Zwei süße Geschichten aus dem Alltag, die auch heute noch sehr gut funktionieren, auch wenn sie in der Vergangenheit spielen. In der einen geht es um eine junge Pastorenfrau, die ein schlechtes Gewissen hat, sich ein bisschen guten, kostspieligen Stoff leisten zu wollen, in der zweiten um eine unverheiratete Tante, die durch die neue Freundin ihres Neffen erkennen muss, dass sie noch ein bisschen in der Zeit hängen geblieben ist und ihren eigenen Chancen nachtrauert.
Die beiden enthaltenen Geschichten sind zum einen die kürzere, humorvolle Geschichte "Taft zum Kragen" und die längere, etwas melancholische "Tante Tüttchen"
"Taft zum Kragen" handelt von einer jungen Pastoren Gattin und hat in ihrem gutmütigen Humor etwas das mich an die Filme Lubitsch's erinnert.
"Tante Tüttchen" erzählt von einer verpassten Liebe und dem Wandel von Zeit und Moral, nicht ohne Humor aber doch mehr erfüllt von einer bitter süßen Melancholie.
Mann merkt den Geschichten ihr Alter an, aber das erhöht nur ihren Reiz, denn so schreibt und spricht heutzutage leider niemand mehr.