«Und du, mein Junge? Was ist mit dir? Wo ist deine große Liebe? Was läuft denn da eigentlich mit dir und dieser Ute, von der du andauernd erzählst?» Damit hatte ich nicht gerechnet. Diese Frage kam so überraschend, dass ich anfing zu stammeln. «Ja wie, äh ... was läuft da ... da läuft gar nix, Helga! Die ... die Ute, die ist äh ... ja, äh ... die ist okay ... also ich mag die, klar, äh ... aber nur so!» Helga schien sichtlich amüsiert über meine ungelenke Antwort. «Ach so! Du magst sie nur so, weil sie okay ist. Junge, ich kenne dich jetzt seit vierzig Jahren. Du hast ganze Herden von Stöckelschuh-Antilopen an meiner Wohnungstür vorbeigeschleust. Aber ich habe dich noch nie so über eine Frau reden hören wie über diese Ute.»
Die ersten Kapitel des Buches sind echt ein Brüller. Normalerweise bin ich kein Fan von "Comedy Büchern" einfach weil die meisten nicht lustig sind. Aber Atze schaffte es mich WIRKLICH zum Lachen zu bringen und zwar lauthals. Leider schafft er es nicht das hohe Niveau bis zum Schluss zu halten. Ab der Hälfte des Buches geht der Witz leider verloren und es gibt nur noch ein zwei Kapitel oder wenige Sätze die noch witzig sind. Der Rest ist leider eine Mischung aus schlecht gemachter Lovestory und Midlife Crisis.
FAZIT: Alles in allem fand ich das Buch trotzdem super. Die ersten Kapitel sind mega und lesen sich durch den episodenhaften Charakter wie der Wind. Den Rest ca. ab der Hälfte muss man einfach hart weglassen... (Achtung Spoiler: Atze und Ute kommen zusammen, das wars. Mehr kommt in der letzten Hälfte ohnehin nicht bei rum...)
HANDLUNG: Atzes Leben besteht aus scharfen Frauen, Bier und RTL Exklusiv. Doch dann kam Ute und zieht in die Wohnung unter Atze ein. Ute ist schwanger, Waldorflehrerin, Veganerin und Single. Laut Atze wohl eine Ökotrute, wie sie im Buche steht. Doch schnell sollen sich alle Vorurteile gegenüber Ute legen, denn bereits nach dem ersten Gespräch merkt Atze, dass sie nicht wie jede seiner anderen Flachpfeifenmädels ist. Ute ist nämlich wortgewandt und hat immer einen kecken Spruch auf den Lippen. Zwischen ihr und Atze entwickelt sich schon bald ein freundschaftliches Verhältnis. Kaffeekränzchen und Schnatterabende stehen auf dem Programm bis Atze eines Tages merkt, dass da vielleicht doch mehr als nur Freundschaft im Spiel sein könnte. Anstatt mit Ute über das “Problem” zu reden, gerät der doch manchmal recht eifersüchtige Atze von einem peinlichen Fettnäpfchen ins nächste …
CHARAKTERE: Das Buch enthält unzählige skurrile Figuren. Die Bandbreite reicht von dem sogenannten Gomera-Gerd, der es schafft am Tage ein unscheinbarer Bankangestellter zu sein und am Abend seine Wohnung vollkifft über Kati Deutschmann, die ab einem gewissen Alkoholpegel ihre Libido nicht mehr unter Kontrolle hat bis hin zu Uwe a.k.a. Birkel, der nach seinem Leitspruch “Jedem Pudel juckt die Nudel” ein entsprechendes Etablissement eröffnet hat. Zwischen all diesen abgedrehten Figuren fällt es schwer, eine besonders hervorzutun. Doch Ute fällt aus dem Rahmen, denn sie ist irgendwie normal, hat ihr Herz am rechten Fleck und rennt nicht wie jeder blind ins neue Abenteuer, sondern überlegt erst mal – wahrscheinlich hat sie aus vergangenen Ereignissen gelernt.
DAS BESONDERE: Gibt es etwas, dass besonders positiv hervorsticht? Vielleicht das Lesebändchen, der Teddybär auf dem Cover und eine höchst amüsante Szene zum Thema Waldorfschulen.
