Christoph ist erst sechzehn, als er stirbt – er prallt nachts mit seinem Fahrrad auf ein entgegenkommendes Auto. Alles, was von ihm bleibt, ist eine Urne Asche. Doch vier seiner besten Freunde wollen nicht akzeptieren, dass mit der Beisetzung einfach alles zu Ende sein soll. Hatte Christoph sich nicht immer gewünscht, die Welt zu entdecken? Die vier graben seine Urne aus und machen sich damit auf eine lange Reise – eine Reise, auf der sie erkennen, was Freundschaft wirklich bedeutet …
Drei Monate nach Christophs Unfalltod geht das Leben scheinbar wieder seinen Gang. Doch Jan, Christophs bester Freund, kann nicht vergessen. In der Nacht, in der Christoph siebzehn geworden wäre, besucht Jan dessen Grab. Und er ist nicht der Einzige: Auf dem Friedhof trifft er Christophs Freundin Beate, den von Schuld und Selbstmordgedanken geplagten Maik, der Christoph das Rad geliehen hatte, mit dem er in den Tod fuhr, und Lena, die heimlich in Christoph verliebt war. Aufgewühlt beschließen sie, Christophs letzten Wunsch zu erfüllen, den ihm seine Eltern wie so vieles verwehrt haben, und seine Asche im Meer zu verstreuen. Sie graben seine Urne aus, verteilen die Asche auf vier Beutel und brechen zum Atlantik auf. Eine abenteuerliche Reise durch den Sommer beginnt, die so manches Geheimnis ans Tageslicht bringt … »Vier Beutel Asche« ist ein tragikomischer, eindringlich erzählter Roman über Freundschaft, Verlust und Liebe – und darüber, jung zu sein und frei sein zu wollen.
Koch wuchs auf dem Land südlich von Augsburg auf und absolvierte seinen Zivildienst in einer Kinderpsychiatrie. Nach einem abgebrochenen Studium der Alten Geschichte und neueren deutschen Literatur in München lebt er jetzt als freier Autor in Berlin. Seit 1993 veröffentlicht er phantastische und groteske Erzählungen in diversen Anthologien und Magazinen. Zudem ist er der Inhaber des auf Phantastik spezialisierten Verlages Medusenblut, der sich einen Ruf als Entdeckerverlag erarbeitet hat. Er ist Mitinitiator der einmal monatlich in Berlin stattfindenden Lesereihe Das StirnhirnhinterZimmer und verantwortlicher Redakteur des Magazins Mephisto für die Bereiche Literatur, Comic und Film und arbeitet als Comictexter und Drehbuchautor.
Christoph ist erst 16, als er stirbt. Ein tragischer Verkehrsunfall. Sein bester Freund Jan kann Christophs Tod nicht akzeptieren; die Trauer ist zu groß. Und zu groß ist auch die Wut auf den Autofahrer, der Christoph überfahren hat. Nach Christophs Beerdigung möchte Jan sich alleine von seinem Freund verabschieden und geht nachts auf den Friedhof. Dort trifft er auf Selina, Lena und Maik, die ähnliche Gedanken hatten. Und die vier Jugendlichen beschließen, Christophs letzten Wunsch zu erfüllen. Er wollte eine Seebestattung... * Meine Meinung Ich muss zugeben, dass ich nach den ersten paar Seiten noch ein wenig skeptisch war. Der Anfang gefiel mir nicht wirklich. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich so überrascht war von der Situation, in der Jan sich befand. Mehr möchte ich dazu aber lieber nicht verraten für alle, die das Buch noch nicht kennen. Auf jeden Fall wurde mir Jan aber immer sympathischer, und ich konnte mich auch immer besser in ihn hineinversetzen. Seine tiefen Gefühle kommen sehr gut rüber. Aber auch Maik, Selina und Lena sind tolle Charaktere! Sie alle sind so grundverschieden, aber auf ihrer gemeinsamen Fahrt nach Frankreich ans Meer wachsen sie zusammen. Die Entwicklung, die sie durchmachen und ihre Trauerarbeit kommen auch beim Leser sehr gut an und lassen sich nachvollziehen. Mich hat das Buch bzw. die Geschichte sehr beeindruckt und auch bewegt. Ich werde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!
