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Old Souls #1

Die Keime

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Librarian's Note: this is an alternate cover edition - ASIN: B00ACHOFE8

Die Welt gerät aus den Fugen, als den Menschen das Erlangen der Wiedergeburt verwehrt bleibt. Die schwächsten Glieder der Gesellschaft werden gejagt – und auch Avery findet sich auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie wieder. Mithilfe anderer Flüchtlinge versucht sie, sich ihre Freiheit zu erkämpfen und gerät dabei immer wieder aufs Neue an scheinbar unüberwindbare Grenzen. Für sie, die Keime, gibt es nur die Flucht und den wartenden Tod, während die übrige Menschheit nach dem ewigen Leben lechzt und durch den Mord an den Schwächsten die Wiedergeburt zu finden versucht. Eine Jagd nach Sinn und Menschlichkeit beginnt ...

ACHTUNG: DIESES BUCH GIBT ES FÜR IMMER KOSTENLOS AUF DEM BLOG DER AUTORIN!
-> http://herzvolumen.blogspot.de/p/die-... <-

216 pages, Kindle Edition

First published November 24, 2012

9 people want to read

About the author

Julia Mayer

15 books30 followers

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Community Reviews

5 stars
9 (25%)
4 stars
3 (8%)
3 stars
14 (38%)
2 stars
7 (19%)
1 star
3 (8%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Christina.
207 reviews
March 25, 2016
Amerika, 2074. Auf der Flucht vor den Menschen, die nach dem Leben der „Keime“ trachten, findet sich Avery als eine der wenigen Überlebenden mit anderen Flüchtlingen zusammen. Verzweifelt sind sie auf der Suche nach dem verlorenen Frieden ihrer Gesellschaft. Doch genau dies wird ihnen nicht gewährt, schließlich sind sie Keime – Bürger, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass das höchste Gut der futuristischen Menschheit – die Wiedergeburt – nicht länger möglich ist.

„Die Keime“ ist der Auftakt einer acht Bände starken All-Age Dystopie und widmet sich mit Leidenschaft den Fragen einer zukünftigen Gesellschaft und der zwischenmenschlichen Philosophie.
(Quelle: amazon.de)

Zum Inhalt des Buches kann ich nicht viel sagen. Zum einen ist nicht viel passiert, zum anderen habe ich das wenige, was passiert ist, nicht wirklich verstanden.

Im Großen und Ganzen ist unsere Protagonistin, Avery, auf der Flucht. Zu Beginn ist sie auf der Flucht, in der Mitte ist sie auf der Flucht. Am Ende ist sie immer noch auf der Flucht. So viel habe ich verstanden: Die Seele durchläuft verschiedene Phasen und wird am Ende in einem neuen Körper wieder geboren. Wann sie von einer Phase in die nächste wechselt, ist immer unterschiedlich. So ist Averys Mutter laut deren Aussagen schon recht früh in die älteste Stufe gewechselt, und Skar, Averys Begleiter, ist im fortgeschrittenen Alter (er hat graue Haare, ich schätze ihn auf etwa 45 aufwärts) immer noch in der ersten Seelenphase. Und nun kehren die Seelen nicht wieder. Anscheinend können die Leute spüren, wenn die Eltern sterben, ob deren Seelen noch da sind oder nicht. Und irgendjemand hat sich überlegt, dass die Menschen, die noch in der ersten Seelenphase sind, Schuld tragen.

Tja, und leider habe ich das meiste Wissen aus dem oberen Absatz NICHT durch Lesen des Buches herausgefunden, sondern durch Lesen anderer Rezensionen. Normalerweise lese ich keine Rezensionen zu Büchern, die ich noch lesen will oder die ich gerade lese. Ich habe immer Angst, dass mir jemand irgendetwas verrät und ich dann steh ich da mit meinem Talent. Hier aber habe ich sie gelesen in der Hoffnung, dass jemand was verrät.

Dass die Autorin im ersten von acht Teilen nicht alles offenlegt, ist gewollt und an sich ja auch richtig. Aber ich habe leider rein gar nichts verstanden. Was ist los, wieso ist es so und was genau ist das alles? Man sollte allerdings so viel erklären, dass der Leser sich nicht verlassen fühlt. Das ganze Buch über hatte ich immer das Gefühl, dass die Autorin mich „vergessen“ hat. Sie hat mich nicht mitgenommen auf die Reise. Die ganze Hintergrundgeschichte und wichtige Informationen fehlten einfach.

Für mich sehr schwer war auch die sprachliche Hürde. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, bei uns zu Hause wird Deutsch gesprochen, ich war auf einer Privatschule, ich habe mein Abitur, eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein halbes Studium. Und trotzdem…
Frau Mayers (Schreib)Sprache ist sehr poetisch, geschwollen und überladen. Sie braucht acht Sätze, um auf den Punkt zu kommen. Und sie liebt das Partizip Präsens Aktiv, auch Partizip I genannt.
Der schlimmste Satz im ganzen Buch war dieser:

Den Kopf wendend, hebend, schließlich das Sofa verlassend und mit wackligen Schritten erst im Badezimmer nachsehend, versuche ich die Quelle dieser Geräusche zu finden. (Pos. 1235)
Ich bin auch jedes Mal über die Koryphäe gestolpert. Jeder Mensch in Mayers Welt hat eine Koryphäe, die – so habe ich es zumindest verstanden – wohl eine Art Schutzengel ist. Aber die Koryphäe ist nach dem Duden jemand, der auf einem bestimmten Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt (http://www.duden.de/rechtschreibung/K...). Soll also der Schutzengel ein Experte auf dem Schutzengelgebiet sein?

In einem Satz hat die gute Julia mir die Gedanken schon vorab gelesen:

Er zieht mir die Zigarette zwischen den Lippen hervor und verschwindet wieder in der Wohnung, während ich mir das Haar zurückstreiche und nach dem Sinn des Ganzen suche. (Pos. 1991)

Den Sinn suche ich – leider – auch noch.
Ein Fehler ist mir noch aufgefallen. Sie schreibt: Ein Kind an der Hand ihrer Mutter. (Pos. 2562)
Das Kind heißt es. D-A-S Kind. Das Kind ist also an der Hand SEINER Mutter. Nicht ihrer. Sogar d-a-s Mädchen wäre an der Hand seiner Mutter.

Es gibt noch mehr solcher Beispiele, z.B. schüttelt jemand wortlos den Kopf, sagt aber direkt nach dem Satzzeichen etwas. Sie schüttelt also den Kopf und erst nachdem das Schütteln vorbei ist und der Kopf still steht, fängt sie an zu reden? Das war übrigens Position 3372.

Die Figuren waren bis auf Avery alle eher flach. Okay, wir haben einen Ich-Erzähler (Avery). Avery kann nun mal nicht in die Köpfe der anderen gucken, aber wir erfahren von niemandem etwas. Weder von Skar, der uns den größten Teil des Buches begleitet, noch von Cosima, Cash oder Jorris. Wir wissen, wer ein Keim ist, wer schon weiter ist in seinen Phasen und wer welche Drogen nimmt. Aber das war’s dann auch. Avery philosophiert ewig lang über den Sinn des Lebens und wie schlecht es ihr doch geht und wie sehr sie sich missverstanden fühlt. Ich weiß nicht, ob irgendwo ihr Alter erwähnt wird, aber ich würde sie auf etwa sechzehn Jahre schätzen. Sie benimmt sich allerdings häufig wie eine trotzige Elfjährige.

Mir persönlich hat diese ganze Drogen-Nehmerei gestört. Der Großteil der wichtigen Figuren ist drogenabhängig. Die Symptome beim kalten Entzug werden sehr überzeugend dargestellt. Glaube ich zumindest. Ich kenne niemanden, der Drogen nimmt (hoffe ich) und habe selbst noch nie illegale Drogen probiert (weiß ich!) und ich habe da auch kein Verlangen nach. Aber ich fand es sehr realistisch. Trotzdem schmeißen die sich die Drogen rein, wie andere Wasser trinken. Nicht so meins, ehrlich nicht.

