Vom Geheimnis eines Mannes, an dessen Totenbett drei Frauen weintenJoschi Molnár bleibt ein Rätsel. Der famose Fabulierer hat seinen Kindern ein Vermächtnis aus phantastischen Geschichten, tragischen Verstrickungen und faustdicken Lügen hinterlassen.Als sich die Halbgeschwister Hannah, Marika und Gabor in Weimar treffen, um Joschis hundertsten Geburtstag zu feiern, prallen Welten aufeinander. In rasanten Dialogen und skurrilen Szenen nähern sie sich der Wahrheit – und finden zueinander. Während Hannah sich leidenschaftlich mit ihren jüdischen Wurzeln identifiziert und von einem Happy End in Israel träumt, hadert Gabor mit seiner Kindheit. Marika gibt die tapfere Alleinerziehende – und überlässt das Erzählen ihrer Tochter Lily. Überhaupt Lily: Die 16-Jährige hat sich eigentlich für ein Referat über Buchenwald gemeldet und erzählt stattdessen diese bezaubernde Geschichte.
Der Lügner im Titel ist Joschi, der jüdische Großvater selig der Protagonisten. Er wäre gerade 100 Jahre alt geworden, was als hervorragende Vorwand für ein Familientreffen und eine Gedenkreise nach KZ Buchenwald dient, findet Lily, die 16-jährige Ich-Erzählerin und Joschis Enkelin.
Noch dazu kann sie in der Schule punkten mit einem Referat über das Lager, wo Opa Joschi 1944 inhaftiert war.
Oder war er?
Joshi erzählte immer nur wilde Geschichten und widersprüchliche Details zu seinem Leben gegeben. Niemand weiß genau wer oder was er eigentlich war. War er wirklich Jude? War er wirklich aus Ungarn? War er wirklich in Buchenwald oder war das eine Finte, um an Geld von der deutschen Regierung zu gelangen?
Seine Ehefrauen und Kinder sehen ihn alle mit verschiedenen Augen, durch andere Geschichten, glauben aber die absolute Wahrheit zu wissen.
Der Plot des Romans ist recht simpel: Lily und Joschis 3 lebende Kinder reisen nach Buchenwald, tauschen unterwegs ihre Erinnerungen-Erlebnisse über ihren Vater aus und kriegen sich dadurch in die Haare.
Leider geben der Plot und die Protagonisten nicht genug Stoff her, um die 200 Seiten inhaltlich gut auszufüllen. 50 Seiten weniger wäre hier mehr. (Eine Novelle, kein Roman)
Was das Buch aber doch ausmacht und ein paar Stunden Lesezeit wert ist, ist der detaillierte Besuch des KZs und Lilys Blickwinkel auf das Ganze. Sie ist lustig mit einem einnehmenden, nicht sehr teeniehaften Gemüt.
"Ein fabelhafter Lügner" ist eine nette Geschichte über Identität, Wahrheit, Familien und wie die Vergangenheit immer noch großen Einfluß auf die Gegenwart hat.
Oder vielleicht hat sie, aber nur wenn man sie zulässt.
Eine jüdisch-ungarische Familiengeschichte. Vielleicht.
Joschi, ein ungarischer Jude (so nimmt man an), würde seinen hundersten Geburtstag feiern, so er denn noch am Leben wäre. Seine verbleibende Familie möchten diesen hundersten Geburtstag mit einem Besuch im KZ Buchenwald feiern, da Joschi dort interniert gewesen war (zumindest nimmt man das an).
Joschi hatte 5 Kinder von 5 verschiedenen Frauen. Die beiden Ältesten wurden im KZ getötet. Die restlichen 3 Halbgeschwister treffen sich in Weimar. Die Tenager-Tochter der ältesten Schwester, aus deren Perspektive erzählt wird, soll ein Referat über Buchenwald halten und ist deswegen ebenfalls mit von der Partie.
Die Familie versucht nun, Joschis Lebendgeschichte aus den Geschichten zusammenzusetzen, die sie selbst von ihren Müttern gehört haben bzw. die älteste Tochter auch von Joschi selbst. Zeitnah stellt sich heraus, dass ziemlich viel nicht zusammenpasst….
Eine bemerkenswert witzige Geschichte, wenn man den tragischen Hintergrund des Holocaust bedenkt. Mir hat das Buch gut gefallen und ich vergebe 3,5 Sterne.
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A Jewish-Hungarian family story. Perhaps.
Joschi, a Hungarian Jew (so it is assumed), would be celebrating his hundredth birthday if he were still alive. His remaining family would like to celebrate this hundredth birthday with a visit to the Buchenwald concentration camp, since Joschi was interned there (at least that's what is assumed).
