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Hölderlin. Eine Winterreise

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Anfang Dezember 1801 machte sich Friedrich Hölderlin von Nürtingen auf nach Bordeaux. Ihn trieb »die Herzens- und die Nahrungsnot«. In Frankreich hoffte er endlich die Existenz aufbauen zu können, die ihm zu Hause versagt geblieben war. Die Winterreise sollte zum Wendepunkt in seinem Leben und Schreiben werden: Das Vorhaben lässt sich gut an. Er wird freundlich empfangen und wohnt »fast zu herrlich«. Doch schon nach wenigen Wochen lässt er sich wieder einen Pass ausstellen und kehrt zurück. Sein Zustand ist trostlos. Die Freunde in Stuttgart erkennen ihn schier nicht wieder. Er ist vollkommen erschöpft und erregt zugleich, »leichenblaß, abgemagert, von hohlem wildem Auge, langem Haar und Bart, und gekleidet wie ein Bettler«. Was bloß war geschehen?

Anfang Dezember 2007 folgt Thomas Knubben der Route Hölderlins. Von Nürtingen aus wandert er über die Alb, über den Schwarzwald, über Straßburg, Lyon, die Auvergne nach Bordeaux. Er unternimmt eine poetische Wanderung. Er will wissen, ob auf diese Weise Neues zu erfahren ist über Hölderlins »fatale Reise«. Und ob es gelingen kann, den in den Dichterolymp Entschwundenen, zu seinen Lebzeiten durchaus politischen Poeten wieder ein Stück weit zurückzuholen in den Erfahrungshorizont der Gegenwart, ihn begreifbar zu machen in seiner alltäglichen poetischen Potenz.

256 pages, Hardcover

First published January 1, 2011

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Profile Image for Philippe.
774 reviews748 followers
February 19, 2018
It was almost inevitable that someone would take up the plan to retrace Hölderlin's steps on his mythical 1801/1802 journey from Stuttgart to Bordeaux. Hölderlin's fateful French sojourn is shrouded in mystery. We know what brought him there (an appointment as house tutor for the children of a German businessman and consul) but we don't know why he left Bordeaux after just a few months on the job. The exact route of his journey has also been the subject of much speculation. What is certain, however, is that the whole episode marks a turning point in the poet's biography. Upon his return in Stuttgart, in the spring of 1802, it was clear to his friends and family that Hölderlin was in a very bad shape: he appeared confused, extremely agitated, dishevelled. Something serious must have happened to him during these final weeks in Bordeaux or during his return trip. In the few years after this caesura Hölderlin wrote some his most visionary poetry but around 1806 he was diagnosed as incurably mentally ill.

Thomas Knubben journeyed 53 days on foot in the winter of 2009, faithfully retracing the poet's movements (insofar as possible given the lacunary biographical evidence). In the book he deftly meshes his own travelogue with speculations about the poet's undoing. Knubben's travel report is rather anecdotal and misses an expressive force that would have been able to mirror Hölderlin's highly strung psyche and his tragic sense of fate (Werner Herzog's 'Gewaltmarsch' from Munich to Paris in the winter of 1974, reported in Of Walking in Ice - to which Knubben briefly refers - has that poetic vision in spades). But the more scholarly side of the book is genuinely well done and helps to shed light on the circumstances and setting of Hölderlin's journey.
Profile Image for Erika Mager.
Author 1 book10 followers
June 1, 2012
Zufuß von Stuttgart nach Bordeaux - im Winter. Thomas Knubben ist den mutmaßlichen Weg Hölderlins von 1801 nachgegangen - und hatte mit den ganz heutigen Problemen zu kämpfen: mit Autobahnen, die einen direkten Weg versperren, mit geschlossenen Gasthäusern, mit Dörfern, in denen nur noch gewohnt, aber nicht mehr gelebt wird. Dann wieder gibt es schöne Momente von unverhoffter Gastfreundschaft. Das historische Bordeaux lässt er vor unserem geistigen Auge gelungen wiedererstehen.
Er hätte die Spurensuche zu Hölderlin, die ihm gut gelungen ist, sicher auch ohne die beschwerliche Fußreise machen können. Aber dann hätte ih das Buch wahrscheinlich nicht gelesen, denn in erster Linie bin ich am Weitwandern interessiert, an der "Strollology" und den besonderen Erfahrungen, die man nicht nur körperlich sondern auch geistg macht, wenn man sich auf den Weg begibt.
Da ich Hölderlins Geschichte schon kannte und seine Gedichte sehr mag, hatte ich einen guten Zugang zum Buch. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es jemandem empfehlen kann, der nicht gern weit geht und auch keine Gedichte liest
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