Sehr geehrte Frau Gruber! Leider stört Ihr Sohn Lukas fast jeden Vormittag den Unterricht. Er tratscht und verweigert jede Form der Mitarbeit (Aufzeigen!). In den Pausen nervt er seine Lehrer mit provozierenden Äußerungen oder er schreibt Hausübungen ab. Reden Sie bitte mit ihm! Mag. Reingard Söllner, Klassenvorstand. Sehr geehrte Frau Söllner, leider verdirbt uns Ihr Schüler Lukas fast jeden Abend die Stimmung. Er schweigt und verweigert jede Form der Hausarbeit (Tisch decken!). Beim Abendessen nervt er seine Familie mit seinem iTrottel oder er streitet mit seiner Schwester. Reden Sie bitte mit ihm! Mag.tra Sabine Gruber, Mutter. Lukas ist 13. Renitent, pubertär, hat schlechte Noten - also alles ganz normal. Eltern und Lehrerinnen tragen per Mitteilungsheft heftige Schlachten aus, Vater Walter Gruber schreibt sich den Frust in einem Schultagebuch von der Seele. Das eine hinreißend komische Satire auf die Schule von heute.
Ausgangssituation: 1. renitenter, fauler, pubertierender Sohn, schlecht in der Schule, 2. Mutter, Alleinverdienerin, bisher für Schulagenden des Sohnes zuständig, vom Aufwand her ob der eskalierenden Probleme neben ihres Fulltimejobs verständlicherweise überfordert, übergibt diese Agenden an 3. den zu Hause arbeitenden sich selbst verwirklichenden drehbuchschreibenden aber nix verdiendenen Kindsvater.
Was dann folgt hat wirklich was kafkaeskes, denn Vater und Lehrer kommunizieren fast ausschliesslich über das Mitteilungsheft und angehängte ausgedruckte E-Mails über die "Probleme" des Sohnes, die in diesem Fall oft mehr Probleme und auch Schikanen der Lehrer sind. Was das noch mit Pädagogik zu tun hat, frage ich mich schon lange, vor allem weil ich feststellen muss, dass dies kein Einzelfall ist. Hatte mehrere alleinerziehende Freundinnen und auch eine halbtags arbeitende Assistentin mit denselben Troubles, der ich immer wieder am Vormittag freigeben mußte, weil es die Lehrer offensichtlich nicht schafften, sie am Nachmittag in die Schule zu zitieren.
Extrem kurios, sehr satirisch und entlarvend läßt uns der Autor einen Blick in das Mitteilungsheft von Lukas samt Attachments werfen und deckt dabei so en passent gleichzeitig die Schwächen des Schulalltags auf, thematisiert z.B. Mobbing, mangelnde Vorbildwirkung, Gewalt gegen Schüler und anschließende Vertuschung, Erpressung der Eltern..... Manchmal blieb mir das Lachen wirklich im Halse stecken ob der Dialoge und der schwachsinnigen Argumente. Gelernt habe ich auch, dass heutzutage Eltern bei den Tests und Hausübungen genauso gefordert sind wie ihre Kinder, indem sehr viel Lehrarbeit quasi an die Eltern oder teure Nachhilfelehrer outgesourct wird.
Den einen Stern Abzug gebe ich, weil mir der grafische Stil der Zeichnungen gar nicht gefallen hat (prinzipiell finde ich die Idee mit den Grafiken hervorragend), aber das ist erstens Geschmackssache und zweitens Jammern auf hohem Niveau.
Einen Tip habe ich noch an Euch, unbedingt das Glossar auch lesen, die Schul-Wörter werden satirisch erklärt - herrlich!
Fazit: Absolut lesenswert für Eltern aber auch Lehrer könnten mal reinschauen :D
Humorous take on the difficult topic of teacher-parent-communication.
At first, I really enjoyed the "notebook" format of the book. The reader followed the story by reading the messages sent between the parents and teachers of 13-year-old Lukas, who appeared to be a problematic student. However, it soon was clear that the inspiration for said format was taken from Daniel Glattauer's "Gut Gegen Nordwind"; ironically the author downplays D. Glattauer's book in a dialogue between the parents. The format then switched between notebook, the father's diary and dialogues. I didn't enjoy the mixture of the three.
The humor was not for me, either, mostly because I'm tired of "blaming the teacher". Certainly, there are difficult teachers who make communication a painful experience, but in this case everything was exaggerated and purposefully misinterpreted in order to portray the teachers as annoying as possible. The parents never took responsibility which I didn't find particularly funny.
