Krieg und NS-Zeit aus der Sicht eines Kindes. Ein Roman über die Südtiroler Auswanderung und die NS-Verbrechen an Menschen mit Behinderung Eine Familie aus Südtirol entscheidet sich 1942 im Zuge der »Option» für die Auswanderung ins Deutsche Reich. Der 11-jährige Ludi erzählt von den letzten Tagen im Dorf und der ersten Station im Deutschen Reich: Innsbruck. Auf Anweisung der Ärzte muss sein behinderter Bruder Hanno in eine Anstalt bei Hall gebracht werden. Die restliche Familie zieht weiter nach Oberösterreich. Der Vater wird in die Wehrmacht eingezogen und auch Hanno kehrt nicht mehr zurück. Ein Brief aus einer »Heil- und Pflegeanstalt« des Reiches ist alles, was der Familie von ihm bleibt. Sepp Mall gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller Südtirols, der sich in seinem Werk mit komplexen Themen der jüngsten Zeitgeschichte auseinandersetzt. Wie lässt sich das Unbegreifliche verstehen und wie überlebt man ein kollektives Trauma? Ein bewegender Roman, der in bilddichter Sprache der Trauer eines Kindes um seinen Bruder nachgeht.
Longlisted for the German Book Prize 2023 This entry deals with the South Tyrol Option Agreement, which was a deal struck between Nazi Germany and fascist Italy that required the German and Ladin-speaking populations in Italy to decide whether they wanted to stay and get italianzed or move to the German Reich. Mall tells the story through the eyes of 11-year-old Ludi, whose father decides to take the family to the Reich, where his disabled brother Hanno is admitted to a so-called care facility (which, as we as readers instantly know, means that he will be murdered because of his physical and mental properties that do not adhere to the standard). The father volunteers to fight in WW II, thus defending the principles that justify the "euthanization" of his son as "unworthy life" (the Nazi expressions for killing the innocent in the name of the "racial purity" of the "Aryan race", two concepts that in reality of course don't exist).
And the text aesthetically also works with the perversion of concepts, in this case "Heimat" (home) and nature. Playing on the genre of the Heimatroman, Mall asks what home means for the German-speaking community in South Tyrol when they moved to a new place, the Reich, that they deemed their real home due to reasons of blood (another esoteric Nazi concept). In haunting images, he shows how in the name of nature (a.k.a. the alleged natural order of things, a right wing staple), brutality takes over: The (in Germany) mythological deer appears as a rotting corpse and later as a bug, alluding to the Nazis calling their enemies vermin; after an argument about "German blood", the children pass a butcher shop where German blood sausage is produced; while the soldiers die in the "field of honor" (Feld der Ehre), so the battlefield, the children walk by a field of ears (Feld der Ähre); and I'm not going to spoil how the gruesome metaphor of the title-giving dog plays out.
The perspective of the children who try to grasp what is happening, trying to find a logic behind the madness, is wonderfully rendered, the topic unfortunately remains highly relevant, and the aesthetic ideas are superb. Loved that the Book Prize highlights this gem from a small publisher.
Diesen kurzen, so leicht lesbaren Roman beherrschen zwei schwere Themen aus dem 2. Weltkrieg, einmal die sogenannte „Option“, die deutschsprachigen Südtirolern eine Emigration nach Nazideutschland vorschlug, andererseits ein besonders schweres Verbrechen der Nazis, die Euthanasie an behinderten Menschen. Erzählt wird die tragische Geschichte des 11-jährigen Ludi und seiner Familie, die während des Krieges Südtirol in Richtung Deutschland verlassen, dort aber nie Fuß fassen und nach Ende des Krieges zu den zahlreichen Rücksiedlern gehörten. Und dort erwartungsgemäß Repressalien von den „Dableibern“ erfahren müssen. Ein leises Buch aus der Sicht eines Kindes, das seinen Bruder während des Nationalsozialismus verliert. Sehr lesenswert und relevant angesichts der Aussagen von Politikern einer bestimmten Partei.
Wir begleiten den 11-jährigen Ich- Erzähler Ludi, seinen geistig behinderten Bruder Hanno und seine Eltern. Die Familie siedelt über aus Südtirol ins deutsche Reich im Rahmen der Option zur Zeit des 2. Weltkrieges. Ludis Vater ist hierbei der Initiator und zieht zudem extrem motiviert in den Krieg für das deutsche Reich.
Schnell wird klar, dass die Entscheidung der Übersiedlung ein Fehler war. Zu genau möchte ich hier gar nicht darauf eingehen. Es geht hier um den Verlust der Heimat, der Sprache und den der Familie.