Ich kenne zwei Coverversionen. Zum einen dieses Mädel mit den blauen Augen und dem Krabbelvieh, was man aktuell beim großen Fluss findet. Zum anderen das, was ihr oben seht. Entschuldigt, aber das ist so was von hässlich! Und hat nichts mit dem Buch zu tun. Das neue ist viel viel schöner!

Ich hoffe für all diejenigen, die diese Reihe noch weiterlesen, dass Avery am Ende des achten Bandes nicht mehr auf der Flucht ist. Ich persönlich kann aber auf die anderen sieben Teile verzichten.
Profile Image for Alexandra Schäffer.
Author 1 book6 followers
December 16, 2015
Der Klappentext war vielversprechend und hatte mich schon lange neugierig gemacht. Ich freute mich regelrecht, als ich das Buch endlich auf meinem Kindle lesen konnte.
Leider bin ich nun aber etwas…enttäuscht.
Skar und Avery haben zum größten Teil nicht unbedingt Sympathie ausgestrahlt.
Während Skar eigentlich kein gutes Wort von den Lippen gekommen ist, war mir Avery irgendwann schon zu weinerlich und panisch. Mit solch einer Person würde ich nicht durch die kaputte Welt laufen, einfach weil sie so auffällig ist, dass man jeden Moment damit rechnen muss, dass ihr Verhalten einen verrät.
Cash ist mir einfach zu sehr ein Drogenjunkie, wobei ich ihn in seinen Momenten, die er mit Avery teilt, doch sehr liebenswürdig finde.
Außerdem mag ich seine Einstellung, dass, obwohl seine Eltern gestorben sind und er in tiefster Trauer lebt, er nicht die Keime dafür verantwortlich macht.
Cosima finde ich auch ganz nett. Bei ihr finde ich es sehr bemerkenswert, wie sehr sie sich für Avery einsetzt. Was für mich bisher aber wenig Sinn ergibt, waren die anderen Charaktere aus deren Sicht geschrieben wurde. (zB. Die Regierungschefin) Vielleicht mag es für die anderen Bände von Bedeutung sein, aber hier empfinde ich es eher als uninteressant mit so vielen Sichtweisen konfrontiert zu werden, die sich mir nicht am Ende des Buches erschließen.
Zur Handlung.
Die Idee an sich finde ich wirklich gut und auch realistisch dargestellt. Der Mensch sucht nun mal immer einen Sündenbock für alles und beginnt immer bei der untersten Schicht, also hier sozusagen die erste Stufe im Leben. Jedoch finde ich da leider, das die Story mehr aus methaphernbesetzten Gedankengänge, als wirkliche Handlung (mal ausgenommen der ständige Drogenkonsum) besteht. Ich mag es, wenn Autoren wissen, wie man die deutsche Sprache benutzt und damit wundervolle, fast schon philosophische Sätze formen, aber wird dies auf fast jeder Seite getan, so verliert die Sprache irgendwie ihren Zauber und wird nur noch anstrengend.
Es gibt nur ein sehr langsames vorrankommen in der Geschichte, was vielleicht auch daran liegen mag, dass es der erste Band einer langen Reihe ist, aber dennoch würde ich gerne noch mehr von der Story gepackt werden und hätte mir einen spannenderen Cliffhanger gewünscht, damit man es auch kaum erwarten kann, das nächste Buch zu lesen. Ich werde trotzdem natürlich weiterlesen und bin gespannt, wie sich die Reihe noch so entwickeln wird. Ich hoffe, dass in den nächsten Bänden dann auch meine Verwirrung über die vielen angeschnittenen Charaktere aufgelöst wird.
Ansonsten aber eine sehr schöne Idee mit einem wundervollen Schreibstil.
Profile Image for Sasha.
415 reviews79 followers
January 3, 2013
1.5
_______________

Im Jahre 2074 haben sich einige Dinge verändert, unter anderem sind sich die Menschen einer Sache ganz besonders bewusst: der Wiedergeburt. Genau sie ist es, die die Menschheit in eine neue Krise stürzt, denn sie wird blockiert; niemand wird mehr wiedergeboren, und verantwortlich macht man dafür die Keime, die erste Stufe des Zyklus. Avery ist ein solcher Keim und auf der Flucht vor jenen, die sie eliminieren wollen, um selbst nicht vergänglich zu sein. Auf der Suche ist sie nach ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft zugleich – wenn sie nur eine Stufe aufsteigen könnte, wäre sie vorerst gerettet.


Ihr seht mich wieder einmal mit einer Inhaltsangabe konfrontiert, bei der ich nicht so recht weiß, was ich schreiben soll – aus dem einfachen und traurigen Grund, dass es da gar nicht so viel zu erwähnen gibt. „Die Keime“ hat insgesamt gesehen keinen nennenswerten Plot – Avery ist auf der Flucht und fertig. Sie mag den einen oder anderen Charakter kennenlernen und es gab ab und an sogar Punkte, bei denen ich zumindest dachte, dass die Geschichte nun richtig startet, allerdings habe ich mich jedes Mal getäuscht. Sie ist auf der Flucht. Und das war’s wirklich.

Ich kann mit einem mangelhaften Plot leben, wenn andere Seiten des Buches überzeugen – es wäre nicht das erste Mal, dass es mich nicht stört, dass nichts passiert, beispielsweise weil die Charaktere mitreißen und wunderbar unterhalten. Diese Option entfällt für „Die Keime“ leider auch. Avery ist, um es kurz zusammenzufassen, anstrengend. Dass ihre Situation schwierig ist, kann nicht bezweifelt werden, sodass der eine oder andere Tiefpunkt vollkommen verständlich ist. Wenn dann aber die eigene Existenz nicht ausreicht, um vom ängstlichen Dauerphilosophieren hin zu sinnvollen Taten zu führen – und nein, bekanntermaßen dummer Drogenkonsum gehört nicht dazu –, dann hört mein Verständnis irgendwann auch auf.
Andere Charaktere werden eingeführt oder zumindest erwähnt, bei manchen blieb schleierhaft, warum es getan wurde. Da hätten wir Cash, dem ich während 90% seiner Auftritte einen Therapeuten gewünscht habe, der ihm hilft, um aus seinem Loch herauszukommen; ein wenig tatkräftiger ist da schon Cosima, die genauso wie Skar auch mal Dinge tut – letzterer wurde leider als vollkommener Idiot dargestellt, der er mir eigentlich gar nicht zu sein schien. Vielleicht liegen auch hier die Gründe für die leichte Abneigung, die ich mit der Zeit immer mehr Avery gegenüber hegte. Bei einem weiteren Charakter muss man sich vermutlich bis Band 2 gedulden, ehe da Näheres beleuchtet wird, und mit etwas Glück betrifft das auch die Regierungschefin. Das Einzige, was mir ihre Kapitel verrieten, war keineswegs, dass sie ihre Motive hat und nicht nur als die Böse angesehen werden kann, sondern dass sie eine unsympathische, egoistische Person ist, die die Heuchelei zur Kunst erhoben hat. Ihr Mann ist so ein böser Kerl und nimmt keinerlei Rücksicht auf ihre Gefühle, aber hey, schlachten wir mal eben massenweise Menschen ab, weil wir sonst nicht wiedergeboren werden können.

