König Otto auf dem Thron. Der Kaiser in New York. Ein Torhüter als Wrestler.
Fußball war immer schon mehr als nur Fußball. Deshalb macht sich Lucas Vogelsang auf den Weg, an die Ränder des Spiels, zu den Helden von einst, trifft Paul Gascoigne und Vinnie Jones in England, Mehmet Scholl in München und Rehhagels rechte Hand in Thessaloniki. Er tanzt mit Beckenbauer und Pelé im Studio 54, wirft sich mit Tim Wiese in den Ring und geht mit Häßler, Legat und Hartwig in den Dschungel.
So sind seine NACHSPIELZEITEN eine Reise durch die Bilder und Biografien. Aber vor allem eine große Liebeserklärung an den Fußball und die Menschen, die ihn prägen.
Wie konnte Otto Rehhagel 2004 Europameister werden, Paul Gascoigne in einer einzigen Nacht ein ganzes Land verändern und Franz Beckenbauer Ende der Siebzigerjahre New York erobern?
Lucas Vogelsang schaut noch einmal genau hin und erzählt in seinem neuen Buch von den langen Augenblicken nach dem Abpfiff, dem schnellen Leben nach der Karriere, den kleinen und großen Dramen des Spiels. So nimmt er uns mit, auf eine Ehrenrunde durch die Momente und Zitate, hinein in die Erinnerungen und den Jubel. Und liefert damit, ganz nebenbei, auch die nächste Ladung Legenden.
Seine NACHSPIELZEITEN sind eine literarische Verbeugung. Vor dem Fußball. Und den Menschen, die ihn prägen.
Die besonderen Fußballmomenten entstehen auch dann, wenn man sich mit den Spielern - den Hauptprotagonisten des Spektakels, das für manche sogar mehr ist als nur die schönste Nebensache der Welt - besonders identifiziert. So war es bei mir bei Bastian Schweinsteiger im WM-Finale 2014. Schweinsteiger, schon mit einem blutigen Cut gezeichnet, war sichtlich am Ende. Das Finale war zu seiner persönlichen Leidensgeschichte geworden. Konnte er das Leid überwinden und dieses wichtigste Spiel seiner Karriere gewinnen, nachdem er schon an anderer Stelle entscheidend gescheitert war? Um Schweinsteiger geht es nun in dem Buck von Lukas Vogelsang nicht. Aber um die Verbindung zu den Helden. Und diese menschliche Verbindung zu den einzelnen Helden schafft Vogelsang auf eine tolle Art und Weise. Er nimmt einen mit auf die Reise der einzelnen Personen von Mehmet Scholl, über Franz Beckenbauer und Pele, bis zu Vinnie Jones und Gazza. Es sind außergewöhnliche Geschichten, die er erzählt. Mit Beckenbauer und Pele in New York. Mit Vinnie Jones an Gazzas Sack. Der Erzählstil ist dabei ruhig, die Spannung kommt aus den Geschichten selbst und das ist mehr als genug. Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen, und das liegt an unterschiedlichen Aspekten. Einerseits waren die Geschichten für mich neu und ich war von Ihnen nicht gelangweilt sondern sie erzeugten im Gegenteil Spannung in mir. Ich gewöhnte mich an die Erzählweise und fühlte mich ruhig und sachlich, trotzdem mit dem nötigen Witz, immer unter- und nie aufgehalten. Und ich glaube, dass Vogelsang mit seinem Buch die Faszination des Sports und die Verbindung zu seinen Helden treffend einfängt. In Vorfreude auf das Turnier diesen Sommer, lohnt es sich dieses Werk zu genießen, in der Hoffnung, dass wir im Sommer Zeuge neuer Heldentaten werden.
Wahnsinnig pathetisch und inhaltslos. Mag daran liegen, dass ich das direkt nach dem Escher-Buch gelesen habe, aber das Ding hat wirklich absolut gar nichts über pseudoemotionale Anekdoten hinweg zu bieten. Lohnt nicht.
"Was macht einer, der immer gelaufen ist, wenn die Laufbahn plötzlich endet?"
Was ist aus den großen Fußballstars und den Trainerlegenden nach dem Ende ihrer aktiven sportlichen Laufbahn geworden? Wie haben sie ihre ganz persönliche Nachspielzeit gestaltet? Die Karriere nach der Karriere.
- 2004 unvergessen: König Rehagel führt Griechenland absolut sensationell zum Europameistertitel in Portugal. - Die Geschichte tragischer Helden, wie zum Beispiel die von Mehmet Scholl. - Fünf Bundesligaspieler die sich fast "freiwillig" ins Dschungelcamp begeben. - Das langsame, aber unvermeidbare Scheitern eines Tim Wiese. - Christian Fährmann aus Neuköln und der Aufstieg der alten Tante. - König Pelé und Kaiser Franz in New York. - Paul Gascoigne und der "Vorfall".
Das sind die Geschichten und die "Helden", von denen Lucas Vogelsang in seinem neuen Buch "Nachspielzeiten" erzählt.
