Geld, Energie, Zeit, Macht – von Frauen wird mehr verlangt.
Eine pointierte Analyse, die zeigt, wie es gerechter gehen könnte. Frauen verdienen weniger und zahlen mehr: für Produkte und Dienstleistungen, die speziell für Frauen vermarktet werden, für Menstruation und Verhütung, für Geburten und für Care Arbeit. Doch das ist längst nicht alles. Die patriarchalen Strukturen verlangen Frauen noch ganz andere Mehrkosten ab: Zeit, Einfluss, Energie. Diese Schieflage muss behoben werden.
Lea Joy Friedel analysiert die gesellschaftlichen Verhältnisse messerscharf und mit Humor, erzählt von Fallstricken, Erfolgen und vom Backlash. Sie wischt den Staub von den Strukturen und zeigt, was es braucht für eine faire Arbeitsteilung und eine gerechte Gesellschaft für alle.
Sehr eindringliche persönliche Erfahrungen untermauert mit Studien & Fakten. Eine Casestudy eines Millenials und eine Erinnerung daran, wie uns beigebracht wurde, unsere Körper zu hassen. Es ist erschütternd. Vor allem zu lesen, wie die Gesellschaft nach Kontrolle und Macht über den weiblichen Körper giert. Ich finde es toll, dass auch toxische Maskulinität erwähnt wird. Geschlechterrollen schaden am Ende allen, nicht nur Frauen. Es sind heftige Themen, aber es ist so wichtig und wird nicht genug diskutiert!
Grundsätzlich finde ich die Gedanken und die Berichte der Autorin sehr wichtig. Teilweise habe ich selbst gespürt, wie sehr ich mich sträube, alles zu glauben, was da steht, weil es so weit von der von mir empfunden Realität entfernt scheint und „freue“ mich über etwas offenere Augen.
Die drei Sterne vergebe ich, da ich es als unfassbar schwer zu lesen empfand. Mir fehlte die Struktur, die Kapitelnamen passten meiner Ansicht nach nicht zum entsprechenden Inhalt. Vieles kam wiederholt vor. Die Gedanken inkl. Quellen sortiert und präzise auf den Punkt gebracht und etwas häufiger durch Lösungsszenarien ergänzt, hätte ich lesenswerter gefunden.
Ein Buch, das ich nicht gebraucht hätte. Viele Anekdoten, die man so oder so ähnlich schon zigfach gelesen hat - wobei ich viele Erfahrungen teile, grade was Gewalt angeht. Und ich wünsche mir natürlich, das wäre uns allen nicht passiert.
Der Feminismus fühlt sich hier an wie vor 10 Jahren und ist ziemlich basic. Für mich war nichts Neues dabei, aber wenn man keine Berührungspunkte mit dem Thema hat und das zufällig das erste Buch ist, das man überhaupt dazu liest, mag es okay sein.
Leider sind da aber auch so komische Anwandlungen drin. Zum Beispiel findet es die Autorin ja ganz schlimm, dass man “alter weißer Mann” als Abwertung benutzt. Sie tut so, als wäre uns das Patriarchat von irgendeiner diffusen Macht auferlegt worden und nun leiden die armen, armen Männer ganz doll. Dass sie sich das selbst eingebrockt haben und bis heute nicht loslassen wollen, lässt sie weg.
Sie will außerdem nicht, dass Menschengruppen für alles verantwortlich gemacht werden und nennt dann unter anderem als Beispiele sowohl Arbeitslose als auch Reiche - als wäre das nur irgendwie vergleichbar. Als würden Reiche nicht Menschen, Tiere und Natur ausbeuten. Als würden sie nicht ihr Geld für Einflussnahme auf Politik und in manchen Fällen sogar zum Schaden der Demokratie (und Geschlechtergerechtigkeit!) nutzen.
Es gibt auch so komische Sätze wie:
“Ich rede hier bewusst von einem Faktor, der im Feminismus gerne ausgegrenzt wird: das Alter.”
Welcher Feminismus soll das sein? In allem, was ich so konsumiere, ist das Alter immer wieder Thema, in Podcasts sogar mit special Folgen. Dass Frauen unsichtbar werden, wenn sie altern, habe ich an verschiedenen feministischen Stellen gehört und gelesen, wieder und wieder. Warum tut die Autorin also so, als wäre sie eine der Wenigen, die darüber schreibt?