MEINUNG INSGESAMT: Im Großen und Ganzen hat mir “Und dann kam Ute” von Atze Schröder einige Stunden Lesespaß bereitet. Man erwartet auch von Atze Schröder eine Menge Witz und Humor, doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Auf den ersten Seiten, in denen man sich noch in die Geschichte einfinden muss und eigentlich ganz schnell erfahren will, wer diese Ute eigentlich ist, funktionieren Dinge, wie schlüpfrige oder urkomische Beschreibungen der Bekanntschaften oder Nachbarn von Atze Schröder. Doch bald merkt man, dass Atze eigentlich viel mehr als nur die Geschichte über Ute erzählen möchte und das eigentlich auch tut, sodass man bei den unzähligen Nebenhandlungen schnell vergisst, worum es eigentlich geht. Und zumindest war es bei mir so, habe ich es als unschön empfunden, ständig rekapitulieren zu müssen, wo und an welcher Stelle sich Atzes und Utes freundschaftliche Liebesbeziehung befindet.. Obwohl “Und dann kam Ute” durchweg lustig geschrieben ist, bleiben die wirklich großen Lacher aus. Allerdings kann das auch daran liegen, dass Atze Schröder bereits zum Urgestein der deutschen Comedy-Szene gehört und man demnach viele seiner Witze kennt und auch abschätzen kann, wie er in bestimmten Situationen reagiert. Hinzukommt, dass in dem Buch ein Gag den nächsten jagt und dem Leser damit keine Möglichkeit geboten wird, diesen auch wirken zu lassen, geschweige denn, dass der Witz selbst in der Geschichte die Chance hat, sich langsam aufzubauen. Während man die beiden oben genannten “Mängel” unter “Es soll ja nur lustige Lektüre für zwischendurch sein” abbuchen kann, habe ich mich an dem manchmal recht derben und vor allem unnötigen Alkoholkonsum (es soll Situationen geben, in denen man sich mit Leuten unterhalten kann, anstatt seinen Herzschmerz in Bier zu ertrinken) und der ständigen Erwähnung eines privaten Fernsehsenders gestört. Wenn das eine nachgelassen hat, hat das andere zugenommen. Und umgekehrt. Nichtsdestotrotz möchte ich das Buch nicht verdammen, da es irgendwo trotzdem noch besser ist als die Lektüre für zwischendurch. Ich denke, das liegt aber auch zum Teil daran, da es das erste seiner Art ist, weshalb Atze es auch bei “Und dann kam Ute” belassen sollte.
EMPFEHLUNG: Ich kann das Buch denen empfehlen, die selbst viel Humor haben oder ganz besonders Atze Schröders Humor mögen, da ein Witz in Schröder-Manier auf den nächsten folgt. Wer diesen nicht mag, wird an dem Buch keinenfalls Freude haben. Auch sollten Kinder unter 16 Jahren das Buch nicht zu lesen bekommen, da Alkohol, Sex und Drogen durchweg präsent sind.
Atze Schröder ist bekennender Single und bei allen als Frauenheld bekannt. Er genießt die Männerabenden bei sich im Haus und hat immer einen Spruch parat. Zunächst ändert sich dies auch nicht als die schwangere Waldorflehrerin Ute in die Wohnung unter ihm einzieht, da die liebe Helga nach Gran Canaria zieht. Doch das erste Mal in seinem Leben sieht er in ihr mehr als ein "Lustobjekt". Denn sie ist so ganz anders, als die anderen Frauen. Sie trägt keine High-Heels und verzichtet auf viel Schminke. Auch trägt sie lieber Hosen anstatt zu kurz geratene Röcke. Ob und wie Atze mit diesen neuen Gefühlen zurecht kommt erfahrt ihr hier.
Meine Meinung:
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, finde ich das Cover noch schöner gestaltet. Schon am Anfang war es ein totaler Blickfänger. Mit ihm selbst im Vordergrund, wissen alle direkt Bescheid. Denn viele werden es kaufen, weil es von und mit ihm ist und nicht weil sie einen anspruchsvollen Roman erwarten.
Wer Atze Schröder Fan ist, es auf Anhieb lieben. Die Geschichte startet mit einer "Bedienungsanleitung" für das Buch und schon diese lässt den Leser lachen und schmunzeln. Mit diesem genialen Einstieg ist man direkt in der Geschichte drin und erlebt einen Atze Schröder wie er leibt und lebt.
Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass es ihm nicht gelingen wird, den typischen Atzecharakter auch in einem Buch nieder zu schreiben. Doch bei vielen seiner Sprüche hatte man das Gefühl, als würde er neben einem sitzen und sie persönlich vorlesen.
Circa nach der Hälfte des Romans, werden die Sprüche zwar etwas weniger, aber verbindet dafür ernste Themen mit Humor.
Ich persönlich finde Atze Schröder wirklich gut. Allerdings nicht so gut, als das ich ihn mir von Morgens bis Abends anhören könnte. Deshalb musste ich auch dieses Buch mit Unterbrechungen lesen, da es einfach zu viel wurde.