Joschi had 5 children from 5 different women. The two eldest were killed in the concentration camp. The remaining 3 half-siblings meet in Weimar. The eldest sister's teenage daughter, from whose perspective the story is told, is supposed to give a talk about Buchenwald and is therefore also part of the trip.
The family is now trying to piece together Joschi's life story from the stories they have heard from their mothers or the eldest daughter from Joschi himself. Soon it turns out that quite a lot does not fit together….
A remarkably funny story considering the tragic background of the Holocaust. I enjoyed the book and gave it 3.5 stars.
Lily is 16 and meeting with her Mum, her aunt and her uncle to commemorate her Grandfather's 100th birthday. But this is no simple ordinary grandfather, this one is the fabulous liar of the title.
The meeting centres around the siblings touring Buchenwald where Joschi supposedly was incarcerated. The siblings are at first awkward and at odds with each other - each has been fathered by Joschi, but has a different mother. Confusing? Yes, but the unravelling of their different childhood memories builds a picture of a complicated and fascinating old man, Did he even really spend time in Buchenwald or did he use his talent for telling stories to earn himself a survivor's pension?
We never really find out for sure, but what does happen over the strange weekend is a coming to terms with each other, and the different facet of Joschi that each of them has lived with. The siblings return to their own lives enriched and with new found bonds with their siblings.
Großartig, der Schreibstil der Autorin macht einfach Laune. Die Geschichte ist wohltuend verrückt, mitunter ein bißchen tragisch, aber vor allem voller feinsinniger Komik, mit der die Protagonisten das Leben und seine merkwürdigen Kapriolen auf sehr sympathische Art und Weise zu nehmen wissen.
Got this book from a friend on a trip where we visited Buchenwald. That's why I felt very connected to the descriptions of the place. The story, writing and characters didn't work for me at all though. The simplistic writing style got on my nerves, especially because it was presumably chosen to fit the narrator's age who was a teenager. Just skimmed the last few pages.
Ein schönes kleines Buch und in der Tat ein fabelhafter Lügner. Es geht um die Kinder und ein Enkel vom Lügner, die ihre Geschichten vergleichen. Am Ende weiß man nicht, welche Geschichte stimmt, das macht aber gar nichts.
It was really hard to grasp the characters in the beginning. This whole book just felt like a chapter of a bigger piece that I was missing out on, more character depth or context would’ve been appreciated.
Somehow, this book about a family reunion at Buchenwald was not just touching, but also very very funny. I really enjoyed the awkward family dynamic and the very different stories from Joschi's life and afterlife.
Ich-Erzählerin Lily ist 16 und hat sich freiwillig für ein Referat gemeldet über Buchenwald, weil sie in den Referendar Jan verliebt ist und weil ihr verstorbener Großvater Jószef „Joschi“ Molnár als Jude dort Häftling war. Es wird gleich eine größere Aktion daraus, eine Reise nach Weimar, um von dort aus den 100. Geburtstag von Joschi im nahen Buchenwald zu würdigen, zusammen mit Lilys Mutter Marika und deren Halbgeschwistern Gabor und Hannah. Gabor sagt über den Vater, der fünf Kinder von fünf Frauen hatte: „Er liebte die Frauen, er hatte keine Ahnung von Verhütung, er log wie gedruckt, und wenn es eng wurde, verpisste er sich.“ S. 43
Die ungleiche Truppe hatte teils jahrelang keinen Kontakt und auch sehr unterschiedliche Versionen der Vergangenheit und der Wahrheit erhalten von Joschi, dem „fabelhaften Lügner“, und soll jetzt doch ein ganzes Wochenende zusammen verbringen. Es ist eine leise Geschichte mit feinem Humor, es geht um Identität, Familie, Wahrheiten, ums Zueinander-Finden. Normalerweise würde ich jetzt eine meiner schönen Namenslisten als Service liefern, die Kinder Joschis aufstellen mit deren Müttern und den dazugehörigen Ehemännern, den Berufen und Lebensstilen, aber gerade hier ist das Teil des Erfassens der Geschichte.
Die knapp über 200 Seiten sind das Debüt von Susann Pásztor, deren „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ eines meiner Lieblingsbücher 2017 war. Das Büchlein hat nicht die emotionale Dramatik des „Fenster“, zeigt aber sehr wohl, wie meisterhaft die Autorin bereits zu Beginn im Umgang mit Bildern war: „…sein Lächeln wirkte so, als hätte er vorher im Zug noch geübt und wäre nicht rechtzeitig fertig geworden“ S. 16 Beide Bücher sind Geschichten über Familien, deren Nähe und Distanz, Schwächen und Stärken. Beide verbinden eine gewisse Melancholie mit Lebensfreude, wenn ich auch das Buch von 2017 eindeutig für das stärkere halte – nur deshalb hierfür 4 ½ Sterne, gerne aufgerundet.
