Das war mein zweiter Lyrikband und einer, den ich als "natur- und geschichtslastig" in Erinnerung habe. Ich kann nicht behaupten, alles verstanden zu haben (bei Weitem nicht!), aber die Gedichte haben einen ganz eigenen Charme und fühlten sich "isländisch" an. Es handelt sich überwiegend um längere Gedichte, womit ich mir manchmal etwas schwergetan habe, aber alles in allem habe ich es trotzdem gerne gelesen. Nichtsdestotrotz ist diese Gedichtsammlung ein Kandidat für einen Re-read, da ich mich nicht ausreichend genug mit den einzelnen Gedichten befasst habe und mir viel zu viel entgangen ist.
Normalerweise bin ich kein besonders großer Freund von Lyrik (oder besser gesagt: bisher war ich es nicht), aber diese Anthologie isländischer Lyrik hat mich dann doch in seinen Bann gezogen. Man hat das Gefühl, in eine andere Welt entführt zu werden, eine Welt voller Sagen, grau, windig, nebelverhangen, eine Welt dominiert von Bergen, Eis und Schnee. Man bekommt einen Einblick in ein Land, von dem die meisten so gut wie gar nichts wissen. Die Anthologie ist ein Querschnitt durch seine Literaturgeschichte, angefangen vom 10. Jahrhundert bis zum Beginn der Nullerjahre unseres Jahrtausends. Ein wundervoller ein Blick in ein faszinierendes, legenden-reiches Land.