Was mich zum Konzept des Ganzen bringt und … nein. Vielleicht wird es im nächsten Band klarer, aber vorerst machte all das für mich keinen Sinn.
Fangen wir mal mit den groben Fakten an: Wir haben das Jahr 2074 und da es eine Dystopie ist, kann ich wohl davon ausgehen, dass die vorherigen Systeme die unseren waren. Seit circa 62 Jahren ist man sich also der Wiedergeburt bewusst und lebt mit ihr – man halte fest: Das ist nicht einmal eine ganze Generation.
Nun funktioniert das Ganze mit der Wiedergeburt aber nicht mehr, und man vermutet (!), dass es an den Keimen liegt. Logische Handlunsgkonsequenz? Jagen und töten wir sie, warum auch nicht? Mir stellt sich allerdings die Frage, wie das Ganze danach weitergehen soll; sollten die Keime verantwortlich sein – wie das sein kann? Gute Frage, im Buch wird’s bisher nicht geklärt –, könnte ihre Eliminierung sicherlich helfen. Allerdings wird es auch danach wieder Keime geben, und was passiert, wenn es wieder Probleme gibt? Geht die Hetzjagd wieder von vorne los? Ohnehin erscheint es mir ein wenig fragwürdig, dass die Leute nach gerade mal 62 Jahren der bewussten Wiedergeburt sich überhaupt nicht mehr vorstellen können, wie es ohne ist, sodass sie – zu einem gewissen Teil ruhigen Gewissens – andere Menschen töten. An der Stelle ging an mir auch ein wenig die Dramatik verloren – ich kann verstehen, dass es im ersten Moment schrecklich ist, jemanden endgültig zu verlieren. Es ist aber nichts, mit dem man nicht umgehen könnte.
Auch physikalisch hat mir das Buch Rätsel aufgegeben, und das, obwohl Physik nie eines meiner stärksten Fächer war. An einer Stelle ist im Buch aber von einer Expansion des Universums die Rede – dachte, das wär ohnehin unendlich? – und die Erde wird als ausgestoßener Planet beschrieben. Scheinbar muss sie dabei ein Stück näher zur Sonne gerückt sein, weshalb man sich Sorgen darüber macht, dass die Erde irgendwann verbrennt. Vielleicht überschätze ich hier auch die Kraft der Sonne, aber wenn wir auch nur ein kleines Stück näher rücken, wäre es das nicht ohnehin schon für uns gewesen? Aufgrund neuer Informationen muss diese Kritik zurückgenommen werden - wobei eine ausführlichere Ausarbeitung des Themas von Vorteil gewesen wäre.

Leider konnte es auch der Stil der Autorin nicht wirklich für mich retten. Julia Mayer kann durchaus mit Worten umgehen, nur war oftmals zu viel gewollt. Wenn man es kurz zusammenfassen wollte, könnte man sagen, dass „Die Keime“ ein recht langer, aus aneinandergereihten Metaphern bestehender Monolog ist. Erstens gibt es reichlich wenig Dialoge – die zudem aus allerlei Flüchen bestehen –, was der Protagonistin viel Platz für ihre Gedanken einräumt, die in diesem Fall nicht für ein besseres Verständnis, sondern für Ermüdung sorgen.
Zweitens wird mit Metaphern geradezu um sich geschmissen. Selbst bei den einfachsten Ereignissen muss eine besondere Formulierung her – da geht eben nicht ganz normal die Tür auf, stattdessen gibt das Holz nach. Es gibt schöne und interessante Stellen im Text, allerdings auch weniger gelungene und rein grundsätzlich wird mir auch von meinen Lieblingssüßigkeiten schlecht, wenn ich zu viele davon esse. Weniger ist manchmal mehr, und das gilt genauso für schöne Worte. Ab einem gewissen Punkt wuchs das Bedürfnis, den Text nur noch zu überfliegen, mit jeder Seite – schade drum! Insofern war die Bemerkung einer mitlesenden Freundin nicht ganz unpassend: „Die Dialoge spiegeln die Emotionen des Lesers wider.“

Ein weiterer Punkt muss noch angesprochen werden: die Rechtschreibung. Wer sein Buch eigenständig veröffentlicht, muss nun einmal auch die Kontrolle selbst übernehmen, was hier nicht immer geglückt ist. Ich will nicht behaupten, dass „Die Keime“ nur so vor Fehlern strotzt, aber sie tauchen doch oft genug auf, um negativ aufzufallen – die ärgerlichsten sind dabei vermutlich die Apostrophe zur Abtrennung des S‘ im Plural und Genitiv.
An mancher Stelle wird dadurch für eine unfreiwillige Komik gesorgt, die keineswegs im Sinne der Autorin gewesen sein kann. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob Häscher und Agenten den Auftrag haben, bestimmte Leute „festzunehmen“ oder „fest zu nehmen“ – letzteres steht im Text, passt inhaltlich aber besser in einen Porno.
Anderes ist dagegen nicht direkt falsch, aber sehr missverständlich. Ohne klärende Anführungszeichen hat der Satz: „Scheiße schwebt stumm auf Skars Lippen“, eine zweite Bedeutung, über die ich gar nicht so genau nachdenken möchte. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass das tatsächlich die größten Stilblüten des Buches sind, die aber für unbeabsichtigte Lachtränen gesorgt haben.


Was macht das am Ende? Eine interessante Grundidee, die nicht ganz nachvollziehbar umgesetzt wurde und auf keiner Ebene wirklich zu überzeugen vermag. „Die Keime“ hat durchaus seine guten Momente, allerdings gibt es diese viel zu selten und nicht alle davon waren tatsächlich so geplant.
Profile Image for Uwe Tächl.
341 reviews9 followers
January 14, 2013
Julia Mayer hat mit die Keime ein sehr schönes Erstlingswerk abgeliefert. Ein Buch, das das Wort "unterwinden" enthält, muss mir einfach gefallen. Doch bevor ich das Fazit vorweg nehme, gehe ich lieber der Reihe nach vor:

Inhalt:
Das Buch spielt in einem zukünftigen Amerika. Die Menschen werden wiedergeboren und durchlaufen einen festen Zyklus vom Keim bis zur Asche, um dann wieder zurückzukehren. Doch auf einmal kommt dieser Kreislauf aus dem Gleichgewicht und man sieht nur eine Lösung, um das System wieder in Gang zu bringen: die überflüssigen Keime müssen beseitigt werden. Einer dieser Keime ist Avery, die auf ihrer Flucht und dem Weg zur nächstens Daseinsstufe, dem Splitter, verschiedensten Begleitern begegnen, die sie mehr oder weniger lange auf ihrem Weg begleiten.

Cover:
Das Buch hat gerade erst ein neues Cover erhalten, das von Laura Kok und Andra Dehelean designt wurde. Das blauäugige Mädchengesicht gepaart mit einem aufgehenden Keim sieht wirklich klasse aus und passt perfekt zum düsteren Dystopie-Szenario. Ich bin gespannt, wie das Design in den Folgebänden aufgegriffen wird.

Setting:
Das Buch im Jahr 2074 anzusiedeln, scheint mir fast etwas zu knapp gegriffen, um die Menschheit auf ein Wiedergeburtsszenario umzustellen. Allerdings wird durch die nicht zu ferne Zukunft die Wiedererkennungsmöglichkeit der beschriebenen Szenarien erhöht. Hinzu kommen äußerst passend eingefügte futuristische Elemente, wie Quallenlichter, Lebensumstände und die Hunting Agency. Alles fügt sich dank des sehr ausführlich beschreibenden Schreibstils zu einer Einheit, in die man als Leser ohne Probleme eintauchen kann. Natürlich ist das Leben in dem Endzeitszenario nicht wirklich erstrebenswert, aber trotzdem leidet und durchlebt man natürlich gerne mit den Charakteren deren "Alltagssituationen".

