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Fabelland: Der Osten, der Westen, der Zorn und das Glück | Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2025

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Eine unverzichtbare Stimme zur Lage der Demokratie in Ost und West

Der 9. November 1989. In Berlin fällt die Mauer. Es ist einer der glücklichsten Momente der deutschen Geschichte. Ines Geipel ist bereits im Sommer in den Westen geflüchtet und erlebt den Zeitriss, die Hoffnungen und Aufbrüche als Studentin in Darmstadt. 35 Jahre danach erinnert sie Wie fühlte er sich an, dieser historische Moment des Glücks? Wie erzählen wir uns Ost und West und die Wiedervereinigung? Woher kommt all der Zorn, woher die Verleugnung, wenn es um den aktuellen Zustand des Landes geht? Mit großer Klarheit und Offenheit geht Ines Geipel in ihrem Buch »Fabelland« noch einmal zurück. Zurück in die politische Umbruchslandschaft nach 1989, in die eigene Familie, zurück in all die verstellten, besetzten Räume der Erinnerung, zurück zu den Verharmlosungen und Legenden, die die Gegenwart so vergiften. Ein fesselndes, nein, ein befreiendes Buch, das auf die Frage zulä Können die Deutschen ihr Glück auch verspielen?

265 pages, Kindle Edition

Published August 14, 2024

2 people are currently reading
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About the author

Ines Geipel

28 books11 followers
Former athlete and author.

Geipel was born in the German Democratic Republic and was a member of the national athletics team. She was one of the former athlets who sued leading sport functionaries because of the doing program of the GDR.

In 2011 she was awarded for her engagement for suppressed litature in the former GDR.

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,376 reviews192 followers
September 23, 2024
Ines Geipel flüchtete Ende August 1989 über Ungarn aus der DDR; sie ist vielen aus der Diskussion um staatlich verordnetes Doping in der DDR bekannt und Literaturinteressierten durch ihre Aktivität, die Dichterin Inge Müller bekannt zu machen. Ihre zentralen Themen sind u. a. Nationalsozialismus, DDR-Diktatur und die Umbrüche, die Kriegsende und Wiedervereinigung für Generationen bedeuteten, die zu dem Zeitpunkt in der Mitte des Lebens standen. Ihre eigene Fluchtgeschichte bringt in Erinnerung, dass bis zum Mauerbau 1961 knapp 4 Millionen Menschen die DDR verließen und praktisch aus dem Nichts eine neue Existenz schufen. Geipel beschreibt anschaulich die Endgültigkeit, mit der sie durch die Wiedervereinigung zur BRD-Bürgerin erklärt wurde. Da der Autorin jegliche Ostalgie fremd ist, konfrontiert sie ihre Leser:innen ungeschönt mit der Kluft, die zwischen dem Bild des funktionierenden sozialistischen Staates und der Realität der arbeitenden Bevölkerung klaffte. Am Beispiel von Holocaustleugnung, Ausländerfeindlichkeit und des Gesundheitssystems zeigt sie als frommen Wunsch auf, in der „Wärme des Kollektivs“ sei früher alles besser gewesen.

Raum findet Geipels Familiengeschichte samt Flucht über die Ostsee und Bombardierung Dresdens und das erlebte Schweigegebot, das den äußeren Schrecken ertragbar machen sollte. Allein die Agententätigkeit ihres Vaters in Westdeutschland bis 1984 und der Lehrerinnenberuf ihrer Mutter bieten genug Anknüpfungspunkte für die systemkritische Betrachtung des vermeintlich besseren deutschen Staates. Loyalität ihres Vaters gegenüber dem Staat bedeutete für die Kinder der Geipels wie für viele Ostdeutsche ihrer Generation auch Illoyalität gegenüber Familie und Kindern. Hochinteressant war für mich, dass 1962 die Erkenntnisse der Bindungsforschung offiziell abgeschafft wurden, um die Krippenerziehung als Betreuungsstandard durchzusetzen und die (durch die hohen Flüchtlingszahlen) freien Arbeitsplätze mit Frauen besetzen zu können. Frauen- und Mutterbild im Sozialismus, der Problemkomplex aus Flucht, Neuanfang im Westen und staatlicher Schikane zurückgebliebener Angehöriger, die Folgen staatlich verordneter Entfremdung durch die deutsche Teilung, boshafter Sprachgebrauch beider Seiten, mangelhafte Überprüfung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter nach 1989, Gerhard Schröders Gazprom-Connection, deutsche China-Politik, Flüchtlingssommer 2015 - Geipel lässt kaum einen der Konflikte aus, die gern geleugnet würden. Umfangreichen Literaturhinweise regen zur Vertiefung an, wie z. B. Maaz: Der Der Gefühlsstau: Psychogramm einer Gesellschaft (1990).

