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Die Versuchung des Pescara

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"Der Herzog ergriff seinen Kanzler an der Hand, und beide Italiener näherten sich dem machtvollen Gemälde: auf einem weissen Marmortischchen spielten Schach ein Mann und ein Weib in Lebensgröse. Dieses, ein helles und warmes Geschöpf in fürstlichen Gewändern, berührte mit zögerndem Finger die Königin und forschte zugleich verstohlenen Blickes in der Miene des Mitspielers, der, ein Krieger von ernsten und durchgearbeiteten Zügen, in dem streng gesenkten Mundwinkel ein Lächeln versteckte. Beide, Herzog und Kanzler, erkannten ihn sogleich. Es war Pescara."

143 pages, Paperback

First published January 1, 1890

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About the author

Conrad Ferdinand Meyer

428 books8 followers
Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898) was a Swiss poet and historical novelist, a master of realism chiefly remembered for stirring narrative ballads like The Feet in the Fire.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Edgar.
443 reviews49 followers
January 20, 2023
Eine weitere historische Novelle, die vorletzte Novelle Meyers, diesmal aus dem Jahr 1887, was man auch an dem etwas leichteren Stil, verglichen mit den frühen Werken, erkennt.

Die Schwierigkeit dieses Werkes besteht für den Leser darin, dass eine große Zahl von Akteuren auftreten, die jeweils unterschiedliche Interessenparteien vertreten. Meyer variiert dabei stetig, wie dieser oder jener genannt wird und so fährt man nicht schlecht, sich einen Plan zu machen.

Auch werden viele Personen aus der italienischen Politik, Kultur und Kirchengeschichte erwähnt, oft nicht mit dem uns geläufigen Namen, sondern geradezu chiffriert. Ich hab das jeweils nachgeschlagen. Das muss man aber nicht, diese Leute haben für die Handlung keinerlei Bedeutung.

Die Handlung ist einfach erklärt. Wir befinden uns im Spätsommer 1525 in Italien. Im Februar hat der Feldherr Pescara auf Seiten des spanischen Heeres in der Schlacht von Pavia die Franzosen geschlagen und den französischen König Franz I. gefangen genommen und nach Madrid zu Kaiser Karl V. in den Kerker geschickt.

Die Italiener, insbesondere die Mailänder haben nun Angst, dass das spanische Heer Mailand nimmt und den Herzog Francesco "Franz" Sforza absetzt und weitere Eroberungen folgen. Die Spanier haben Mailand ein Ultimatum gesetzt, abzurüsten, die Schweizer Söldner wegzuschicken und keine Festungen mehr zu bauen, oder sie würden gegen Mailand ziehen.

Da ersinnen einige Vertreter relevanter Mächte den Plan, den habsburgischen Spaniern eine 'Heilige Liga' entgegenzustellen (Mailand, Florenz, Venedig, Papst/Kirchenstaat, Frankreich und England) und den Feldherrn Pescara mit leeren Versprechungen der Königskrone Neapels (damals wie der ganze Süden Italiens spanisch) oder gar ganz Italiens auf ihre Seite zu ziehen. Immerhin sei Pescara in Italien geboren und somit Italiener.

Man streut Gerüchte, um Pescara in Spanien zu diskreditieren und unter anderem der Papst bearbeiten Pescaras Frau, die römische Dichterin Vittoria Colonna, ihn zu beeinflussen. Der findige Kanzler Mailands, Girolamo Morone, übernimmt schließlich wenige Tage, bevor das Ultimatum abläuft, die Aufgabe, bei Pescara vorzusprechen. Dieser hört sich alles an, lehnt aber am nächsten Tag ab. Morone wird gefangen genommen und man unterwirft Mailand.

Das Ende dichtet Meyer zusammen, aber bis zum Vorsprechen Morones ist alles historisch überliefert. Tatsächlich ging es erst 1526 wieder weiter ohne Pescara und der Feldzug endete im 'Sacco di Roma', der Plünderung Roms, über die ich bereits andere Bücher las.

Das ist eigentlich schon alles. Die ganzen anderen Figuren und Abläufe dienen der Dramatisierung und Verzierung.

Interessant ist neben Pescara auch sein Kampfgenosse General Karl von Bourbon (Charles III), der sein Land verriet und auf Seiten der Spanier gegen Frankreich kämpfte.

Schweizer tauchen als Landsknechte auf französischer Seite auf und als Mailänder Schloßwache und die Schlacht von Marignano 1515 wäre aus Schweizer Sicht interessanter gewesen (Schweizer gegen Schweizer, Folge ist die Neutralität). Die Deutschen haben als kaiserliche Untertanen ein Großteil des spanischen Heeres gebildet. Als Germanien wird es auch öfters erwähnt, wenn die Sprache auf die Reformation kommt, die 1517 begann. Luther wird als Fra Martino bezeichnet. Natürlich ist man in erzkatholischen Gefilden alles andere als erfreut. Italien wird von Meyer als 'sittenloses' Land beschrieben, in dem Wortbruch und Verrat gewöhnlich seien.

Wäre ich nicht so sehr an der Geschichte (Historie) Italiens in dieser Zeit interessiert, hätte ich vielleicht nur drei Sterne gegeben. Denn großartig war der Plot nicht unbedingt.
23 reviews
May 17, 2020
verwirrender Plot, unsympathische Figuren, chaotisch geschrieben. Vom Leser werden Vorkenntnisse zur italienische Geschichte im 15. Jahrhundert benötigt!
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