Charaktere:
Avery ist ein Keim und somit dazu verdammt, vom Rest der Gesellschaft gejagt zu werden. Sie kann nichts dafür, dass sie in dieser Rolle steckt und weiß auch nicht, wie sie aus ihr herauskommen kann, außer, wenn sie ihren Träumen folgt, da der Übergang zum Splitter nicht zeitlich festlegbar ist. Dies sieht man an ihrem weitaus älterem Leidensgenossen Skar. Dieses ungleiche Paar bietet unterschiedlichste Punkte, in denen sich der Leser wiederfinden kann. Trotz ihrer Ecken und Kanten folgt man ihnen gerne durch das Buch und vor allem Avery samt ihrer vielen Monologe bringt einem die Welt näher.
Um nicht nur die Sicht der Keime zu zeigen hat Julia Mayer noch Cosima und Cash hinzugefügt, die bereits die nächste Daseinsstufe erreicht haben und somit sicher, aber bei weitem nicht glücklich sind. Das Zusammenspiel dieser vier Charaktere und der anderen Mitspieler sorgt dafür, dass man sie gerne durch das Buch begleitet und mit ihnen fühlt und sich freut, dass sie immer noch Hoffnung haben, dass alles gut ausgeht.

Geschichte:
Als erster Teil einer achtteiligen Serie habe ich zum Ende des Buches das Problem, dass ich nicht weiß, wohin der Weg führen wird, bzw. wie es weiter gehen wird. Da muss ich dann wohl auf den demnächst erscheinenden zweiten Teil warten. Es gibt zwar einige Anspielungen am Ende des Buches, aber so richtig schlau werde ich nicht daraus und weiß nicht, was in den Folgebänden noch passieren soll. Die Geschichte an sich ist Averys Weg durch Amerika, ihren Träumen folgend. Ich hätte mir vielleicht etwas mehr Handlung und weniger Monologe gewünscht, aber in der Summe erzählt das Buch eine lohnenswerte Geschichte, die vielleicht noch mehr Nebenhandlungsplätzen vertragen hätte.

Fazit:
Julia Mayers Schreibstil zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Ihre Beschreibungen von Orten, Personen und Situationen sind sehr ausführlich und bildlich. Die Ideen, die ihre Charaktere in den Köpfen haben sind manchmal sehr philosophisch, ihre benutzte Sprache herrlich poetisch. Es bringt definitiv viel Spaß das Buch zu lesen und in die mit viel Überlegung gesponnenen Sätze einzutauchen.
Dies führt vielleicht dazu, dass die Geschichte etwas in den Hintergrund tritt. Ich habe ein bisschen den roten Faden vermisst, bzw. das große Ziel, dass am Ende des letzten Bandes stehen wird. Die Handlung treibt zwar voran, aber man weiß nicht wirklich wohin
Außerdem geht es sehr viel um Drogen und Realitätsflucht, was vielleicht auch dem ein oder anderen Leser nicht so sehr gefallen dürfte.
Mir jedoch hat es gefallen, für meine Kritikpunkte würde ich einen halben Stern abziehen, da ich aber keine halben Sterne vergebe, wird wieder aufgerundet und ich bleibe dann doch bei fünf Sternen hängen. Ich freue mich, mehr von Julia Mayer zu lesen, Averys weiteren Weg verfolgen und mit ihr in die poetischen und philosophischen Tiefen der deutschen Sprache abtauchen zu können.
22 reviews4 followers
February 1, 2013
Erster Satz:
Am Ende des Tages zählt die Realität nicht mehr.

Cover:
Das Cover finde ich sehr schön. Das alles dunkel gehalten ist passt gut zu der düsteren Geschichte. Ich bin mir nur nicht sicher zu wem diese blauen Augen gehören.

Meinung:
Das Cover sieht gut aus und der Klappentext verspricht einiges. Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, war ich etwas verwirrt und brauchte eine Weile um mich in die Geschichte reinzufinden. Was aber nicht schlimm war, denn eigentlich bin ich dadurch neugierig geworden und wollte unbedingt weiter lesen um zu erfahren was das alles soll. Das Buch ist keine leichte Lektüre, denn die Autorin hat schon einen speziellen Schreibstil. Alles wird sehr detailliert beschrieben und der Schreibstil wirkt an vielen Stellen poetisch.

Im ersten Band von Old Souls liegt das Hauptaugenmerk auf Avery, aus deren Sicht auch überwiegend erzählt wird. Avery ist ein sehr ängstliches Mädchen, das ich wegen ihrer Geschichte, die sie bis jetzt miterlebt hat auch nachvollziehen konnte. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte aber weiter und war mir die ganze Zeit über sympathisch. Sie gehört zu den Keimen, die sich in der ersten Phase des Seins befinden. Die letzte Phase die es gibt ist die Asche. Bis vor kurzem wurden alle nach dieser Phase wiedergeboren. Doch jetzt hat sich alles geändert und niemand weiß warum. Die Vorstellung, dass nun liebe Familienmitglieder nicht wieder zurück kommen, ist schlimm. Die Schuld daran wird den Keimen gegeben, da es von Ihnen viel zu viele gibt. Deshalb werden sie nun gejagt und ermordet. Avery ist eine davon und auf der Flucht. Sie kämpft nun jeden Tag um das Überlegen. Dabei ist sie aber nicht allein, denn begleitet wird sie dabei von Skar.

Skar ist ein Keim, genauso wie Avery. Skar hat einen Traum zu verdanken dass er auf Avery aufmerksam wurde. Da die beiden denken, dass sie zusammen die nächste Phase erreichen können, sind sie nun gemeinsam auf der Flucht. Skar ist geheimnisvoll, unnahbar und kalt. Auch wenn er noch ein Keim ist, scheint er trotzdem schon viel älter als Avery zu sein. Skar war mir überhaupt nicht sympathisch weil es mir nicht gefallen hat wie er Avery behandelt und ehrlich gesagt habe ich zwischendurch immer gedacht, dass er sich sowieso bald von ihr Abkapseln wird.

Es gab natürlich auch noch andere Charaktere in der Geschichte, wie zum Beispiel Cash, aus dessen Sicht auch ab und zu erzählt wird. Cash ist drogenabhängig und in seinem Leben dreht sich mittlerweile um nichts anderes mehr. Als er sich dann mit Avery und Cosima auf den Weg gemacht hat, dachte ich eigentlich, dass er sich zusammenraufen wird, hat er aber nicht und deshalb kann ich ihn gar nicht so richtig einschätzen. Cash befindet sich schon in der zweiten Phase, der Splitter. Dazu gehört auch Cosima. Aus deren Gesicht wird zwar nicht erzählt, aber trotzdem ist sie mir fast genauso wie Avery, ans Herz gewachsen. Cosima ist ein toller Charakter - selbstbewusst, hilfsbereit und sie würde Avery niemals im Stich lassen und das alles obwohl sie als Häscherin eigentlich die Keime jagt.

Avery und Cash sind nicht die Einzigen aus deren Sicht geschrieben wird. Ein wichtiger Part im Buch ist auch Eliza. Sie ist anscheinend diejenige, die für die vielen Morde verantwortlich ist. Eigentlich sollte man sie nicht mögen, aber in den Passagen, in der sie ihre Geschichte erzählt, zeigt sie eine sehr menschliche und gefühlsvolle Seite von ihr. Auch bei ihr ist es nicht einfach sie einzuschätzen. Außerdem gab es noch Passagen in der Geschichte, von denen ich bis jetzt noch nicht weiß, aus welcher Sicht sie erzählt wurden, ob diese Personen überhaupt real sind oder nicht. Ich hoffe das klärt sich dann im nächsten Band.

Die Grundidee der Geschichte finde ich gut. So etwas habe ich bis jetzt noch nicht gelesen. Allerdings ist es durch das fehlende Hintergrundwissen, das einem in der Geschichte erst nach und nach gegeben wird, schwierig in die Geschichte reinzukommen. Im Laufe der Geschichte erfährt man natürlich das Wichtigste, aber nicht alles, was sicherlich so gewollt ist, denn schließlich muss es ja auch einen Grund für weitere sieben Bände geben. Ich würde mir allerdings wünschen das man in den nächsten Bänden noch etwas über Avery und ihr Leben in Eurasien erfährt, wie denn ein Übergang in die nächste Phase überhaupt funktioniert und etwas über die Koryphäen.

