Wirklich interessant. Man lernt bei der Lektüre viel Neues. Es ist nur leider recht trocken und stellenweise zäh zu lesen und leider nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe.
Voß zeigt auf, dass die Einteilung des Geschlechts in zwei starre Kategorien keineswegs schon immer selbstverständlich war; da gab es selbst im Mittelalter schon recht fortschrittliche Ansätze. Es wird letztlich dafür plädoyiert, sich auch im biologischen Diskurs von zwei, hin zu vielen möglichen Geschlechtern zu öffnen.
Untermauert wird das durch die Explikation der Tatsache, dass sich „Geschlecht“ schlicht nicht auf einen Faktor, ein Gen, einen Prozess, usw. festlegen lässt, sondern dass unzählig viele Prozesse zusammenkommen (die man bis heute noch nicht im Ansatz versteht, lol), um dann nicht einmal *eindeutig* weibliche/männliche Menschen zu schaffen. Auch wird der gesellschaftliche Aspekt von Geschlecht und seinem Einfluss auf Biologie/Medizin deutlich herausgearbeitet (mit Rückgriff auf v.a. Marx, Beavouir u. Butler)
Ein empfehlenswertes Buch, vor allem für biologisch/medizinisch Interessierte!