Hmm - das war ein Gedanke, den ich beim Lesen dieses Buches oft hatte. Für mich klang dieser Roman wirklich interessant. Der frühe Tod eines Jugendlichen und Trauer die damit bei den Zurückgebliebenen einhergeht, kombiniert mit einem Roadtrip und einer eher unkonventionellen Idee bieten eigentlich alles, was ein gutes Jugendbuch so braucht. Beim Lesen kamen mir dann jedoch immer häufiger Fragen dazu, ob dieses Buch eventuell nur eine sehr begrenzte Zielgruppe anspricht bzw. ob ich vielleicht einfach nicht zur Zielgruppe gehöre. Um es klar zu sagen: Mir hat das Buch so gut wie gar nicht gefallen.
Mein Problem mit diesem Buch lag vor allem in den für mich sehr unsympathischen Protagonisten begraben. Jan als Hauptfigur mochte ich leider an keiner Stelle des Romans. Er ist über den Tod seines besten Freundes extrem wütend und sucht einen Schuldigen. Soweit kann ich dies auch nachvollziehen. Dennoch ging mir seine ständige Aggressivität und seine blinde Wut nach kurzer Zeit einfach auf die Nerven. Er benimmt sich nicht wie ein wütender siebzehnjähriger, sondern wie ein pubertierender zwölfjähriger. Vielleicht hätte ich ihm dieses Verhalten sogar noch abkaufen können (obwohl ich in diesem Buch gemerkt habe, dass mich ein so unreifes Verhalten, egal wie authentisch es sein mag, in einem Buch nicht besonders anspricht), wären da nicht auf der anderen Seite extrem philosophische Gedanken gewesen. Einen unpassenderen Kontrast hätte man kaum wählen können.
Die anderen Charaktere des Buches benehmen sich auch eher klischeehaft jugendlich. Vernunft habe ich in ihrem Verhalten kaum entdeckt. Allerdings führen sie ab und an, wie gesagt wirklich sehr hochtrabende Diskussionen über das Leben und den Tod. Diese konnte ich ihnen aber nicht abkaufen, da ihr Verhalten und die Art und Weise, wie sie sich gaben einfach gar nichts von diesen reifen Gedanken erahnen lies. Daher wirkten die Parts des Romans, die den Leser nachdenklich stimmen konnten, sehr gewollt, unnatürlich und für mich daher nicht ansprechend.
Anerkennen muss man, das der Autor es geschafft hat ein sehr reales Bild von Jugendlichen zu zeichnen. Die Wut, Aggression, das teilweise kindische und überhebliche Verhalten wirkt echt und man sieht die vier lebhaft vor sich. Dafür, dass ich sie nicht mochte, kann der Autor wenig.
Des Weiteren bleibt zu sagen, dass den letzten Ausschlag für mein großes Missfallen die Handlungsarmut war. Viele Szenen des Romans wirken überflüssig. In ihnen entwickeln sich weder die Charaktere weiter, noch sorgen sie wirklich für Spannung. Der einzig spannende Aspekt ist die Auflösung zum Schluss. Diese wird aber eher nervtötend immer wieder aufgeschoben, so dass mir nicht nur schnell klar wurde, das diese eine Frage, wohl der Dreh- und Angelpunkt sein würde, sondern auch, dass es noch gut 300, 200,100, 50... Seiten dauern würde, bis in dieser Beziehung Tacheles geredet würde.
