Was sich 7 Jahre nach #MeToo in Deutschland verändert hat
Seit 2017 ist der Hashtag #MeToo über die Sozialen Medien zu einem der mächtigsten Schlagwörter im Kampf gegen Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern geworden. Immer mehr Fälle werden seitdem bekannt, immer lauter und kontroverser werden sie diskutiert. Der Rückhalt für Menschen, insbesondere Frauen, die öffentlich über Missbrauch sprechen, ist stärker geworden, aber der Gegenwind auch rauer. Ohne die Enthüllungen von mutigen Journalistinnen wie Juliane Löffler würden viele Missstände nie an die Öffentlichkeit kommen und Betroffene würden aus Angst weiter darüber schweigen. In diesem Debattenbuch führt die SPIEGEL-Journalistin hinter die Kulissen ihrer journalistischen Sie erklärt, wie vertrauliche Gespräche über Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt ablaufen und was es bedeutet, sich mit Vorwürfen gegen mächtige Männer in die Öffentlichkeit zu wagen. Löffler analysiert aktuelle Debatten, lässt prominente Akteurinnen zu Wort kommen und führt die Strukturen und Mechanismen hinter den einzelnen Enthüllungen zu einer großen Erzählung zusammen. Dabei macht sie deutlich, wie die #MeToo-Debatte unseren gesellschaftlichen Diskurs verändert hat, und zeigt, wieso Systeme von Machtmissbrauch in Deutschland bis heute fortbestehen.
"La honte doit changer du camp" (The shame must change sides) - Gisèle Pélicot
Löffler was one of the key reporters uncovering the #metoo scandal around powerful editor-in-chief Julian Reichelt, which made it even into the New York Times, and she has done plenty of other research around instances of sexualized violence - so she has a lot of expertise and plenty of stories to share, which is why for the first 100 pages, which detail the history of #metoo and reiterate common, well-known standpoints, I was disappointed: The people who pick up this kind of book will mostly know all this already. But then, the text gains significant momentum.
What makes the book rather unique is that Löffler, a feminist investigative writer who depends on sources stepping forward, reflects very honestly on the dangers of public exposure in a world that does move in the right direction, but is still a dangerous place for people who openly talk about violations, especially if committed by powerful members of society. And the author dives into the why: Societal frameworks, flaws of the press, lawyers and judges, the failure to protect victims in various fields, persisting misogynistic attitudes (did the alleged victim say no? what did they wear? etc.).
Löffler also revisits haunting cases: Reichelt, of course, but also the terrible story of Gina-Lisa Lohfink (who, based on her looks and occupation as a reality starlet, was viciously insulted when she pushed charges against a tape that circulated on the internet showing her having what I am legally obliged to call "sex"), Rammstein singer Till Lindemann and many others, like e.g. a Berlin-based HIV specialist who was convicted for sexually abusing patients - Löffler is not allowed to give the full story or apparently name his lawyer who she reports behaved questionably, but American media law is different, so in case you're interested, check out the Columbia Journalism Review. The author also ponders the effects of the reporting on the journalists, and how to deal with pressure and trauma.
So push through the beginning, the latter parts are worth it. Also, the cited works are highly interesting:
Bietet das, was der Untertitel verspricht: Neben Erklärungen, Beispielen und Auswirkungen sind es aber vor allem die Blicke hinter die Kulissen einer MeToo-Recherche, die dieses Sachbuch auszeichnen. Juliane Löffler zeigt nicht nur, welche besonderen Herausforderungen investigative Recherchen auf diesem Themenfeld mit sich bringen, sondern auch, was "die Presse" überhaupt kann/darf/soll - und vor allem, was nicht.
Mehr zum Buch in unserer ausführlichen Besprechung @ Papierstau Podcast: #311: Sternzeichen Satan
In "Missbrauch, Macht & Medien" beschreibt Juliane Löffler, was sich in 7 Jahren nach dem #MeToo in Deutschland verändert hat und bringt uns den investigativen Journalismus näher und lässt uns hinter die Kulissen blicken.
Juliane Löffler schafft mit diesem Buch großartiges. Sie löst in mir viele Gefühle aus, und bringt mir aber doch sachlich das Thema und insbesondere die investigative Arbeit näher. Jedes Kapitel wird mit Fällen unterstrichen und während sie uns aufzeigt, was Medien in Hinblick #MeToo können und dürfen und vor allem was sie nicht dürfen/können, behält sie immer das Ziel im Auge. Am Ende fügt Löffler zudem ein Interview ein, welches für mich das ganze Buch einfach rund macht und mir persönlich auch nochmal viel gezeigt hat.
Ich möchte dieses Buch unbedingt jedem empfehlen. Es ist wirklich großartig und es war nicht mein erster Blick in das Buch.
Buchdetails: erschienen am 23.10.2024 bei DVA - 272 Seiten - gelesen als Hardcover (23,00 €)
Spannender Einblick, wie Journalist*innen bei MeToo-Fällen vorgehen, wie sich das auf sie auswirkt und was sich verändert hat. Was dazu führt, dass und was berichtet wird und auch die Reaktionen der Öffentlichkeit. Gleichzeitig zeigt es auch die Schwierigkeiten, die immer noch bestehen und dass es noch viel zu tun gibt.