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Fanny Holzbein

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Eine meisterhaft poetische Erzählung über Kriegskinder, die viel zu schnell erwachsen werden mussten.

Berlin, 1945. Fanny Holzbein, die eigentlich Fanny Salbei heißt, und Charlotte sind unzertrennlich. Ihre Freundin ist alles, was Fanny noch geblieben ist. Und dann gibt es da noch die vier Nachbarsjungen, mit denen sie einst spielten, die nun Kindersoldaten sind und zwischen Verteidigungswahn und Vaterlandstreue alles hinter sich lassen mussten, was mit unbeschwertem Kindsein zu tun hat.

236 pages, Hardcover

First published January 1, 2004

10 people want to read

About the author

Kurt Bartsch

26 books9 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Heike.
Author 9 books3 followers
August 17, 2018
"Fanny Holzbein" lockt schon durch den ungewöhnlichen Titel und es bleibt auch ein ungewöhnliches Buch. Wir begleiten die zu Beginn 13jährige Fanny während der letzten Kriegsmonate im umkämpften Berlin und dann durch die erste Nachkriegszeit. Das Thema gibt es oft, hier aber ist es auf besondere Weise umgesetzt. Eine große Stärke des Buches ist der wundervolle Umgang mit Sprache. Es sind so viele ganz herrliche bildschöne Sätze hier enthalten. Sätze, die einem ans Herz gehen, die in ihrer poetischen Art die ganze Tragik der Zeit und der Charaktere auf unvergleichliche Weise einfangen. Das meiste Geschehen wird dagegen auf lakonische Weise berichtet, so daß die eingesprenkelten poetischen Satzperlen noch mehr auffallen. Sie sind sparsam genug eingesetzt, um stark zu wirken. Alleine für die Sprache lohnt sich das Buch schon. Hier kann ein Autor wirklich mit Worten umgehen!

Auch die Charaktere haben was ganz Eigenes. Fanny und ihre Freundin Charlotte sind zwar gerade erst 13, wirken aber viel älter und abgeklärter. Das ist nachvollziehbar angesichts des Lebens, das sie führen, ohne elterliche Wärme (aus verschiedenen Gründen), inmitten von Bomben, Granaten und Tod, mit dem Damoklesschwert der Eroberung und den Grausamkeiten russischer Soldaten über sich. (Nur zum Ende hin spricht Fanny viel zu philosophisch-weise für ihr Alter und ihre Persönlichkeit). Die wenigen Nebencharaktere sind ebenfalls originell und haben fast alle ihre sehr eigene Persönlichkeit. Es ist schon beeindruckend, wie viel hier auf weniger als 230 Seiten untergebracht wurde - die Geschichte ist so reichhaltig und persönlich, daß man (im positiven Sinne) das Gefühl eines viel längeren Buches hat.

Eine Schwachstelle des Buches ist allerdings die ständige Lüsternheit. Wo es zur Geschichte paßt, ist es angebracht, daß auch diese jungen Leute, die ständig mit dem Tod rechnen möchten, alles auskosten wollen und die bis dahin herrschende Moral nichts mehr zählt. Aber hier wird wirklich bei jeder Gelegenheit erwähnt, wenn jemand nackt ist - und es ist überraschend, bei wie vielen Gelegenheiten dies der Fall ist. Es wirkt, als ob der Autor möglichst oft Nacktheit erwähnen wollte, was zu der Geschichte nichts beiträgt und ziemlich schnell langweilt. Auch wird ziemlich viel an anderen oder sich selbst intim herumberührt - wieder meistens ohne Relevanz für die Geschichte. Daß Fannys Freundin Charlotte dann bei jeder Gelegenheit ihr "schönes schlankes Bein" herzeigt, um irgendeinen Vorteil zu erlangen, ist zwar nachvollziehbar, aber bei der dritten Wiederholung einer solchen Szene wirkt es etwas abgedroschen. Da hat es der Autor mit dem ganzen Thema doch etwas übertrieben und dadurch die Geschichte an manchen Stellen etwas geschwächt.

Trotzdem tut dies dem Gesamteindruck keinen Abbruch, es sind allenfalls kleine ennervierende Lesemomente im großen Lesegenuß. Zum Ende hin wird die Geschichte zunehmend unrealistisch, dies aber eher im Sinne eines Märchens und durchaus absichtlich (der Tod ist in diesem Buch zum Beispiel ein gut gekleideter vornehmer Herr mit ausgesucht guten Manieren). Diese Verflechtung mit den nur allzu realistischen Abschnitten über Bombenangriffe, Nachkriegsnot, Fannys Trauer beim Tode ihrer Mutter (dieser Teil geht besonders zu Herzen!) ist gelungen und wirkt passend, trägt auch dazu bei, daß sich dieses Buch positiv abhebt.
Profile Image for Fruchtfleisch.
115 reviews3 followers
August 5, 2011
Berlin, die letzten Kriegsjahre und ein bisschen die Zeit der Besatzung. Bartsch schreibt aber eigentlich die ganze Zeit darüber, wie sich die 13 bzw. 14 jährige Fanny selbst befriedigt oder Typen an Geschlechtsverkehr mit Kindern denken.
Dieses Buch finde ich atmosphärisch arm und literarisch schwach, da gibt es wahrlich bessere Nachkriegs-Literatur, die handwerklich und emotional besser gemacht ist.
B
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