Als Fußballfan erinnert man sich sofort an die allermeisten der beschriebenen historischen Fußball-Momente, das Kopfkino wird unmittelbar gestartet.
Vogelsang dokumentiert persönliche Lebens- und Leidensgeschichten, vor allem abseits des Platzes, er gibt Siegen und Niederlagen ein Gesicht und erzählt Anekdoten, die man so noch nirgends gelesen hat.
Auch das Buchcover kann gefallen: musste ich zunächst noch rätseln, wer da denn wohl abgebildet sein soll, kann man am Ende der Lektüre alle sechs Personen eindeutig benennen.
"Nachspielzeiten" ist ein besonderes Buch mit einem tollen, amüsanten Schreibstil. Interessant für alle, die sich schon etwas länger für die wichtigste Nebensache der Welt interessieren und gerne einmal den Menschen hinter der Schlagzeile kennenlernen möchten.
Anekdoten über den Fußball sind oft spannender als manche Spiele. Ich habe mich um dieses Buch bemüht, um meinem Mann eine Freude zu machen. Was schenkt man einem Mann zum Hochzeitstag, der schon alles hat? Natürlich ein Buch, natürlich ein Buch über ein Thema, das ihn interessiert, natürlich ein Buch über Fußball. Dabei bin ich selbst am Buch kleben geblieben, so ähnlich wie Hans im Glück im Märchen.
An Otto Rehagel - Rehakles - kann ich mich noch gut erinnern und an die Euphorie der Griechen in Griechenland und Europaweit. Fußball ist eigentlich eine einfache Sache. 22 Jungs oder Mädchen in kurzen Hosen gehen auf den Rasen, dreschen 90 Minuten auf einen Ball ein und gut is. Aber es sind die Anekdoten und Geschichten rund um Spieler, Trainer und das Stadion, die den Fußball erst interessant machen. Und das hat mich fasziniert. Ob Rehagel ohne seinen griechischen Assistenten wohl solch einen Erfolg mit der griechischen Mannschaft gehabt hätte? Manchmal ist die Übersetzung wichtiger als die Originalsprache. Da ich manche Sendungen der privaten Sender nicht verfolge, mangels Interesse und qualitativ besser verbrachten Zeit, war mir neu, dass manche Profi-Fußballer im Dschungelcamp mitgemacht haben oder sogar zu Wrestler wurden. Dass Fußballer ständig auf den Rasen spucken, ist nichts Neues, nur Ekliges. Ich würde den Stadionrasen nicht mal mit Springerstiefeln betreten. Dass sich Fußballer foulen, die Knie, Knöchel oder Beine zertrümmern, ist auch bekannt. Aber dass sie sich hinterrücks und trotzdem vor aller Augen tätlich angreifen, so wie Vinnie Jones es mit Paul Gascoigne getan hat, hätte ich lieber nicht gewusst. Da finde ich die Männerfreundschaft zwischen Péle und Franz Beckenbauer schon viel schöner. Das ganze Buch ist voller Anekdoten, Berichte, Zitate, Kommentare. Der Stil ist einzigartig und hat mich an Fußball erinnert: Vogelsang nimmt Anlauf, stoppt kurz, dribbelt ein paar Schritte auf der Stelle oder nach rechts, um dann sofort wieder die Richtung zu wechseln, Gesagtes dadurch in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Dadurch wird das Buch erst richtig lebendig und nicht wie ein Geschichtstraktat eines Oberstudienrates.
Was haben Otto Rehhagel, Mehmet Scholl, Tim Wiese, Franz Beckenbauer, Paul Gascoigne, Christian Fährmann und die fußballtalentierten Dschungelcampbewohner gemeinsam? Ihnen allen hat Lucas Vogelsang in seinem Buch Nachspielzeiten ein Kapitel gewidmet.
Ich muss gestehen, die dezente Anmerkung ‚Sachbuch‘ habe ich bis zuletzt gekonnt überlesen, deswegen habe ich aufgrund des Klappentextes und der ausgewählten Persönlichkeiten ein emotionales Werk, mit lustigen Anekdoten und ‚Kabinengesprächen‘ erwartet. Der Prolog hat dem komplett entsprochen, der Autor hat es hier geschafft die Magie dieses simplen, aber wunderschönen Sports zu übertragen und die Emotionen eines Fußballfans auszudrücken.
Dieser emotionale Schreibstil hat sich dann in den Geschichten verloren, was erstmal den Anschein erwecken könnte, dass nun das Sachbuch zum Vorschein kommt. Die einzelnen Kapiteln sind sicherlich mit Informationen und Wissen versehen, das man als Sachbuch werten könnte, dennoch liest es sich aufgrund des Schreibstils nicht als solches. Es ist durchweg eher oberflächlich und mit Metaphern geschrieben, sodass der Lesefluss unterbrochen wird und ich nach einem Kapitel auch erstmal eine Pause brauchte.
