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Das Mädchen mit dem Porzellangesicht

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London, 1888. In einer kalten Novembernacht wird in einem Backsteinhaus in Covent Garden die kleine Miyo geboren. Für ihren Vater, den Puppenmacher Kazuki Kobayashi, ist sie das größte Glück auf Erden. Das Leben könnte wunderbar sein, wenn Kobayashi nicht einst einen Vertrag mit einem dubiosen Advokaten geschlossen hätte, der ihm Wohlstand und Ansehen sichert, sein Kind aber einer ungewissen Zukunft ausliefert...

Der Puppenmacher kommt zu dem einzig logischen Schluss: Er muss Miyo verstecken, um ihr Leben zu retten. Dazu fertigt er eine ganz besondere Porzellanmaske an, ein feines, aber regungsloses Gesicht, das er sonst für seine Puppen entwirft. Die Maske soll seine Tochter vor dem Advokaten verbergen. Doch die Ausdruckslosigkeit verdammt Miyo zu einem Leben in Isolation – nur wenige machen sich die Mühe, hinter die kalte Fassade der Porzellanmaske zu blicken. Aber in anderen Außenseitern findet Miyo treue Freunde, die sie auf ihrer abenteuerlichen Flucht vor dem teuflischen Advokaten begleiten. Und endlich findet sie auch die Liebe, nach der sie sich schon immer gesehnt hat.

200 pages, Hardcover

Published February 17, 2024

7 people are currently reading
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About the author

Simone Keil

20 books3 followers
Simone Keil, geboren 1971, lebt und arbeitet in Hessen. Seit den ersten Leseversuchen hat sie ihr Herz an Märchen und phantastische Geschichten verloren. Zum Schreiben fand sie relativ spät, kann es aber seit dem nicht mehr lassen.

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Community Reviews

5 stars
8 (9%)
4 stars
33 (39%)
3 stars
28 (33%)
2 stars
12 (14%)
1 star
3 (3%)
Displaying 1 - 22 of 22 reviews
Profile Image for Igel :).
237 reviews24 followers
March 29, 2025
Was ich mochte 😍:

-Unfassbar schöner Schreibstil

-Die Steampunk Elemente. Generell die Sache mit den mechanischen Menschen

-Die Atmosphäre. Ganz besonders am Anfang des Buches.

Was ich nicht mochte 😵‍💫 :

-Das Ende. Fühlte sich einfach echt billig an. Wofür der ganze Aufbau um es dann so enden zu lassen? Ich hasse aber auch diesen Gedanken das Sex für Frauen etwas "sündiges" ist und man dadurch seine "Unschuld " verliert . Hätte mehr von dem Buch erwartet als so ein dämliches Ende.


-Lady Strix. Immer noch keine Ahnung was das für ein Tier war, aber es hat mich einfach aufgeregt

-Das Pacing war echt schlecht. Im Nachhinein ist für 200 Seiten zwar viel passiert, alle Ereignisse waren aber viel zu schnell hintereinander. Nur der Anfang des Buches hatte einen Eindruck bei mir Hinterlassen, der Rest überhaupt nicht.

-Die Charaktere. Bleiben alle irgendwie sehr uninteressant und flach. Hätte mir da mehr gewünscht.
Profile Image for Aleshanee.
1,720 reviews125 followers
March 18, 2024
Hier hat mich der Titel neugierig gemacht und der Klappentext dafür gesorgt, dass ich es unbedingt lesen wollte! Steampunk lese ich viel zu selten und auch der "Vertrag mit dem Advokaten" hat mich neugierig gemacht. In letzter Zeit scheint das Thema öfter aufzutauchen: ein Vertrag mit dem Teufel, dem Dämon, dem Bösen, der immer eine Hinterlist in seinen Vereinbarungen versteckt, bei denen man nur verlieren kann.

Der Schreibstil hat mich dann auch direkt in diese ruhige, atmosphärische und ja. leidvolle Geschichte eintauchen lassen. Die Atmosphäre war direkt getragen von einer sanften Melancholie, in dem wir einen Blick in Mr. Kobayashis Heim werfen. Zu seiner schwermütigen Frau, die gerade ihre gemeinsame Tochter Miyo zur Welt bringt, zu seiner eigenen Einsamkeit inmitten der Fremdheit von London und seiner Zuflucht, den wundersamen Puppen, die in seiner Werkstatt entstehen.

Die Menschen haben keinen Sinn mehr für kunstvolle Arbeiten, für Arbeiten, die Geduld und Zeit brauchen, um zu etwas Besonderem zu werden.
Zitat

Wir lernen auch bald den zwielichtigen Vertragspartner kennen, der bei Mr. Kobayashi eine Schuld einfordert, die er nicht zu geben bereit ist!
Um Miyo zu schützen, fertigt ihr Vater deshalb eine Porzellanmaske an, die sie fortan vor dem Suchenden versteckt hält - doch das Leben hinter dieser Maske, die keine Regung zulässt, drückt sehr auf das Gemüt der gesamten Familie.

Diese Geschichte überzeugt vor allem durch ihre starke Präsenz der Themen, die traurig und bedrückend sind, mal unheilvoll und auch gruselig bizarr, wenn wir die Hintergründe des Sammlers kennenlernen. Eine diabolische Seele, die einige grausige Details aufwartet.

