Wow. Ich bin immer wieder überrascht, wie schlecht Bücher sein können. Und wie der Inhalt einfach meines Erachtens nach absolut nicht konform geht mit dem, was hinten draufsteht.
"Yucatan" beginnt damit, dass unser Erzähler, ein Regie-Assisstent names Dave, mit seinem Regisseur Dru in den Süden der USA fährt, um dort ihren Kotaktmann zu treffen, der sie mit einem mexikanischen Autoren bekannt machen soll. Dessen Bücher sind sehr populär und wollen verfilmt werden, über den Autoren ranken sich dagegen viele Mythen, keiner weiß wer er genau ist. Seine Existenz scheint allein schon etwas übernatürlich zu sein.
Toller Anfang, dachte ich. Und dann ging es bergab. Sie treffen zwar den Autoren, das ist aber dermaßen unspektakulär, dass man auch nicht weiß, woher das Brimborium kommen soll. Schnell wird den Personen klar, dass sie jemand beobachtet und die Handlung beeinflusst. Dem Autoren wird es bald zu viel, er verabschiedet sich und der Rest? Der macht jetzt einfach immer das, was die Stimme aus dem Off (eine Gottheit?) so sagt. Auflösung? Fehlanzeige!
Porträtierung von Frauen in diesem Buch? Katastrophal - entweder überirdisch schön, naiv, leicht blöd und begehrenswert, oder es handelt sich um hässliche, nicht beachtenwerte Geschöpfe oder dickliche Mütterchen. Es gab so viele Momente, deren Sinn ich nicht verstand, wo einfach ein Po durch eine dünne Baumwollhose beschrieben wurde - diese Fokussierung auf die weiblichen Reize hat der Geschichte nich geholfen und wirkte auf mich nur unreif und peinlich.
Die Charaktere sind grausig, gerade Dru ist ein richtiger narzisstischer Kotzbrocken. Dave ist nur ein ständig unzufriedener Spielball ohne eigenen Handlungsbedarf. Alle neiden sich gegenseitig die Frauen, klauen sich die Frauen, übergeben sich die Frauen (Frauen, die selbst entscheiden? Pffff..).
Gepaar mit einigen echt dämlichen Zitaten aus dem Buch war die Lektüre für mich gestohlene Zeit. Bloß nicht lesen!
Oh, der Regisseur fasst das Buch nachher noch gut zusammen, als er auf den Hinweis, das Geschehene zu verfilmen, antwortet:
"Ich bin aber nicht sicher, was dabei herauskäme " [...], Es gibt da eine ganze Reihe von Unklarheiten, einige unausgewogene Elemente, Personen, von denen ich nicht weiß, wo sie hingehören. Da käme ein Film heraus, der nicht die geringste Standfestigkeit besitzt. Er würde niemanden überzeugen."
Korrekt - es würde niemanden überzeugen, da es einfach nur unglaublich schlecht ist.