Der neue Glossenband des beliebten ZEIT-Journalisten
Harald Martenstein weiß, worauf es ankommt. Seine Texte bringen das Wesentliche immer auf den Punkt. Auch im neuen Band sind Kolumnen versammelt, die sich um die Widrigkeiten des Alltags drehen: Probleme, die die Menschheit seit Urzeiten mit sich herumschleppt oder welche, die manchmal nur so kurz aufblitzen, dass sie nur von Harald Martenstein verewigt werden können.
In seinen Gedankenlabyrinthen kann man sich kichernd verlieren oder auch stirnrunzelnd Zeitgeistanalyse betreiben. Auf Martenstein ist Verlass. Immer.
»Der Titel ist die halbe Miete« – eine grundlegende Weisheit von Verlagsleuten und Buchhändlern darf endlich beweisen, dass sie den Praxistest besteht.
Martensteins Roman »Heimweg« wurde mit dem Corine-Preis ausgezeichnet.
Keine andere Zeitung sagt so klar was sie von ihrem Leser erwartet wie "Die ZEIT". Zu meiner Abizeit war ich "ZEIT"-Abonnentin. Auch weil "Die ZEIT" der Porsche unter den Zeitungen ist, wenn es darum geht der Außenwelt seine eigene Intellektualität zu spiegeln, auch wenn eigentlich gar keine da ist. Mit 18 war mir das wohl wichtig. Ich las beim Frühstück, nach der Schule und vor dem Schlafengehen und schaffte es auch die komplette "ZEIT" in einer Woche zu lesen. Jedoch verstaubten dabei die Bücher auf meinem Nachttisch. Also entschied ich mich für das Beständige anstatt für das Flatterhafte. Beständigkeit ist schließlich wichtig im Leben. Zum Glück kann man Harald Martenstein's Kolumne auch online verfolgen und zusätzlich seine Bücher lesen, von denen die meisten sehr zu empfehlen sind. "Der Titel ist die halbe Miete" gehört zu den Empfehlenswerten. Auch wenn es das nicht tun würde, würde es Harald Martenstein nicht weniger begehrenswert für mich machen, jedoch nie offiziell. Wenn andere ihn loben, reagiere ich nüchtern: "So wie der könnte ich auch schreiben, also der wird schon überschätzt.". Aber insgeheim weiß ich, dass das der Neid ist, der da aus mir spricht. Wer wäre denn nicht gerne ein in Berlin lebender ZEIT-Kolumnist und Schriftsteller mit der zum Lebensstil passenden Hornbrille? Harald Martenstein ist wie die coolen Kids früher in der Schule. Nach außen hin tat man als wären sie einem egal*, innerlich machte man aber einen Freudensprung, wenn man auf eine ihrer Partys eingeladen wurde. Falls Herr Martenstein mich mal gerne auf eine Party einladen würde, ich wäre sofort auf dem Weg nach Kreuzberg! Abends würde ich auch Cacio e Pepe kochen, sein Leibgericht und morgens würde ich für zwei Kannen frischen Kaffee sorgen. Harald Martenstein trinkt morgens wohl eine ganze Kanne ganz für sich allein und das darf er mit mir auch. Und nein, ich bin kein Stalker, ich bin nur Fan.
*Die Autorin dieses Textes weiß, dass sie mit dieser Rezension das Gegenteil von dem macht was sie in ihrem Text beschreibt, aber manchmal muss man sein Ego eben auch mal zuhause lassen.
Martenstein heute nicht mehr lesbar, weil er nur noch um sich selbst und ein Thema (seinen Hass auf die „woke“ Linke) kreist, aber dieses frühere Werk ist amüsant.