Die Frage ist halt auch, wie ernst ich es nehmen kann, The Kardashians oder The real Housewives of Beverly Hills als “hochwertige Dokumentationen” zu bezeichnen (hab nichts dagegen es zu mögen, aber dass das scripted ist und nur Ausgewähltes gezeigt wird, sollte allen klar sein). Da kommt dann auch immer wieder der Girl-Boss-Feminismus durch, der Frauen unkritisch für Reichtum feiert und allen anderen Neid unterstellt. Völlig weird, dass ich das 2024 noch lesen muss.
“Es bringt niemandem etwas, wenn man als Frau arm bleibt, nur um nicht am System der Ungleichheit zu partizipieren - wir sind eh schon mittendrin.”
Also erstmal sagt keiner, dass man arm bleiben muss, wenn man eine Möglichkeit raus hat. Trotzdem dachte ich immer, das Ziel ist der Umsturz des Systems. Stattdessen wird ordentlich gestichelt und die Neidkeule geschwungen, während Gier mal wieder ignoriert wird. Und dann spricht die Autorin später vom kapitalistisch vernebelten Feminismus… kann man sich nicht ausdenken.
Ansonsten geht's noch um Schwanger- und Mutterschaft, Periode und Verhütung, Schwangerschaftsabbrüche, Gender-Pay-Gap, Tradwives, Gewalt… und obwohl viel Richtiges und Wichtiges dabei ist, habe ich auch das alles so schon oft und vor allem besser formuliert gelesen.
Für mich gab es einfach keinen Mehrwert, was ich sehr schade finde.
Aber noch was Lustiges: Verona Pooth (die im Buch erwähnt wird) bekommt von der Autorin einfach den Namen Veronica verpasst. Da musste ich schmunzeln. Und dann habe ich extra nachgeguckt, ob Verona vielleicht eine Abkürzung für Veronica ist, aber nein. Sie heißt wirklich so - benannt nach der italienischen Stadt, in der ihre Oma geboren wurde. Wie cool. Hab ich doch noch was gelernt. :)
Ehrlich, sarkastisch und erfrischend. Lässt mich mich weniger alleine fühlen.
die Ehrlichkeit der Autorin ist wirklich der Wahnsinn, ich habe das gebraucht. Das Buch kann vielleicht eine schwere Lektüre sein, weil es komplexe Dinge reflektiert und das was alle Frauen belastet.
Der Humor und Sarkasmus der Autorin war bemerkenswert und ist erfrischend, bei all den schwierigen Themen und ihren ängstlichen Gedanken, die sie detailreich beschreibt. Aber es bringt die sehr spezifischen Geschichten auch wahnsinnig nachvollziehbar rüber.
Als Frau, die auch in den 2000ern ein Teenager war, hilft mir das Buch mich weniger allein mit meiner Schuld, Body dysmorphia und internalisierter Misogynie zu fühlen. Es hat eine sanfte Art und Weise der ermutigenden Selbstreflektion. Ich habe nach dem Lesen bei mir folgendes hinterfragt:
1. Wie spreche ich über meinen Körper und die Körper anderer Frauen? (Und Menstruation) 2. Minimalisiere ich meinen Schmerz oder den anderer Frauen? Wie und wieso tue ich das? 3. Wann habe ich mein Bauchgefühl in der Vergangenheit ignoriert und warum? 4. Was bedeutet es eine Mutter und Feministin zu sein? 5. Wie ist mein Money-Mindset und wo kommen meine Glaubenssätze her? 6. What kann ich tun um mein Wohlbefinden und das anderer Frauen zu verbessern?
Aber: es ist nicht nur ein Buch für Frauen. Ich würde mir wünschen, dass Männer in meinem Leben das Buch lesen. Die Autorin schreibt dass Misogynie und Geschlechterrollen von Männern sowie Frauen am Leben gehalten werden aber AUCH dass sie beide Geschlechter negativ beeinflussen (ja, es kostet auch Männern einiges). All das lässt mich hoffen dass wir uns als Gesellschaft verbünden und zusammen wachsen können.
Eine Frauen, die ihre intimsten Erfahrungen ehrlich und filterlos teilt, ist schon für sich alleinstehend ein Schritt in die richtige Richtung. Ich applaudiere Leas Mut und bin dankbar für das Beispiel das sie bringt als eine selbstreflektierende, sehr ehrliche Stimme. Ihre Verletzlichkeit wird andere Frauen inspirieren ihre Authentizität zu feiern, sogar wenn es furchtbar unbequem ist, weil es ein wichtiger erst Schritt in persönliche und soziale Weiterentwicklung ist.