FAZIT: Für mich ging der Schuss in diesem Buch nach hinten los. Statt eines Romans in dem die Verarbeitung des Todes mit der Thematik des Erwachsenwerdens geschickt kombiniert werden, liest man hier ein eher langweiliges Buch mit recht unsympatischen Charakteren. Zumindest, wenn dies nicht das erste Buch ist, das man zum Thema liest, sollte man lieber die Finger davon lassen. Für jüngere Leser, die sich eventuell noch eher mit Jan und Co. identifizieren können, mag der Roman aber durchaus mehr Potenzial für interessante Lesestunden haben. Für mich bleibt es bei einem Hmm... Da wäre deutlich mehr drin gewesen! Ich gehöre definitiv nicht zur Zielgruppe...
"Vier Beutel Asche" ist eines dieser Bücher, dass ich wirklich gerne gemocht hätte, denn inhaltlich klingt es toll und eigentlich genau nach meinem Geschmack.
Christoph, Jans bester Freund, ist vor etwa drei Monaten gestorben. Ihm fällt es schwer, wieder "zurück in den Alltag" zu finden und so vergräbt er sich in seine Trauer und baut einen Hass auf den Unfallfahrer auf. Bis er erfährt, dass sich Christoph eigentlich immer eine Seebestattung gewünscht hatte und so macht sich Jan zusammen mit Christophs Freundin Selina, Lena und Maik auf den Weg ans Meer, um ihm seinen letzten Wunsch noch zu erfüllen.
Soweit, so gut. Der Anfang fand ich ziemlich gelungen, wenn auch krass. Aber er verdeutlicht, wie sehr sich Jan in seine Wut hineinsteigert. Auch die anderen drei Protagonisten mochte ich am Anfang, auch wenn mich das Geheimnis um Lena und was sie genau mit Christoph zu tun hatte, ziemlich genervt hatte, ebenso die anfänglichen Zickereien zwischen Lena und Selina. Gottseidank, hielt das nicht das ganze Buch über an, sonst hätte ich es womöglich nicht zu Ende lesen können. Leider hatte mein Gefallen aber ungefähr ab der Hälfte des Buches stetig abgenommen. Ich hatte das Gefühl, dass der Grund des Roadtrips und meinen Grund, das Buch zu lesen, in den Hintergrund rückte und stattdessen es nur um das "pubertäre" Verhalten der Jugendlichen ging. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch ok, gerade in dem Alter, aber manche Wiederholungen sind mir einfach nur noch auf die Nerven gegangen Etwas unangenehm aufgefallen ist mir das riesige Glück, was sie auf ihrer Fahrt ständig hatten, ich sage nur Bauer und Tankstelle oder auch die Sache mit dem Motorrad. Der Umgang mit Waffen war mir hier, ehrlich gesagt, etwas zu locker und ich werde wohl nie verstehen, warum Jungs/Männer Mädchen/Frauen, die eine Waffe in der Hand haben oder gar schießen "sexy" finden o_O Dennoch großer Pluspunkt: Der Umgang mit Sex, der in vielen anderen Jugendbüchern gerne mal "totgeschwiegen" wird, hier aber eine passende Rolle spielt. Am Ende hatte ich leider nicht das Gefühl, dass die Protagonisten sich weiterentwickelt hätten, klar Christoph ein wenig, aber eigentlich nur oberflächlich und soweit wie es sein musste.
Nein, auch wenn ich es wirklich gerne wollte, mit "Vier Beutel Asche" bin ich einfach nicht warm geworden.
Meinung: „Vier Beutel Asche“ setzte ich sofort auf meine Wunschliste, als ich von dem Roman zum ersten Mal las. Contemporary YA, die Thematik rund um den Tod und ein Roadtrip durch Deutschland und Frankreich – das klingt doch nach einer rundum gelungenen Kombination, oder nicht?
Gerechnet hatte ich leider nicht mit Jan, dem Protagonisten. Als Leser lernt man ihn in einer äußerst ungewöhnlichen Situation kennen – voller Wut und Rachegedanken lauert er vor dem Haus desjenigen, mit dem Jans bester Freund Christoph in einen Unfall geraten und dann gestorben ist. Weil man als Leser noch gar nicht richtig weiß, was los ist, fällt es schwer, sich in Jan hineinzuversetzen und die Lage nachzuvollziehen. Die immer wieder eingestreuten Rückblicke zu Zeitpunkten vor und nach Christophs Tod helfen einem da schon besser auf die Sprünge.
