Dieses Buch ist prall gefüllt mit hübschen Geschichten allerlei Genren, von Mythologie bis Kulturanthropologie, von Geografie bis Linguistik, die die historische Provinz an der Westküste Japans Echigo betreffen. Hokuetsu Seppu wurde ursprünglich zwischen 1835 und 1842 veröffentlicht, und ist gleich ein Bestseller geworden. Mit Recht, da es einen einzigartigen Einblick in das „Schneeland“ Japans gibt.
Die Ausgabe vom Verlag Diederichs aus 1989 ist reich illustriert, mit vielen lebendigen Blockdrucken aus der ursprünglichen Ausgabe, ergänzt mit einigen schönen schwarz-weiß Fotos. Dazu gibt es auch viele erklärende Notizen. Die Geschichte der Übersetzerin ist auch sehr spannend, da sie während des Kriegs als deutsche Witwe in Japan allein an dieser Übersetzung gearbeitet hat.
Die Thematik und das Tempo des Buches ist auf keinen Fall gleichmäßig: auf ein mehrseitiges Kapitel über einen lokalen Mönch kann plötzlich ein Einzelabsatz über Schneefall im Frühling folgen. Manche Geschichten sind auch interessanter als anderen. Deswegen sollte ein solches Buch vielleicht eher durchgeblättert als vom Anfang bis Ende gelesen werden.