Aber auch das Schicksal der kleinen Miyo wird von grausamen Ereignissen bestimmt. Einsamkeit lässt ihr fröhliches Wesen verstummen, die Gefangenschaft hinter der Maske ihre Neugier auf die Welt verblassen... und auf ihrer Reise muss sie einige schlimme Erlebnisse hinter sich bringen, bis sie den Mut findet, ihren eigenen Weg zu gehen.

Keines blickt auf, als rote Striemen aufplatzen, als Blut über Beine rinnt, weiße Wolle sich hellrot verfärbt. Besser sie als ich. Besser sie als wir.
Zitat

Es ist sehr zart und gefühlvoll geschrieben, während die schaurigen Momente eher nüchtern an einem vorbeistreichen; aber manche Szenen gingen definitiv unter die Haut! Auf große Erklärungen wird verzichtet, aber das war auch für mich nicht nötig, weil die Magie der Maske für mich einfach selbstverständlich war und alles andere sich passend gefügt hat.
Ein paar kleine Logikfehler sind mir zwar zwischendurch aufgefallen, die ich nicht so ganz einordnen konnte, über die ich dann aber einfach hinweg gegangen bin.

Der Charme der Zeit im viktorianischen London wurde sehr anschaulich beschrieben, auch durch die kleinen geschichtlichen Ereignisse, die immer wieder Erwähnung finden.
Durch die technischen Apparaturen oder auch Angestellten sowie Details aus dem Steampunk Genre hat die Autorin eine tolles Setting geschaffen, und obwohl der Fokus immer auf den Moment gelegt wurde, ohne sich zu sehr mit dem drumherum aufzuhalten, hat man ein gutes Gespür für die Ereignisse entwickeln können.

Eine wirklich berührende Geschichte, die trotz der düsteren Aussichtslosigkeit kleine Hoffnungsschimmer versprüht. Freunde kann man an allen Orten finden und sie sind so unterschiedlich wie das Leben selbst. Ebenso können tiefe Täler durchschritten werden, wenn man den Mut findet, weiter zu gehen und sich den Glauben an die Liebe, die Güte und das Gute bewahrt.

Weltenwanderer
Profile Image for Mira123.
669 reviews10 followers
July 3, 2024
Dieses Buch wollte ich vor allem wegen der Schauerroman-Vibes lesen, die meiner Meinung nach ganz klar von diesem Klappentext ausgestrahlt werden. Gleichzeitig wollte ich diese Maske sofort auch als Metapher lesen. Ihr kennt mich, ich bin Literaturwissenschaftlerin - ich kann einfach nicht aus meiner Haut, ich muss alles überanalysieren. Eh klar also, dass dieses Buch auf meinen eReader gewandert ist, oder?

Wir folgen hier Miyo durch ihr Leben. Ihr Vater hat einen sehr gruseligen Vertrag mit einem richtig gruseligen Typen geschlossen. Und dieser Typ seine Tochter nicht finden kann, muss sie ab sofort eine Maske aus Porzellan tragen. Immer. Denn nur so kann sie vor dem Advokaten verborgen bleiben. Wie genau das funktioniert, ob da Magie involviert ist, oder doch eher Technik, wurde für mich nicht ganz klar, aber das war für mich persönlich nicht so schlimm.
Generell kann man über die Welt sagen, dass es sich hierbei um eine Art Parallelwelt zu handeln scheint. Einerseits wirkte das hier beschriebene England auf mich wie das England zum Ende des 19. Jahrhunderts, gleichzeitig ist die Technik hier aber in manchen Aspekten weiter fortgeschritten, als sie es bei uns ist. So sind Roboter, die tatsächlich ein Bewusstsein und eine Persönlichkeit haben, hier etwas ganz Alltägliches. Was ich super spannend fand! Ich lese total gerne Steampunkt und schaue entsprechende Filme und dieser Roman hat mich an dieses Genre erinnert. Ob das genau so erwünscht war oder nur meine Assoziation kann ich nicht sagen. Aber zurück zu den Robotern: Klar scheinen die Figuren gewisse Vorgaben zu haben, anhand derer sie sich verhalten sollten - was sie aber nicht davon abhält, sich anders zu verhalten, wenn sie es für richtig halten. Und das fand ich großartig. Und gerade dieser Hintergrund machte es für mich einfacher, Dinge wie das Funktionieren der Porzellanmaske zu akzeptieren. Wenn solche Roboter in dieser Welt möglich sind, wird eine scheinbar magische Maske wohl das kleinere Problem sein.

Ein kleines Problem hatte ich leider mit dem Ende des Buches. Der ganze Konflikt zwischen Miyo und dem Advokaten wurde innerhalb der letzten fünf Seiten aufgelöst und das auf eine nicht besonders spannende oder interessante Art. Das fand ich richtig schade, denn ich habe mir hier einen großen Showdown erwartet. Ich war dann nach dem Ende doch eher enttäuscht. Das Buch und vor allem auch Miyo hätten mehr verdient, finde ich.

Mein Fazit? Ein guter Roman, der euch in eine spannende Welt entführen wird. Nur mit dem Ende war ich nicht ganz zufrieden.
Profile Image for Tschudii.
113 reviews
September 14, 2025
Das Buch fühlt sich wie eine Lebenslektion an, die in ein Märchen eingepackt wurde. Man kann vieles auch mit dem richtigen Leben vergleichen, denn in irgendeiner Weise tragen wir alle Masken.

Was mich jedoch ein wenig stört ist das Ende. Die Auflösung ist nicht ganz das, was ich mir erhofft habe und mit dem Vergleich bin ich nicht einverstanden.