Ich hatte erst gehofft, Jan im Alltag zu erleben, würde mir helfen, mich an seine Art zu gewöhnen. Doch das war mir dank seines arroganten und kindischen Charakters unmöglich. Er ist so unglaublich selbstbezogen, lehnt jegliche Ratschläge oder Hilfeversuche ab und ist der Meinung, die ganze Welt sei nur gegen ihn. Kein Wunder bei seiner ätzenden Art und Weise. Meine Ablehnung gegen ihn und vor allem mein Unverständnis gegenüber seinen Handlungen ging irgendwann so weit, dass mich sein Fortkommen – und damit die Handlung des Romans – kaum noch interessierte, so aufregend sie auch klang. Wesentlich besser kam ich mit den Bekanntschaften klar, die Jan im Lauf des Buchs schließt, auch wenn mich keine von ihnen besonders begeistern konnte.
Geschrieben ist das ganze in einer äußerst seltsamen Mischung aus Kraftausdrücken und Jugendsprache und hochtrabenden Metaphern und Vergleichen. Die Mischung ging für mich nicht ganz auf, ebenso wenig wie Jans kindisches Verhalten, das sehr oft von (pseudo)philosophischen Gedanken unterbrochen wurde, die sich um Themen und Überlegungen drehen, die in jedem zweiten Jugendroman mit dem Thema Tod auftauchen. Abgesehen davon, fällt es schwer, solche Überlegungen ernst zu nehmen und nachzuvollziehen, wenn sie von einem sich sonst wie ein Riesenidiot verhaltenden Typen geäußert werden.
Fazit: Leider war „Vier Beutel Asche“ für mich nichts als eine riesige Enttäuschung! Die unsympathischen, uninteressanten Figuren und der seltsame Stil, dessen Beschreibungen durch prollige Jugendsprache zerstört werden, machten für mich die anfangs so interessant klingende Idee zu einem Reinfall. Einen Punkt gibt es für die Idee und einen halben für die Figuren rund um Jan, zu mehr kann ich mich leider aber nicht durchringen.
Es geht um Jan, Maik, Lena und Selina. Sie alle vier waren Freunde von Christoph, der mit seinen 16 Jahren schon viel zu früh stirbt. Entgegen seines Willens wird er auf dem Dorffriedhof bestattet, was seine Freunde nicht hinnehmen wollen. Christoph hat sich immer eine Seebestattung gewünscht und genau deswegen brechen die vier Charakter mit seiner Asche auf in Richtung Meer.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Jan erzählt. Er war Christophs bester Freund und ist einfach nur wütend. Seine Trauerarbeit besteht darin, aggressiv zu sein und der ganzen Welt die Schuld zu geben. Am Anfang des Romans ist er verzweifelt und hoffnungslos und ich konnte seine Gedanken wenigstens nachvollziehen, auch wenn ich vermutlich anders als er gehandelt hätte. Im Laufe des Romans verfliegt diese unkontrollierte Gewalttätigkeit leider nicht, dafür kommen aber auch noch infantile Gedanken im Bezug auf Mädchen und Unvernunft hinzu. Besonders dieses Handeln ohne Nachdenken deckt sich nicht mit seinem angeblich logischen Denken, welchem er auch seine Liebe zu Zahlen und der Mathematik zu verdanken hat. Der zweite Junge nennt sich Maik und kommt in seiner ersten Erwähnung im Buch genauso verzweifelt vor. Ich habe mit einem tiefgründigen und verletzten Charakter gerechnet, letztendlich blieb aber nur ein vorlauter, pubertierender Macho und Clown übrig. Der dritte Charakter im Bund heißt Selina und war Christophs feste Freundin. Die beiden waren ein Jahr lang zusammen und sie konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen. Sie ist traurig, wütend und weiß nicht so recht, wie sie von Christoph Abschied nehmen kann. Die vierte und geheimnisvollste Person nennt sich Lena. Niemand weiß, in welchem Verhältnis sie zu Christoph stand, obwohl sie sowohl bei der Beerdigung, als auch beim Roadtrip dabei ist. Das Geheimnis um sie lüftet sich im Verlaufe des Buches dann auch noch. Viel mehr kann ich zumindest zu den Mädchen gar nicht sagen, die haben keinen großen Eindruck auf mich gemacht. Die Nebencharakter sind kaum erwähnenswert, allerdings hab ich mich immer tierisch gefreut, wenn von Jans kleiner Schwester Pia die Rede war. Die hab ich einfach in mein Herz geschlossen, weil sie so positiv und ehrlich erschien!
