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Am seidenen Faden.

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K2. Klingt wie eine nichts sagende, eher an ein Fleckenspray erinnernde Buchstaben-Zahlen-Kombination. Die meisten Nichtbergsteiger wissen weder, wo der 8.611 Meter hohe Berg liegt, noch was seine Abkürzung bedeutet. Doch in Bergsteigerkreisen ist K2 ein Synonym für extremste physische und psychische Herausforderung. Schließlich gilt der "Berg der Berge" als einer der schwierigsten Gipfel weltweit. Dass es in den vergangenen Jahrzehnten nur rund 200 Personen ganz hinauf geschafft haben, sagt bereits einiges.

Der nicht zuletzt durch die Skiabfahrt vom Mount Everest bekannt gewordene Extrembergsteiger Hans Kammerlander darf sich zu diesem erlauchten Kreis zählen, wobei es lange Zeit nicht danach aussah. Denn was der Nanga Parbat für Reinhold Messner, das ist der zweithöchste Berg der Welt für den Südtiroler Bergführer Kammerlander: ein Schicksalsberg, der ihn trotz mehrerer Rückschläge über Jahrzehnte hinweg nie losließ und mit dem sich immer wieder herbe Rückschläge verbanden. Kapitelüberschriften wie "Schwarze Zehen und ein Schnitt mit der Motorsäge", "Dreizehn Tote in einem Sommer" und "Ein Franzose und eine Monsterlawine" deuten derartige Schwierigkeiten bereits an.

Wer dann in den von zahlreichen Bildern illustrierten Text einsteigt, findet sich nicht gleich am K2. In den ersten der insgesamt 33 Kapitel springt Kammerlander öfter hin und her. Da ist von 24-Stunden-Klettern im Tauferer Ahrntal die Rede, von Filmaufnahmen mit Donald Sutherland in Patagonien, von diversen "Probeanläufen" im Himalaya und vom "Rummelplatz der Eitelkeiten" am Mount Everest. Doch nach und nach werden die in weitere und nähere Vergangenheit unternommenen Gedankenausflüge zu anderen Themen und Orten weniger und schließlich geht es nur noch um den K2 und die endlich geglückte Besteigung am 22. Juli 2001.

Kammerlanders packende Ausführungen werden auch diejenigen begeistern, die nicht von Berufs oder des sportlichen Reizes wegen ständig in der Felswand hängen. Das liegt mitunter daran, dass Kammerlander, journalistisch unterstützt von dem bergsteigenden Journalisten Walther Lücker, seine Emotionen von Wut, Verzweiflung bis hin zu Humor und absolutem Glück hervorragend transportieren kann. Und: Er ist gnadenloser Optimist, der einem mit seiner Vision, immer wieder an die eigenen Grenzen zu gehen, Mut machen kann. --Christian Haas

353 pages, Hardcover

First published January 1, 2004

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Kirsten.
3,428 reviews11 followers
January 22, 2023
Der südtiroler Bergsteiger Hans Kammerlander ist in den Gebirgen der Welt zuhause. Bekanntheit erreichte er mit seinen Erst- und Solobegehungen der großen Gipfel, dabei waren auch zwölf der vierzehn höchsten Berge der Welt. Gemeinsam mit Reinhold Messner war er der erste, dem eine Doppelüberschreitung an Achttausendern gelang. Weiter gelangen ihm zahlreiche Skiabfahrten von den höchsten Gipfeln der Welt.

Hans Kammerlander ist Bergsteiger, kein Autor. Das macht er gleich zu Anfang seines Buchs deutlich. Ein weiteres Buch über seine Abenteuer zu schreiben ist etwas, was ihm nicht leichtfällt, was aber von Sponsoren und auch Fans erwartet wird. Für ihn dagegen ist das Schreiben eines Buchs eher wie das Erreichen eines Gipfels, nämlich schwere Arbeit mit langer Vorbereitung.