Sepp Mall hat in meinen Augen einen großartigen Roman geschrieben. Alle Figuren sind so fühl- und nahbar. Mich konnte die Geschichte dermaßen berühren❤️. Durch die Kinderperspektive werden die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges nie exakt benannt aber sind dennoch extrem präsent. Die Sicht auf die Welt durch Ludis Augen hat Mall für mich persönlich so liebevoll beschrieben. Er wird als ein sehr einfühlsamer und sensibler Charakter dargestellt, der die Handlungen seiner Eltern nicht immer nachvollziehen kann. Wir als Leser:innen spüren dadurch aber ganz viel. Es ist daher einiges, was zwischen den Zeilen steht. Natürlich kann man aus Kinderperspektive kein sprachliches Meisterwerk erwarten, trotzdem gibt es hier einige schöne Metaphern.
Ich wünsche dem Autor, dass er zumindest auf die Short List kommt. Denn generell finde ich es mehr als wichtig, dass die Thematik 2. Weltkrieg immer wieder und wieder in den Fokus gerückt wird. Gerade in Zeiten, in denen einige Menschen meinen, die AFD wäre eine wirkliche Alternative für Deutschland. Diese Partei ist einfach brandgefährlich und die Menschen müssen wieder aufwachen und sehen, dass diese Partei eine reelle Gefahr für unsere Demokratie darstellt.
Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass mir die Gestaltung dieses schmalen Büchleins überaus gut gefällt. Die kleinen Bilder sowohl auf dem Cover als auch auf dem Vorsatzpapier finden sich im Text wieder und haben somit eine Bedeutung. Die Haptik des Schutzumschlages gefällt mir unheimlich gut . Nimmt man diesen ab ist das Buch darunter auch wunderschön. Mich hat es wahnsinnig angesprochen.
Aus der Sicht des älteren Sohnes geschilderte Zeit des zweiten Weltkriegs. Die kleine Familie aus Südtirol zieht die Option aus der Heimat ins Reich zu emigrieren und als Volksdeutsche anerkannt zu werden. Der Vater meldet sich freiwillig zur Wehrmacht und ist erst in Frankreich, dann in Russland. Der behinderte Sohn wird von der Familie getrennt und in ein Kinderheim gebracht, ohne große Möglichkeit zur Kontakt. Mutter und Sohn müssen sich alleine durschlagen und finden keine richtiges Zuhause in Österreich. Als die Front näher kommt und die Niederlage deutlich wird, machen sie sich wieder auf den Weg "Nachhause". Sehr eindrucksvoll geschrieben, aufgrund der kindlichen Perspektive bleibt viel des Kriegsschreckens nur Andeutung. Wieder ein gutes Buch der Longlist
Diesmal geht es um den Roman eines Südtiroler Autors, der für den deutschen Buchpreis nominiert ist. Sepp Mall beschreibt hier eine durchaus typische Südtiroler Familiengeschichte, die Geschichte von Optanten, also von deutschsprachigen Südtiroler*innen, die sich dafür entschieden, das Land zu verlassen, um im deutschen Stammland als Volksdeutsche zu leben. Er beschreibt dies aus Sicht des Jungen Ludi, der mit seinen Eltern die Südtiroler Heimat (ja, man kann heir dieses Wort verwenden, schreibt doch Mall selbst seinen Personen Heimweh zu, Sehnsucht nach Heimaterde usw.)verlässt. Der behinderte Bruder Hanno wird im Euthanasieprogramm der Nazis ermordet, der Vater verliert im Krieg und später als Gefangener in Russland jeden Lebensmut, die Mutter ist es, die versucht die Restfamilie (also sich und den Sohn Ludi) zusammenzuhalten und geht nach Kriegsende auch wieder über die grüne Grenze zurück nach ihrer Heimat Südtirol. Mall schreibt eine traurige, berührende Familiengeschichte aus der Mitte der europäischen Geschichte. Lesenswert, aber wohl zu wenig für deutschen Literaturpreis.
Ein großartiger Text, der Anhand der Südtiroler Option die Begriffe Heimat, Natur, Volk etc. und deren Pervertierung durch den Nationalsozialismus durchspielt. Erzählt mit den Augen eines Kindes. Ein sehr berührendes Buch. Absolut verdient auf der Longlist des deutschen Buchpreises.
Auf der Webseite der NZZ gibt es aktuell einen frei verfügbaren Artikel des Autors zum Thema der Südtiroler Option.