Allgemein haben es mir auch eher Mittelteil und Schluss schwer gemacht. Am Anfang war ich noch sehr begeistert, denn die Wut von Jan ist wirklich gut rüber gekommen. Der Schreibstil gefiel mir und die Gefühle waren echt. Ich konnte nachvollziehen, dass es Jan dreckig geht und er nicht weiß, wie er mit der ganzen Situation umgehen soll. Auch die Zusammenkunft der vier auf dem Friedhof hat mich noch in ihren Bann gerissen, danach ging es leider etwas bergab.
"Ich wollte nicht reden, konnte den Schmerz und die dunklen, durcheinanderwirbelnden, ziellosen Gedanken nicht in Worte fassen, sosehr ich es auch versuchte. Nachts saß ich manchmal auf dem Fensterbrett, starrte in den Himmel und versuchte alles aufzuschreiben, aber es gab die Worte nicht. Schmerzen hatte man auch, wenn man sich in den Finger schnitt, Schwärze konnte schön sein, eine Leere konnte man füllen, und damit war alles zu wenig, zu oft benutzte Wörter, die nicht für das Schlimmste stehen konnten, das mir passiert war."
Das Buch war nicht schlecht, aber irgendwie auch nicht gut. Noch in der Nacht brechen die Jungs und Mädels zu ihrem Roadtrip ans Meer auf und mein Problem war, dass es keinen großen Plan gab. So makaber das auch klingt, die Urne läuft ja nicht weg, man hätte sich durchaus einen Tag mehr Zeit zum Planen nehmen können. Die vier haben weder Geld, noch Essen, Trinken, sonst irgendwas. Sie fahren einfach mal drauf los und schauen, was so kommt. Dazu haben sie im Verlauf der Reise einfach unverschämt viel Glück. Viele Situationen lassen sich im realen Leben nicht so einfach lösen, doch der Autor hat dann einfach mal ein paar nette Franzosen erfunden, die den deutschen Teenagern ganz ohne Gegenleistung ein paar Dinge schenken. Kam irgendwie nicht so gut rüber.
Auch die Charakter entwickeln sich nicht genug. Maik wirkt am Anfang noch nachdenklich, ernsthaft verletzt und war für mich interessant. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte er sich aber zu einem nervigen Macho, der die Mädels mit Zweideutigkeiten und Jan mit Mutproben verrückt macht. Christoph ist gestorben, weil er nachts ohne Licht und betrunken Fahrrad fuhr, doch Jan und Maik haben oft nichts Besseres zu tun als sich in ähnlich waghalsige Geschichten zu verwickeln. War für mich absolut nicht nachvollziehbar! Auch Jan legt seine Wut und Aggressivität erst ganz am Ende des Buches ab und für mich hätte diese Entwicklung deutlich früher und stärker einsetzen können. Zu allem Unglück führen die vier eine Waffe bei sich und gerade in einem Jugendbuch sollte man mit Waffen in Kombination von Wut nicht spaßen!