Einer dieser Gipfel war der K2, der zweithöchste Berg der Erde. Er ist der Berg, der dem Autor bis zum Schreiben des Buchs die meisten Schwierigkeiten gemacht hat. Es hat insgesamt drei Anläufe gebraucht, bis er endlich auf dem Gipfel stand. In dieser Zeit gab es zahlreiche andere Expeditionen und Besteigungen. Deshalb handelt sein Buch nicht nur vom K2, sondern von der Zeit von der ersten Expedition bis zur erfolgreichen Begehung und der Zeit dazwischen. Der K2 ist das Fixseil, das den Bergsteiger zum ersehnten Gipfel bringt.

Hans Kammerlander erzählt auch von Dingen, die abseits vom Berg passieren: von Anerkennung, aber auch von Neid und Verleumdung von Kollegen, von Unstimmigkeiten mit anderen Bergsteigern bei vergangenen Expeditionen und von Dreharbeiten mit Werner Herzog. Und er erzählt von dem unglaublichen Glück, dass er oft hatte: von erfrorenen Zehen, die alle gerettet werden konnten, auch wenn es lange dauerte, bis er wieder voll einsatzfähig war. Oder von Gletscherspalten, die er unbemerkt überquert hat und in die am nächsten Tag ein anderer Bergsteiger stürzte. Er gibt seinen Lesern auch einen kleinen Einblick in den Teil einer Expedition abseits von dem, was man meistens auf den Bildern sieht.

Es ist nicht immer der strahlende Erfolgsbericht, den man vielleicht erwarten würde. Aber es ist eine ehrliche Geschichte, die mir besser gefallen hat als jedes Heldenepos.

237 reviews5 followers
August 14, 2011
Ein schönes Bergbuch, nett gemacht, find ich: Kammerlander erzählt hauptsächlich von seinen Versuchen, den zweithöchsten Berg der Welt, den K2 in Pakistan, zu besteigen, flicht aber immer wieder andere spannende Geschichten aus seinem Bergsteigerleben ein. Zum Teil sehr spannend, mit allem drin -- Lawinen, Steinschlag, Tode, Wetterumschwünge, Drama. Das Beste: Er schreibt nicht so pathetisch/bedeutungsvoll wie Reinhold Messner, sondern beschreibt eher plastisch, für den Laien nachvollziehbar, wie es ist, z.B. in 8000 Metern Höhe zu biwakieren, Schnee zu schmelzen usw., und er spart nicht mit Selbstironie (die alte Frage: wieso macht man sowas überhaupt??) und Selbstkritik/interessanten Fehlern: So sind ihm einmal nachts die Innenschuhe aus dem Schlafsack, in den er sie gesteckt hatte, in den Schnee gefallen. Morgens dann in die kalten Schuhe, dann stundenlang unterwegs - Ergebnis: Zehen erfroren. Oder einmal war kurz vor dem Gipfel das Seil zu Ende ...
1,162 reviews10 followers
October 6, 2024
Kammerlander brauchte 5 Anläufe, bis er endlichen den K2 bezwingen konnte.
Er staffiert die Schilderung dieser Versuche in diesem Buch noch mit allerlei Anekdoten aus seinem unglaublichen Erfahrungsschatz als Extrembergsteiger aus. Ausserdem durch Geschichtliches und extreme Erlebnisse anderer Bergsteiger.

Ich hatte eine ganze Weile rechte Mühe mit diesem Schreibstil. Das ständige Hin- und Hergespringe zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Himalaya und Dolomiten usw. fand ich irritierend. Es
erschwerte es mir, mich richtig in die Sache zu vertiefen und zu verlieren.
Ich hätte in der Mitte fast abgebrochen. Gut, dass ich dran geblieben bin.
Positiv mag ich insbesondere noch den Charakter Kammerlanders hervorheben, so wie er im Buch rüberkommt. Bei allen überlegenen Fähigkeiten kommt er sehr sympathisch, uneitel und ohne Selbsterhöhung daher.
241 reviews1 follower
August 29, 2025
Un viaggio al limite delle proprie paure (ma qua forse il mio giudizio sfoga nella partigianeria perché magari voi non soffrite di vertigini); limite ampliamente superato nel raccontare una passione che abbraccia la vita inglobandola nella propria dimensione e cambiandola per sempre. voto 7,5 (ma, ripeto, voto di parte)
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