Aber abgesehen davon war es für ein dünnes Buch sehr viel Inhalt und es steht viel zwischen den Zeilen.
Profile Image for Miss Bookiverse.
2,235 reviews87 followers
November 15, 2023
Ein magisches Steampunk-Märchen, das durch seine originellen Figuren und den quirligen Schreibstil besticht. Lange kein deutsches Fantasybuch mehr gelesen, das ich so clever, charmant und liebevoll geschrieben fand.
Profile Image for Tintendrache.
279 reviews14 followers
February 17, 2024
Vielen Dank an Netgalley für die Bereitstellung des Titels als Rezensionsexemplar.

Die Geburt der jungen Miyo steht unter keinem guten Stern: Ihre Mutter ist schwer depressiv und ihr Vater ist einen zwielichtigen Vertrag mit einem noch zwielichtigeren Mann eingegangen - dessen Preis Miyos Leben ist. Um sie zu schützen, baut Miyos Vater ihr eine Porzellanmaske und die Familie zieht sich aufs Land zurück. Doch Miyo kann sich nicht ewig vor dem wahren Leben verstecken ... mit allem Guten und Schlechten, was es auch zu bieten haben mag.

Das Buch lässt mich etwas gespalten zurück. Der Anfang hat mir sehr gut gefallen, ich liebe Märchen und finde es toll, wenn wir auch heute noch Märchen in dem Stil erzählen wie "damals". Die Grundidee war sehr schön, die dahintersteckenden Metaphern haben mir sehr gut gefallen und ich mochte die vielen kleinen Geschichten, die mit eingewoben waren, sodass wir für alle Figuren ungefähr wussten, wie es weiterging. Die Atmosphäre war düster und gleichzeitig "whimsical", wie ich mir das für ein Märchen eigentlich wünsche. Ich denke, wenn ich es noch einmal lesen würde, würden mir auch noch mehr Metaphern und Interpretationen auffallen, was definitiv für die Idee spricht.

Alles hat natürlich auf das "große Finale" hingearbeitet: Wie wird sich der Konflikt lösen? Wie kann die ganze Geschichte noch ein Happy End haben, gegen einen Bösewicht, der über übernatürliche Kräfte verfügt? Wie schafft es unsere Protagonistin, ihn zu überlisten? Darauf habe ich mich wirklich gefreut - und wurde leider enttäuscht. Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, sowohl was die Message anging, als auch das allgemeine Gefühl des "pay off" das ich bei so einer Geschichte erwarte.

[Spoiler

Ich fand es leider überhaupt nicht gelungen, dass das große Austricksen darin bestand, dass sie kein "unschuldiges Kind" mehr ist, weil sie Sex hatte - die Verbindung zwischen Sex und Erwachsensein und Sex und Unschuld/Schuld und generell Sex als "Lösung" war leider gar nicht meins.

Spoiler Ende]

Hätte das Buch ein anderes Ende gehabt, hätte es mir deutlich besser gefallen. Weil ich aber bis zu den letzten fünf Seiten wirklich begeistert war, gebe ich dem Buch 3 Sterne - und vielleicht gefällt das Ende anderen Leuten ja auch besser oder ich habe es einfach komplett falsch verstanden, das will ich hier gar nicht ausschließen. Alles in allem ein schönes Märchen mit einem für mich leider nicht ganz passenden Ende.
Profile Image for Flavia Maltritz.
256 reviews4 followers
August 22, 2024
Darum geht’s:
Als Ende des 19. Jahrhunderts in London die kleine Miyo geboren wird, ist ihr Vater, der Puppenmacher Kazuki Kobayashi, der glücklichste Mann der Welt und er kann für einige Zeit sogar den schicksalhaften Vertrag, den er einst für Reichtum und Renommee mit einem obskuren Advokaten geschlossen hat, vergessen. Doch der Advokat erinnert Kazuki daran, dass er nun seinen Teil erfüllen muss, der Miyos Schicksal besiegeln wird. Der Puppenmacher sieht keine andere Möglichkeit als für sein Mädchen eine Porzellanmaske herzustellen, um sie vor dem Advokaten zu verstecken. Da Miyo von Kindesbeinen an die Maske trägt, kennt sie es nicht anders. Mit der Zeit wird ihr jedoch immer bewusster, dass sie durch ihr ungewöhnliches Auftreten zu einer Außenseiterin herangewachsen ist. Glücklicherweise begegnet sie dann doch noch Menschen, die sich bemühen, hinter die ausdruckslose Maske zu schauen und Miyo als Mensch wahrzunehmen. In diesen Freunden findet sie auch Unterstützung auf ihrer Flucht vor dem unheimlichen Advokaten…

So fand ich’s:
Schon das wunderschön gestaltete Cover und die Kurzbeschreibung verraten, dass es sich bei „Das Mädchen mit dem Porzellangesicht“ um eine ungewöhnliche Geschichte handelt. Und die Autorin Simone Keil erfüllt dann auch rundweg diese geweckte Erwartung. Allein schon ihre malerische Sprache entführte mich in eine ganz besondere Atmosphäre – in einen Reigen aus Märchen- und Steampunk-Elementen, die durch Roboter mit menschlichen Zügen unterstrichen werden.