Fazit:
Die Keime ist der Auftakt der Old Souls Reihe. Durch den Schreibstil und das fehlende Hintergrundwissen am Anfang des Buches, ist es kein Buch für zwischendurch. Mir hat es aber trotzdem gefallen und deswegen vergebe ich 4 von 5 Sterne.
Profile Image for Katharina Haderer.
Author 25 books72 followers
April 8, 2015
Ich fand es sehr interessant, die ganzen verschiedenen Sterne-Bewertungen von Mayer zu sehen; und ich kann mir nun, nachdem ich den Roman innerhalb weniger Tage gelesen habe, auch erklären, warum.

Weil es anders ist.

Dieses Buch ist eine Dystopie, und diese Beschreibung sollte man erst nehmen. Hier werden nicht schöne Kleider gedreht wie bei Katniss, oder Traumwelten mit dem Traum-Guy bereist wie in "The Divergent". Das ist eine Dystopie und Punkt. Die Gesellschaft befindet sich am Rande des Zusammenbruchs, wenn nicht schon wieder knapp dahinter. Während zuvor jeder Mensch wiedergeboren wurde, um sich später mit seinen Lieben zu vereinigen, passiert das nun nicht länger. Verständlicherweise bricht in dieser Welt, in der Tod nie Angst hervorgerufen hat, komplettes Chaos aus. Menschen betäuben mit Drogen den Schmerz über die verflossenen. Und selbstverständlich muss ein Sündenbock her: In diesem Fall die erste der vier Entwicklungsstadien im Laufe des Wiedergeburtszyklus, die man an den Augen erkennen kann: Die Keime.
Sie sind die letzten, die nach der Wiedergeburt entstanden sind, und sie sollen nun dafür büßen, was auch dem Rest der Menschheit verwehrt bleibt.

Die Protagonistin und ihr Begleiter, ein schweigsamer, rauer Mann um die gefühlte Vierzig, sind solche Keime. Sie befinden sich auf der Flucht, müssen durch die Finger der "Polizei" schlüpfen, sich mit Kontaktlinsen tarnen. Hilfe ist rar. Die einzige Hoffnung: Dass sie doch noch das zweite Stadium der Wiedergeburt erreichen, doch die Zeit bleibt still.

Julia Mayer schreibt anders; aber wie ich finde, auf einem sehr hohen Niveau. Das mag bei Dystopien, als Fantasy/SF nicht üblich sein, aber mir hat dieser tolle Stil so gut getan wie schon lange nicht mehr. Mayer wärmt nicht einfach nur auf, was vorher da war, sondern erschafft damit etwas komplett Neues. Ihr Stil ist metaphernreich; für mich persönlich war dennoch alles klar. Mag sein, dass es nicht allen so geht, die sich auf diese düstere Reise einlassen wollen. Ich jedenfalls war begeistert. Und wenn ich begeistert sage, heißt das, ich würde dem Buch lieber 6 Sterne geben als 5, und sowas sage ich nicht einfach leichtfertig.
Profile Image for Emily.
6 reviews3 followers
April 22, 2016
Mehr auf: http://seelenseiten.blogspot.de/

Handlung

Der Roman spielt auf der Erde, einige Jahrzehnte in der Zukunft. Seelen werden wiedergeboren, dafür müssen sie im Leben jedoch vier Phasen durchlaufen, vom Keim zum Splitter, vom Splitter zum Herz und schließlich zur Asche werden. Je weiter sie in der Phase sind, desto mehr Erinnerungen an ihre alten Leben haben die Menschen. Der Kernproblem der Geschichte ist, dass man plötzlich nicht mehr wiedergeboren wird, sondern endgültig stirbt. Daran wird den Keimen die Schuld gegeben, was zunächst nicht weiter begründet wird. Sie werden verfolgt und getötet.
Avery und Skar gehören zu diesen Keimen und sind gemeinsam auf der Flucht. Bei Cosima, einer alten Bekannten Skars, finden sie zunächst einen Unterschlupf, dann folgen die nächsten Probleme.
Man taucht in eine Welt mit wunderbar vielen futuristischen Details ein, wie Leuchtquallen als Lichtquellen, Flugzeuge als alltäglich genutzte Verkehrsmittel oder diverse Körpermodifikationen. Vor dem inneren Auge baut sich einem so sehr leicht ein Bild von überfüllten Städten und moderner Kultur auf.
Man merkt aber auch sehr schnell, dass dieser Roman nicht einfach nur eine Geschichte zur Unterhaltung ist, sondern auch starke philosophische Gedankengänge mit sich bringt. Schon allein der Prolog ließt sich sehr bedeutungsschwer und hinterlässt ein Gewicht auf dem Leser.
Das Maß an Handlung bleibt dabei recht überschaubar, Spannung baut sich erst gegen Ende des Buches auf. Mich hat vor allem der philosophische Teil über den Sinn des Lebens und das Miteinander zum Weiterlesen veranlasst. Auch die atmosphärische Dichte hat mich sehr beeindruckt.
Dennoch gibt es einige Fragen die für mich ungeklärt blieben und auch das System der Lebensphasen hat sich mir noch nicht zu hundert Prozent erschlossen. Warum gerade den Keimen die Schuld gegeben wird, ist mir immer noch ein Rätsel. Da ich den Eindruck habe, dass diese Buchreihe nicht gänzlich undurchdacht sein kann, gehe ich davon aus, dass sich einiges noch in den Folgebänden klären wird.


Charaktere

Die Charaktere waren für mich einer der besten Aspekte des Buches. Vor allem die Konstellation der Charaktere ist sehr interessant angelegt und entspricht nicht den typischen Klischees die man mittlerweile in beinahe jedem Werk finden kann.
Die junge Avery wird von dem älteren, erfahreneren Skar begleitet und bilden zusammen eher eine Zweckgemeinschaft als alles andere. Dieses Gespann ist definitiv eines der interessantesten, von denen ich in letzter Zeit gelesen habe. Ihre Persönlichkeiten sind sehr gegensätzlich, was für einige Konflikte sorgt. Skar war mit Abstand der spannendste Charakter des gesamten Buches. Er ist sehr schroff und definitiv nicht dumm. Man erfährt nicht viel über ihn, aber es scheint einiges hinter ihm zu stecken. Auch sein Umgang mit Avery ist recht spannend, da er oft von teilnahmslos zu liebevoll wechselt.
Im Kontrast zu Avery und Skar steht Cash, dessen Eltern bereits zur Asche geworden sind und welcher somit einen nachvollziehbaren, wenn auch naiven Hass auf die Keime hat. Er zeigt einem sehr bildlich die andere Perspektive auf die Gesamtproblematik. Ähnlich verhält es sich auch mit einigen anderen Nebencharakteren. Cosima ist ebenfalls ein Charakter, für den man aufgrund ihrer großen Hilfsbereitschaft schnell Sympathie empfindet. Sie scheint auch recht essentiell für die Geschichte zu sein.
Generell werden die Charaktere sehr lebensnah beschrieben und dargestellt, man kann jeden von ihnen zumindest im Ansatz nachvollziehen und die individuellen Sorgen und Ängste verstehen. Avery bleibt für mich noch etwas farblos, was ihren Charakter angeht, es gibt kein ausdrucksstarkes Adjektiv, mit dem ich sie spontan beschreiben könnte. Dennoch glaube ich, dass sie in den Folgebänden noch wachsen und es sich somit ändern wird.


Schreibstil

Ich liebe ihn. Julia Mayer hat einen sehr einzigartigen Stil, der sicher nicht jedermanns Fall ist, meinen Geschmack jedoch definitiv trifft.
Teilweise werden Personalpronomen oder gar Verben einfach weggelassen, sodass der Text zeitweise auch einfach aus Ellipsen oder schlichten Aufzählungen besteht. Da man das nicht gewohnt ist, braucht es durchaus seine Zeit, ehe man sich daran gewöhnt. Zwischen diesen Verkürzungen sind oft sehr philosophisch anmutende Sätze eingestreut, welche eine ganz eigene Poesie mit sich bringen. Diese besondere Kombination macht Atmosphäre und Emotionen sehr greifbar und man kann sogar die Leidenschaft der Autorin spüren.