Ich konnte aus Nachspielzeiten neues Wissen mitnehmen, etwa die Bedeutung des Co-Trainers Ioannis Topalidis beim Gewinn der Europameisterschaft 2004. Dennoch hat mir vor allem das Kapitel gezeigt, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden konnte, denn die damalige Europameisterschaft war für mich das Turnier, an dem viele Erinnerungen und Emotionen hingen, die durch das Buch nicht erweckt wurden.
Das Cover hat mir angesprochen, ich mag den „old style“, das passt ja auch perfekt zu Rückblicken. Ich bin nicht wirklich der große Fußballfan, aber immer an Vergangenem und an Biographien interessiert, deshalb habe ich die Leseprobe geöffnet und war angenehm überrascht über den leichten und witzigen Schreibstil. Es ist nicht das erste Buch des Autors zu diesem Sport und man merkt an den einzelnen Geschichten und an dem Erzählstil, dass Lucas Vogelsang dafür brennt. Das ist die beste Voraussetzung für ein Buch dieser Art. Leider sagen mir einige der Fußballer nichts, wenn es also die Geschichte eines mir Unbekannten war, habe ich mich einfach an der launigen Erzählung erfreut. Auch ist es schön, ein bisschen hinter die Kulissen blicken zu dürfen und die persönliche bzw private Seite eines bekannten Spielers ein wenig besser kennen zu lernen. Mir hat das Buch jedenfalls zugesagt und ich werde bestimmt noch jemand anderem damit eine Freude machen.
"Nachspielzeiten" ist ein großartiges Buch für Fußballnostalgiker (und solche, die es werden wollen). Lucas Vogelsang erzählt von den ganz Großen und von Randfiguren der Fußballgeschichte, von ihren außergewöhnlichen Karrieren als Fußballer und ihrem Leben danach. Dabei lässt er die Protagonisten überaus menschlich erscheinen, überlässt die Wertung den Leser*innen und schreibt ähnlich wie Nick Hornby einst eine Liebeserklärung an den Fußball. Bei aller menschlichen Tiefe insb. im Kapitel über die Freundschaft zwischen Vinnie Jones und Paul Gascoigne lässt sich das Buch in kürzester Zeit lesen. Es hat in mir Erinnerungen an meine Kindheit wieder aufleben lassen - mit Mehmet Scholl und Oliver Bierhoff noch auf dem Rasen - und dürfte jedem Fußballfan ein paar wunderbare Stunden bereiten. Daher eine klare Leseempfehlung.
In seinen "Nachspielzeiten" nimmt Lucas Vogelsang den geneigten Fußballfan mit in die leeren Katakomben der Fußballstadien und erzählt von den Lebensgeschichten der gealterten Fußballhelden lange nach ihrem letzten persönlichen Abpfiff. Das kann tragisch sein, wie im Falle von Gazza, ein wenig mitleiderregend, wenn man mit den Pleitegeiern und Aufmerksamkeitsbedürftigen ins Dschungelcamp reist oder plötzlich in die Welt des Wrestlings abdriftet, aber auch zutiefst glamourös und spannend, wenn man mit dem Kaiser und dem König mit dem Heli über New York schwebt.
Insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch, aber für mich war die Brisanz und Relevanz der erzählten Geschichten doch deutlich unterschiedlich von Fall zu Fall. In manchen Kapiteln wurde eine einzige unspektakuläre Kernaussage auf 30 Seiten mit immer neuen Beweisen ausgeschmückt, doch im kommenden war dann sicher wieder etwas Aufregendes aus dem Nähkästchen zu erfahren. In jedem Fall ein toller EM-Begleiter für den Sommer!
Fußball verbindet, Fußball spricht eine eigene Sprache und überwindet Barrieren. Es ist mehr als ein Sport, ein Gefühl, eine Leidenschaft.
Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Fußball und die Ikonen dieses Sportes. Wie ein griechischer Gastarbeitersohn die griechische Elf zum EM Titel begleitet oder wie ehemalige Spieler Aufstieg und Fall in der TV Branche durch das Dschungelcamp erleben. Hier sind so viele interessante Wege verbunden und zeigt, wie Fußball noch nach Abfiff weitergeht, wie die Helden auf dem Grün weitermachen.
Richtig gut geschrieben, locker, informativ und mit einer priese Sarkasmus und Humor.
Sprachlich Finesse und Wortspielereien treffen auf Boulevardgeschichten nach Karriereende, die jeder schon gehört hat. Da wären doch die unbekannteren Stories spannender, wie z.B. die von Knut Reinhard, der Grundschullehrer geworden ist. Für Fußballsüchtige lesbar, für den Rest nur wenige Neuheiten mit Mehrwert.
Lucas Vogelsang schreibt beeindruckend gut und man liest raus, dass er das weiß. Ich liebe es, mich in jedem Kapital aufs Neue in Geschichten vor meiner aktiven Zeit mit Fußball in meinem Leben verlieren zu können - ich danke Sie!