„…und ich wusste auf einmal, dass dort, wo Unordnung hinterlassen wird, die Geschichten warten. Man musste die Dinge nur in die richtige Reihenfolge bringen.“ S. 205
I am feeling really sheepish after reading this book. Even though I am genuinely interested in the theme of Judaism, World War II and Nazism, and I had truly been looking forward to A Fabulous Liar, the story did not fill my expectations at all. Maybe it is because I borrowed the book from an adult department of our library and just expected more "adult" tale than how it really was. A dry, cliche story, presenting itself as tragicomic, narrated by a 16-year-old girl, moreover with unbelievable (or so unoriginal that I could not even believe it?) passages... no. This book will definitely not be in my favourites. Maybe it will celebrate more success in a soul of a teen girl, looking for a relaxing reading with a simple telling... Maybe.
--- Z této knihy mám hodně rozpačité pocity. Ačkoliv mě tématika židovství, 2. světové války a nacismu upřímně zajímá a na Báječného lháře jsem se skutečně těšila, od prvních stran jsem byla maximálně zklamaná. Možná je to tím, že jsem si knihu půjčila z dospělého oddělení místní knihovny a čekala od ní pak více "dospělácký" příběh, než jakého se čtenáři dostane. Suchý, zavánějící samými klišé, prezentující se jako tragikomický, vyprávěný 16letou dívkou, navíc obsahující plno pasáží, kterým jsem vypravěči ani za mák nevěřila (možná proto, že byly tak zoufale neoriginální)... ne, tuhle knihu si do oblíbených určitě nezařadím. Možná bude slavit větší úspěch v duši dospívající dívky, hledající odpočinkové čtení s jednoduchým vyprávěním... Možná.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Lily‘s Großvater Joschi, verbringt sie mit ihrer Mutter Marika, ihrer Tante Hannah und ihrem Onkel Gabor ein Wochenende in Weimar. Sie wollen Joschi gedenken und einige Lücken in ihren Erinnerungen füllen. Sie alle sind Joschis Kinder, haben aber alle unterschiedliche Mütter. Auf dem Plan für das gemeinsame Wochenende steht ein Besuch im KZ, in dem Joschi angeblich mehrere Monate verbracht hat. In dieser Geschichte treffen drei Geschwister nach langer Zeit aufeinander und versuchen ihren gemeinsamen Hintergrund zu erforschen. Dabei kann nicht alles glatt laufen, aber das ist auch okay. • Die knapp 200 Seiten konnte ich sehr gut in einem Schwung durchlesen. Susann Pásztor‘s Schreibstil ist sehr simpel, flüssig und ohne große Ausschmückungen. Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und alle auf ihre Art glaubwürdig und interessant gestaltet. Der Bezug zur Vergangenheit und deutschen Geschichte hat dem ganzen eine düstere Stimmung gegeben, aber diese Themen empfand ich als sehr gut ausgearbeitet. Bei manchen Dialogen musste ich teilweise lachen oder mit dem Kopf schütteln, da es einfach sehr ehrlich und authentisch war. Von mir gibt es definitiv eine Empfehlung, sich dieses Buch mal genauer anzuschauen. Es hätte mehr Aufmerksamkeit verdient.
Ein Buch, welches zeigt, dass man auch bei traurigen und schweren Themen Humor einbringen kann. Joschi hatte ein Faible für Frauen, gern auch parallel und ohne deren Wissen. Nun treffen sie sich an seinem Krankenhausbett zum ersten Mal und merken, dass ihr Joschi es mit der Wahrheit nicht so ernst nahm. Zum 100. Geburtstag treffen sich die Halbgeschwister Hannah, Marika und Gabor und seine Enkelin Lily in Weimar, um Joschi zu gedenken und seinem Leben nachzugehen. Doch schon bald merken sie, dass sie zwar viele Geschichten von Joschi kennen, aber das sie sich kaum gleichen. Lily muss ein Referat über das KZ Buchwald schreiben und da auch Joschi (angeblich) darin gefangen war, besuchen sie die Gedenkstätte. Die Zweifel an seinen Geschichten bleiben, doch eine kleine nächtliche Aktion zu Joschis Ehren (und hier zeigen sich die Gene ;-)) verbindet sie für immer und nicht nur auf dem Polizeirevier. Humorvoll, traurig, nachdenklich und gut geschriebenes Buch über die Vergangenheit eines Mannes und die Zukunft seiner nächsten Generation.