Coming from an author who is a teacher himself, I was disappointed in how he tried to solve certain conflicts. Too often with smiley faces and sarcasm.
Moderne Lausbubengeschichten aus Eltern-/Lehrerperspektive oder lustige Anekdoten aus dem Schulzirkus sind eigentlich nicht mein Ding, dieses Buch war aber schon ganz witzig. Meinetwegen hätte auch die ganze Geschichte in Form des Mitteilungsbuches dargestellt werden können, die traditionelleren Sequenzen (Tagebucheinträge, Dialoge) haben mich nämlich durchweg weniger überzeugt. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich den Humor des Autors etwas vorhersehbar und klischiert finde, ist aber natürlich Geschmackssache. "Smart-Trottel" ist übrigens ein furchtbar spießiges Wort, dass ich hoffentlich nie wieder lesen/hören muss.
Unterhaltsame Lektüre zur österreichischen Lehrer-Eltern-Schülerin-Beziehung, meiner Meinung nach als hoffnungslos überspitzt Satire zu verstehen. Als österreichische Lehrerin bin ich wohl Teil der Zielgruppe und fand das Buch über Passagen treffend und witzig, gleichzeitig aber auch überzeichnet sowie nicht mehr ganz aktuell. Für viele Eltern und Lehrperson gibt es dennoch bestimmt bekannte Motive und unterhaltsame Parallelen zu eigenen Erfahrungen in diesem kurzen Buch.
Eine höchst amüsante Beschreibung von allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Schulalltags. Das Besondere daran: Es ist aus Eltern-, LehrerInnen- und SchülerInnensicht geschrieben.
Gestaltung "Mitteilungsheft: Leider hat Lukas..." ist als Softcoverausgabe erhältlich, welche mich ein wenig an ein Schulbuch erinnert, was sicherlich auch so gedacht war. Bereits auf dem Cover ist der markante Illustrationsstil zu erkennen. Im Inneren wird der Text immer wieder durch kleine und große Kugelschreiberzeichnungen unterstützt. Diese sind mal mehr und mal weniger perfekt, so dass man denken könnte, dass sie vielleicht sogar eines der Familienmitglieder gemalt haben könnte. In schriftlichen Dialogen ist immer vorangesetzt zu sehen, wer gerade schreibt, allerdings im Stile einer Seitenanmerkung, wie in Schulbüchern üblich. Am Ende des Buches gibt es noch ein Glossar, wo man sein eigenes Schulfachbegriffswissen auffrischen kann in lustiger Art und Weise. Insgesamt eine sehr detailverliebte Gestaltung, welche dem Buch einen gewissen Charme verleiht.
Meine Meinung "Mitteilungsheft: Leider hat Lukas..." ist eine Geschichte, welche durch Elternbriefe und Tagebucheinträge erzählt wird und den typischen, etwas überspitzten, Alltag von Familien mit schulpflichtigen Kindern darstellen möchte. Das klang für mich ganz lustig und spannend, schließlich studiere ich momentan Lehramt. Vorweg muss man sagen, dass dieses Buch von einem Österreicher geschrieben wurde und sich somit auch auf deren Schulsystem, welches sich doch deutlich vom deutschen unterscheidet, bezieht. Hierzu sollte man also einige Vorkenntnisse haben um alles zu verstehen oder am besten Österreicher sein - okay Scherz, aber es hilft. Dennoch macht es Spaß, dass Buch zu lesen, auch wenn zwischenzeitlich einige Längen auftreten. Allerdings ist mir das ganze etwas zu überspitzt und teilweise doch etwas sehr an den Haaren herbeigezogen in puncto Reaktionen des Vaters. Gut gefallen jedoch hat mir das lustig gestaltete Glossar am Ende, wobei auch hier für meinen Geschmack etwas übertrieben wurde. Leben tut das Buch vorallem durch die witzigen Illustrationen, daher ist es eher eine Mischung aus Graphic Novel und Buch in meinen Augen. Trotz der schönen Gestaltung fühlte ich mich eher sehr kurzfristig unterhalten und habe, wie bereits erwähnt, aufgrund der Überspitzung oft die Augen verdreht.
"Mitteilungsheft: Leider hat Lukas..." ist ein interessant gestaltetes Buch, welches allerdings, in meinen Augen, eher weniger für ein deutsches Publikum geeignet ist, während es für die Österreicher sicherlich äußerst lustig sein dürfte.
Ursprünglich veröffentlicht auf Books on PetrovaFire