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Woher wir kommen

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Nach dem Verlust beginnt das Leben neu
Ada hat nach dem Selbstmord ihres Freundes auch als Malerin gerade mit ganz neuen Bildern begonnen, als plötzlich drei lebhafte Kinder und ihr Jugendfreund Jonas in ihr Leben eindringen.
Ihre Mutter Martha musste es verwinden, dass ihr Mann gemeinsam mit seinem kurdischen Freund Vedat spurlos im Ararat-Gebirge verschwand. Seitdem trifft sie sich einmal im Jahr mit Vedats Frau Lale, um sich gemeinsam ihrer Männer zu erinnern, auch wenn sie keinen Ort haben, um zu trauern.
Lilofee, die Tante, hatte als junges Mädchen in den Bergen einen Kriegsgefangenen versteckt und musste mitansehen, wie er, ihre große Liebe, verraten und verschleppt wurde. Nie wird sie das vergessen können, aber sie rächt sich.
Barbara Frischmuth erzählt klug und mit der nur ihr eigenen souveränen Leichtigkeit, die das Unerträgliche nie vergessen lässt, wie jede dieser Frauen es lernen muss, im Jetzt zu leben und Liebe wieder zuzulassen.

„Eine der gefährlichsten Fragen ist: Was wäre gewesen, wenn? Mit ihr fängt jegliches Erzählen an.“

367 pages, Hardcover

First published August 1, 2012

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About the author

Barbara Frischmuth

73 books12 followers
Barbara Frischmuth was an Austrian writer of poetry and prose.
She was a member of the Grazer Gruppe (the Graz Authors' Assembly), along with Peter Handke.

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Community Reviews

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5 (10%)
1 star
2 (4%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews371 followers
August 13, 2012
Eigentlich ist es ja unfair, wenn ich typische Frauenliteratur rezensiere, denn wie ihr alle wißt, rollen sich bei mir ja sofort die Zehennägel auf, sobald es nur im entferntesten romantisch wird. Andererseits wollte ich dann doch zumindest einmal ein Frischmuth-Buch lesen und ich bin überaus froh, dass ich es getan habe.

Die Romantik ist nur ein kleines bisschen kitschig, aber was mir ausnehmend gut gefallen hat, ist die liebevolle Ausgestaltung der drei starken Frauenpersonen (Tante, Mutter, Tochter), die die Autorin sehr glaubwürdig und authentisch konzipiert hat und die trotz extrem leidvoller Erfahrungen mit ihren Lebenspartnern irgendwie mit dem Schicksal fertig werden. Alles sehr realistisch auf drei abwechslungsreichen Schauplätzen beschrieben und sprachlich auch noch gut gemacht - super! . Ein großartiges Stilmittel möchte ich hier auch erwähnen: Wenn dem Leser irgendwelche Hintergrundgschichtln über die Familie vermittelt werden sollen, wird nicht erzählt oder Rückblenden eingeworfen, nein die Dorftratschen zerreissen sich wiederholt das Maul, und so erfährt der Leser alles, was er/sie wissen muss. Das muss ich mir merken!

Fazit: Absolut lesenswert, nicht mein Genre deshalb von mir 3 Sterne (eigentlich sollten es 3,5 sein), aber ich bin sehr froh, dass ich mal über meinen Tellerrand geschaut habe.
Profile Image for Johann Guenther.
807 reviews28 followers
September 19, 2012
FRISCHMUTH, Barbara: "Woher wir kommen", Berlin 2012
Ein "Frischmuth-Buch" wie man es sich als Leser wünscht. Angenehm zum Lesen. Schöne Sätze. Ein genussvolles Lesen.
Die Angst der Mutter von Kleinkindern: „Ich hatte mich zum ersten Mal, seit die Zwillinge auf der Welt waren, für ein paar Stunden von ihnen getrennt, ein merkwürdiges Gefühl, einerseits eine gewisse Erleichterung, dem Kreislauf von Stillen und Wickeln, dem Greinen der Kleinen und dem Rotieren der Waschmaschine für eine Weile entkommen zu können, andererseits eine Art Beklommenheit, um nicht zu sagen Angst, dass in der Zeit, in der ich nicht bei ihnen war, etwas geschehen könnte, das ich, wenn ich bei ihnen geblieben wäre, vielleicht hätte verhindern können …“ (Seite 221/222)
Die Übergewichtigkeit der modernen Gesellschaft auf die fehlende Gemeinschaft zurück geführt: „Gemeinsam zu essen gehört zu den tröstlichsten Dingen dieser Welt, und das seit Menschengedenken. Seit die Menschen immer seltener miteinander essen, werden sie immer fetter, leiden unter allen möglichen Allergien und Verdauungsstörungen.“ (Seite 235/236)
Was die Schwangerschaft für eine Frau bedeuten kann: „Ich wollte spüren, wie meine Brüste spannten und etwas in mir zu wachsen begann, das ich neun Monate ganz für mich haben würde. Es reizt mich, zu spüren, dass da etwas in mir steckte, das nicht ich und nicht der Penis von Vedat war. (Seite 250/251)
Das Generationenproblem: „Die letzten zwei Generationen haben sich dermaßen an unserer Zukunft vergriffen, besser gesagt, sie geplündert, dass es zur ausgleichenden Gerechtigkeit gehört, wenn ihnen jetzt die Börse etwas lockerer sitzt.“ (Seite 271)
Über den Sinn des Lebens: „Das Nicht-sein ist immer gegeben, aber wenn man das Da-sein nicht begreift, ist man schon zu Lebzeiten im Nicht-sein, unfähig, im Wirklichen zu leben.“ (Seite 302)
Über die Wirklichkeit: „Weiß man tatsächlich, wie es wirklich war, nur weil man dabei gewesen ist? Wenn das so wäre, würden doch alle dasselbe erzählen, aber es erzählt jeder etwas anderes.“ (Seite 356)
Man kann nicht alle schönen Sätze und Ideen hier zitieren. Es würde bedeuten die 367 Seiten abzuschreiben.

Der Roman ist ein Betrachten des eigenen Lebens. Ein Rückblick in die Vergangenheit mit der Erzählung der Gegenwart und des Iststands.
Ein Roman, dessen Hauptfiguren Frauen sind. Frauen aus drei Generationen. Frauen, die ihre Männer oder Geliebte verloren haben. Die Autorin zeigt die Bewältigung dieses Verlustes auf. Wie in verschiedensten Zeitfenstern dasselbe seelische Problem zu lösen war.
Beim Lesen hat man das Gefühl, dass es sich bei der Autorin um eine 30-jährige handelt. Sie spricht Themen an, die man von einer älteren Frau nicht erwarten würde. Aber gerade das Alter hat die Erfahrung und sie gibt es mit jugendlichem Charme und frischer Energie wieder.
Ich mache nicht gerne Reihungen oder ein Ranking, aber ich muss es sagen: das ist vielleicht das beste Frischmuthbuch.
(Hinterbrühl, 19.09.2012)
Profile Image for Tanja.
159 reviews1 follower
August 7, 2017
Sprachlich sowie inhaltlich kühner Roman, der mit Tabus bricht und Historisches zum Vorschein bringt, mit dem man wohl nicht rechnen würde.. Für mich war Ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Barbara Frischmuth!
Displaying 1 - 4 of 4 reviews

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