Lena und Selina zicken sich die ganze Zeit über an und Jan steht im Gewissenskonflikt, weil er beide absolut attraktiv findet und sie wegen Christoph nicht anrühren will. Ständig geht es darum, dass er in beide unsterblich verliebt ist und sich pubertäre Gedanken um ihre Körper macht. War auf Dauer auch nervig, vor allem weil die beiden im Verlaufe des Romans nicht die einzigen Mädchen in seinem Kopf bleiben. Vermischt mit seinen Aggressionen hatte ich fast das Gefühl, dass Christoph und der Trauerprozess seiner Freunde bei der Reise immer mehr in den Hintergrund rückt und die Teenager eher nach sich selbst und einem Abenteuer suchen.
Fazit Alles in allem ein mittelmäßiges Buch. Einige Sätze und Szenen fand ich wirklich schön und ich finde es nach wie vor rührend, was die vier für Christoph tun. Allerdings war mir die Sprache insgesamt zu kindisch und vor allem Jans Gedanken waren absolut unangebracht. Entweder geht es um Lenas Hüften, Selinas Brüste oder seine andauernde Wut auf sein soziales Umfeld und die ganze Welt an sich. Auf der einen Seite fand ich gerade diese verzweifelten Gedanken passend, doch mir persönlich haben sie zu lange angehalten und ich habe keine großartige Entwicklung gesehen. Jan hat den Tod seines besten Freundes für mich persönlich nicht zufriedenstellend verarbeitet und auch die anderen drei Grazien, die ihn bei seinem Weg begleiten, fand ich wenig überzeugend. Insgesamt gibt es 2 Sterne von mir.
As I love roadtrip stories this book was very promising to me but absolutely didn’t deliver. The writing style was very meh, the characters were one-dimensional, and the main romance had zero chemistry. The light undertones of misogyny, the weird sequential story interludes, just the lot of it. The only thing I enjoyed was some of the location descriptions. Also this takes the prize for worst sex scene I have read this year because holy was that bad. If you are looking for a (German) roadtrip story I’d recommend Tschick over this one any day.
Wenn man dieses Buch zur Hand nimmt, wird man es sich sicherlich deshalb näher anschauen, weil man davon etwas in der Schule gehört hat oder weiß, dass es von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur als Jugendbuch des Monats ausgezeichnet worden ist. Allein vom Klappentext her habe ich mir dieses Buch nämlich nicht zu Gemüte geführt, da mich dieser nicht wirklich überzeugt hat. Jedoch musste an dem Roman doch etwas Besonderes sein, wenn er schon ausgezeichnet wurde - dachte ich.
Als erstes ist mir natürlich der außergewöhnliche und wirklich gewöhnungsbedürftige Schreibstil aufgefallen. Einerseits benutzt der Autor die Jugendsprache und ein paar Kraftausdrücke - was man bei einem Jugendbuch durchaus verstehen kann. Aber dann mischt er diese mit gelegentlichen philosophischen Ergüssen seiner selbst und mit Metaphern, die man durch diesen Misch-Masch nicht mehr ernst nehmen kann. Es scheint so, als hätte Koch versucht, für jeden etwas zu kreieren. Daran ist er aber meiner Meinung nach kläglich gescheitert.
Spannung - etwas, was man in jedem guten Buch erwartet - war kaum vorhanden. Man hat gemerkt, dass Boris Koch gelegentlich versuchte, den Leser ans Buch zu fesseln, hat aber dabei leider genau das Gegenteil bewirkt: seine Spannungsaufbau-Versuche führten eher zu noch langweiligeren Längen in der Handlung und brachten mich fast dazu, den Roman an einigen Stellen abzubrechen.
Während der Geschichte erfolgten immer wieder Rückblicke zurück in die Zeit, in der Christoph noch gelebt hatte. Beispielsweise Erzählungen, wie die vier "Freunde" mit ihm in Kontakt gekommen waren und in welcher Beziehung sie zu ihm standen. Das hat ein wenig geholfen, die Gedanken und Gefühle der Figuren und ihren Umgang untereinander besser zu verstehen.
