Jump to ratings and reviews
Rate this book

Pascal: la condition de l'homme

Rate this book
Un livre inachevé à la mort de son auteur et dont ne sont restés que des fragments, mais une des oeuvres majeures de la pensée moderne, au même titre que celles de Montaigne, de Descartes ou de Spinoza : telles sont les Pensées de Pascal.
Le projet initial de Pascal (1623-1662) est d'écrire une apologétique, c'est-à-dire tant une défense qu'une illustration de la religion chrétienne.

128 pages, Paperback

Published January 1, 2000

1 person want to read

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (50%)
4 stars
1 (50%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for A YOGAM.
2,480 reviews11 followers
November 3, 2025
François Chirpaz analysiert in „Pascal: La Condition de l’homme die Pensées“ als ein Werk, das weit über eine traditionelle Apologie des Christentums hinausgeht. Wie Sokrates spricht Pascal nach Chirpaz nicht nur den Intellekt an, sondern fordert den Leser existenziell heraus und trifft ihn „an der wunden Stelle seiner Existenz“ (à la pointe vive de son existence). Im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Descartes oder später Hume konzentriert sich Pascal, so Chirpaz, nicht auf die Mechanismen des Denkens oder die Analyse des Verhaltens, sondern konfrontiert den Leser abrupt mit der „Nacktheit seiner menschlichen Verfasstheit“ (la nudité de sa condition d’homme) und der fundamentalen Sorge um das eigene Selbst angesichts der Schwere des Lebens.
Der Kern von Pascals Denken, wie Chirpaz ihn herausarbeitet, ist die unauflösbare Widersprüchlichkeit der menschlichen Existenz. Sein Ausgangspunkt ist weder das Staunen (Platon) noch der Zweifel (Descartes), sondern der „skandalöse Charakter“ (le caractère... scandaleux) der menschlichen Bedingung. Der Mensch erkennt seine Größe durch das Denken – er ist ein „denkendes Schilfrohr“ (roseau pensant) –, doch eben dieses Denken offenbart ihm seine „armselige Kleinheit“ (petitesse dérisoire) angesichts der unendlichen Weiten des Universums und der Unausweichlichkeit des Todes. Chirpaz betont, dass Pascal diese Disproportion und den inneren Zwiespalt – die Unfähigkeit der Vernunft, sich selbst zu beherrschen, und ihre ständige Unterwerfung unter Leidenschaften – als den „Knotenpunkt“ (point nodal) der condition de l’homme ins Zentrum stellt.
Chirpaz nähert sich Pascal dabei nicht historisch oder theologisch, sondern phänomenologisch: Er liest die Pensées als Erfahrung des Menschseins, in der das Denken selbst zur Wunde wird. Diese Methode erlaubt ihm, die existentielle Spannung in Pascals Sprache sichtbar zu machen.
Chirpaz legt dar, dass Pascals Stil diese inhaltliche Spannung direkt widerspiegelt. Die Lektüre der Pensées sei leicht, dank des klaren, modernen Stils, aber zugleich zutiefst schwierig, da das Werk fragmentarisch ist und bewusst auf eine lineare „Ordnung der Gründe“ (ordre des raisons) verzichtet. Pascal nutzt die Juxtaposition von Gegensätzen – „Wenn er sich rühmt, erniedrige ich ihn / Wenn er sich erniedrigt, rühme ich ihn“ – als pädagogisches Mittel. Der Leser müsse lernen, diese Widersprüche auszuhalten, wie einen „Schlussstein“ (clef de voûte), der das Ganze trägt, um die widersprüchliche Realität des Menschen als „unverständliches Monster“ (monstre incompréhensible) zu begreifen.
So zeigt Chirpaz einen Pascal, der nicht argumentiert, um zu überzeugen, sondern schreibt, um zu erschüttern. Seine Lektüre macht deutlich, dass Pascals Fragmentstil keine Schwäche, sondern eine Methode ist – eine Schule des Denkens am Rand der eigenen Endlichkeit.
Displaying 1 of 1 review

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.