Dieses Buch ist das Protokoll einer Trauer. Vier Jahre lang, von 1976 bis 1979, hat Judith Offenbach daran geschrieben. Sie wollte Sonja ein Denkmal setzen. Herausgekommen ist ein (in der nicht spektakulären, sehr detaillierten Art) aufklärender, anklagender und ermutigender Bericht über den verborgenen Alltag lesbischer Paare und über das alltägliche Leben mit einer Behinderten.
Luise F. Pusch ist eine deutsche Sprachwissenschaftlerin. Sie gilt als Begründerin der feministischen Linguistik in Deutschland und als Erfinderin der Gender-Pause im Deutschen. Sie studierte Anglistik, Latinistik und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg und erhielt 1972 ihre Promotion. 1978 habilitierte sie sich für das Fach Sprachwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie lebt teils in Hannover und teils in Boston
Pusch veröffentlichte ebenfalls Werke unter dem Pseudonym Judith Offenbach.
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Luise F. Pusch is a German linguist. She is considered the founder of feminist linguistics in Germany and the inventor of the gender break in German. She studied English, Latin, and General Linguistics at the University of Hamburg and received her doctorate in 1972. In 1978, she habilitated in linguistics at the University of Konstanz.She lives partly in Hanover and partly in Boston
Sonja von Luise Pusch ist kein neuer Roman. Die erste Auflage ist von 1980 und wurde noch unter einem Pseudonym veröffentlicht. Grund dafür waren vermutlich Homophobie und Ableismus. Es ist im Grunde auch kein Roman, höchstens ein Autobiographischer. Luise Pusch erzählt in Tagebuchform von der Liebesgeschichte zwischen Sonja und Judith. Beide sind hochintelligent, teilen eine Leidenschaft für Musik und Literatur, verlieben sich ineinander und versuchen als Studentinnen ein gemeinsames Leben zu führen. Das Buch behandelt psychische Erkrankungen, internalisierte Homophobie, den Versuch eines gesellschaftlich angepassten Lebens als lesbische Frau, deren Körper von ihrer Umwelt behindert wird. Gerade wegen diesen Themen und dem Bewusstsein wie wenig sich gesellschaftlich verändert hat, lässt es einen langen nicht los.
Ich habe die Autorin im "Alles gesagt" Podcast der Zeit gehört und wollte dann unbedingt dieses Buch lesen. Spätestens ab der Hälfte habe ich mich nur noch durchgequält. Für die Autorin ist es zweifelsfrei ein sehr persönliches Werk und ich fand die Einblicke in ihr Leben interessant. Allerdings konnte ich mich nicht mit der Form anfreunden und habe auch den Überblick über die beteiligten Personen verloren.