Fazit:
Im Großen und Ganzen ist es wirklich ein klasse Buch, welches auch nicht Atze-Fans mögen werden, wenn sie hier und da ein paar Abstriche machen. Alle anderen werden dieses Buch lieben und auch viele bekannte Charaktere wiederfinden.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farbkombination Lila und Beige ist wunderbar gewählt worden. Als erstes fällt einem natürlich Atze ins Auge, er ist in voller Größe in einem lila T-Shirt mit dem Frauen-Zeichen vorne drauf zu sehen. Dann nimmt man die neckischen kleinen Zeichnungen wahr, wie die Armbänder an seiner rechten Arm oder dem Teddy in seinem linken. Auf der Rückseite sieht man dann Ute mit dem kleinen Philipp auf dem Arm. Es ist mit mein liebstes Cover.
Atzes Leben könnte gar nicht besser sein, er hat seine Männerrunden mit Gomera-Gerd und Hajo, einen spritzigen Porsche vor der Tür und genügend Telefonnummer, um sein Sexleben ausgiebig zu genießen. Doch dann zieht Ute in die Wohnung unterm ihm ein. Ute ist anders als das Beuteschema von Atze. Sie ist Vegetarierin, ist Lehrerin an der Waldorfschule und sie ist schwanger. Ihre und Atzes Lebenseinstellungen könnten gar nicht unterschiedlicher sein, doch nach und nach stellt Atze fest, dass Ute eine tolle und kluge Frau ist. Wer wissen will, wie es mit den beiden weitergeht, sollte sich das Buch zu legen.
Der Schreibstil ist witzig und spritzig, an vielen Stellen habe ich mich kringelig gelacht. Hier gilt wirklich, wo Atze drauf ist, ist auch Atze drin. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, das er neben mir liegt und mir seine Geschichte erzählt. Klar sind einige Stellen echt überzogen und wer mit seinem Humor nicht umgehen kann, hat es echt schwer in diesem Buch.
Gefallen haben mir auch die genialen Wortschöpfungen, wie z.B. lombardisches Haselnuss-Pesto (Nutella) oder Château noir Malz de Vita (Malzbier). Wie kommt man nur auf solche Wörter?
Dieses Buch ist eine leichte und lockere Lektüre, die ich jedem Atze-Fan nur empfehlen kann.
Ich muss gestehen, meine Kenntnisse über Atze beschränkten sich vor dem Lesen dieses Buches auf - Proll - vulgär - Macho, sodass mein Interesse an seinen Auftritten eher gegen Null ging. Die Begeisterung über dieses Buch, das ich von einem wirklich lieben Kollegen geschenkt bekam, war daher auch etwas verhalten - aber wie soll man etwas beurteilen, das man nicht kennt?! Also ran an die Lektüre. Und ich muss gestehen, ich habe mich wider Erwarten doch ziemlich gut amüsiert ;-) Ja, Atze ist ein vulgärer Prollmacho (oder so), aber einer mit Herz, Humor ohne Ende (den man natürlich mögen muss) und äußerst viel Selbstironie. Die Geschichte selbst ist recht einfach gestrickt: Das völlige Gegenstück zu Atze zieht in die Wohnung unter ihm: weiblich, schwanger, gebildet, achtet auf gesunde Ernährung, stilvoll, Lehrerin an einer Waldorfschule usw. Dennoch verstehen die Beiden sich nach anfänglichen Schwierigkeiten äußerst gut und so ist schon nach kurzem klar: Wann werden sie ein Paar? Die Antwort wird durch Erzählungen weiterer Erlebnisse aus Atzes Vita hinausgezögert ebenso wie durch die Angst, sein tolles Leben (Frauen, Autos, Parties...) aufgeben zu müssen. Ja, auf Dauer fangen seine Sprüche an sich zu wiederholen (nicht wirklich, aber es wirkt so), doch wie er mit seiner Anwesenheit diesen Waldorfkindergarten aufmischt oder in einem Düsseldorfer Schnöselladen einen Kinderwagen kauft - ach, das war herrlich! Und die Kreationen seiner Schimpfwörter: buckelige Pottsau oder polierte Sardellendose - toll (man sieht, ich kenne seine Shows nicht ;-)). So kann ich nur feststellen: Klasse Unterhaltung unter Niveau ;-)
Eine Liebesgeschichte, die im TV unter dem Signum ZDF Herzkino laufen könnte. "Atze" erzählt über 286 Seiten 100 Seiten zu lang seine erwachende Liebe zur neuen Nachbarin Ute. Aber tiefer, als dass er, anders als bei seinen vielen lockeren Betthupferl-Verhältnissen, bei Ute „… an … an … an was anderes eben“ denkt, geht diese romantische Literatur nicht. Wer den Comedian Atze Schröder mal eine halbe Stunde im Fernsehen verfolgt hat, kann sich den Roman ziemlich locker Im Atze-Schröder-Sprech vorlesen. Hier und da ein Lacher, mal witzige Formulierungen und – eben – ZDF-Herz-Schmalz.