Die Entführung ist nur fingiert - doch das, was von den zwei Freundinnen als Denkzettel für Charlottes Eltern geplant war, nimmt eine dramatische Wendung: Emilia landet nach einem Unfall schwerverletzt auf der Intensivstation. Und als sie aus dem Koma erwacht, erinnert sie sich nur unscharf an die in einer alten Fabrik eingesperrte Charlotte. Der junge Pfleger, den sie in ihrer Verzweiflung ins Vertrauen zieht, behauptet, Charlotte in ihrem Gefängnis nicht vorgefunden zu haben. Aber warum ist sein Blick plötzlich so eisig? Und warum geht es Emilia, die doch eigentlich über den Berg sein sollte, von Tag zu Tag schlechter? Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn nicht nur Charlotte schwebt in akuter Lebensgefahr ...
An sich eine tolle Idee und gute Geschichte, aber das Zielalter ist deutlich spürbar, da am ehesten Jugendliche auf solche Ideen kommen. Insgesamt war die Spannung kontinuierlich vorhanden, jedoch nie übersprüudelnd, genervt hat mich leider Julius mit der Zeit, da ich sein Verhalten und seine Neigungen sehr unangenehm fand. Zum Ende wurde nochmal richtig spannend, ist dann aber recht abrupt abgefallen, da sich alles unglaublich schnell auflöste, dort hätte ich mir Nervenkitzel gewünscht. Trotzdem eine angenehme Lesezeit und eine tolle Grundstruktur.
Ich fand die Idee zu „Böser Traum“ wirklich interessant: Zwei Freundinnen inszenieren eine Entführung, weil ihre Eltern sie trennen wollen, doch dann hat die eine Freundin einen Unfall und die andere wartet vergeblich in ihrem Gefängnis, ohne Wasser und ohne Essen. Ich mochte Emilia und Charlotta sehr gern und fand auch die Atmosphäre sowie das Setting toll (besonders das verlassene Haus, in dessen Keller Charlottas Gefängnis war). Was mir besonders gefiel, war, dass das Buch aus allen möglichen Perspektiven erzählt wurde, so zum Beispiel auch aus der der Eltern oder der Ätzte und Krankenschwestern, wodurch man alles mitbekam, als Emilia im Krankenhaus lag und Charlotta eingesperrt war. Nach etwas mehr als der Hälfte entwickelte sich das Buch jedoch in eine Richtung, die mir persönlich nicht ganz zusagte. (SPOILER) Ich hätte mir einfach gewünscht, dass der Pfleger Julius nicht so viel Raum in der Geschichte eingenommen und nicht versucht hätte, Emilia zu töten und Charlotta mit ins Ausland zu nehmen, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Außerdem fand ich die Side-Story über Tim und David, die sich Charlotta in ihrem Gefängnis ausgedacht hatte, irgendwie merkwürdig, vor allem, da sie irgendwann einfach nicht mehr vorkamen. Eigentlich sollten sie ja für die Differenzen zwischen ihr und Emilia stehen, denke ich, aber auch darauf wurde am Ende kaum noch eingegangen. (SPOILER ENDE) Generell kam das Ende dann ein bisschen plötzlich und war für meinen Geschmack zu kurz geraten.
Ich habe das Buch nur so verschlungen! Ich fand es sehr spannend und heftig. Trotzdem habe ich es genossen, dass nicht allzu große Perversion herrschte.
Das Ende war etwas lasch und leider nicht mehr ganz so ausführlich.
Ich kann das Buch dennoch voll und ganz empfehlen!