. Furthermore I would have liked the author to distinguish between fiction and non fiction since getting the main point from a non fiction book in short form content is alright but getting the main point from a work of fiction? not really a think expect if you have to read something for school.
And at the end he extrapolates that because of all that, the digital natives are desinterested in narratives in general which in turn could make them immune to manipulation through narrative. Yeah seems like a stretch right? Narrative is always a part of us, since our identity is basically the story we tell ourselves about us... Well maybe they have a bigger capacity to select the narratives they want to pick up but this seems welcome in a world where more and more content is flooding the narrative market.
So yeah, chapter 4 was all over the place.
So at this point I was hoping for chapter 5 to tell me something about the future of reading but no it didn't really. It is more like a summary of what came before - especially chapter 3.

So all in all this is not about the future but more about the current state of speech to text and video-podcasts where the content creators present information they read to you and how all of this changes the relationship we have with texts.

Here is a fun tidbit:
The line: "[...]es immer jemanden gibt, der einen Text oder ein Buch bereits gelesen hat und darüber spricht." p.102 is funny since there is no review for this book yet so it isn't true in this instance but here I am, posting a review and validating the argument...

Here are some mistakes I spotted along the way:
p.66 „Es ist dieses Spechzeug-Dispositiv , indem die Plattform-Oralität…“
p.83 „…verkehrt sich unter diesen medialen Bedingungen des Sprechzeug-Dispostivs zugunsten des gesprochenen.“
p.95 „wird das der Texautorenschaft inhärente Latenzangebot sichtbar.“
p.103 „In dieser durch das Sprechzeug entstandenen Konfiguration der Plattform-Oralität hat der gegenwärtige Wandel im Verhältnis vom gesprochenen und geschriebenen Wort statt.
p.111 gegenüber allen Beteiligen


9 reviews
December 17, 2025
Wichtiges Thema, aber leider kein Lesegenuß wegen miserablen Stils und schwachen Lektorats (jede Menge Rechtschreibfehler haben es hineingeschafft).

Ja, ich habe einiges gelernt, über die Verschiebung von Schriftlichkeit zu Oralität - die wiederum von einer neuartigen Schriftlichkeit begleitet wird. Und über die Protagonisten dieser Oralität, die für uns lesen, damit wir’s nicht müssen.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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