Kapitellänge

Mit durchschnittlich 5-10 Seiten bei größerer Schrift sind die Kapitel recht kurz und könnten teilweise mehr Inhalt vertragen. Oft ist die Kürze jedoch auch durch den Spannungsaufbau in Form von Perspektiven- und Schauplatzwechseln oder Cliffhangern begründet.
Profile Image for Jessy Rey.
116 reviews4 followers
January 10, 2013
Das Cover finde ich persönlich jetzt nicht so berauschend, da zumindest im 1.Band die 'Keine' Menschen sind und keine 'Krabbelviecher'. Aber die Augen passen zur Geschichte, denn sie zeigen die Phase an, in denen sich der Mensch gerade befindet.


Julia Mayer hat sich die Mühe gemacht, einzelne Blogger anzuschreiben und mal nachzufragen, ob man Interesse hätte, ihren selbstverlegten Auftakt einer 8. Bände starken All-Age Dystopie zu lesen und zu rezensieren.
Normalerweise bin ich eher nicht so dafür, weil ich jetzt schon mehrmals lieblos hingeklatschte Rohfassungen von Indieautoren geschickt bekommen habe, bei denen sich mir die Fingernägel hochrollen, was Sprache, Ausdruck und Rechtschreibung betrifft.
Ich lese natürlich in jede Leseprobe rein und da mit bei Julia werde schlechtes aufgefallen ist und mir noch dazu der Schreibstil auf anhieb gefiel, bekam sie das erste 'Ja', dass ich an einen Indie - Autoren vergebe :D

Früher wurden die Menschen nach der 'Asche' - Phase wiedergeboren. Dies haben sie im Jahr 2074 verloren und geben den 'Keimen' die Schuld. Sie jagen und töten sie. Auch Avery ist so ein 'Keim'. Sie verliert alles, befindet sich auf der Flucht vor Familie und Freunden und lernt die Welt so kennen wie sie ist - nicht wohlbehütet, nein, grausam und egoistisch.
Sie schließt sich mit Skar zusammen, einem mürrischen Kerl - irgendwie scheint ihr Schicksal verbunden.
Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach einer Möglichkeit, in die nächste Phase überzugehen.
Dabei leiten sie Averys Träume und Skars Erfahrung. Sie treffen auf viele Menschen, bewegen sich durch eine Welt aus Misstrauen, Drogen und Versuchungen und versuchen, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Schreibstil ist toll, sehr poetisch und wenn man sich eingewöhnt hat, liest er sich sehr schnell. Ich würde sagen, es ist definitiv eines der erwachseneren Bücher.
Anfangs war ich völlig verwirrt, die vielen Metaphern und die Tatsache, dass man direkt ins Geschehen geworfen wird, ohne Hintergrundinformationen oder sonstiges haben mir den Einstieg erschwerrt.
Avery ist ein sehr zwigespaltener Charakter, mal ist sie ängstlich, mal kindishc und dann wiederum sehr erwachsen. Skar konnte ich vom Alter her überhaupt nicht einschätzen, ebenso wenig seinen Charakter. Er ist mürrisch und wenn mehr als zwei Worte aus seinem Mund kommen, dann hat das schon was zu sagen.

Die anderen Charakter, z.B. Cosima die Häscherin und Cash der Junkie haben mir gut gefallen. Man konnte sehr gut verstehen, warum Cash sich den Drogen hingibt. Über Cosimas Gründe den Keimen zu helfen, würd ich gern noch mehr erfahren.

Außerdem fehlen mir viele Informationen. Wie funktioniert das mit den Phasenübergängen genau? Wie kam es überhaupt zu den Phasen? Was bedeutet das überhaupt? Vor meinen Augen ist noch kein klares Bild enstanden.

Auch die Perspektivenwechsel sind mir nicht ganz klar geworden. Sicher, die zwischen Cash und Avery sind logisch, aber bei den anderen Personen weiß ich nicht, ob es vielleicht nur Averys wiederkehrende Erinnerungen sind oder reale, noch exestierende Personen. Da hoffe ich im zweiten Band auf mehr, mehr, mehr Informationen! (Zaunpfahl flieg!)
Klar lässt man bei 8 Bänden den Leser erstmal im unklaren, hier aber waren die Infos doch wirklich etwas dünn.

Die Idee und die Geschichte an sich sind besonders, neuartig und ich zumindest habe noch nichts in die Richtung gelesen. Wünschen würde ich mir aber ein klareres Bild, mehr Beschreibungen und generell mehr Infos. Denn im Moment suche ich den Sinn, und es fühlt sich an wie ein unvollständiges Puzzle.



Es steckt defintiv viel Potenzial darin - sowohl in der Geschichte, als auch im Schreibstil. Die Charakter müssen noch besser gezeichnet werden, die Umgebung und Begebenheiten sollten näher beleuchtet werden und die Infos sollten nicht ganz so spärlich gesät werden. Wenn das passieren sollte, sehe ich in der Reihe großes Potenzial. Ich würde es Leuten empfehlen, die nicht unbedingt alles aufgeklärt brauchen und sich auch noch etwas auf die Folgebände gedulden können. :) Hat Spass gemacht zu lesen.
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April 10, 2013
Die Welt gerät aus den Fugen, als den Menschen das Erlangen der Wiedergeburt verwehrt bleibt. Die schwächsten Glieder der Gesellschaft werden gejagt – und auch Avery findet sich auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie wieder. Mithilfe anderer Flüchtlinge versucht sie, sich ihre Freiheit zu erkämpfen und gerät dabei immer wieder aufs Neue an scheinbar unüberwindbare Grenzen. Für sie, die Keime, gibt es nur die Flucht und den wartenden Tod, während die übrige Menschheit nach dem ewigen Leben lechzt und durch den Mord an den Schwächsten die Wiedergeburt zu finden versucht. Eine Jagd nach Sinn und Menschlichkeit beginnt ...

"Die Keime" ist der erste Band und somit der Auftakt zur achtteiligen "Old Souls'- Reihe von Julia Mayer.

Genretechnisch ist dieser erste Teil der paranormalen Dystopie zuzuordnen, deren Idee sich sehr von den anderen Dystopien am Markt abhebt. Allerdings ist im Bezug auf die Umsetzung noch viel Potential nach oben vorhanden, da es, meiner Ansicht nach, noch einige Kritikpunkte gibt, die in den Folgebänden hoffentlich ausgemerzt werden.

Zuallererst lässt sich sagen, dass die Handlung an sich durchaus spannend ist, aber teilweise Längen aufweist, da viel Wert auf Beschreibungen gelegt wird, die den Lesefluss stellenweise bremsen. Man hätte die Handlung ein wenig straffen können, um die Spannung stärker herauszuarbeiten und ein Stück weit mehr Tempo in die Geschichte zu legen.

Bei der Erzählung der Geschichte hat die Autorin einen wunderschönen Schreibstil bewiesen, der diesen Auftakt definitiv aufleben lässt. Sprachliche Schönheit und viel Poesie, sowie Philosophie schaffen eine einzigartige Atmosphäre, die stellenweise sehr düster erscheint.

Jedoch kommen durch diese schillernde Erzählweise die Informationen ein wenig zu kurz, die man benötigt um die Handlung zu verstehen. Es blieben zu viele Fragen offen, um ein komplettes Bild der Geschichte aufleben zu lassen. Ich konnte mir teilweise die Personen , Orte und Gegebenheiten einfach nicht vorstellen, was sehr schade ist, denn darin steckt so viel Potenzial, das danach schreit, genutzt zu werden.