Schon länger beschäftige ich mit Feminismus und patriarchalen Strukturen. Ich folge feministischen Stimmen auf sozialen Plattformen und lese Bücher zu diesem Thema. So sprang mich auch "Too much! Was es kostet, eine Frau zu sein" von Lea Joy Friedel an. Doch leider hat mich das Buch nicht überzeugt.
Die Autorin spricht in ihrem Werk viele Punkte an, bei denen Frauen mehr Geld, Energie oder Leistung aufbringen müssen. Sie erwähnt Pink Tax, den gesellschaftlichen Druck permanent gut auszusehen und davon, dass Frauen immer noch sozialisiert werden, lieb, nett und fürsorglich zu sein. Diese Themen waren mir bereits bekannt und daher gab es für mich bei diesem Buch keinen Erkenntnisgewinn.
Des Weiteren schwankt Lea Joy Friedel zwischen Wut, Ohnmacht und dem Drang, Männer in Schutz zu nehmen. Die zugrundeliegenden Strukturen unserer Gesellschaft, die ein Grundpfeiler des Patriarchats bilden, werden von ihr nur angerissen. Eine tiefergehende Analyse vermisste ich. Und bei all der berechtigten Wut macht sie es sich teils auch zu einfach. Manche Schilderungen wirkten auf mich gewollt hilflos. Das tat weh.
Ich erhoffte mir von dem Buch eine Aufklärung über die Kosten (materiell wie mental) eine Frau zu sein. Doch Friedels Blick verengte sich auf Fortpflanzung, Geburt und Gebären. Alles wichtige Themen. Doch sie trafen nicht meine Erwartungen, die ich aufgrund des Titels hatte.
Wer sich bisher noch nicht mit Feminismus beschäftigt hat, findet hier einen guten Einstieg. Wer bereits feministischen Stimmen folgt und sich mit dem Thema befasst, wird eher enttäuscht sein.
Das Buch greift die wichtigsten Themen auf und geht dabei in die Tiefe. Was mir besonders gut gefallen hat war, dass es sich das Buch nicht wie eine klassische Sachbuch Lektüre lesen lies, sondern man das Gefühl hatte die Autorin vor sich zu haben und ein Gespräch zu führen. Die meisten Themen werden den meisten Frauen bewusst sein, jedoch gab es auch Themen die mir weniger bewusst waren und dadurch stärker in den Fokus für mich gerückt sind. Alle Themen sind mit Studien und Fakten untermauert, die die Autorin verständlich widergibt und mit ihren eigenen Beobachtungen stützt. Der Schreibstil gefiel mir gut und die Autorin brachte ihren Sarkasmus in einzelnen Passagen sehr gut zur Geltung. Trotzdem rückte der Ernst des Themas nicht in den Hintergrund. Auch wen man aus dem Buch die persönliche Meinung der Autorin herauslesen kann und dies oft bei Sachbüchern kritisiert wird, fand ich das jedoch hier genau passend, da in dem Buch Themen aufgezeigt werden, die einfach Emotionen auslösen sollen und das ist der Autorin hier in meinen Augen gut gelungen. Inhaltlich wird das Buch wahrscheinlich eher für jene Leser:innen etwas sein, die sich neu mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen, aber trotzdem sind es Inhalte die nicht oft genug erwähnt werden können. Für mich also eine klare Empfehlung.
„Wenn sich Mütter nach der Befruchtung gegen ein Kind entscheiden, nennt man das Abtreibung oder Kind verstoßen. Wenn Väter sich gegen ihr Kind entscheiden, nennt man das Fluchtinstinkt.“
Das Buch hat nicht umsonst eine riesengroße Triggerwarnung. Die persönlichen, traumatischen Erfahrungen sind teilweise hart zu verdauen. Habe an vielen Stellen aber auch laut lachen müssen z. B. Beim Vergleich des schwangeren Zustandes mit Kafkas „Die Verwandlung“. Auch der Take zum Stillen war on Point und habe ich so gut wie nie aus dieser Perspektive gelesen:
„Ich hasse Stillen wie die Pest. […] Es schüttelt mich fünf Kahre später immer noch wenn ich das Wort „Abpumpen“ höre.“
Allem in allem eine tiefgründige und bitterehrliche Analyse des Frauendaseins.