" Meine Geschichte beginnt, wie so viele andere Geschichten, an einem Samstagabend. Ich bin nicht mehr ganz nüchtern, aber so kann ich wenigstens erzählen, ohne mich allzu sehr zu schämen. Neben mir stehen Enni, der wie immer an seiner Magnum zieht, und natürlich mein Freund Wolle. Mit dabei sind auch die ganzen anderen Spacken, der Schädler und der Schelm, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Wo die Million geblieben ist, die er mit der Dealerei verdient haben soll, und was mit Anna und Natja lief, davon wird hier auch die Rede sein. Und wer ich bin? Ich bin ein fabelhafter Lügner, Anstifter und Mitläufer, der Schmall, der kleinste gemeinsame Nenner all dieser mehr oder minder bemitleidenswerten Kameraden. Auch nur ein Kind der dämlichen neunziger Jahre."
Sehr gut geschrieben. Man taucht während des Lesens komplett in das triste, spießige Vorortleben ein, wo man als Jugendlicher dagegen ankämpft, dass das Leben genau so langweilig wird wie das der Eltern. Wer selbst in einem Vorort aufgewachsen ist, wo man sich die Zeit mit rumlungern und Räuschen die Zeit vertrieben hat, wird sehr viele Parallelen finden. Viele Charaktere erkennt man im Bekanntenkreis wieder.
Als ich beim Libro angelangt bin, habe ich mich dafür entschieden, einen Blick aufs Nur-€3.95-Bücher-Regal zu werfen. Als erstes ist mir das Buch im Auge gefallen nur deswegen, weil es ein sehr attraktiven Umschlag hat. Einfach ist für mich immer schön und irgendwie auch qualitativ, also die Kombination zwischen dem weißen Umschlag und der schwarzen 3D-Schrift fand ich perfekt. Auch der Titel, glaube ich, verspricht einem Vieles -Lokalhelden- das Wild- und Jungsein, Sex, Drogen, Kriminalität, Prostitution, Gewalt. Einigermaßen ist die Geschichte daraufhin gegangen. Was ich schlecht fand, ist das, dass die Handlung keine eigentliche Handlung ist. Sie ist eine Reihe von Handlungen, die von Schmall, die Hauptperson, erzählt werden. Diese Handlungen sind für den erwachsenen Schmall bedeutsame Geschichte aus seiner Jugend, das Buch hat aber kein richtiges Anfang und auch kein richtiges Ende. Man kann nicht sagen, ob das Ende glücklich oder traurig für die Hauptperson ist. Dieses Ende ist so abrupt, dass ich es SEHR OFFEN nennen möchte. Was ich an die Geschichte auch nicht sehr gut fand, ist das, dass der Autor keine "Erläuterung" für den Leser im Plan gehabt hat. Gute Bücher sind die, aus denen man etwas lernen kann und die zum Nachdenken anregen. Alle Handlungen fand ich einigermaßen fad, außerdem muss man nach jedem Absatz den Satz: "ich zünde mir eine an" durchlesen, das fand ich mit der Zeit zu vulgär und auch unoriginell. Die Handlungen der jugendlichen scheinen uns heutzutage typisch, daher auch keine Spannung. Die intime Szenen fand ich sehr ungenau/desinteressiert/kurz beschrieben, das Verliebtsein und die Telefonate mit der Geliebten auch nicht gut beschrieben... Kein Gefühl, einfach und so objektiv wie möglich. Lokalhelden kann man nur dann lesen, wenn es keine andere Wahl mehr gibt (meiner Meinung nach). Ich entschuldige mich für mein Deutsch, ich bin leider Ausländer. :) ich hoffe ich habe mit meinem Kommentar geholfen.