Auch die Erzählungen aus den verschiedenen Perspektiven ist manchmal etwas verwirrend, da sich nicht immer klar erkennen lässt, worauf die Autorin nun hinaus will.

Ich bin gespannt zu erfahren, ob sich diese Kritikpunkte in den Folgebänden legen werden und wie diese etwas andere Dystopie weitergehen wird.
Profile Image for Sarah.
354 reviews
August 6, 2015
Die Keime hat mich von Anfang an gepackt. Ich war sofort in der Geschichte drinnen, es war Kopfkino pur.
Die Welt empfand ich als unheimlich nachvollziehbar, gut und logisch - es gibt ja so manche futuristische Idee, bei der man einfach nur den Kopf schütteln kann, weil man selbst als Laie das Gefühl hat, dass das so einfach nicht funktionieren kann, bei Die Keime war das absolut nicht der Fall.
Die Charaktere sind alle unterschiedlich, haben ihre eigenen Persönlichkeiten, sind lebensecht und absolut nicht flach. Es gelang mir nicht, auch nur einen Charakter nicht zu mögen oder zu verabscheuen, weil sie alle so... echt sind. Es wird keinerlei schwarz-weiß Malerei betrieben, jeder Charakter handelt für sich sinnvoll.
Die Storyline an sich fand (und finde) ich sehr innovativ und kreativ. Man wird beim Lesen stets so weit an der Hand genommen, dass man alles versteht, es wird einem aber auch genug Freiraum gelassen, um selbst zu denken. Nichts ist schlimmer, als Bücher, in denen Alles bis aufs kleinste Detail erklärt wird, weil der Autor seine Leser für offensichtlich nicht intelligent genug hält, seine hochtrabenden Gedankengänge nachvollziehen zu können.
Die Keime liest sich sehr angenehm, ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, mich zum Lesen zwingen zu müssen. Es ist eine sehr gute Mischung aus Dialog und Beschreibung, die weder zu knapp noch überladen wirkt. Es gibt eine ganze Reihe Metaphern, die bei mir alle stimmig und gut ankamen.
Das Buch wies für mich auch keinerlei Längen auf, obwohl die Handlung an sich eigentlich recht überschaubar ist - es handelt sich nunmal um den Auftakt zu einer größeren Reihe, es wäre also irgendwie sinnlos, alles gleich in den ersten Band zu packen.
Ich habe zwei oder drei Tippfehler bemerkt, und einmal hatte ich das Gefühl, da würde in einem Satz ein Wort fehlen, aber diese Fehlerchen waren für mich wirklich nicht weiter tragisch und haben den Lesefluss für mich nicht gestört - ich habe da mit anderen Büchern, die ebenfalls selbst veröffentlicht wurden, schon ganz andere Erfahrungen gemacht.
Was soll ich weiter sagen? Das Buch hat mich wirklich begeistert, und ich kann den nächsten Band wirklich kaum noch abwarten.
Profile Image for Nicole Ramge.
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May 28, 2013
Die Keime

Die Menschheit ist zerstört und hat das wichtigste verloren!
Die Wiedergeburt wird verpestet von Keimen. Keimen in Form von Menschen, die verantwortlich für alles Geschehene gemacht werden. Avery ist solch ein Keim. Auf der Flucht vor Ihrer Familie und den Häschern schließt sie sich Skar an. Auf der Suche nach dem Ursprung des Überganges in die nächste Generation. Erst wenn sie gesplittert ist, wird sie wieder etwas sicherer sein! Aber wie splittert man? Da es sehr unterschiedlich abläuft und keine Altersbegrenzungen für die einzelnen Phasen gibt, begibt sie sich bei Ihrer Flucht auf eine Suche, geführt durch Ihre Träume. Diese Träume sind Seelensplitter aus vorherigen Leben und Ave hofft, so antworten auf Ihre Fragen zu erhalten. Trotz des Flüssigen und sehr bildlichen Schreibstils liest sich die Geschichte in der ersten Hälfte sehr schwer. Die vielen Anekdoten und Metaphern waren mir irgendwann zu viel des Guten und haben das Buch für mich sehr langatmig und einfach gähnend gemacht. Die eigentliche Geschichte, die hier meiner Meinung nach viel zu kurz behandelt wurde ist etwas Besonderes. Nur das ganze drum herum hat alles langweilig erscheinen lassen, gerade weil Ave nun einmal in dem Buch eigentlich nichts anderes tut als zu fliehen. Ich hätte mir mehr Tiefe und mehr Einzelheiten um die meiner Meinung nach eigentliche Geschichte gewünscht:
- warum und weshalb es eigentlich so kam und nicht nur das Ergebnis
- ich mir mehr Input über die Phase im Einzelnen gewünscht
- über den generellen Sprung in die nächste Generation und
- über den Wandel der Seelen.
Letztendlich war das bisschen was man erfahren hat sehr verwirrend. Die Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher sein! Ave ist ein Teenager, der früh seine Eltern und sein Heim verliert und auf der Suche nach dem Sinn Ihrer Träume auf Skar stößt. Anfangs lässt sie sich sehr unterdrücken und ordnet sich unter, einfach aus Angst plötzlich alleine zu sein! Diese Seite von Avery war mir so gar nicht sympathisch. Erst als sie mehr aus sich heraus kam, auch mal Kontra gab und Skar zu verstehen gegeben hat, das nicht nur Sie ihn, sondern auch er Sie braucht wurde sie interessant. Skar ist ein stoffeliger, angegrauter Mann der zu Recht oftmals allein da steht was ihm allerdings wohl auch gefällt. Obwohl er die ganze Zeit präsent war, lief er in der Geschichte eher nebenbei und stand Avery immer dann wenn er gebraucht wurde zu Seite. Aber das reichte leider nicht aus, ihn nur ansatzweise nett zu finden. Cash allerdings war von Anfang an ein Charakter der durch seine Schwächen geglänzt hat. Dies hat ihn ausgemacht und ihn zu meinem Liebling auserkoren. Aufgrund seines Verlustes und der daraus resultierenden Drogenabhängigkeit wurde er angreifbar und verletzbar! Und genau zu diesem Zeitpunkt trat Ave in sein Leben. Cosima war ein Charakter der aufgrund seines Status automatisch erst einmal in die falsche Sparte rückte. Mit der Zeit wurde sie allerdings immer netter und für mich eine, wenn nicht die Hauptfigur des ganzen Romans. Wenn Sie Ave nicht immer wieder aus der
Schxxx geholt hätte, könnte man hier locker nach dem ersten Band einen Schlussstrich ziehen. Deshalb denke ich, dass sie uns bestimmt sehr lange in dieser Geschichte begleiten wird, denn wir reden hier immerhin von einem geplanten 8- Reiher! Zum heutigen Tage kann ich euch leider nicht sagen, ob ich gewillt bin dieser Geschichte eine weitere Chance zu geben. Dafür bin ich einfach zu zwei gespalten! Ich möchte schon wissen wie die Geschichte weitergeht, da einfach noch viele Fragen im Raum stehen und nach einer Antwort verlangen. Aber andererseits muss ich sagen, dass ich keine Lust mehr habe auf ein Buch, das eigentlich mehr fragen aufwirft als das er beantwortet!
Deshalb heute hier nur 3 Sternchen für mich wert!
Profile Image for Klaudia.
387 reviews15 followers
February 23, 2016
Inhalt

In einer Welt, in der jeder nach dem eigenen Überleben und der Wiedergeburt strebt, ist gerade letzteres nicht mehr möglich. Die Schuld daran wird den “Keimen” gegeben, den Menschen, die noch in der ersten Phase ihrer Existenz stecken und sich an ihre früheren Leben nicht erinnern können. In dieser Welt befindet sich Avery mit dem mürrischen Skar auf der Flucht vor den Menschen, die ihnen nach dem Leben trachten. Doch der Weg zum Frieden ist lang und beschwerlich, und ihr Ziel, das Splittern, könnte sie ihr Leben und die Ewigkeit kosten…

Meine Bewertung

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch wirklich gut finden wollt, es aber nicht könnt, weil die Störfaktoren euch einfach nicht richtig reinfinden lassen? Genau so ging es mir bei “Old Souls – Die Keime” von Julia Mayer. Von der ersten Seite an habe ich den ausgefeilten, poetischen Schreibstil der Autorin ins Herz geschlossen, hätte noch viele Seiten lesen können – leider kann ich das über die Geschichte und die Charaktere nicht sagen.

