Sind wir nicht alle in gewisser Weise Werwölfe? Wir fühlen, dass etwas Wildes, Ungezähmtes, Ursprüngliches in uns schlummert, das im Verborgenen bleiben muss. Die Gesellschaft will es unterdrücken, sie will aus Wölfen Lämmer machen. Wir sollen nicht blutiges Fleisch verzehren, sondern eine Art faden Puddings für Magenkranke in uns hineinlöffeln. Einige versuchen zu revoltieren, die meisten kehren früher oder später reumütig in den Schoß des bürgerlichen Lebens zurück. Das Leben von Werwölfen verläuft also nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Auch andere Dinge entpuppen sich in ungewöhnlicher Weise, sehr zur Überraschung des Lesers. Die unheimliche Suppenfabrik erwacht nachts zu hektischem Leben. Dann macht sie Suppe - aber woraus? Ein Freund verschwindet spurlos. Dann taucht er irgendwann in Marokko wieder auf, mit einem verlockendem Freiheit oder langweiliges betreutes Leben? In diesen aus dem Rahmen fallenden Geschichten treffen das Banale und das Unwahrscheinliche aufeinander und sorgen für ein exquisites Lesevergnügen.