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Mach mir mal 'ne Nudelsuppe, bevor ich dich besudel, Puppe! Boys vs. Girls

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Nachdem der Rezensent das komplette Buch mehrmals nach dem merkwürdigen Suppen-Schüttelreim durchforstet hatte (hätte ja von etwaiger geschlechterspezifisch relevanter Bedeutung sein können), musste er schließlich weinend feststellen, dass Markus bereits im Vorwort den etwas biederen Scherz seiner Gesprächspartnerin Caroline zugeschrieben hatte. Mit dem Hinweis, dass er von KEINERLEI Bedeutung wäre!! Ach was! Das konnte ja heiter werden. Nimmermüde, zeitgeistig witzige Dampfplauderei aus dem MTV-Lager? Zwei Kultmoderatoren, die sich durch das zurzeit überpräsente Thema: Was ist bloß mit den Kerlen los? oder - etwas intellektueller - „die Zukunft der Geschlechter und ihre neuen Rollenbilder“ frotzeln? Doch dann, man staunt, wirds unerwartet seriös, menschelnd und interessant, richtig gescheit sogar. Doch noch Hoffnung für Mann und Frau?

Womöglich alles eine Frage der Sozialisation? Markus Kavka, Aushängeschild von MTV Deutschland, aufgewachsen in der traditionellen Wertewelt eines behüteten bayrischen Elternhauses. Friedfertig, diskussionsfreudig, 68er-orientiert. Anders, die vierzehn Jahre jüngere Caroline Korneli, MTV-Außenreporterin. Zweifache Mutter, zielorientiert, streitlustig, geübte Tellerwerferin, scheint das eher krawallige Modell ihrer alleinerziehenden und emanzipierten Mutter übernommen zu haben. Die hatte ihren diversen Liebhabern einst das Poesiealbum barsch um die Ohren gehauen: Keine ungebührliche Nähe, bitteschön, außer, ich will es. Und - was ich will, nehme ICH mir! Solch garstig Auftreten irritiert den konsensgewohnten Markus sichtlich!

Kein Macho, aber ein kleines Arschloch sollte er schon zuweilen sein, fordert Caro. Vom Manne, der's mit ihr aushalten will, versteht sich, nicht von Markus, den solch kavkaesk schillerndes Regelwerk eher verstört. Immerhin gibt er zu, als 28-Jähriger ausgerechnet von den beiden Oasis-Flegeln Liam und Noel Gallagher den Weg zum Mannsein gewiesen bekommen zu haben. Will heißen, ein klares „Ja“ zu Fußballsamstag, Alk und eigenen Schweinereien. Findet auch Caro gut. Eingeschränkt jedenfalls. In den Augen des Rezensenten geht Markus aus diesem Diskussionsmarathon als moralischer Sieger hervor, indem er sich eigenen Fehlern stellt und an deren Beseitigung arbeitet. Und Kontrahentin Caro? Nun, die erwartet in leicht selbstgerechter Pose genau dies. Das Schlachtfeld bleibt vorerst eröffnet. -Ravi Unger

224 pages, Paperback

First published August 31, 2007

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1 star
1 (4%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Hanna.
12 reviews33 followers
August 22, 2017
Sicherlich hatte ich nicht zu viele Erwartungen an ein Buch mit dem Untertitel "Boys vs. Girls". Aber immerhin der Titel war flott und schon seit langer Zeit höre ich mir die Radiosendungen von Caroline Korneli gerne an. Auch Markus Kavka erschien mir immer als ein interessanter Zeitgenosse, also warum dem Buch nicht mal eine Chance geben.

Man kann auch einiges positives bei diesem Buch benennen. Zum Beispiel, dass es kurzweilig ist und sehr persönlich. Auf der anderen Seite ist es an vielen Stellen eine geballte Ladung koservativer Vorstellungen (Der Traummann muss es handwerklich drauf haben und Fussball gucken und die Traumfrau muss sich schminken und für Mädchenkram interessieren). Das macht die ganze Angelegenheit dann schwierig, wenn man versucht mit der Haltung den modernen Mann oder die moderne Frau zu betrachten. Wobei es dann auch eher darauf hinauslief, wie der männliche Mann und die weibliche Frau auch in dieser modernen Zeit männlich bzw. weiblich bleiben können. Sicher gab es hier und da Eingeständisse, denn die moderne Frau ist eigenständig und tough, aber bitte, bitte interessiert sie sich nicht für Jungskram. Andersrum ähnlich.

Schwierig wird es in dem Buch für mich auch immer dann, wenn es um wissenschaftliches geht. Nur, weil man abends zusammensitzt und philosophiert, heißt das noch lange nicht, dass man auch Ahnung hat. Ein Beispiel: Caro kann sich nicht erklären, warum es Schwule und Lesben gibt, weil beide der Meinung sind, jeder kommt mit seinem entsprechenden Geschlecht auf die Welt und alles danach ist Kopfsache (Mal davon abgesehen, dass das auch so schon als ziemlicher Humbug erkennbar ist, sollten sich die beiden vielleicht mal mit Behaviorismus auseinander setzen und warum der seit rund 50 Jahren nicht mehr so populär ist).
Markus These, dass man erst einmal als Mann geboren wird und man sich dann sein Verhältnis zur Ursuppe definiert, meint Caro mit einer Geschichte unterstützen zu können: Einem kleinen Jungen wird sein Glied verstümmelt, es wurde dann amputiert und der Junge schließlich als Mädchen erzogen. Doch dann wollte er später wieder Mann werden und nahm sich das Leben, also klarer Fall, dass er wohl als Mann geboren wurde.
... Ja genau! Beweis durch Beispiel. So hat man das ja schon im Mathematikuntericht gelernt und wenn der Nachbar nach Einnahme von Zuckerkügelchen gesund wird, ist das ja auch ein Beweis dafür, dass Homöopathie wirkt.

Im Buch finden sich leider noch weitere seltsame Thesen und Vermutungen, die einen ganz schummrig werden lassen. Z.B. wird gemutmaßt, dass die Erbmasse sich in den nächsten Jahrhunderten so ändern könnte, " [...]dass die Frauen ähnlich stark werden wie Männer - oder umgekehrt [...]". Lamarck lässt grüßen.
Und wenn es dann mal richtig interessant wird, man also mal sich konkret positionieren könnte, wie man es findet, dass selbstbewusste Frauen, "weil die Liebe so groß ist", ihren Job aufgeben, wird abgebügelt mit "Klingt doch schön. Egal, es gibt Wichtigeres."

Ja wie jetzt? 220 nur über das eine Thema, aber das ist dann nicht so wichtig? Dieses Buch selbst nimmt es dann am Ende also doch vorweg: Alles nicht so wichtig, alles nicht so Ernst nehmen und das Buch vielleicht doch einfach im Regal oder Bücherladen liegen lassen, wenn man nicht persönliches Interesse an den Geschichten der Moderatoren hat.
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