Schon am Anfang wird man mitten in das Geschehen geworfen, erlebt aus der Sicht Averys mit, wie ihre Flucht mit dem älteren Skar verläuft. Normalerweise stehe ich auf solche Anfänge, die einen direkt ins Geschehen einbinden, dem Leser sofort die Welt aufzeigen, in der er sich befindet. Das war an dieser Geschichte aber leider das erste große Manko: Zwar wird über das System der Welt, die “Keime” und die vier Phasen, die die Menschen durchschreiten müssen, um die Wiedergeburt zu sichern, vieles gesagt, aber ansonsten bleibt der Leser im Dunklen über das Weltgeschehen. Es ist futuristisch und dystopisch angesetzt, soviel habe ich verstanden, aber schon die Klärung der einzelnen Kontinente, Reiche, Gesellschaftsschichten, die aufeinanderprallen, erfolgt nicht, und lässt den Leser verwirrt zurück.

Die Geschichte an sich plätschert recht langsam vor sich hin, und ich hatte hin und wieder das Gefühl, dass die Charaktere eigentlich nichts anderes machen als Drogen nehmen, trinken und über ihre Sorgen philosophieren. Erst im letzten Drittel wurde das Tempo ordentlich angezogen, und da hatte ich auch wieder Spaß am Lesen, weil man endlich ein wenig Action bekommt. Zumindest Avery, unsere Hauptfigur, macht dort eine Entwicklung durch, muss Schicksalsschläge verkraften und verändert sich. Aber das kann trotzdem nicht darüber hinwegtrösten, dass ich zu den Charakteren leider keine Verbindung aufbauen konnte. Dazu waren zu wenig Hintergrundinfos gegeben, es gab zu wenig Situationen, in denen sie Stärke gezeigt haben oder in denen sie ihren Charakter entfalten konnten. Ein positives Highlight war da lediglich Cosima, eine Häscherin, also jemand, der entlaufene Keime einfangen und töten muss, jedoch im Untergrund eben diesen hilft. Sie habe ich schon ein wenig ins Herz geschlossen, weil sie einfach diese gerechte, aber vernünftige Ader hat, die man bewundern kann.

Auch die kleinen Nebenstränge der Personen, die in den weiteren Teilen sicher noch eine große Rolle spielen werden, fand ich interessant, aber nicht mitreißend. Es war zur Auflockerung geeignet, aber wirklich gebraucht habe ich sie nicht.

Das hört sich jetzt nach ziemlich herber Kritik an, ist aber lediglich mein Eindruck nach dem ersten Buch. Was ich aber wirklich, wirklich positiv herausheben will, ist die spielerische Leichtigkeit, mit der Julia Mayer philosophische Ansätze und Satzkonstrukte streut, die mich immer wieder umgehauen haben. Ihr Schreibstil ist wirklich bewundernswert, und ich habe diesen sehr genossen.

Alles in allem war “Old Souls – Die Keime” nicht gerade mein Lieblingsbuch, aber auch nicht schlecht. Ob ich die weiteren Teile noch lesen werde, um zu erfahren, ob die Charakterentwicklungen, die ich mir wünschen würde, noch stärker werden, werde ich dann spontan entscheiden.
Profile Image for Juju.
59 reviews
January 11, 2013
Wir schreiben das Jahr 2074. Die Menschheit hat ihr höchstes Gut verloren: Die Wiedergeburt. Dafür werden die "Keime" verantwortlich gemacht. Sie sind die erste Phase die ein Mensch durchläuft und werden nun gejagt und getötet, in der Hoffnung dadurch wieder der Wiedergeburt näher zu kommen.

Avery ist solch ein "Keim" und ständig auf der Flucht. Dabei trifft sie unterschiedliche Menschen und erlebt viele Abenteuer. Wird sie es schaffen zu fliehen und in die zweite Phase überzugehen, in der sie erstmal sicher wäre?

Es ist der Auftakt zu einer 8-teiligen All-Age Dystopie.

Fazit:

Der Schreibstil ist in diesem Buch besonders. Hier reiht sich eine Metapher an die nächste. Ich habe schon sehr lange kein solch poetisch anmutendes Buch gelesen. Anfangs hatte es mich sogar regelrecht verwirrt aber m Laufe der Geschichte gewöhnt man sich daran und findet einige recht gute Passagen, die man dem Schreibstil zu verdanken hat.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Avery flieht vor den Häschern, die sie töten wollen, weil sie ein "Keim" ist. Die Flucht startet zusammen mit Skar, einem mürrigen Charakter, und mit ein paar Zwischenhalten auf Partys führt sie eine lange Strecke nach New York. Avery hatte nämlich einen Traum, der Hinweise darauf gibt, dass in New York etwas ist, was ihr helfen könnte in die nächste Phase zu gelangen. Wie genau das mit den Phasen funktioniert, wurde mir leider nicht deutlich, aber es passiert bei allen zu unterschiedlichen Zeiten. Die Einen trifft es früher und die Anderen später.
Skar und Avery treffen dabei auf Cosima, eine Häscherin, die ihnen merkwürdigerweise helfen möchte.

Die Protagonistin Avery war mir nicht ganz geheuer. Zum Teil konnte ich ihre Stimmungen gut nachvollziehen aber im nächsten Moment folgten dumme Taten, die ich überhaupt nicht verstand. Sie ist noch sehr jung und scheint unentschlossen und auch trotzig. Die anderen Charaktere wurden weniger ausgearbeitet und bei einigen fragte ich mich die ganze Zeit was diese Charaktere hier suchen. Ich denke das wird erst in den nächsten Bänden aufgeklärt.

Insgesamt finde ich die Idee der Autorin sehr gut! Die Geschichte ist besonders aber es stockt hier und da an der Umsetzung. Das Konzept ist in den Grundrissen klar aber die Einzelheiten bleiben ein Geheimnis, weshalb es manchmal schwer fällt einige Punkte nachzuvollziehen wie zum Beispiel warum man denkt die Wiedergeburt kommt wieder wenn man alle Keime tötet.
Auch waren für mich die Monologe der Protagonistin manchmal anstrengend, aber dies ist Geschmackssache. Wem der Schreibstil gefällt, der wird hier sehr zufrieden sein. Es gibt in dem Buch weniger Action, denn Avery flieht nur. Die Geschichte konzentriert sich hier eher auf das Zwischenmenschliche. Skar ist gemein zu Avery ohne einen Grund zu haben. Cash ist nett zu ihr obwohl er nicht müsste. Cosima sollte sie eigentlich töten, hilft ihr aber. Wiederrum ein anderer total kaputter Charakter scheint es ihr angetan zu haben. Die Worte, Berührungen und Blicke zwischen den Charakteren werden genauer unter die Lupe genommen und aus Sicht von Avery versucht zu interpretieren.

Was ich besonders mochte:

Ich mochte Skar sehr gerne und frage mich ob es nicht doch noch ein Revival für ihn gibt.
Profile Image for Kora.
30 reviews8 followers
October 19, 2014
Vielleicht mag es an der großen Leselücke durch meinen Umzug liegen, dass mich das Buch leider nicht so gefesselt hat, wie erhofft. Den Schreibstil fand ich dennoch bis zum Ende wirklich großartig, doch die Spannung blieb irgendwie auf der Strecke und so ganz habe ich die Welt und die Zusammenhänge wohl nicht verstanden. :(
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