Erst war ich ein bisschen vorsichtig, dieses Buch zu lesen, weil das Thema ja doch nicht so ohne ist - aber dann bin ich regelrecht durchgeflogen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich kaum losreissen konnte, und dabei könnte ich nicht einmal so wirklich sagen, woran es lag. Am Schreibstil? Dem Thema? Der recht gestrafften Erzähltempo? Auf jedenfall eine schöne Überraschung und eine Leseempfehlung von mir!
Meiner Meinung nach zu Recht für den Buchpreis nominiert! Eindringliche Geschichte aus der Zeit des zweiten Weltkriegs, Südtiroler Familie, die fürs Auswandern ins Deutsche Reich optiert. Erzähler ist der 11-jährige Sohn Ludi, die Schilderungen sind sehr glaubwürdig für ein Kind/einen Jugendlichen, die Sprache passt perfekt dazu. Sepp Mall erzählt auf wenigen Seiten sehr eindrücklich, eine Geschichte, die in Erinnerung bleibt! Große Empfehlung!
First things first: This is a beautiful book. The cover picture does not do it justice!
And once you get into the novel, it just gets more interesting. Sepp Mall is very good at giving us the perspective of a child who understands some things, but mostly lives in a world of adults whose decisions he is subject to. I have not often read a successful approximation of a child's mind, and this worked for me.
Let's face it: there are a lot of novels about the Second World War, about flight, about Nazism. And as a good German (historian!) reader, I have read many of them. But this particular story was new and horrible and interesting. It is about a German-speaking family from Tyrol who, in the early 1940s, decide to go into the Reich rather than give up their German heritage. The younger of the two sons has a disability that has become part of their family unit, but when they enter the Reich he is taken from the family and put into a home "to be helped". We know what this help will be. The mother seems to suspect. But his older brother continues to wait, while the family experiences what it means to be their kind of German in wartime Germany.
I did not love everything. But the impact of this novel was very powerful, as it reopened the multitude of experiences, of guilt and victimhood. I'd definitely recommend giving it a try!
Diese Geschichte lässt mich nicht los. Brilliant durchzieht das Motiv der Sprachlosigkeit die Erzählung, deren Wucht vor allem durch Absenzen spürbar wird. Die kindliche Perspektive, die Liebe zwischen den zwei Brüdern, das Wegsehen der Erwachsenen - Sepp Malls einfühlsamer Roman über die Abgründe der Menschheit bewegt. Ich empfehle zum Thema der NS Verbrechen an behinderten Menschen auch das herausragende Sachbuch von Götz Aly Die Belasteten: ›Euthanasie‹ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte.
Sepp Mall’s Ein Hund Kam in Die Küche is a quiet but rather unsettling novel that explores the emotional damage left behind by war, particularly in families caught in historical and moral crosswinds. The story is set in South Tyrol during the Second World War and follows young Ludi, who grows up in a household already strained by absence and silence. When the family decides to emigrate to Upper Austria to become part of the ‘German Reich,’ Ludi’s younger brother Hanno—considered mentally weak—is not permitted to join them. Instead, he is admitted to a children’s hospital, and the family never sees him again. His death is quietly reported, but never fully explained. Ludi never stops thinking about him, and imagines Hanno accompanying him in daily life—a motif that, for me, sometimes tipped into sentimentality and detracted from the story’s otherwise serious tone. The book started off well, with strong character work and an evocative atmosphere. But several scenes stood out for their sheer brutality—particularly in the butcher’s shop and a disturbing episode where a group of boys attacks a helpless dog. These moments were shocking, and while they contributed to the novel’s raw realism, they were hard to read and added a layer of physical violence to an already emotionally heavy story. The father is one of the most complex and unsettling characters: emotionally cold before the war, and utterly broken after it. When he finally confesses that he believes Hanno's death was God's punishment for a child he killed on the Russian front, it’s a devastating moment—perhaps the emotional core of the novel. His guilt, silence, and isolation speak volumes about the inescapable consequences of war, and the damage it inflicts on those who return, not just those who are lost. I’m not fully convinced by the book’s title, which is taken from a line in a German children’s rhyme. It feels slightly too whimsical for such a dark and layered story. The final chapter, too, didn’t quite land for me—it could have been omitted without losing anything meaningful, and may even have preserved the emotional intensity of the ending better. Overall, Ein Hund kam in die Küche is a thoughtful read, but uneven in tone. It has some powerful moments and hard truths, but the occasional overly sentimental passages and tonal shifts kept it from being a fully satisfying read for me. ★★★☆☆
Mein vorletzter Tag in Südtirol geht zu Ende. Und auch ein weiteres Buch, in dem Südtirol eine große Rolle spielt, habe ich nun ausgelesen. Ein Buch das ich im Rahmen meiner#longlist Lese Challenge spontan in meine Leseliste aufgenommen habe.
