Die Krisen der letzten Jahre haben eines immer wieder Genug ist Genug. Genug davon, dass die breite Mehrheit immer wieder die größte Krisenlast tragen muss. Wir brauchen einen politischen Kurswechsel. Es braucht ihn an grundlegenden Schaltstellen, sodass nicht mehr alles dem Markt und dem Profit unterworfen wird! Dieser Band versammelt einige der klügsten und engagiertesten Köpfe aus den gesellschaftlichen Bereichen, über die sie schreiben. Jeder Beitrag zeichnet nach, welche Spuren die neoliberale Spielart des Kapitalismus dort hinterlassen hat, aber auch die Stellschrauben, die uns zur Verfügung stehen, um mit dieser Logik zu brechen.
Inhaltsverzeichnis von »GENUG! Warum wir einen politischen Kurswechsel brauchen«
Der neoliberale Kurs (Ines Schwerdtner und Lukas Scholle) Gewerkschaftliche Gegenmacht (Dierk Hirschel) Über Arbeit und Überarbeitung (Ines Schwerdtner) Energiewende ohne Plan (Alex Brentler) Kaputtgepflegt (Kira Hülsmann) Jeder Milliardär ist einer zu viel (Lukas Scholle) Das System Armut (Sarah-Lee Heinrich) Der zersparte Staat (Maurice Höfgen) Im Griff der Wohnkonzerne (Andrej Holm) Kultur ist kein Luxus (Şeyda Kurt) Kurswechsel oder Barbarei (Ines Schwerdtner und Lukas Scholle)
Seyda Kurt, geboren 1992 in Köln, studierte Philosophie, Romanistik und Kulturjournalismus in Köln, Bordeaux und Berlin und ist Journalistin und Moderatorin. Sie schreibt unter anderem für taz. Die Tageszeitung und ZEIT ONLINE. In der Kolumne Utopia bespricht sie für das Theater-Onlinemagazin nachtkritik.de kulturelle Repräsentationen von Liebe und Zärtlichkeit auf Theaterbühnen. Auf Twitter schreibt sie unter @kurtsarbeit über politische und soziologische Belange.
In Genug! legen die Autor*innen in unterschiedlichen Kapiteln eine leidenschaftliche Analyse der aktuellen ökologischen und sozialen Krisen vor, die durch den Neoliberalismus deutlich verschärft wurden, und plädiert für ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Das Buch ist durch seinen klaren Appell an die Notwendigkeit von Gerechtigkeit, Solidarität und ökologischer Verantwortung in den unterschiedlichen Bereichen inspirierend. Besonders positiv ist, dass die Autor*innen nicht bei individuellen Lösungsansätzen stehen bleiben, sondern strukturelle Veränderungen fordern. Aus meiner Sicht könnte in einigen Bereichen des Buches klassenkämpferischer argumentiert werden und die Kritik systemischer angegangen werden, um echtes Klassenbewusstsein zu erschaffen. Dennoch ist das Buch voll von interessanten und sehr richtigen Ansätzen Solidarität und Gerechtigkeit durchzusetzen.
Es gab ein paar echt solide Kapitel und andere waren schwacher, typisch bei so Werken. Schade zu sehen dass wir jetzt in ner Merz Regierung leben, hoffentlich wirds bald besser
Kompakt, aber erstaunlich umfassend bietet GENUG! einen Querschnitt durch die politische Situation in Deutschland 2023. Das Buch hat einen klar realpolitischen Einschlag und erklärt sämtliche Probleme und potenziellen Lösungsansätze so, dass sie auch ohne Vorwissen verständlich sind.
Durch diesen pragmatischen Fokus und den damit einhergehenden Verzicht auf abstraktere Ideallösungen könnte GENUG! tatsächlich eines der wenigen Bücher sein, die sich perfekt dazu eignen, neue Menschen niedrigschwellig für linke politische Ideen zu begeistern.
Das ideale Geschenk für Freunde und Familie also, sofern diese denn gewillt sind, mehr als 200 Seiten über Politik zu lesen. Denn häufig ist selbst niedrigschwellig nicht verdaulich genug – das Kernproblem eigentlich großartiger Einstiegswerke wie diesem. Am Ende lesen es vor allem die Leute, die eh schon 80 Prozent der Informationen mitbeten können.
Buch gut portionierbar lesbar. In 12 Kapiteln beschäftigen sich unterschiedliche Autor*innen mit den Auswirkungen der neoliberaler Politik auf ihr jeweiliges Handlungsfeld. Warum die Herausgeber*innen Ines Schwerdtner und Lukas Scholle (Chefredakteurin bzw. Kolumnist bei Jacobin) eine Politikerin der grünen Jugend das Kapitel über Armut schreiben lassen, erschließt sich mir allerdings nicht und ist mein größter Kritikpunkt.