Alles in allem waren die Charaktere relativ gut herausgearbeitet, hatten alle einen Hintergrund und verschiedene Gründe für die Reise. Aber deshalb waren sie noch lange nicht symphatisch - im Gegenteil. Jan, der Protagonist, war schon von Anfang an unausstehlich. Mit seiner arroganten, egoistischen, unentschiedenen Art machte er das Lesen keinesfalls zum Vergnügen. Schon das erste Kennenlernen mit ihm zeichnete kein gutes Bild der Figur: voller Hass, Wut und Rache. Auch wenn diese extremen Eigenschaften im Laufe der Handlung etwas nachließen, überwogen keinesfalls die Guten, von denen ich sowieso nicht so viel mitbekommen habe.
Auch der Rest der Charaktere war einfach nur anstrengend. Ob es an der Sprache oder am Verhalten lag spielt da keine Rolle. Das Gesamtbild, das Boris Koch von seinen Figuren erschaffen hat, war alles andere als positiv, was sich bei mir durch gelegentliches Augenrollen und Seufzen äußerte.
Das große und schwierige Thema "Tod", das über dem ganzen Roman steht, muss man beherrschen, um daraus eine mehr oder weniger ernste Geschichte zu schreiben. Es floss zwar an vielen Stellen in die Handlung hinein und spielte natürlich auch eine sehr große Rolle - war aber nicht ernstzunehmen. Wenn es schon an manchen Stellen bedeutungsvoll wurde, ist der Moment durch die plumpen Charaktere und ihre Ausdrucksweise zerstört worden.
FAZIT Ein Jugendbuch von dem ich mir mehr erhofft hatte, gerade weil es so stark angepriesen worden ist. Keine Spannung in der Handlung und plumpe, unsymphatische Charaktere führen dazu, dass ich dieses Buch niemandem weiterempfehlen werde, der auf der Suche nach einer ernsten Geschichte über den Tod ist. Denn auch dieses Thema verliert im Laufe des Buches seine entscheidende Bedeutung.
Der Klappentext liest sich wie etwas, das wir vielleicht schon kennen. Das Grundthema ist auch nicht unbedingt ein unbeschriebenes Blatt. Aber ... ja, großes Aber sogar: Was Boris Koch mit seinem Roman aus "Jugendlicher stirbt - Zurückbleibende kommen nicht damit klar - müssen einen letzten Wunsch erfüllen" herausholt, hat mich sehr beeindruckt.
Vor allen Dingen die klare Vorstellung, die der Leser schon mit den ersten Sätzen von Jan erhält. Aggression, teilweise unterdrückt, dann wieder unkontrolliert. Verwirrung. Angst. Die Ich-Perspektive erlaubt einen unverschmierten Einblick in Jans Kopf, der nach dem Tod seines besten Freundes auf so ziemlich alles und jeden stinksauer ist. Ihm wird alles zu viel, bis ein nächtlicher Zufall (Lena würde es Schicksal nennen) ihn mit drei anderen zusammenbringt, von denen jeder seinen eigenen Part in Christophs Leben gespielt hat.
Was hier beginnt, ist ein literarischer Roadtrip, wie ich ihn liebe. Voller Tragikkomik und Spannung. Bei mir jedenfalls hat das Buch eingeschlagen und ein wesentlicher Teil dieses Erfolgs waren die vier Jugendlichen, mit denen ich von Bayern bis an die Atlantikküste gereist bin: Neben Jan sind das Selina - Christophs Freundin, in die sich Jan leicht hätte verlieben können, wenn ihm Christoph nicht zuvor gekommen wäre -, Maik - der Christoph das Fahrrad geliehen hat, mit dem er verunglückt ist, und der sich deswegen das Leben nehmen will - und Lena - von der eigentlich niemand so wirklich etwas weiß, die aber etwas ganz Wesentliches von Christoph weiß, das er niemandem sonst erzählt hat. Fertig ist das Quartett, dass sich an Christophs Geburtstag am Friedhof trifft und von dort gemeinsam ausbricht. Auf einem Motorrad und einem Roller. Mit vier Plastikbeuteln Asche im Gepäck.
