Ich habe die Biografie sehr gerne gelesen. Sie gibt ein ziemliches rundes Bild von Elisabeth Langgässers Leben und lässt dabei die Ambivalenzen zwischen ihrem lebenslangen Streben nach Emanzipation und Anerkennung als Schriftstellerin und ihrer stellenweise für mich fast schon ins absurde abgleitende Empathielosigkeit und Naivität im Umgang mit anderen Menschen (z. B ihrer Tochter Cordelia) offen zutage treten. Auch die vielen Seitenblicke auf andere jüdische Autor:innen und deren Schicksale im Nationalsozialismus setzen einiges an spannenden Facetten zur Biographie Langgässers hinzu und runden die Geschichte an vielen Stellen ab. Manchmal war es mir dann aber auch zu viel und ich habe mich gefragt, wieso Hilzinger schon wieder einen Vergleich zu Anna Seghers heranziehen muss. Alles in allem aber eine sehr lesbare Biografie, die angesichts der aktuellen Welle von Antisemitismus im Jahr 2024 hoch aktuell ist.