Ludis Vater, hat sich ganz der deutschen Sache im Dritten Reich verschrieben. Er entscheidet, dass seine Familie aus Südtirol ins deutsche Reich übersiedelt. Als Verräter beschimpft, packen Sie ihre Habseligkeiten zusammen und verschwinden. Den Vater zieht es euphorisch in den Krieg und der kleine Bruder Hanno wird sehr schnell von der Behörde in ein Heim verwiesen. Hanno ist nicht so wie andere Kinder. Und er kehrt nie wieder zu seiner Familie zurück. Offiziell stirbt er an Tuberkulose, doch wir wissen, dass er dem Euthanasie Wahnsinn des Naziregimes zum Opfer fiel. Ludis enge Bindung an seinen Bruder, äußert sich ab diesem Zeitpunkt in der Vermischung von Wahrheit und Traum. Sein Bruder erscheint ihm immer wieder, und die beiden führen Gespräche über verschiedene Themen. Diese Dialoge sind von inniger Zuneigung und Zusammenhalt geprägt. Mall schreibt aus der kindlichen Perspektive des Elfjährigen über den Wahnsinn, der Erwachsene zu falschen Entscheidungen treibt. Das wirkt sehr feinfühlig, emotional und die kindliche Perspektive ist bisweilen naiv, aber nie unglaubwürdig. Die einzelnen Personen wirken wie eine Zeichnung in der mit wenigen Bleistiftstrichen, eine Persönlichkeit herausgearbeitet wird. Das ist sehr gut gelungen. Die Gespräche zwischen Ludi und Hanno waren mir mitunter etwas abschweifend. Trotzdem beschreiben Sie sehr gut wie ein heranwachsender Mensch mit Trauer umgeht. Mir hätte es etwas besser gefallen, wenn sich der Autor noch intensiver mit der Vernichtung pflegebedürftiger und behinderter Menschen auseinandergesetzt hätte.
Ein wichtiges und intensives Buch, das nicht ganz leicht zu lesen ist
Ein Hund kam in die Küche ist ein starkes Buch und zu Recht für den deutschen Buchpreis nominiert. Es wirft einen intensiven Blick auf eine schlimme Zeit in Südtirol. Erzählt wird aus der Perspektive eines Kindes, doch die hat nicht viel kindliches mehr, denn seine Familie muss viel durchmachen. Da ist z.B. Ludis kleiner Bruder Hanno, der körperlich und geistig behindert ist. Er soll in eine Heil- und Pflegeanstalt. Als Leser ahnt man schnell, dass es für Hanno nicht gut ausgehen wird. Das belastet auch Ludi und Hannos Geist begleitet ihn zukünftig oft im Traum.
Die Familie ist beispielhaft für das südtirloische Schicksal vieler, die zwischen Italien und Deutschland zerrissen waren.
Der in Südtirol gebornen Schriftsteller Sepp Mall nutzt eine dichte Sprache. Er setzt sie mit Zurückhaltung ein und berührt doch eine emotionale Seite beim Leser.
Das Buch war kurz, aber herrlich herzergreifend und hat so viel an Inhalt und Themen abgedeckt, dass ich im Nachhinein gar nicht glauben kann, dass das alles in ca. 190 Seiten gepasst hat. Dadurch, dass ich noch einiges aus der NS-Zeit weiß, musste ich bei einigen Szenen schlucken, vor allem weil die Geschichte aus der Sicht eines jungen Kindes erzählt wird. Es fehlt die Übersicht, aber trotzdem kann man das Übel nicht übersehen; man versteht so vieles nicht, aber trotzdem versucht man an dem festzuhalten, was einem Menschen normalerweise zustehen sollte: Familie und Heimat. Ich denke, das Buch wird einen noch tiefer treffen, wenn man sich mit der damaligen NS-Regime auskennt, und wie brutal die tatsächliche Realität war, in der Kinder (und Erwachsene) leben mussten.
** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Das Buch ist aus der Sicht eines Kindes/Jugendlichen erzählt, wobei sein Blickwinkel nicht nur durch sein Alter eingeschränkt ist, sondern auch durch die Wirren und Lügen um die Familie herum. Der Leser beobachtet dabei, wie der Erzähler mit dem Tod des behinderten Bruders umgehen lernt; wobei hier gerade auch dessen Wahrnehmung der Gegenwart von einfließenden Erinnerungen gestört wird. "Ein Hund kam in die Küche" liest sich wie eine klassische Novelle der Nachkriegszeit. Die Gräuel der Nazis werden dabei nur tangiert, nicht aktiv diskutiert. Ich hätte mir da fast etwas mehr Tiefe im Umgang mit dem Tod des Bruders bzw. den Kriegsverbrechen des Vaters gewünscht. Der Teil war am spannendsten, ist aber eher gegen Ende abgehandelt wurden und sehr knapp. Dennoch war es ein kurzweiliges, angenehmes Lese-Erlebnis.
Südtirol, 2. Weltkrieg und eine Familie, die mit ihren zwei Kindern, Ludi und Hanno, nach Österreich "wandert". Eine Geschichte über die Übersiedlung ins Deutsche Reich, einen Vater im Krieg und ein behindertes Kind, Hanno, in einer "Heil- und Pflegeanstalt", erzählt aus der Perspektive des 11-jährigen Ludis. Fragen nach Heimat und Tod spielen dabei eine zentrale Rolle.
Durch die Erzählung aus Kinderperspektive berührt die Geschichte auf eine besondere Art. Auch den Handlungsstrang mit dem behinderten Kind und dessen Schicksal finde ich gut gelungen und hebt dieses Buch von weiteren Geschichten über den 2. Weltkrieg hervor.
Ein Roman, über den 2. Weltkrieg, der zum Nachdenken anregt und bewegt, ohne sehr explizit geschilderten Grausamkeiten des Krieges zu schildern.
Sepp Mall hat ihr ein ganz dichtes, aufrüttelndes Buch geschaffen. Die Option in Südtiroĺ veranlasst die Familie des 11 jährigen Ludi nach Oberösterreich heim ins Reich zu "wandern". Der Vater - ein Hitleranhänger- muss eindrücken, der behinderte Bruder in ein Heim. Neben den Themen Heimweh, Euthanasie, Umgang mit Fremden, gibt es viele kleine Informationen: rote Geranien, Katakombenschulen, die Gefängnisinsel des Duce... Die Sprache ist poetisch, nie schwülstig und leicht lesbar. Ein absolutes Highlight
Joa, nichts, was man nicht am Ende erwartet hat, nichts besonderes. Nix gutes, auch nix schlechtes…
Der Inhalt des Buches handelt es um einen Junge und seine Geschichte durch die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Dort gab es Punkten, wovon ich gar nicht wusste und die machten die Geschichte ein Bisschen merkwürdiger. Man konnte immer erwarten, was kommen wird, es war alles lesbar, eindeutig und auf die Gefühle bezieht.
Ich war nicht überrascht, aber auch nicht gelangweilt, was natürlich sehr vorkommt.
Was für eine schaurig traurige mitnehmende Geschichte!
Eine Familie aus Südtirol entscheidet sich 1942 im Zuge der „Option“ für die Auswanderung ins Deutsche Reich.
Die Geschichte wird mit dem Augen des 11 jährigen Kindes Ludi erzählt, der seine Freunde und seinen Bruder Hanno vermisst (csak annyit mondok „Lila gyerek“), die Hintergründe für das elterliche Benehmen nicht ganz versteht, nur beobachten kann.
"Ein Hund kam in die Küche" ist ein leicht lesbarer, sehr bildlicher, relativ kurzer Roman, der aus Sicht eines Kindes die NS Zeit beschreibt. Es geht um Flucht, Freundschaft, Zerrissenheit und um die Verbrechen an Menschen mit Behinderungen. Ich hatte mir trotz der Kürze des Buches mehr Tiefe und Informationen erhofft, mochte es aber trotzdem von der Schreibweise.
Wow. Dieses Buch behandelt mit wundervollem Schreibstil ein schweres, sehr relevantes Thema der Option der Auswanderung in Südtirol und weiteren wichtigen Fragen, die darum kreisen. Wirklich empfehlenswert.
„Wenn man es schon in einer kleinen Glaskugel schneien lassen konnte, dann müssten auch andere Dinge möglich sein, Dinge, die man sich im Augenblick nur nicht vorstellen konnte.“
Der Kriegseinsatz des Vaters und die Trennung vom Bruder werden geschildert aus Sicht eines Jungen mit einigen schönen sprachlichen Bildern. Das ist aber, was die Handlung betrifft, nicht sonderlich spektakulär.