Was diesen Roman für mich so besonders gemacht hat, waren die kleinen Details. Es gibt ein großes Thema, das über der gesamten Reise steht, aber so viele kleine Dinge, die das Rast machen und Zuhören interessant machen. Es gab Momente, in denen ich über jeden der vier Jugendlichen gestaunt habe. Obwohl sie von völlig unterschiedlichen Standpunkten in das Abenteuer gestartet sind, am Ende hatten sie nicht nur Freundschaft gewonnen, sondern vor allem Verständnis. Boris Koch hat diese Entwicklung sehr anschaulich und vor allen Dingen nah beschrieben. Der Leser ist an vorderster Front mit dabei, erlebt Tiefen und Höhen. Und dabei scheint sich der Autor beim Erzählen der Geschichte noch nicht mal sonderlich abgemüht zu haben. Der Text liest sich genauso frei wie man sich mit einem Roller auf der Landstraße fühlt.
Schlussendlich kommt es für mich auf einen Nenner zusammen: Trotz des Themas hatte ich unglaublich viel Spaß beim Lesen und das lässt mich völlig vergessen, dass ich die Geschichte in der einen oder anderen Form vielleicht schon gelesen habe. Boris Koch hat das Rad nicht neu erfunden (wer tut das schon), aber darauf kommt es nicht an. "Vier Beutel Asche" ist beste Unterhaltung.
Vier Beutel Asche hat ziemlich lustig angefangen. Das klingt jetzt ganz falsch, schließlich geht es in dem Buch um den Tod eines 17jährigen Jungen und die Menschen, die er damit zurücklässt. Dennoch war es der Humor, der mich zuerst an die Seiten gefesselt hat, denn Ich-Erzähler Jan sprüht nur so vor bissigen Sprüchen und lakonischen Gedankengängen.
Die ersten 150 Seiten war ich also guter Dinge. Da machte sich allerdings schon bemerkbar, dass das Buch seine Längen hat. Manchmal wiederholt der Autor bereits bekannte Fakten oder hält sich an unnützen Beschreibungen auf. Mit 100 Seiten weniger hätte ich das Buch direkt viel angenehmer gefunden.
Leider ist das nicht das einzige, was die zweite Romanhälfte zu einem kleinen Kampf gemacht hat. Je näher Jan und seine Gefährten ihrem Roadtrip kamen, desto mehr gingen sie mir auf die Nerven. Jans Aggressivität ergriff immer öfter die Oberhand, aber dennoch frustrierend. Er fühlt sich mächtig als er eine Pistole in der Hand hält, er entscheidet (gedanklich) darüber, wen die Mädchen die ihn begleiten küssen dürfen und wen nicht (Selina war Christophs Freundin und ist damit in seinen Augen für jedes männliche Wesen tabu) und es fällt ihm zunehmend schwerer seine Gewaltausbrüche zu kontrollieren. Mag realistisch sein, hat ihn mir aber unsympathisch gemacht. Ähnlich unberechenbar fand ich seinen Begleiter Maik. Die beiden Mädchen Selina und Lena tragen eigentlich recht interessante Konflikte mit sich aus. Allerdings bekommt man davon nur in Gesprächen etwas mit. Vielleicht hätten verschiedene Perspektiven dem Buch gut getan?
Thematisch wurde manchmal zu dick aufgetragen. Mit dem Thema Tod und Sterben wird zwar sensibel und nachdenklich umgegangen, aber keine der vier Hauptfiguren scheint normale Eltern zu haben. Alle haben irgendeine seltsame Macke. Genauso ging es mir mit Jans Gedanken. Oft verfällt er in ein nachdenkliches Wirrwarr, das an vielen Stellen anspruchsvoll und interessant ist, an anderen aber leider ins Unoriginelle abrutscht.
Alles in allem ein guter Ansatz für einen deutsch-französischen Roadtrip (allerdings auf Mopeds… das ist so unkommunikativ), der am Anfang durch seinen bissigen Humor überzeugt. Danach hätten ordentlich Plotstraffung und ein paar mehr Sympathiemomente für den Protagonisten gut getan.