Das Buch hat mich auf mehreren Ebenen berührt. Als Märchenfan haben mich die klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse sehr angesprochen. Aber gerade auch das Thema „Außenseiter“ und dass man sich nie von Äußerlichkeiten beeinflussen lassen sollte, hat die Autorin auf einfühlsame Weise in die Geschichte mit eingebunden. Wie habe ich mit Miyo mitgelitten, mich mit ihr zusammen geängstigt, Hoffnung gefasst und mich vor allem für sie gefreut, als sie endlich Menschen trifft, die sich mehr für das, was sich hinter ihrer Maske verbirgt, interessieren.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet und auch die „Guten“ haben ihre Ecken und Kanten. Auch dem Geheimnisvollen bleibt Simone Keil absolut treu, indem sie nicht alle Fragen beantwortet. Es könnte für manchen Leser möglicherweise etwas unbefriedigend sein, da die Autorin einen beim Lesen in so einigen Punkten im Ungewissen zurücklässt. Mir hat aber gerade auch dieses Stilmittel außerordentlich gefallen. Die Autorin scheint hierbei auf das Vorstellungsvermögen ihrer Leser zu vertrauen und lässt ungewöhnlich viel Raum für deren eigene Fantasie.

„Das Mädchen mit dem Porzellangesicht“ ist eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss. Wenn man bereit ist, hinter die Maske zu schauen, entdeckt man so manche Metapher für Zauberhaftes, Spannendes, Hoffnung, Liebe und Ungewöhnliches. Es ist ein Buch, das sich aus den Standard-Genres deutlich hervorhebt. Das allein macht es schon absolut lesenswert.
Profile Image for jocelyn.
91 reviews3 followers
February 18, 2024
Lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

In diesem Buch wird eine melancholische Geschichte im Märchen Stil mit einem Hauch von Steampunk verbunden. Simone Keil schaffte es mit ihrer lebhaften Schreibweise, welche gefüllt mit großartigen Metaphern ist, mich als Leserin komplett abzuholen.

Die Charaktere sind wahnsinnig vielschichtig und alle ihre Handlungen, manche mehr oder weniger in der Grauzone von unserem Verständnis eines moralischen Handelns, waren am Ende für mich immer nachvollziehbar und gerechtfertigt.

Trotz der düsteren Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht, gab es doch immer wieder Momente der Hoffnung und Leichtigkeit. Eine Art "hopeful relief" könnte man es nennen.

Leider war mir das Ende des Buches ein Dorn im Auge, weswegen ich trotz all dieser oben genannten positiven Aspekte, nicht mehr als 3 Sterne vergeben kann. Es fühlte sich nach all den Strapazen und Schicksalsschlägen die unsere Protagonistin durchleben musste, wie eine sehr einfallslose und einfache Lösung an. Die "Lösung" des Konfliktes passte auch nach meinem Empfinden überhaupt nicht zum Rest dieses wirklich tollen & cleveren Buches und vermittle zumindest für mich einen falschen Eindruck von dem ganzen Thema, um den sich die Lösung & ein Großteil der Geschichte am Ende dreht.
Profile Image for Silke T..
191 reviews
April 13, 2024
London im Jahr 1888, der Puppenmacher Kazuki Kobayashi und seine Frau Yumiko erwarten ihr erstes Kind. In einer Nacht im November kommt die kleine Miyo zur Welt und Kobayashi könnte kaum glücklicher sein, wäre da nicht die Schwermütigkeit seiner Frau und der eher unheimliche Advokat Fairweather, mit dem Kobayashi einst einen Vertrag abschloss, als er neu in London war. Jedes Jahr muss Kobayashi dem Mann eins seiner Kinder, so nennt er seine Puppen, geben, doch worauf Fairweather wirklich abzielt, sind nicht Kobayashis Puppen. Dieses Mal will er die kleine Miyo, doch Kobayashi gelingt es, eine Porzellanmaske herzustellen, die Miyo vor Fairweather verbirgt. Allerdings muss Miyo nun ein Leben in Einsamkeit führen und darf nicht wie die anderen Kinder aufwachsen, bis sich wieder etwas für sie ändert.
Das Cover des Buches finde ich wirklich wunderschön und die Geschichte klingt ebenfalls äußerst spannend. Autorin Simone Keil hat hier eine berührende Geschichte aus Fantasy, historischem Roman und ein wenig Steampunk geschrieben, die mich fesseln konnte.
Der Schreibstil ist absolut besonders, beinahe schon poetisch beschreibt die Autorin nicht nur das Leben der Familie Kobayashi, sondern auch die Besonderheiten, gerade was Kobayashis Puppen betrifft.
Trotz diesem eher ruhigen und poetischen Schreibstils schafft es die Autorin aber auch, eine gewisse Spannung aufzubauen, denn dieser unheimliche Advokat, der Miyo einfordert, ist wirklich unheimlich. Auch sonst hat diese Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre, sehr schwermütig und melancholisch und doch irgendwie voller Hoffnung. Diese Mischung hat mich irgendwie völlig für sich einnehmen können und ich habe die Geschichte in einem Rutsch gelesen. Dabei gibt es hier auch keine seitenweisen Erklärungen zur Handlung, vielmehr lässt die Autorin dem Leser ganz viel Raum für eigene Interpretationen.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, mal die des Puppenmachers, mal Miyo, mal auch die Haushälterin Mrs Whittles, die Kobayashi selbst gebaut hat. Besonders spannend waren die Szenen aus der Sicht Fairweathers, der äußerst bizarr und unheimlich gezeichnet wurde. Dieses Zusammenspiel der unterschiedlichen Figuren ist hier absolut gelungen.
Mr Kobayashi ist mir gleich von Beginn an ans Herz gewachsen und ich hätte ihm alles Glück der Welt gewünscht. Sein Talent, den Puppen Leben einzuhauchen ist einzigartig und so manches Mal fühlten sich die Puppen, gerade Mrs Whittles, lebendiger an, als die Menschen.
Miyo ist ebenfalls eine tolle Persönlichkeit, die zunächst fröhlich und lebendig wirkt, aber unter der Einsamkeit leidet. Niemand sieht die wahre Miyo, die hinter dieser Maske lebt und seien wir ehrlich, wieviele Menschen tragen wirklich so eine Maske, wenn auch eher im übertragenen Sinne.
Mein Fazit: Ein bewegender, gefühlvoller Roman, der mich sehr schnell fesseln und berühren konnte. Mit einer düsteren, melancholischen Atmosphäre und teils realen historischen Momenten, aber auch mit Aspekten des Steampunks und der Fantasy ist dieses Buch etwas ganz anderes als gewöhnlich. Leseempfehlung!
Profile Image for Fantasy.
10 reviews1 follower
March 16, 2024
Es gibt Bücher die ziehen dich von Anfang an in ihren Bann, sei es weil sie eine tolle, spannende Handlung haben oder dazu auch noch wahnsinnig schön und Atmosphärisch geschrieben sind. Das hier ist ein solches Buch. Aber ich erzähle Euch erst einmal um was es geht.