Fazit
Ines Geipel legt eine kompakte, faktenreiche, persönliche wie historische Bilanz der gesamtdeutschen Nachkriegsgeschichte bis in die Gegenwart des Ukrainekriegs vor. Auf drei Ebenen (ihre Biografie als Geflüchtete/Großeltern- und Elterngeneration, Stasi und das Schweigen/Ostalgie, Geschichtsklitterung und neue Schweigegebote) bietet ihr Buch die Chance, deutsche Empfindlichkeiten nachzuvollziehen, insbesondere die Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus nach Carolin Amlinger/ Oliver Nachtwey.
Profile Image for Lange, Sabrina.
150 reviews
December 27, 2025
"Fabelland" von Ines Geipel ist ein Roman, der sowohl die persönlichen als auch die gesellschaftlichen Aspekte von Freiheit und Unterdrückung beleuchtet. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die mit den politischen und sozialen Herausforderungen der damaligen Gesellschaft konfrontiert ist.
Besonders beeindruckend fand ich die Mischung aus bildhafter Beschreibung und klarer politische Botschaften. Durch das, dass das Buch aus der ICH Perspektive geschrieben ist, wird man direkt in die Zeit und Geschehnisse hinein versetzt. Die Charaktere sind vielschichtig, und durch ihre Entwicklung sehr spannend. Damit schafft es Ines Geipel, komplexe Themen wie eigne Wünsche, Ziele und Widerstand miteinander zu einem Gesamtgebilde zu verweben.
Das Buch zeigt Aspekte, die bisher vielleicht eher unbekannt oder beim persönlichen Bild der damaligen Zeit unberücksichtigt waren. Das macht das Buch zu keiner einfachen Kost, da es doch sehr zum Nachdenken anregt.
Durch die verschiedenen Facetten wird das Buch zu einer Empfehlung für alle, die sich für gesellschaftskritische Literatur und der Vergangenheit von Deutschland interessieren.
Profile Image for bibliophilic_wanderer.
322 reviews34 followers
September 17, 2024
Thank you once again to netgalley for this ARC. This was definitely not a light read since it's non-fiction but it was a well-researched and interesting look into the east-west conflict in Germany.
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Deutsche Rezension:

Fabelland ist ein extrem gut recherchiertes Buch. Man merkt, dass die Autorin viel Zeit und Liebe hinein gesteckt hat. Die geschilderten persönlichen Erfahrungen über Geipels Eltern und mit wichtigen Figuren die in Geschichtsbüchern zitiert werden waren der beste Teil des Buchs. Es verliert sich nur leider etwas in philosophischen Floskeln und springt hin und her in der Zeit und zwischen verschiedenen Geschehen/Orten, dass jemand der sich nicht so gut mit dieser Periode auskennt, schnell verwirrt und überwältigt beim Lesen sein wird. Es hat aber definitiv mein Interesse in den Ost-West-Konflikt und den Einfluss auf die jetzigen Parteien und Probleme in Deutschland geweckt.
Profile Image for Christel.
573 reviews18 followers
October 3, 2025
Für ein Sachbuch sehr impressionistisch, reflexiv... die einzelnen Kapitel nicht wirklich im Zusammenhang .... es leist sich gut, bietet einiges an Einsichten, sit aber doch oft plakativ und etwas selbstgerecht.
452 reviews5 followers
January 16, 2026
Ich fand das Thema des Buchs sehr interessant. Es erzählt von den persönlichen Erfahrungen der Autorin nach der Wende, aber erklärt auch größere Zusammenhänge der Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen. Leider war nicht immer leicht zu lesen, da es viele zeitliche und thematische Sprünge gab. Trotzdem ein wirklich informatives Buch.
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