Puppenmacher Kobayashi ist ein Meister seines Faches, er stellt Puppen her die so lebendig wirken als wären sie das tatsächlich. Sein großes Glück ist die Geburt seiner Tochter Miyo, doch leider hat es sein Geschäftspartner mit seinem Vertrag genau aus sie abgesehen. Deshalb entwirft Kobayashi eine Maske aus Porzellan die Miyo vor dem Mann verbirgt. Und damit beginnt die wunderschöne Geschichte die mich von anfang an in ihren Bann gezogen hat.
Miyo erträgt ihr Schicksal voller Fassung, man stelle sich vor, niemals einem anderen die wahren Gefühle zeigen zu können. Immer mit so einer Maske zu leben, sich zu verstecken. All das ist ja schon für sich genommen nicht leicht. Eher das Gegenteil, aber natürlich gibt es da auch noch die anderen Menschen die Miyo als kalt und anders wahrnehmen. Und es Miyo auch deutlich zeigen, das sie nicht dazugehört. Sie wird ausgeschlossen und es scheint als müsse sie ein einsames, trostloses Leben führen.

All das wird sogar noch schlimmer als Miyo Vater verstirbt und sie ins Internat kommt. Ich dachte zunächst das es von da ab vielleicht einfacher für Miyo wird, aber nein, im Gegenteil. Nun beginnt ihr Leiden erst richtig und ich habe ehrlich stellenweise geheult. So fruchtbar war das was sie erleiden musste, so aussichtslos. Trotzdem gab es immer wieder kleine Lichtblicke die einem das Herz beim Lesen gewärmt haben, denn Miyo hat Freunde gefunden. Sehr ungewöhnliche, aber immerhin welche die ihr in ihrer Situation Halt und Trost gespendet haben.

Die Charaktere sind wunderbar. Ich habe Mister Kobayashi gleich geliebt, ebenso Miyo. Die Haushälterin war menschlicher als so mancher echter Mensch und Q-XII ein wahrer Freund. Ich will hier nicht Zuviel verraten, aber besser konnte man die Figuren einfach nicht machen. sie haben einfach alle gepasst und der Widersacher war gruselig.

Zur Handlung : was für eine schöne und bewegende Geschichte. Ich habe selten so bei einem Buch mit gefiebert und gelitten wie hier. Das Ende war einfach super zur Erzählung passend. Genauso wie der wahnsinnig schöne Schreibstil der Autorin.
Ich kann mich hier nur wiederholen, ein wunderschönes sehr emotionales Buch mit einer ebenso schönen wie traurigen Geschichte. Ich habe mitgelitten und mich am Ende mitgefreut. Sowas schönes, berührendes habe ich lange nicht gelesen. Hier passt wirklich alles zusammen und ich kann das Buch guten Gewissens an alle die weiter empfehlen, die tolle Ideen, interessante Charaktere und eine wunderschöne Erzählsprache zu schätzen wissen. Für mich ein Lieblingsbuch 2024
Profile Image for Tintendrache.
279 reviews14 followers
February 17, 2024
Vielen Dank an Netgalley für die Bereitstellung des Titels als Rezensionsexemplar.

Die Geburt der jungen Miyo steht unter keinem guten Stern: Ihre Mutter ist schwer depressiv und ihr Vater ist einen zwielichtigen Vertrag mit einem noch zwielichtigeren Mann eingegangen - dessen Preis Miyos Leben ist. Um sie zu schützen, baut Miyos Vater ihr eine Porzellanmaske und die Familie zieht sich aufs Land zurück. Doch Miyo kann sich nicht ewig vor dem wahren Leben verstecken ... mit allem Guten und Schlechten, was es auch zu bieten haben mag.

Das Buch lässt mich etwas gespalten zurück. Der Anfang hat mir sehr gut gefallen, ich liebe Märchen und finde es toll, wenn wir auch heute noch Märchen in dem Stil erzählen wie "damals". Die Grundidee war sehr schön, die dahintersteckenden Metaphern haben mir sehr gut gefallen und ich mochte die vielen kleinen Geschichten, die mit eingewoben waren, sodass wir für alle Figuren ungefähr wussten, wie es weiterging. Die Atmosphäre war düster und gleichzeitig "whimsical", wie ich mir das für ein Märchen eigentlich wünsche. Ich denke, wenn ich es noch einmal lesen würde, würden mir auch noch mehr Metaphern und Interpretationen auffallen, was definitiv für die Idee spricht.

Alles hat natürlich auf das "große Finale" hingearbeitet: Wie wird sich der Konflikt lösen? Wie kann die ganze Geschichte noch ein Happy End haben, gegen einen Bösewicht, der über übernatürliche Kräfte verfügt? Wie schafft es unsere Protagonistin, ihn zu überlisten? Darauf habe ich mich wirklich gefreut - und wurde leider enttäuscht. Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, sowohl was die Message anging, als auch das allgemeine Gefühl des "pay off" das ich bei so einer Geschichte erwarte.



Hätte das Buch ein anderes Ende gehabt, hätte es mir deutlich besser gefallen. Weil ich aber bis zu den letzten fünf Seiten wirklich begeistert war, gebe ich dem Buch 3 Sterne - und vielleicht gefällt das Ende anderen Leuten ja auch besser oder ich habe es einfach komplett falsch verstanden, das will ich hier gar nicht ausschließen. Alles in allem ein schönes Märchen mit einem für mich leider nicht ganz passenden Ende.
Profile Image for Winniehex.
1,227 reviews8 followers
March 20, 2024
London, 1888: In einer eisigen Novembernacht kommt Miyo, die Tochter des angesehenen Puppenmachers Kazuki Kobayashi, zur Welt. Für ihn ist sie das größte Geschenk, doch ihr Leben ist von einem düsteren Pakt überschattet, den Kobayashi einst mit einem zwielichtigen Anwalt schloss. Dieser Vertrag versprach Reichtum und Ansehen, jedoch auf Kosten von Miyos Zukunft.

Entschlossen, seine geliebte Tochter zu beschützen, erschafft Kobayashi eine einzigartige Porzellanmaske, um Miyo vor dem Anwalt zu verbergen. Obwohl die Maske sie vor äußeren Bedrohungen schützt, führt sie Miyo in ein einsames Leben der Isolation. Doch inmitten ihrer Einsamkeit findet sie unerwartete Verbündete, die sie auf ihrer Flucht vor dem bösen Anwalt unterstützen. Und schließlich findet sie sogar die Liebe, nach der sie sich schon immer gesehnt hat.

Die Geschichte von "Das Mädchen mit dem Porzellangesicht" entführt den Leser in eine Welt voller Magie, Melancholie und Hoffnung. Simone Keil erschafft eine fesselnde Atmosphäre, in der die zwischenmenschlichen Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Besonders die Verbindung zwischen Miyo und den künstlichen Wesen bringt frischen Wind in die Geschichte und macht sie zu einem einzigartigen Leseerlebnis.

Miyo, mit ihrer bewundernswerten Stärke und ihrem warmen Herzen, durchlebt zahlreiche Herausforderungen, doch sie gibt nie die Hoffnung auf ein besseres Leben auf. Ihre Geschichte berührt und fesselt von Anfang bis Ende. Der klare und einfühlsame Schreibstil von Simone Keil fängt die düstere Stimmung der Handlung perfekt ein und zieht den Leser unaufhaltsam in den Bann.
Profile Image for NalasBuchBlog.
367 reviews2 followers
March 12, 2024
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr ein Leben lang eine Maske tragen müsstet und ihr dadurch eure Umgebung verschreckt? Oder eure Umgebung euch deshalb abstoßend findet?

Genauso ergeht es der Protagonistin in diesem Buch.
Vor vielen Jahren hatte ihr Vater – ein Puppenmacher - einen Vertrag unterzeichnet, dass er dem Vertragspartner zu jeder Jahreszeit eines seiner Kinder überlässt. Was er damit jedoch nicht ahnte war, dass der Partner es dabei nicht auf die Puppen abgesehen hat.
Kann Miyo ein Schlupfloch finden und den Fängen entgehen?

Der Schreibstil des Buches passt sehr gut zur Protagonistin. Er ist distanziert, lässt nicht zu viele Gefühle und Gedanken durchscheinen und die Handlungen sind eher einzelne aneinander gereihte Szenen, aus denen sich eine komplette Geschichte zusammensetzt.
Genau das ist es auch, womit ich meine Probleme hatte. Denn ich wurde leider nicht mit den Figuren oder den Geschehnissen warm. Vieles war mir am Ende zu schnell abgehandelt, über zuvor noch sehr wichtige Themen wurde schnell hinweggegangen.

Zu verschiedenen Zeitpunkten werden immer wieder Parallelen zu realen Ereignissen in dieser Zeit gezogen. Was diese jedoch mit dem Buch zu tun haben, bleibt mir auch nach dem Beenden ein Rätsel. Da hätte ich mir mehr Erklärungen gewünscht.
Auch bleibt der Leser mit zu vielen offenen Fragen zurück. Weshalb dem Buch ein paar mehr Seiten sehr gutgetan hätten.

Wirklich schön hingegen ist die Gestaltung des Covers. Der Einband und die silbernen Ornamente und Schriftzüge machen wirklich etwas her und sind ein ziemlicher Augenfang.
50 reviews
March 23, 2024
Der Inhalt hat mir sehr gut gefallen. Es geht mal um etwas anderes, KI spielt eine große Rolle, aber nicht so angsteinflößend wie man vielleicht vermuten mag. Wenn man es genau nimmt, waren meine Lieblingscharaktere keine Menschen. Mir ist manchmal beim Lesen wirklich das Herz aufgegangen und musste total lächeln, weil ich es so schön fand.

Und genauso gibt es im Kontrast dazu so viele Grausamkeiten. Oft musste ich echt schlucken, vor Unverständnis den Kopf schütteln und Miyo (die Protagonistin) tat mir einfach nur wahnsinnig leid. Es ist so krass, was ihr widerfährt und eindrücklich dies auch geschildert wurde.

Nur leider wurde nicht alles so eindrücklich geschildert. An manchen Stellen wirkt das Buch wie eine Rohfassung, wie ein Entwurf, der noch nicht zu Ende geschrieben wurde. Manche Dinge werden - für mich - nur unzureichend erklärt und bleiben zu offen und einfach so dahingestellt. Das fand ich sehr schade, da für mich dadurch einige Ungereimtheiten entstanden, die nicht aufgeklärt wurden und mich unbefriedigt zurückgelassen haben.

Das Ende war zwar sehr schön und die Auflösung empfand ich auch als sehr logisch, aber zwischendurch fehlten mir tiefere und detailliertere Erklärungen und auch Emotionen. Deswegen gebe ich dem Buch 3,5 Sterne. Ich denke, dass 200 Seiten mehr der Geschichte gut getan hätten und das noch viel mehr hätte herausgeholt werden können.

Dennoch hat das Lesen Spaß gemacht und ich würde es dennoch empfehlen.
Profile Image for Sjule.
501 reviews7 followers
March 31, 2024
Wir sind im Jahre 1888 in London. Es wird die kleine Miyo geboren, als Tochter des talentierten Puppenmacher, Kazuki Kobayashi. Doch ihr Leben wurde eigentlich verkauft an den Advokaten Fairweather, denn Kobayashi ist einen düsteren Handel eingegangen um im Wohlstand und guten Ansehen zu leben. Denn ein Puppengeschäft in London läuft trotz der Handwerkskunst nicht wirklich gut. Und Fairweather ist nicht gewillt, diesen Handel fallen zu lassen. Doch mit dem ersten Blick auf Miyo ist Kobayashi sofort klar, dass er den Handel nicht beenden möchte und seine Tochter mit allen Mitteln schützen muss. Und so lässt er sich etwas Besonderes einfallen, um seine süße kleine Miyo zu retten.

Simone Keil hat mich nach einer kleinen Eingewöhnungsphase mit einem besonderen Schreibstil in den Bann gezogen. Es wird ein wenig fabelhaft und mystisch geschrieben.
Die Idee von der Geschichte klang wirklich spannend und es hat sich anders entwickelt, als ich dachte.
Doch habe ich ein Problem mit der Tiefe der Figuren. Denn durch den Schreibstil und die Kürze des Buches, blieb mir dieses etwas auf der Strecke. Wir haben viele tolle Charaktere und man bekommt auch eine Ahnung von den Gefühlen, aber da alles so schnell von statten geht, fehlte mir etwas.
Besonders spannend fand ich die mechanischen Menschen, die nicht so ganz in die damalige Zeit zu passen scheinen. Doch sie sind da. Wir erfahren ganz wenig darüber und bekommen nur durch die zwei Charaktere mit, dass es nicht nur Maschinen sind.
Es passiert so viel im Laufe der Geschichte und wir treffen und verlassen immer wieder Charaktere, was mich zeitweise auch ein wenig durcheinandergebracht hat. Zur zeitlichen Einordnung werden immer mal wieder geschichtliche Ereignisse eingeschmissen, die mich dann aber auch teilweise aus der Fantasywelt gezogen haben.
Nur die Erwähnung und Verbindung von Jack the Ripper und Fairweather fand ich ganz gut, denn so habe ich Fairweathers Handlungen etwas verstanden, denn dieser Charakter blieb mir am undurchsichtigsten, obwohl wir häufig auch aus seiner Sicht gelesen haben.

An sich fand ich die Geschichte um Miyo und ihr Porzellangesicht spannend und aufregend. Nur an manchen Stellen hätte ich mir ehr Erklärungen und etwas längere Szenen gewünscht. Der Erzählstil war wirklich mal was anderes und besonderes und macht das Buch zu einer Lektüre, die man nicht so nebenbei lesen kann.
Profile Image for Patricia Krüger | miss.amanogawa.
237 reviews3 followers
March 11, 2024
Ich bin insgesamt doch sehr enttäuscht von der Geschichte.
So märchenhaft die Szenerie und die Sprache auch sind, alles in allem sind der Verlauf, die ständigen Szenenwechsel, die Auftritte und damit leider einhergehende Nichtigkeit der Charaktere eine einzig verwirrende Kreation im Stile von "Die Mechanik des Herzens" und "Alice Madness Returns". Dem Ganzen wohnt ein Zauber inne, der es nie gänzlich schafft, sich zu entfalten. Sehr viel Herzblut, philosophische Ansätze, das lese ich schon heraus, doch berühren konnte mich die Geschichte nur wenig. Keiner der Charaktere war für mich richtig greifbar, ich konnte keine tiefergehende Beziehung aufbauen - auch nicht zu Miyo, die wir doch auf dieser gefährlichen und abenteuerlichen Reise begleiten, deren Ende für mich so nichtig war, dass es mir doch ein wenig das Herz gebrochen hat, denn es steckt eine Menge Potenzial in diesem Stil und dieser Dark-Fantasy- Steampunk-Szenerie.
Profile Image for orongjen.
175 reviews
August 17, 2024
Ich war von Beginn an von diesem sehr besonderen Schreibstil gefesselt, er ist zwar sehr distanziert und kühl aber auch sehr bewegend, aufwühlend und vermittelt genau die richtigen Gefühle und gestaltet eine ganz eigene Atmosphäre, die nicht festgefahren ist, sondern viel Platz für Interpretation lässt.

Die mal mehr, mal weniger ins Rampenlicht gerückten Erzählungen hatten für mich ein tolles Erzähltempo und auch die Fantasyelemente, die ebenfalls nicht festgefahren oder bis ins kleinste Detail logisch erklärt wurden, haben mir sehr gut gefallen.

Die Reise hat mich sehr mitgenommen und vorallem begeistern können, lediglich die viel zu langen Kapitel waren für mich eine Herausforderung.

Ich freue mich auf das nächste Werk der Autorin und bin gespannt, ob dieser einzigartige Schreibstil auch in anderen Werken bestehen kann.
4 reviews
August 28, 2024
Insgesamt fand ich das Buch okay. Es lässt sich leicht lesen, obwohl der Schreibstil nicht so wie der Durchschnitt ist. Leider war der Spannungsbogen für mich quasi nicht existent und das Ende innerhalb von 2 Seiten geschrieben. Außerdem finde ich das Ende wirklich fragwürdig. Die Tatsache, das dadurch, dass sie Sex hatte, sie nicht mehr "unschuldig" ist, hat ein ganz komischen Beigeschmack. Ja, Fairweather ist kein Guter Mensch, aber es ist schon ultra komisch dass er nur "jungfräuliche Augäpfel" will. Das klingt so, als wäre Miyo eine ganz andere Person, nur weil sie Sex hatte?? Wenn ich irgendwas falsch verstanden habe, klärt mich auf, da es mir vor allem der Schreibstil angetan hat und ich dass Buch nicht mit schlechten Erinnerungen weg legen möchte..
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for julia.liest aka einfach.naturlich.mama.
207 reviews1 follower
February 27, 2024
Wenn die Angst vor der Welt dich vom Leben abhält.
-Rezensionsexemplar-
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Genre: Märchen oder doch Fabel?! Aber einfach eine schöne fantasievolle Geschichte.
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Setting: Ein Mann schließt einen Handel ab und versucht daher seine Tochter vor der Welt zu verstecken, hinter einer Maske. Mechanisch arbeitende Menschen, deren Herz sich wieder meldet; die Annahme, dass eine Maske gleich keine Gefühle bedeuten würden & das schmutzige Geschäft mit Träumen & Wünschen. Eine Fabel aktuell & mahnend & aufbauend - denn einige blicken hinter die Maske.
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Schnapp dir einen Kaffee & versteck dich nicht.
Profile Image for Alexandra Koch.
56 reviews
July 11, 2024
Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Klappentext sehr ansprechend fand. Ich fing auch gut an. Der Schreibstil ist flüssig, aber die Geschichte...
Für mich hat es sich stellenweise gelesen wie eine stark gekürzte Fassung. Wenn das Buch nicht ohnehin so wenige Seite hätte, ich weiß nicht, ob ich es zuende gelesen hätte. In dieser Geschichte steckt so viel mehr, allerdings konnte die Autorin dies nicht rausholen.
Profile Image for Kalliope.
69 reviews
August 10, 2024
3.5, irgendwie. Ich weiß nicht, was ich gelesen gabe, aber es hat mir gefallen, irgendwie. [Schulterzucken]
Profile Image for Elli.
61 reviews
July 26, 2024
Das Buch wurde mir von meiner Buchhändlerin empfohlen, um endlich aus meinem Lesetief herauszufinden. Und das hat es eindrücklich geschafft. Ich habe es in 2 Tagen trotz Arbeit geradezu verschlungen.
Das Buch ist düster. Es spricht ernste Themen an und die Protagonisten erlebt auch vieles, was vielleicht nicht für jeden Geschmack etwas ist. Allerdings finde ich durch viele Hoffnungsschimmer wird die Geschichte nie ermüdend oder erscheint aussichtslos. Im Gegenteil: dieses Steampunk Märchen zieht einen in den Bann, lässt einen trotzdem häufig schmunzeln und aufhören, wenn die Handlung in historische Ereignisse eingegliedert wird.
Meine Lieblingscharaktere waren vermutlich Miss Whittles oder Martha. Sie verstrahlen eine Wärme, durch die die Geschichte immer etwas lebendiger wirkt.

Spoiler Anfang


Das Ende fand ich leider etwas zu kurz. Es darauf hinunterzubrechen, dass sie nun Sex hatte und deshalb nicht mehr unschuldig ist, fand ich etwas zu vage. Es wäre meiner Meinung nach viel aussagekräftiger gewesen, wenn man sie aufgrund ihrer Erlebnisse und Taten nicht mehr als Kind sondern als Erwachsene sehen müsste. Auch dann hätte man den Vertrag als ungültig erklären können.

Spoiler Ende

Alles in allen fand ich das Buch okay. Es hat Spaß gemacht zu lesen, auch wenn das Ende nicht vollständig befriedigend für mich ist. Ich würde gerne weiter ergründen welche Bedeutungen die Maske, der Kolibri, die Menschlichkeit der Maschinen etc. haben könnten.
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